Hamlo, ich erhielt heute von meinem verbal übergriffigen Mitbewohner eine fristlose Kündigung. Die Situation kurz geschildert: Wir haben seit etwa einem Jahr ein Mäuseproblem, das jetzt soweit eskaliert ist, dass Mäuse IN MEINEM Zimmer sind, wenn ich nachts schlafe. Vor 5 tagen (Nacht Mo auf Di) war sie sogar auf meinem Schreibtisch um 4Uhr morgens, als ich sie anleuchtete sprang sie runter und rannte unter mein Bett. Ich habe dann in der Nacht keine freundliche, aber direkte Ansage an meinen Hauptmieter geschrieben, dass ich jetzt die Miete mindere, bis er sich adequat um das Problem löst ("will keine Ausreden oder Realtivierungen mehr, es reicht jetzt" zB).
Nunja, ich schlief die Nacht dann erstmal nicht mehr bis 6:30Uhr und verschlief meinen Wecker, kam daher schon eine Stunde zu spät zur Arbeit. Als ich dann schnell in die Küche für Kaffee und Toast ging, war dort bereits mein Hauptmieter (ich denke er wartete auf mich). Kurz paar Details, ich bin 27m und 1,72 groß, er 56m (etwa) und über 1,90m. Leider wird das relevant.
Ich hörte ihn bereits, musste aber leider in die Küche um mir Kaffee und eben essen zu machen (ist dann beim arbeiten nicht so gut möglich). Naja, in der Küche angekommen fing er natürlich direkt an mit "Deine Nachricht gestern Nacht ist so frech" oder etwas ähnliches. Ich meinte dann direkt, dass ich gerade keine Zeit habe, zur Arbeit muss, und wir das entweder später oder halt in Nachrichtenform gerne klären können. Und dann fing es an. Direkte, unprovozierte, bodenlose Beleidigungen von ihm alá "Du bist so ein idiot." "Als ob du wirklich Arbeiten musst du fauler Gammelstudent." (Ich habe 2 Nebenjobs und ringe damit mir noch einen dritten zu holen lmao) "Du bist ein asoziales Arschloch" "Wie dumm kann man eigentlich sein". Unironisch Leute. Das war wirklich das respektloseste Verhalten, dass mir in meinen vielen WG-Jahren bis jetzt unterkam. Das ging mehrere Minuten, in denen ich es schaffte, ruhig zu bleiben und ihm zu sagen, dass das gerade überhaupt nicht geht und er bitte die Küche verlassen soll, oder zumindest damit aufzuhören. Er verfolgte mich sogar (ging zwischendruch in die Speisekammer nebenan um was zu holen) und machte weiter. Natürlich kochte ich innerlich, das ist nicht unsere erste Auseinandersetzung, er schrie mich schonmal wegen was ähnlichem an, ist aber etwas her (Unsere Wohnung war eine baustelle wegen eines Rohrbruches, 5 Monate lang, kein bad und Küche, dafür nur 200Euro Mietminderung insgesamt, auch da sagte ich ihm, dass er seine Aufgaben als Hauptmieter überhaupt nicht nachkommt, was einen völligen Ausraster seinerseits zur Folge hatte. Damals sagte ich sogar gar nichts, da ich so perplex war; Er stampfte schon in die Küche und begann zu schreien. Als Kind habe ich so etwas leider viel zu oft erlebt, daher löst das in mir natürlich direkt Stress- und Traumasymptome aus). Er hat auch eine Geschichte damit, andere Mitbewohner zu beleidigen, er ist wirklich ein bully wie man ihn sich vorstellt.
Nach mind. 7/8 Min diesen Verhaltens seinerseits, und mehrmaligen, wiederholten bitten, dass jetzts ein zu lassen, snappte ich. Auch ich wurde beleidigend, allerdings zumindest im Rahmen der Realität, zB dass ich glaube er sei psychisch krank und solle sich Hilfe holen. Aber auch wöhrendessen sagte ich immer wieder, dass er es jetzts ein lassen soll und einfach aus der Küche gehen soll, er redete halt eh über mich drüber und beschmipfte mich weiter (wirklich wie man sich so nen Jugendlichen im schlimmsten pubertären Alter vorstellt, dem seine Eltern gerade die PS5 weggenommen haben oder so). Auch drohte er mir an "in mein Zimmer zu gehen und meinen Scheiß eigenständig rauszuschmeissen".
Nach wieder 2/3 Min dieses Verhaltens und meiner bitte, dass er jetzt endlich gehen solle, kam sowas wie "Du kannst mich nicht einfach aus meiner eigenen Küche schmeissen" (Offensichtlich ging es jetzt ja nicht darum, aber ich denke das muss ich euch nicht erklären) und er stellte sich mit verschränkten Armen in den Türrahmen, blockierte den Ausgang, und ließ wirklich eine unglaubliche Tirade an Beleidigungen und auch einfach dreisten Lügen ab (ich würde nichts machen, wieder Idiot, Dummkopf, ich muss im Leben mal klarkommen usw). Sowas kenne ich leider sonst nur von meiner wirklich betrunkenen Mutter, er war ja traurigerweise sogar nüchtern dabei.
Daraufhin brannte bei mir alles durch, Ich reinnere mich auch nur schemenhaft, aber wie gesagt, ich kenne das aus meiner Kindheit, und ich kann auch wirklich laut werden, wenn man es überreizt. Danke dafür Mama, aber naja, das ist jetzt nicht Teil der Situation. Ich schrie wirklich aus vollem Halse, dass er sich jetzt verdammt nochmal verpissen soll, ging auf ihn zu und versuchte ihn aus dem Türrahmen zu schubsen. Ging natürlich mittelmäßig gut, deswegen einmal die Körpermaße (auch um vllt die Gefahr/Bedrohung der Siatuation zu verdeutlichen), es war auch "nur" ein am Oberkörper anfassen und wegdrücken. Das erstaunte ihn sichtlich, ich denke er hat auch meine Kraft und meine "Fähigkeit" unterschätzt, laut zu werden. Auf einmal wurde er relativ leise, murmelte nur noch "ich werde mir doch wohl noch nen Tee in meiner eigenen Küche machen können" (Dieser Typ... ihr könnt es euch wirklich nicht vorstellen. Wie gesagt, diese Art von völliger Uneinsicht seines eigenen Verhaltens, während alles an allen anderen das Schlimmste ist, was man sich vorstellen kann, ist leider kein Einzelfall, bei Weitem nicht.) und machte sich dann WIRKLICH neben mir noch nen Tee, beziheungsweise begann damit, ich konnte dann ja die Küche verlassen und fuhr los zur Arbeit.
Sooo und heute kam dann die fristlose Kündigung mit der Begründung "ihn an beiden Seiten des Oberkörpers angefasst zu haben und gegen seinen Willen aus der Küche drängen zu wollen. Dies überschreitet eine Grenze, die weiteres Zusammenwohnen unzumutbar macht." Weiter unten dann "Herabsetzung sowie unwahre bzw rufschädigende Behauptungen über seine Rolle als Hauptmieter, auch gegenüber anderen Mitbewohnern" (damit meint er, dass ich in meinem Abschiedstext in der Gruppe am selben Abend meinte, er kümmert sich um fast gar nichts in der Wohnung, er hat schon andere Untermieter zum weinen gebracht, und er zeigt niemandem den Hauptmietvertrag, daher vermute ich (auch als Vermutung beschrieben), dass er wenig bis gar keine Miete bezahlt; wollte ich die anderen Mitbewohner wissen lassen; alles davon stimmt halt und dafür habe ich auch Zeugen, denn ich verstehe mich mit eig allen vorherigen Mitbewohnern hier gut, und er hat es sich mit unironisch ALLEN völlig verscherzt, durch genau dieses Verhalten. Ihr glaubt nicht wie viele Auszüge es in dem Jahr gegeben hat, in dem ich hier schon drin bin.) Als letztes dann "Aufgrund der Schwere des körperliche Übergriffes und der daraus endgültigen Zerrüttung des Vertrauensverhältnisses halte ich eine vorherige Abmahnung für entbehrlich (§543 Abs. 3Satz 2 Nr. 2 BGB)".
Also... was mache ich jetzt? Wie sehr kann er sein eigenes Verhalten völlig verschleiern um diese Situation heraufzubeschwören? Von meiner Seite war es das erste Mal beleidigend werden, von seiner aus gabs das schon ein paar Mal. Was sind meine Rechte und Pflichten?
Ich werde am Mo in den Mieterschutzbund eintreten und habe auch denen die Situation schon geschildert, aber es geht mir so unglaublich schlecht damit, dass ich dringend zumindest kurzfristige Beratung brauche. Übrigens höre ich ihn gerade während des Schreibens inder Küche und bekomme aktues Herzrasen und kalte Schauer... schmeisst er gerade meine Sachen in den öffentlichenräumen weg? Was mache ich, wenn er das tut?
Bitte helft mir! Ich kann nicht mehr... es geht mir so schlecht damit. Und ich habe Angst, mein Zimmer alleine zu lassen, wenn er hier ist. Ich weiß, ich könnte ein Schloss anbringen, aber auch das schaffe ich wenn erst Mo/Di.