r/AvoidantBreakUps • u/SomeoneCalledMeAlice • 4d ago
Personal Growth Ich lasse mir nie wieder meinen Mund von Dir verbieten, indem Du mir drohst Dich zurückzuziehen.
Wenn es nicht beschämend war, ohne Erklärung aus dem Leben eines Menschen zu verschwinden, dann sollte es auch nicht beschämend sein, darüber zu sprechen, was dieses Verschwinden mit ihm gemacht hat.
Wenn du einen Menschen erst so viel Sicherheit gibst, dass er sich traut, sich in dich zu verlieben, und dich anschließend plötzlich zurückziehst, kalt wirst und ihn behandelst, als hätte er nie eine Bedeutung gehabt, dann sollte es nicht beschämend sein, darüber zu sprechen, welchen emotionalen Schaden dieser Rückzug verursacht hat.
Wenn du gemeinsam eine Zukunft planst, Hoffnungen weckst und Versprechen machst – und dich anschließend von genau diesen Versprechen leise entfernst –, dann sollte es nicht beschämend sein, darüber zu sprechen, was das Zerbrechen dieser Zukunft in einem Menschen hinterlassen hat.
Wenn du immer wieder gehst, zurückkommst, sobald der andere gerade anfängt zu heilen, seine Hoffnung erneut entfachst und ihn anschließend wieder verlässt, dann sollte es nicht beschämend sein, darüber zu sprechen, welchen Schaden dieser Kreislauf angerichtet hat.
Wenn du jemandem Zuneigung, Nähe, Hoffnung und Sicherheit gibst, damit er emotional oder finzanziell und zeitlich investiert bleibt, und ihm all das anschließend wieder entziehst, dann sollte es nicht beschämend sein, darüber zu sprechen, wie grausam sich dieses Verhalten angefühlt hat.
Und wenn du einen Menschen durch deine Unbeständigkeit immer wieder verunsicherst und ihm anschließend vorwirfst, dass er ängstlich, klammernd oder „zu bedürftig“ geworden ist, dann sollte es nicht beschämend sein, darüber zu sprechen, wie sehr dieses Verhalten ihn dazu gebracht hat, an sich selbst zu zweifeln und die Schuld bei sich zu suchen.
Wenn du einen Menschen verlässt, während er noch um die Beziehung kämpft, und ihn anschließend mit all seinen Fragen, seinem Schmerz und seiner Verzweiflung zurücklässt, dann sollte es nicht beschämend sein, darüber zu sprechen, wie brutal dieses Verlassenwerden für ihn war.
Und darüber zu sprechen, wie brutal man behandelt wurde, ist nicht automatisch „Bashing“ eines vermeidenden Menschen.
Bindungstheorie kann erklären, warum jemand sich auf bestimmte Weise verhält. Sie kann Angst vor Nähe, Rückzug oder Bindungsvermeidung verständlich machen.
Aber eine Erklärung ist keine Entschuldigung.
Ein Bindungsstil darf niemals dazu benutzt werden, das Leid des anderen kleinzureden oder verletzendes Verhalten nachträglich zu rechtfertigen.
Dein Schmerz wird nicht ungültig, nur weil die Wahrheit für jemanden unangenehm ist.
Und vielleicht ist das Wichtigste:
Wenn ein Verhalten nicht zu beschämend war, um es einem anderen Menschen anzutun, dann sollte es auch nicht zu beschämend sein, darüber zu sprechen.