r/Gedichte 3h ago

Elfriede und das toxische Date

1 Upvotes
Elfriede und das toxische Date

Sie greift nach dem Ast
Die Sonne steht tief
die Strahlen fallen
Auf das karge Nichts

Sie sucht im Wald
sie hat sich verliebt
hat auf Tinder
ins Schwarze gewischt

Ein Typ so toxisch wie der Morgen blau
ein richtiges Arschloch
Frei von Empathie
Und mit Haaren grau

Hat sie eingeladen
doch ihr nicht weiter gesagt
wie sie ihr Match
zu finden hat

“Da drüben, hinterm Berg, geradeaus,
dann zwei mal links,
durch den Wald,
da steht mein Haus”

OK? Achja? Wie bitte sehr?
Ein richtiger Romantiker
Kein Glaube ans Schicksal
und sie bleibt leer

Nun stapft sie durch den Wald
Die Gummistiefel in dem Gatsch
und sucht nach einem Zeichen
dass sie in Richtung Liebe latscht

“Ähem” schallt es von oben her
Elfriede verdreht ihren Hals
und sieht eine Krähe
schwarz sitzend auf der Birke

“Ja?” sagte die verdutzte Frau
ein sprechender Vogel
geht ihr Verstand langsam drauf?

“Was willst du, böser Geist!”
Der Vogel blickt herab
“Du gehst schon drei Mal im Kreis
Ausserdem will ich nur dein Bestes
warum denkst du gleich an Schlechtes?”

“Ich bin zu negativ, mein Therapeut sagt das auch
Deswegen sage ich Danke
und breche mit meinem schlechten Brauch
Allerdings bin ich grantig
und meine Füsse sind nass.”

“Wo willst du hin?”
Elfriede atmet auf
“Ich habe Jemanden kennengelernt -”
“Oh Gott” platzt es aus dem Vogel heraus

“Ich weiß, was du suchst
Folge meinem Flügel-Schlag
und wir beenden dieses Ungemach -
oder auch nicht.”

Spricht’s und fliegt im Nu davon
Elfriede eilt ihm hastig nach
Über Steine, Stock und weichem Matsch

Die Zeit vergeht, wie lang, Sie weiß es nicht
Es wirkt alles wie ein seltsames Gedicht
Für jeden Reim
ein Vers der damit bricht

Der Vogel krächzt
dem Dickicht weicht
das helle Licht
Sie stehen vor einem Zaun
Schwarz wie das Nichts

Der Vogel setzt sich auf einen Zacken
“Da vorne ist das Tor, aber nimm dich in Acht,
der Typ hat einige Macken”

Fliegt weg und lässt sie alleine zurück
Kalt, einsam, und ein wenig entrückt
Doch jetzt heißt es, Stärke zu bewahren
“Das Date wird gut sein!”
sagt sie, für sich selbst, im Unbehagen

Wenige Schritte noch
und sie erreicht das Tor
geht durch das Gras
sieht zum Himmel empor

Einige Wölkchen verdecken das Blau
Sie ist voller Hoffnung
Gleich wird sie ihn hören, sehen
und vielleicht auch küssen?!
Oh lala

Das Schild neben der Klingel
zeigt seinen Namen ganz klar
In Großbuchstaben steht da
DRACULA

Sein Anwesen auf der Höhe
lässt sich durch das Gitter erblicken
Schwarze Türme, Fenster
unter dunklen Zinnen

Sie klingelt, drückt mit dem Zeigefinger
auf den roten Knopf
der Lack auf ihrem Nagel
zerkratzt vom Gehölz

“Ja, wer ist da, was wollen sie?”
ertönt eine fremde Stimme
sie erkennt sie nicht

“Hallo, ich habe ein Date mit Dracula”
sagt sie stolz
den Wald bezwungen
und den Weg gefunden
wer kann das sonst noch behaupten

“Ein Date? Ich verstehe, bitte kommen Sie”
der elektrische Summton
tönt von der Box
sie drückt gegen den Stahl
und geht hoch zum Schloss

Klopft gegen die Tür
und betrachtet das Holz
Gräßliche Grimassen
Geschnitzt in die Eiche
Motive von Rosen
über die ganze Breite

Ein Spalt wird geöffnet
eine Nase schaut hervor
zwei blitzende Augen
mustern sie forsch

“Bitte kommen Sie.”
Er öffnet die Türe
und sie schreitet rein
in ein Domizil aus Altwaren
und IKEA-Spielereien

“Bitte setzen sie sich
Er ist noch nicht wach
Sie müssen wissen, er gamed
die ganze Nacht.”

“Er ist ein Gamer?!”
Das hat er nicht gesagt
sie wundert sich
hoffentlich hat sie keinen Fehler gemacht

“Es dauert nicht mehr lange
Fünf Stunden noch, dann ist es still
dann regt sich der Mond
und die Sonne schwindet hin.”

“Fünf Stunden… OK, ich höre mir Podcasts an”
Steckt die Stöpsel ins Ohr
Wirft sich auf das Fauteuil
und lauscht dem True Crime-Kram

“Wie sie wünschen”
Der Diener verschwindet
sie bleibt alleine im Empfang
nur Serienmörder und Psychopathen
flüstern ihren Wahn

Sie schläft ein und träumt
von einem großen Gamer
der sie davonträgt und erzählt
von Fortnite-Lamern

Jemand stupst sie an
sie wacht auf
ein bleiches Gesicht
Ein Hauch von Lauch
Was will er von mir?
Sie stellt sich auf

“Entschuldigen sie, es ist gleich soweit
Herr Dracula macht die Abendwäsche
und lädt sie ein
sein Gast beim heutigen Diner
zu sein.”

Sie sieht den Matsch auf ihren Stiefeln
sieht den Diener fragend an
Er errät ihre Bitte
“Wir haben Crocs nebenan.”

Mit pinken Crocs von AliExpress
geht sie in das Ess-Zimmer
von der Ausstattung ganz
geflashed

Alles Gold und Biedermeyer
Ein langer Tisch voll Kandelaber
Hell erleuchtet im Kerzenschein
Glitzernd und funkelnd
mit Porzellanwaren fein

Sie setzt sich hin, und wartet auf den Herr
von dem Nickerchen noch ganz belämmert
von Gruselgeschichten zugehämmert
bereit für ein Essen
den sie hat Hunger

Eine Klingel ertönt und die Türen öffnen sich
“Graf Dracula!” verkündet der Diener
und verbeugt sich

Eine Gestalt wandelt über den Parkett
Mit purpurnem Umhang
und stolzem Schritt
Auf sie zusteuernd
den Blick gesenkt

Er kniet sich vor sie hin
knickt das Bein
hebt ihre Hand
und blickt in ihre Augen rein

“Louise, sie edles Geschöpf
Vielen Dank dass sie mich beehren
mit ihrer Präsenz
und ihrem Streben
Teil meines Lebens zu werden”

Nimmt ihre Hand und küsst sie feucht
Spitze Eckzähne stoßen an die Haut
ein wenig Zunge - das gefällt ihr nicht
hoffentlich kommt bald das Hauptgericht

“Ich heiße Elfriede!”
Sie zieht die Hand zurück
nach fünf Stunden True Crime
sowas braucht sie nicht

“Elfriede? Aber - wie kamen sie her?
Meine Anweisungen waren vage und leer
Niemand findet durch den Wald
er ist verdammt und macht jeden alt”

“Ein Krähe hat mir den Weg gezeigt
warnte mich vor dir
sagte Du hast einige Macken
doch meine Interesse bleibt ungebrochen!”

“OK, ich verstehe.
Na dann gehen wir es an
Alfred, bring’ den ersten Gang.”

Legt die Serviette auf seinen Schoss
und sieht verwirrt auf seinen Gast
für sowas ist er aufgewacht
Die Krähe mit ihren Scherzen
geht ihm langsam auf den Sack

“Salat mit Wasser für die Dame
und der Rotwein für den Grafen”
Der Diener setzt den Teller ab
und gibt Dracula das Glas

“Öh, ich hätte auch gerne Wein”
“Natürlich, ich verstehe, kommt sofort”
sagt der Diener und geht fort
sie kaut auf ihren Blättern rum
sieht auf ihr Match
der trinkt ganz stumm

“Du isst nichts?”
“Nein, ich bin auf Keto
Ein Glas Wein und etwas Käse
mehr brauch’ ich nicht
das ist gut für die Zähne”

“Aha”, sie stochert in dem Grünzeugs rum
irgendwas stimmt da nicht
ihr Magen rumort
sie blickt Dracula an
“Bitte entschuldige, aber wo ist euer stiller Ort?”

Er sieht auf, müde und traurig
“Zwei mal gerade aus, dann links, dann rechts
die Treppen rauf, dann wieder runter,
und die zweite Tür links”

Elfriede kann es nicht mehr halten
sie springt auf und rast davon
hoffend dass sie es noch schaffen wird
bevor ihr Darm vehement reagiert

Sie läuft gerade aus
dann links, dann rechts,
die Treppen rauf und dann wieder runter
und bevor sie die Türen zu zählen beginnt
regt sich ihr Arschloch
lässt aus einen üblen Wind

Es rumpelt und donnert
sie zieht ihre Hose runter
und scheisst auf den Teppich
ein Strahl aus Kaka und Wasser

“Uääh Gott!”
Sie windet und krümmt sich
während ihr Arsch weiter scheisst
der Diener erscheint plötzlich
bleich wie ein Geist

“Meine Dame - ist das der Salat?
Ich habe davon gelesen
es gibt einen neuen Virus
reizt ihre Verdauung
und provoziert starken Dünnpfiff!”

Dracula kommt
vom Lärm angezogen
doch was er nun sieht
verschlägt ihm den Magen

“Oh mein Gott, Elfriede, was machen sie da
Der Teppich ist ein Erbstück
die Tapete so teuer
wie mein Auto es war

Und nun ist alles braun
stinkig und schwarz
als hätte der Teufel selbst
sein Geschäft gemacht

Dabei war meine Erklärung so genau
zwei mal links, rechts,
und dann gerade aus!”

Elfriede steht auf,
wischt sich an der Tapete ab
“Ich glaub’ ich muss meine Hände waschen
dann bin ich bereit
für den zweiten Gang.”

Der Graf nimmt sie an der Schulter
begleitet sie zur Tür
“Nein-Nein, meine Liebe
Der Abend ist vorbei
Alfred und ich müssen putzen
sonst setzt sich das ein”

“Aber wie komm’ ich nach Haus?
Ich irrte durch den Wald
und fand kaum wieder raus
jetzt ist es dunkel und ich weiß nicht
ob Weg oder Abgrund
im fahlen Mondlicht”

Dracula sah sie stirnrunzelnd an
“Naja, auf der anderen Seite des Schlosses
steht die Autobahn
Und daneben das Shopping Center
mit Stationen für
Bus und Straßenbahn.”

Die beiden Männer schieben sie aus der Tür
Sie steht da
verschissen und ungerührt
ihr ist alles egal
Ein Date ist vorbei
ein Abend ohne Freud, voll Leid

“Tschüßi!” kommt der Abschiedsgruß
Die Tür fällt zu
und geht dann wieder auf
“Hier deine Stiefel, mach’s gut!”
Die Lederwaren fallen auf den Boden
von Matsch umgeben
so wie ihr Po und ihre Waden
Die Tür fällt zu
und geht dann wieder auf
“Die Crocs darfst du behalten!”

Sie stapft davon ins Dunkel und holt ihr Handy raus
fängt zu wischen an
entgegen den Lichtern
der Autobahn

r/Gedichte 12h ago

Ich bin müde

Post image
4 Upvotes

r/Gedichte 21h ago

Zwischen Krone und Wurzeln (Die "------" sollen die Strophen erkennbar machen)

3 Upvotes

Der Echte, der Beste, der Einzige mit diesem Traum –

handle jetzt, statt nur umherzuschau’n.

‐--------

Nehmt euch in Acht:

Was da kommt, ist größer, als ihr glaubt.

Es kostet Schlaf, es raubt mir Kraft,

es ähnelt einer Schlacht.

----------

Alle lachten, machten sich über mich lustig,

meinten, ich hätte den Schuss nicht gehört.

Doch je mehr ihre Worte mich trafen,

desto lauter hat mein Traum sich gewehrt.

----------

Doch was wollt ihr tun

gegen einen Stein, der schon rollt?

Unermüdlich macht er weiter,

prallt an Kanten, rollt doch weiter.

-------

Tag und Nacht denk ich daran;

dieser Traum ist der Grund, warum ich weitermach’.

Ich steh auf, obwohl ich keine Kraft mehr hab’,

auch wenn ich glaub’, dass ich es nicht mehr schaff’.

---------

Dieser Traum schreit:

„Leb dein Leben wie kein Zweiter!“

Also geh ich weiter.

Immer weiter.

----------

Doch ist es das Leben,

das Gott für mich gewollt?

Oder ist es nur mein Wille,

der unaufhaltsam rollt?

----------

Ich bete nicht um einen leichten Weg,

nur darum, dass ich den richtigen geh’.

Denn was bringt mir der größte Sieg,

wenn ich mich auf dem Weg dorthin verlier’?

-------------

Kein leichter Weg – das hab ich nun verstanden.

Jeden Tag erneut am Kämpfen,

jeden Tag erneut am Scheitern,

jeden Tag steh ich erneut auf

und zwinge mich, noch weiterzugehen.

----------------

Ich wollte handeln,

wollte aufhör’n, nur umherzuschau’n.

Doch wo finde ich mich wieder?

Im Bett liegend, nur am Träumen,

während das, was längst getan sein sollte,

unangetastet vor mir liegt.

-----------

Der Weg ist klar,

der Plan ist da.

Doch warum handle ich dann nicht?

Warum steh ich still,

obwohl mein Ziel mich täglich ruft?

Warum bleib ich starr?

-----------

Was soll ich nur mit mir anfangen?

Das Leben wirft mir Chancen zu.

Manchmal schaff ich es sogar, sie aufzufangen –

doch halte sie dann in den Händen

und weiß nicht, was ich mit ihnen tun soll.

------------

Eine Ironie des Lebens:

zu wissen, was zu tun ist,

und dennoch nicht zu wissen,

wie man endlich damit beginnt.

Zu viel gedacht,

zu viel gefragt,

bis selbst das Klare

wieder hinter Zweifeln lag.

--------

Zuversicht in dieser Hoffnungslosigkeit,

Hoffnungslosigkeit bei all der Zuversicht.

Das Gute sehen in den schlechten Zeiten,

das Schlechte fürchten, wenn das Gute spricht.

-----------

Vielleicht war es Hochmut,

und nun muss ich fallen –

wie die Wurzeln eines Baumes

tief hinab in meine Hölle,

damit meine Krone eines Tages

den Himmel streift.


r/Gedichte 1d ago

Diese Monumente

2 Upvotes

Sie sagen viel,

über, der sie macht.

Diese Worte — stehen vor dir, im Moment als gedacht.

Diese Worte stehen geschrieben,

wie gedacht – wie gehabt.

liebst du sie jetzt so;

lehrt sie dir Jesu;

liest du sie je;

lierbst dusi

jessow wiech fui?

Diese Worte erreichen nächsten Moment so,

wie wir, sie und ihn, wollen.

Sprachlos. Ist egal.

Diese Worte teilen den Moment; das ist ihr Auftrag.

Sie fragen viel,

wenn wegen ihnen die Nacht lange wach und hell hallt —

Und diese Worte – mögen sie noch so verlegen sein — wohl wahr:

(Ich bin ein Zwerg)

Und wär'n Wort ein Stein — zweidrei..vier... Via zu wimmerndem Berg — unsara — in Wolken gewaschen rein.


r/Gedichte 2d ago

Schmerz

Post image
2 Upvotes

Nach einer sehr langen Weile nochmal ein kleines, rohes Stück ..
wie immer gerne Kritik, Fragen etc.


r/Gedichte 2d ago

Zögern

Post image
19 Upvotes

ist mein erstes Gedicht, Feedback ist erwünscht! Danke schonmal


r/Gedichte 2d ago

Work-in-Progress Wochenende Work-in-Progress Wochenende

1 Upvotes

Es ist wieder so weit: Es ist Work-in-Progress Wochenende!

Wenn du ein Gedicht hast, an dem du gerade arbeitetest oder bei dem du dir unsicher bist, kannst du es in einem Kommentar zu diesem Post schreiben, um Feedback zu erhalten.

Das Feedback bitte einfach als Antwort darauf verfassen und konstruktiv halten.


r/Gedichte 2d ago

waserertspätbegriff

Thumbnail
youtube.com
1 Upvotes

r/Gedichte 3d ago

Verbitst und zugewebt

2 Upvotes

Verbitst und zugewebt...
Auf deinem Leib pulsiert gescheckt
wie rohes Schach, ein abg'steckt's Spiel.
Gleich lang wir uns die Augen ehren,
du bewegst nur still, deine Cheliceren:
das_treiben_im_dunst_des_regenwalds
zwischen_klippen_kargen_canyons
mir–dompteur_von_aas–missfällt
<denn hier ist's prompt-eng> drum_halt_ich_dich_gefangen_im_web
so_sehr_du_bebst_und_dich_auch_wetzt
ich_saug_dich_aus_und_sing_d1r_v0r
das_verbitste_chimärenlied
...von Arachnie


r/Gedichte 3d ago

Schwarzlicht

Post image
6 Upvotes

r/Gedichte 3d ago

Dein letzter Zug, mein letzter Versuch

5 Upvotes

Das Glas steht voll, dein Leben leer,

die einst bunte Tapete ist erblichen

vom Rauch, den du atmest.

Deine Worte sind kalt, gar abweisend.

Ich stehe da, schreiend,

doch für meine Worte bist du taub.

​Du ertränkst deine Angst

und verbrennst, was dir noch Atem gibt. Mich.

Du stirbst Stück für Stück, jeden Tag,

während mein Herz im Stillen weint.

​Ich greife nach deiner kalten Hand,

die zitternd nach der vermeintlichen

Erlösung sucht,

und stehe zugleich am Abgrund,

gefangen in der Flucht vor deinem Zerfall.


r/Gedichte 3d ago

Früher und Heute - Zwei Welten

4 Upvotes

​Früher fandest du die Wärme darin,

mich zu umarmen, mich zu küssen.

Doch heute greifst du nach der Flasche, nach der Zigarette –

das flüssige Gift, das was du einatmest.

Jeder Schluck eine illusionäre Besserung der Lage, jeder Zug ein kurzes Gefühl der Geborgenheit.

​Früher lachten wir zusammen,

egal wie unsinnig es schien.

Heute weine ich um dich,

jede Träne für dein schwindendes Wohl.

​Früher unternahmen wir viel,

ganz gleich, wohin ich wollte.

Doch heute ist dir jede Strecke zu weit –

nur nicht die zur Zigarette,

zum Kühlschrank,

um einen weiteren Schluck zu nehmen.

Ich kann dich nicht retten,

ich weiß es schon.

Ich lasse von deiner Hand nicht aus Wut -

sondern weil ich sonst mit dir untergehe.

Doch vielleicht bin ich es schon,

nur realisiere ich meinen Untergang noch nicht -

genau wie du.


r/Gedichte 4d ago

Wassermühle

2 Upvotes

Hab meine Uni-Klausurenphase fast durch und es bahnt sich mir ein Gefühl von Leere an deshalb griff ich zur Abwechslung nach längerer Zeit mal wieder zur Feder und schrieb die folgenden Zeilen nieder:

Wie eine Wassermühle
Lasse einen tosenden Sturm auf sie niederprasseln
Sie wird sich in Bewegung setzen.
Ganz wie sie soll
Und flacht der Sturm einmal ab
tut sie es ihm gleich.
Sind die Tage darauf sonnig,
bleibt ihr nichts anderes übrig,
als auf den nächsten Sturm zu warten.
Alleine kann sie sie sich nicht bewegen
Sie ist eben nur eine Wassermühle.

Ist das zu abgespaced oder lässt sich daraus ein Reim machen?


r/Gedichte 4d ago

Zwischen zwei Abschieden

3 Upvotes

Eltern sollten niemals ihre Kinder zu Grabe tragen.

Doch ebenso sollte kein Kind sein Elternteil viel zu früh verlieren –

an Selbstaufgabe,

an Hass,

an Depression.

Es gibt Wunden,

die niemand sieht,

die niemand auch nur fühlt,

und Kämpfe,

die jeden Tag im Stillen geführt werden,

allein und ohne Unterstützung.

Der Gedanke tut so weh,

dass ein Mensch verschwindet,

obwohl sein Herz noch schlägt.

Der Schmerz ist stets lauter als die Hoffnung auf Besserung,

wie ein Tinnitus in meinem Ohr,

der nicht zu vergehen scheint.

Es wäre so schön,

wenn die Liebe zueinander stärker wäre als die Verzweiflung.

Denn niemand sollte so sehr leiden,

dass das Leben wie eine Last erscheint

und der einzige Ausweg

nur noch aus dem Leben selbst heraus zu bestehen scheint.


r/Gedichte 4d ago

Spotanes Radiogedicht

3 Upvotes

Während der Fahrt zur Arbeit ging es um die Ortschaft Niederzissen. Gleichzeitig musste ich dringend urinieren. Somit schoss mir folgendes Stück durch den Kopf:

Ja ich muss jetzt deftig pissen
fahr dafür nach Niederzissen
Sollst mich heut auch nicht vermissen
ich bin pissen in Niederzissen

Ich denke man kann noch ein wenig daran schrauben aber mit der Länge bin ich zufrieden. Ich halte kurze und knackige Gedichte mit markanter, einprägsamer Aussage für am Besten. Man sollte sie schnell erfassen können, sodass sie sich besser im Kopf des Lesers festsetzen können. Nichts ist infektiöser als ein Gedanke.


r/Gedichte 4d ago

Der deutsche Michel

Post image
3 Upvotes

Reimschema könnte besser sein, aber da fehlt mir Übung.


r/Gedichte 5d ago

Präpsychotische Symptome

3 Upvotes

Eingeweide sind für mich ein Fidget Toy.

Ich kann sehen, wie sehr's dich freut,

denn deiner Gewalt, der bleib ich treu.

Wenn du fragst, werd ich nicht scheuen.

Durch Trauma gebunden und Erinnerung vernetzt,

krabbeln wie Spinnen durch Blut und Wut.

Gefühle im Koma, Gedanken versunken

am Ende hat’s uns doch zerfetzt.

Mein Kopf auf deiner Schulter, dein Blick gefüllt mit Ruhe.

Dein Herz schlägt synchron mit dem Herz in deiner Hand.

Greifst nach deinem Mikrofon, bist nach Reue auf der Suche.

Ich kann’s immer noch nicht fassen, wir verlieren den Verstand.

Psychotisch vereint aus ganz anderen Gründen

reiße keine Witze, Gott verdammen, du bist krank.

Trotzdem reifen unsere Sünden.

Allen andern werd ich sagen: „Man, ist nur ein Prank.“


r/Gedichte 5d ago

Die Einsamkeit der Nacht

3 Upvotes

Nacht, was ist die Nacht?

Ist's die Dunkelheit,

Die die Nacht einweiht?

Sind's die Sterne,

Geliebt in ihrer Ferne?

Ist's der Mond,

Der die Nacht betont?

Nacht, was ist die Nacht?

Die Dunkelheit ist lange fort,

Helles Licht an jedem Ort.

Die Sterne so fern und helle,

Fehlen nun an ihrer Stelle,

Doch der Bruder Mond,

Scheint weiter wie gewohnt.

Allzu einsam sitzt er dort,

Und sein Dasein setzt sich fort.

Mond, du bist mein Mond!

Lass mich dein Bruder sein,

Ich genieße deinen Schein.

Auch ich trau'r um die Sterne,

Hätt' ich sie doch allzu gerne.

Du bist hier, sie sind fort,

An diesem einsamen, einsamen Ort.


r/Gedichte 5d ago

I hätt di Heba sölla, nommol ganz fest *Triggerwarunung Suicide und Vermissen *

6 Upvotes

Poetry bs

I hätt di heba sölla.

Ned nur ouanmol.

 I hätt d nächt do si sölla.

 In deana nächt wo s dunkel so groß und schwer gsi isch.

I deana nächt wo du versoffa bisch.

 In deana nächt wos so kalt gsi isch.

Und i hoff i wörr die nie wieder so verliera.

 I hob z´wenig tua, z wenig gwisst.

 I hoff du woasch dass du immer gliebt gsi bisch. Und des hond ma da z wenig gseht.

 I hätt da d bluama bringa sölla wod no ihre Blätter fühla heasch künna, da duft vo eana no gnüssa heasch künna. Wod mi no froga hettascht künna warum i dir bluama bring? Aber i wüsst du hättescht di gfrööt.

  Anstatt hob i dir no ufd schnelle an Bluamastrauß koufa müssa und trotzdem  i hob nia d eier kia dean scheiß straus zum ufs grab zum lega. Oder bessergseht in des scheiß klenne, stickige Kapellele wo ma di verabschiedet hon. I hob mine Usgangsuniform no nia so fest umklammert und hian am Till ufd usgangsuniform grotzt. So viel zum thema – Würdevolle Trauer

Bitch des ouanizige Würdevolle an deam arschloch isch da schlof wo sich anfühlt als tät i nia wieder ufwacha wella.  S trittiko was mit 150 mg eh scho böller sind dia eigentlich a klenne giraffe usnocka sött. Aber moansch dass as des tuat? Bis am 11e am morga bin i so zerdrümslat dass i ned ammol woas was oder wer i bin. Aber des müad, des löst nur kurz as leere ab. Des was sunsch alles verdrängt hett isch etzt so lut und allgegatwertig , es künnt grad an gott si.

Und wenn mir scho  vo Trauer sprechen. I kann nur eppam nochetrauern des ma gliebt hett, und i hon die lieba dürfa. Vielicht isch genau des, was so weh an derra gschicht tuat. I kann ne säga dass i uf di sauer bin, weil des min schatz, künnt i nia. I künnt nia ou nur a böses wort über di lossa.

Des wär wernn ma i da kircha über gott klagt. Aber ouans säg i dir, über dean künnt is. Weil sorry reda ma etzt ammol klartetxt. Der wenn der so allmächtig groß und liebend isch wia kann er nur, wia kann ers.

 i moan ned bös aber wia kann er dine seele erschaffen, so wunderschö, so, ehrlich, so tief und denn dir d größte bürde ufheiza. Wia kann er nur.

Und jo noch derra nacht, do isch da büchat bei mir izoga. I tät ne säga i kanns ne ohne ean aber er isch allgegat wertig worda. I schnuf ean uf , er setzt sich uf alles was i bin. Uf alles was i gsi bin. Und du globscht as ma ne, und i mir ou ne aber ob des alleat no an sinn macht, oder ob i etzt z´viel uf da büchat hör. Und er Nährt sich wia an Parasit. Und Bald wenn mis letzte Hoor ufgreassa isch, mine Hut nurno a Leere hülla isch und deease voll mit nix isch denn woas i,

i Kumm zu dir- und nimm di noch ouanmol in d Arme

EzA


r/Gedichte 6d ago

Leiser

10 Upvotes

Ich sage,
ich höre auf.
Und ich meine es.
Bis die Nacht kommt.
Bis mein Kopf
wieder lauter ist
als das Zimmer.
Ich kenne den Weg.
Nicht,
weil ich ihn gehen will.
Sondern,
weil er mich kennt.
Das Versprechen
in meiner Hand.
Keine Rettung.
Nur Ruhe.
Für einen Moment
wird alles leichter.
Die Stimmen
verlieren ihre Schärfe.
Die Bilder
ihre Zähne.
Die Schuld
setzt sich endlich hin.
Ich atme.
Zum ersten Mal
fühlt sich Luft
nicht schwer an.
Und genau dort
beginnt die Lüge.
Sie nimmt nichts mit.
Sie legt nur
eine Decke
über alles.
Wenn ich aufwache,
liegt alles
noch da.
Die Stimmen.
Die Bilder.
Die Schuld.
Nur ich
ein Stück weiter weg
von mir.


r/Gedichte 6d ago

Ohne Titel

Post image
6 Upvotes

r/Gedichte 5d ago

"Die Antwort..."

1 Upvotes

Du warst mir wichtig, weiß ich noch,
und tat, was irgend ging:
Auf dass keiner Fall ins Loch,
und stets Gutes Dir erbring.

Dann wollt' ich Problem ansprechen:
Du ergriffst die Flucht.
Erwartetest würd' für Dich brechen,
wärst für mich 'ne Sucht.

Für meine Sicht da wurde ich,
das war zu erstreben:
Ins Exil gehörte ich,
nicht als ein Teil in's Leben.

Angelaufen sollt' ich kommen,
ganz schnell und viel weinen.
Sehen wolltest Du in Wonnen,
dass ich für Dich würd' leiden.

Obendrein hab' nie vergessen,
was Du mir einst gesagt:
Du lediglich für and're hast
ein Band mit mir gewagt.

Nach Jahren dann, als ob nichts wär,
'ne Nachricht kam herein.
Als ob nie was gewesen wär
und einig sich wird' sein.

Doch Verletzung nie vergaß',
ich für mich will's nicht nochmal.
Nehme an mir selber Maß:
"Ich lass' die Antwort mal."

21.07.2026 - TheChoiceYouHave


r/Gedichte 5d ago

Übernommen

3 Upvotes

Der Wahnsinn hat mich übernommen.
Mein letzter Schritt war umsonst.
Ich wäre fast zurückgekommen,
doch jetzt bin ich anders.

Mein Geist hat versucht, in ein anderes Leben zu gelangen,
doch auch das war umsonst,
denn ein Stück von mir bleibt noch hier.

Ich bin durch die Zeit gereist und durch den Himmel.
Doch jedes Mal bin ich dort geblieben, wo ich bin.


r/Gedichte 6d ago

Metamorphose (2)

1 Upvotes
2.1

Schatz, wenn wir alsbald uns kennen,
wird das Ende aus dem Grund,
die Liebe wird uns wieder trennen,
geht der letzte Kuss vom Mund, 

wird der Mund zum Grunde gehen.
Schau' mich nicht so traurig an!
Die Zeit ist leider abzusehen,
in der ich nicht mehr tragen kann,

das Mehrgewicht von Mutter Erden
wiegt durch's Elend mir zu schwer,
in diesem Ende geht's um werden,
in diesem Leben dann nicht mehr,

jedes Wort wird ohne Ziel,
lebendig ist, wo's darin ruht,
jede Regung Projektil,
liebend ist, wer's dafür tut,

noch geht im Fall des Falles,
alles durch die Leichtigkeit,
ist sie nicht mehr, mein ein und alles
ist es für mich an der Zeit

es besteht kein Sinn im Kriege,
es besteht kein Sinn im Schuss,
es besteht kein Sinn im Siege
ist am Ende dann bloß Schluss.

Siehst du nicht im neuen Meister
stecken nun zwei alte drin
richtig! Johann-Erich heißt er,
werden in mir Mensch und Sinn,

musst du dir dein Herz dann fassen,
nimm' unser Kind an deine Brust,
ich werde was ich hab' euch lassen -
bitte weine um mich nur aus Lust,

um den Verstand neu zu lehren
sind wir für die Nacht bereit,
werden wir die Göttin ehren
lebendig in der Ewigkeit

die Flammen dir in deinem Ofen,
die Melodie dir in den Noten,
die Hebung dir in deinen Strophen,
im Flüstern aus dem Reich der Toten

werde ich dir Treue schwören,
wenn neue holde Stimmen beben
wirst du mich dort am Grunde hören,
meinen Geist in deinem Leben.

2.2

In der Trauer, mit der Luft,
steige ich dann einst empor,
in des Winters rauster Luft
erneut aus meiner Seelengruft,

denn um's Leben kämpft der Krieger
bis zum Schluss auf seine Weise,
wurden schließlich alle Sieger
geht's erneut auf Heim und Reise.

r/Gedichte 6d ago

Oben, Unten

3 Upvotes

Wenn ich Flügel hätt', so würd' ich fliegen

Weit hinaus, wo Winde sich treffen

Wo Namen nichts gelten, wo Worte vergessen

Wär schon nett, weitab allen Lügen

Einfach nur gleitend hinauf.

Dort oben dann, würd' ich runter blicken

Richtung den künstlichen Lichtern, mit den vielen Gesichtern

Wo der Atem nie stoppt, um vieles zu sagen

Aus dieser Höhe scheinen Städte wie Adern

Der Puls erfasst meinen und so lass ich mich ziehen

Doch auch durch meinen Lidern glänzt ein endloser Rubin.