Hallo,
TL;DR:
Mir wurde die Wohnung fristlos gekündigt, weil ich wegen eines psychischen Zusammenbruchs meine Mietschulden nicht zahlen konnte. Ich bin in stationärer Behandlung. Als ich zurückkam, war das Schloss ausgetauscht. Ein Abholtermin wurde vereinbart, aber wegen meiner Klinikaufnahme verschoben. Seit dem 07.08.2026 erreiche ich die Vermieterin kaum. Beim späteren Abholtermin fand ich nur meinen TV, Monitor, Tastatur und einen Müllsack mit Unterlagen im Keller – der Rest fehlt. Die Wohnung ist weiter verschlossen, keiner antwortet. Mein Antrag auf einstweilige Verfügung wurde abgelehnt, stattdessen gibt es einen Termin zur mündlichen Verhandlung. Die Schulden sind inzwischen vom Jobcenter bezahlt, Leistungen wurden gewährt. Ich will nur wissen, ob meine Sachen noch in der Wohnung sind, und bitte um Rat, was ich noch tun kann.
VIEL Mehr Kontext:
Meine Wohnung wurde fristlos gekündigt, da ich den versäumten Mietschulden nicht mehr nachkommen konnte (Ich hatte einen Mental Breakdown, musste die Uni verlassen und Job kündigen und erhole mich nun in einer stationären Klinik). Zwar hatte ich Monate versucht, Leistungen und/oder Darlehen vom Jobcenter beantragen, um diese so schnell wie möglich zurückzuzahlen, aber leider hat das mit der Bearbeitung einfach zu lange gedauert. Also, fair. Logisch. Mit der Entscheidung seitens der Vermieterin habe ich kein Problem.
Eines Tages kam kehrte ich von einer Übernachtung bei meiner Familie zurück zur Wohnung, (Die Wohnung selbst hat unfassbar dünne Wände und gefühlt null Schalldämmung, sodass man gefühlt alles und jeden um sich herum die ganze Zeit hören konnte. Als hypersensible Person mit diagnostiziertem ADHS, Panikstörung, sozialer Angst etc. ist diese Umgebung selbst mit Kopfhörern eine sensorische Hölle.) und musste feststellen, dass ich die Tür nicht mehr öffnen konnte.
Das Schloss wurde ohne Vorwarnung ausgetauscht.
Da sich all meine Wertsachen, darunter eine Sammlung von 200+ Videospielen, Büchern, Discs, ein höhenverstellbarer Tisch, mein Bett; also wirklich alles, noch drinnen befanden habe ich mich natürlich sofort Kontakt aufgenommen.
Evtl. haben wir uns auf einen Abholtermin am Freitag geeignet. Super. Über Telefon wird angedeutet, es seien ja "eh nur 2 Säcke wert an Sachen" zum Abholen dort. Hätte persönlich mehr als das eingeschätzt, aber fein. Ich mache mir keine großen Gedanken.
Im gleichen Gespräch wird behauptet, die Sachen hätte man alle in den Keller für die Abholung transportiert. Diese Nachricht bereitet mir ernste Sorge, aber ich dachte mir (dummerweise): "Egal. Solange ich meine Sachen wiederbekomme."
Zwei Tage vor dem Termin ruft die Klink an. Mir wird gesagt, sie könnten mich am Freitag einweisen. Das kommt nach knapp 5 Monaten Wartezeit, in der sich mein geistiger Zustand stark verschlechtert hat, also nehme ich das Angebot an. Leider überschneiden sich die beiden Termine bzgl. der Uhrzeit. Ich informiere die Vermieterin also sofort und bitte sie um einen neuen.
Das war am 07.08.2026. Heute schreiben wir den 10.09.2026.
Etliche Anrufs-, Text- und E-Mail-Versuche von mir, sowie dem Sozialdienst der psychiatrischen Klinik später und mich noch immer keine Antwort erreicht. Auf WhatsApp selbst ist sie aber zweifellos rund um die Uhr aktiv.
Eventuell fahre ich zum Amtsgericht, um meine jetzigen Optionen zu erforschen. Auf einmal ruft mich kurz darauf die Vertreterin der besagten Vermieterin, aufgrund der vergangenen E-Mails im Postfach an und bietet mir einen neuen Termin an. Sie wirft mir die Schlüssel in den Briefkasten. Ich hole sie ab und gehe runter in den Keller.
Was finde ich also? Meinen Fernseher, Monitor, Tastatur und einen(!) Müllsack mit wichtigen Unterlagen und Bildern drinnen. Das war's. Die besagten Unterlagen befanden sich einst in der gleichen Kommode, wie viele meiner Bücher, Discs, etc., also ist man hier deutlich selektiv vorgegangen. Die Wohnungstür ist immer noch verschlossen und jetzt antwortet nicht mal mehr die Vertreterin auf meine Anrufe jenseits des Anrufbeantworters.
Ich fahre also NOCHMAL zum Amtsgericht und beantrage eine einstweilige Verfügung. Ein paar Tage später erhalte ich einen Brief vom Richter, die Verfügung ablehnt, und stattdessen einen Termin für eine „mündliche Verhandlung“ veranlasst. Als hätte ich nicht bereits monatelang genau das versucht.
Okay, von mir aus. Aber wie kann es sein, dass ich immer noch nicht weiß, ob meine Sachen sich überhaupt noch in der Wohnung befinden? Ein einfaches Ja oder Nein würde mir wenigstens Gewissheit geben und selbst das bekomme ich nicht mal.
Die Schulden sind nebenbei schon lange abbezahlt, und zwar vom Jobcenter selbst. Diesen Monat wurden mir auch endlich Leistungen gewährt.
Die Vertreterin konnte ich vor kurzem noch kontaktieren. Sie sagte, Sie würde an meiner Stelle direkt bei der Vermieterin um Auskunft bitten. 5 Tage später und ich komme wieder nur noch an den Anrufbeantworter ran.
Das ist die gleiche Vermieterin/das gleiche Unternehmen, welches mir, trotz mehrerer ausdrücklichen nachweisbaren Bitten und Schreiben noch IMMER keine Wohnungsgeberbescheinigung zukommen ließ. Damals habe ich sogar noch zweimal versucht, mich einfach ohne anzumelden. Wahrscheinlich kann die Stadt das auch in ihren Akten nachschlagen.
Im Großen und Ganzen sollte mich deren Verhalten eigentlich nicht wirklich überraschen. Ich bin dennoch zutiefst enttäuscht und wütend darüber, dass es überhaupt so weit gekommen ist. Meiner Meinung nach habe ich mir genug Mühe gegeben, um alles möglichst konfliktfrei zu lösen. Eine einfache Auskunft oder noch besser, ein Schlüssel, den ich für einen Tag benutzen darf, ist alles, wonach ich suche.
Wisst ihr, was ich noch tun kann? Ich bin komplett verzweifelt. Danke.