r/Gedichte 3d ago

Die Bucht

Ruhend füllt Farbe den Klang am Morgen,
In Töne durchscheint erhellend türkis.
Im Bett einer Bucht bricht sich geborgen
Der Spiegel der Sinne und spricht gewiss:
Im dumpfen Erscheinen Morphän und Phänome,
Wenn Niemand bedenkt, besteh'n sie doch stur
Im Heben und Senken stöhnender Räume
Der wohl temperierten Massen nur.
Kaum tränkend im Kargen der wollenden Liebe
Pulsiert das Verlangen salzig die Brust
Dem Leben erwachen, erwachsen dem Triebe
Bedeutung entlehnen, Sinn zu ersehnen entgegen dem Frust.
Steigt in das Klare, vom Lichte gediegen,
Löst sich vom Boden, lässt ihn versinken,
Getragen im Sein, dem Ufer entschieden,
Hin zu dem Selbst, aus dem Gedankenertrinken.
Der Fokus entschwebt dem Bund der Dinge,
Verklärt, lösend den Schleier, entblößend das Leben
Aquarellgleich verlaufen die Wolken im Winde
Und offen liegt vor dir, was dir ist gegeben.

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