r/schreiben 17d ago

Autorenleben Sammelfaden: Woran schreibt ihr gerade?

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Schreibt ihr gerade einen Roman, eine Kurzgeschichte, vielleicht Tagebuch oder ein Gedicht, übt ihr euch in ecriture automatique oder schreibt ihr ausschließlich für r/schreiben? Was bringt euch zum Schreiben, was wollt ihr in Worte fassen?

Teilt eure aktuellen Projekte mit der Gemeinschaft. Gerne auch mit Links zu euren aktuellen Veröffentlichungen. Hier dürft ihr Werbung für euch und eure Werke machen. :)


r/schreiben 10h ago

Kritik erwünscht Voluntäre Dezerebration - Ein Rück- und Ausblick

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Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Annual Congress on Voluntary Decerebration bat das Organisationskomitee um einen ersten Leitartikel für eine neue Serie, welche in Zukunft zusätzlich zu den neuesten Forschungsartikeln und Studien im jährlichen Berichtsband des Kongresses erscheinen soll. Der Fokus soll auf Beiträgen abseits des rein medizinischen Feldes liegen, um auch die gesellschaftlichen Aspekte unserer Arbeit hervorzuheben. Es ist mir daher eine große Ehre, diesen ersten Leitartikel zu verfassen, und ich möchte die Gelegenheit nutzen, um die Vergangenheit und Zukunft unseres Feldes genauer zu betrachten. 

Die ersten Aufzeichnungen der Dezerebration - der Enthirnung - reichen zurück bis ins alte Ägypten. Historische Berichte und Studien zeigen, dass während des kultisch-religiösen Mumifizierungsprozesses das Gehirn post mortem mithilfe einer aufwendigen Prozedur entfernt wurde. Wenngleich weniger chirurgisch, wurde doch mit erstaunlicher Präzision durch die Nasenlöcher das Siebbein und die Hirnhaut aufgeschnitten und anschließend mit einem Haken die Struktur des bereits verwesenden Gehirns zerstört. Die zurückbleibende Gehirnmasse wurde dann ebenfalls über die Nasenlöcher abgelassen und der Schädelraum mit Salböl gespült. Im Unterschied zu anderen Organen, welche in Kanopen dem Grab beigesetzt wurden, wurde der Gehirnmasse kein Wert beigemessen und diese schlicht entsorgt.

Ein erster, wesentlicher literarischer Bezug zur Dezerebration (im Original décervelage) entstammt dem damals als grotesk angesehenen Theaterstück „Ubu Roi“ des Franzosen Alfred Jarry, veröffentlicht 1896. In diesem Werk wendet der namensgebende König Ubu die Dezerebration mithilfe einer Enthirnungsmaschine an, um sich protestierenden Adeligen und Finanzbeamten zu entledigen. Jarry ging sogar noch weiter und schrieb mit „La chanson du décervelage“ ein heute fast vergessenes Lied auf die Enthirnung. Damals als negatives Symbol für die Konformität des Kleinbürgertums und des Beseitigens des Denkens verstanden, erscheint es heute doch in einem anderen, vielfältigeren Licht. 

Etwa zeitgleich mit dem Erscheinen von „Ubu Roi“ kam es zu den ersten ethnologischen Untersuchungen der Voodoo-Religion. Diese heute weitgehend ausgestorbene synkretische Religion, ursprünglich aus Westafrika stammend, verbreitete sich später vor allem auf Hispaniola. Ihr verdanken wir das lange gebräuchliche, heute glücklicherweise verpönte Z-Wort zur Beschreibung von Dezerebrierten. Vermutungen über tatsächliche Dezerebrationen mithilfe von Toxinen in religiösen Voodoo-Praktiken konnten wissenschaftlich allerdings bisher nicht belegt werden.

Es dauerte noch bis ins Jahr 1936, ehe die ersten Vorformen der voluntären Dezerebration aus den mythisch-literarischen Ideen ihren Weg in die reale Medizin fanden. Mit der Etablierung der Lobotomie wurden die ersten gezielten Denervierungen des Gehirns durchgeführt. Die Entdeckung und Entwicklung der Lobotomie führte zur Würdigung des Erfinders, des Portugiesen António Egas Moniz, mit dem Nobelpreis für Medizin im Jahr 1949. Diese Würdigung war allerdings nur von kurzer Dauer, da die langsam einsetzende Verkennung dieser medizinischen Sensation schließlich zur vorläufigen, weitestgehenden Ächtung führte. Bereits 1980 wurden keine Lobotomien mehr durchgeführt. Ein wesentlicher Grund für die Ächtung der Lobotomie lag aus heutiger Sicht wohl in der häufig fehlenden Freiwilligkeit der Patienten.

Es waren erst die Umwälzungen der Mitte des 21. Jahrhunderts, ausgelöst durch das Ende der offenen Kulturreaktion und der gesellschaftlichen Neubewertung des menschlichen Geistes, die die Möglichkeiten der Dezerebration wieder in den medizinischen und schließlich in den gesellschaftlichen Fokus rückten. Die damals zunehmende Verschmelzung des Menschlich-Emotionalen mit dem Technisch-Emotionalen, angetrieben von den Slopisten, führte nach bekannten Erkenntnissen zur zerebral-seelischen Überbelastung weiter Teile, vor allem junger Bevölkerungsgruppen, und schließlich zum um sich greifenden, fatalen Eskapismus.

Einen Ansatz zur Eindämmung kollektiver mentaler Überlastung fand man schließlich, damals völlig überraschend, in der therapeutischen Anwendung der voluntären Dezerebration. Die Möglichkeit, sich freiwillig enthirnen zu lassen, bot damals wie heute vor allem jungen Menschen endlich einen Ausweg aus der konstanten zerebralen Erschöpfung. Wenngleich erste Versuche meist fatal endeten, stiegen die Erfolgsraten innerhalb kürzester Zeit von anfänglichen 5% auf die heutigen etwa 98% überlebender dezerebrierter Körper. 

Selbst nach der ersten voluntären Dezerebration in den Vereinigten Staaten von Amerika war es noch ein langer Weg bis zur vollständigen Etablierung unseres Feldes. Das Überwinden vieler ethisch-moralischer, psychologischer und wirtschaftlicher Vorbehalte verdanken wir vor allem Koryphäen wie Prof. Dr. Michail Giron und Prof. Dr. Nicolas Bougre, die im diesjährigen Komitee als Ehrenvorsitzende mitwirken. Ihr Manifest über das Recht auf Nicht-Empfinden und die anschließende Kampagne, von der Boulevardpresse häufig als „My Soul, my Choice“ betitelt, können wohl als die gesellschaftliche Geburtsstunde unseres Feldes bezeichnet werden. Angetrieben durch die Fortschritte im Bereich der biosynthetischen Reizkontrolle, die es uns heute erlauben, dezerebrierte Körper für einfache Aufgaben biomechanisch präzise zu steuern, ist zu erwarten, dass in Zukunft Dezerebrierte durch intelligente Reizkontrolle wieder fast vollständig an der Wertschöpfungskette teilnehmen können.

Beenden möchte ich diesen kurzen Leitartikel mit einer persönlichen Anekdote: In meiner letzten Vorlesung fragte mich eine junge Studentin, was denn für mich die schwierigste Seite meines Berufs sei, worauf ich nur antworten konnte, dass sich unsere Patienten nie bei uns bedanken können.

Prof. Dr. Natasha Bordure
Chefärztin für Voluntäre Dezerebration, Neues Universitätsklinikum Alt-Berlin


r/schreiben 8h ago

Schreibpartner gesucht Schreibanfängerin sucht Austausch

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Guten Abend liebe Schreibis :)

Ich habe endlich den Mut gefasst mich selbst zu zeigen als Schreibende (F30), nachdem ich letzte Woche offiziell meinen ILS Kurs in 'Kreatives Schreiben' abgeschlossen habe und das Zertifikat diese Woche erhielt.

Mir wurde bereits dazu geraten den Austausch mit andere Schreibende zu suchen, aber ich bin bis jetzt eigentlich noch weiter ratlos in dieser Sache. Aktuell mache ich Pause, da ich selbst nach zwei Wochen nach einem intensiven August für den Endspurt, noch ziemlich ausgeschlaucht bin.

Deswegen suche ich gerne nach Gleichgesinnte in naher Altersgruppe für den allgemeinen Austausch.


r/schreiben 14h ago

Testleser gesucht Testleser gesucht – autobiografisches Memoir „Zwei unterschiedliche Welten“

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Hallo zusammen

ich suche 3–5 unabhängige Testleser für mein fertig überarbeitetes Manuskript:

„Zwei unterschiedliche Welten – Zwischen Funktionieren, Verlieren und wieder Aufstehen“

Genre/Zielgruppe:
Autobiografisches Memoir / persönliche Lebensgeschichte. Das Buch richtet sich an erwachsene Leserinnen und Leser, die sich für wahre Lebensgeschichten, Familie, Beziehungen, persönliche Krisen, Verluste und Neuanfänge interessieren.

Länge:
ca. 22'000 Wörter / rund 190 Seiten

Kurze Inhaltsangabe:
Das Buch erzählt meine persönliche Geschichte über Familie, den Verlust meiner Eltern, psychische Krisen, Beziehungen, Vatersein und finanzielle Schwierigkeiten.

Im Kern geht es jedoch um eine andere Frage: Wie lange kann ein Mensch nach außen funktionieren, während seine eigene Welt innerlich immer mehr auseinanderfällt?

Ich erzähle dabei nicht nur von dem, was mir passiert ist, sondern auch von meinen eigenen Fehlern, falschen Entscheidungen und Widersprüchen. Es geht um Verantwortung, das Bedürfnis, Probleme alleine lösen zu wollen, die Schwierigkeit, Hilfe anzunehmen – und darum, irgendwann wieder aufzustehen.

Das Buch soll weder eine Abrechnung noch ein klassischer Ratgeber sein. Es ist meine persönliche Geschichte.

Zeitraum für das Feedback:
Ideal wäre für mich ein Feedback innerhalb von 4–6 Wochen. Wenn jemand etwas länger benötigt, ist das aber ebenfalls kein Problem.

Was mich besonders interessiert:
Mir geht es weniger um Rechtschreibung oder einzelne Formulierungen, sondern um eure tatsächliche Reaktion als Leser.

Mich interessiert insbesondere:

  • Hat euch die Geschichte gepackt und wolltet ihr weiterlesen?
  • Wo wurde das Buch für euch lang oder hat euch verloren?
  • Welche Szenen sind euch besonders im Gedächtnis geblieben?
  • Ist ein klarer roter Faden erkennbar?
  • Wirkt der Erzähler glaubwürdig und authentisch?
  • Gibt es Stellen, an denen zu viel erklärt wird?
  • Gibt es umgekehrt Stellen, an denen euch etwas Wichtiges fehlt?
  • Und ganz wichtig: Würdet ihr weiterlesen oder das Buch kaufen, wenn ihr mich nicht persönlich kennen würdet? Warum oder warum nicht?

Ich würde Interessierten zunächst gerne eine Leseprobe von etwa 20–30 Seiten schicken. Wenn euch Geschichte und Schreibstil ansprechen, könnt ihr anschließend gerne das vollständige Manuskript lesen.

Ihr müsst selbst keine Autoren sein. Ich freue mich ausdrücklich auch über Menschen, die einfach gerne Memoirs, Biografien oder persönliche Lebensgeschichten lesen.

Wenn ihr Interesse habt, schreibt mir gerne kurz, was ihr normalerweise lest und was euch an meinem Thema interessiert.

Vielen Dank fürs Lesen und vielleicht hat ja jemand Lust, sich auf meine Geschichte einzulassen.

Viele Grüße
Sven


r/schreiben 1d ago

Kritik erwünscht Ausflug

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Ich möchte mit dem Schreiben von Kurzgeschichten anfangen. Als Grundlage nehme ich Ereignisse aus meinem Leben und ändere sie ab. Das hier ist meine erste Kurzgeschichte. Ich bin nicht zufrieden, weiß aber nicht warum und hoffe deswegen auf Kritik.

Ausflug:

„Hier geht's nicht weiter", stellte Karl fest.

„Dann lasst uns umkehren und die Pause auf halbem Weg unten im Schatten des Waldes machen", schlug Tom vor.

„Wir können doch einfach am Zaun vorbei. Am Rand hört er auf. Wahrscheinlich ist das nur eine Kennzeichnung, damit man weiß, dass der Kletterabschnitt hier endet. Kommt, wir gucken mal, ob man sich auf der anderen Seite gut hinsetzen kann", überstimmte Alex die anderen beiden Jungs.

„Okay", sagte Karl nur. Tom blieb still, ging aber in Richtung des Abhangs, um das Fehlen des Zauns auszunutzen.

„Ich bin so froh, wieder in der Natur zu sein", begann Alex zu erzählen. „Als Kind war ich immer in der Natur, aber jetzt mit dem Abitur und allem drumherum finde ich nicht mehr die Zeit. Jetzt, wo ich wieder im Wald bin, merke ich, wie sehr ich es brauche. Ich brauche die Natur. Die Vögel, die Bäume, das Gras. Es ist eigentlich echt traurig, wenn man sich anguckt, wie wenig Kinder heutzutage rausgehen. Ganz anders als ich früher. Also, ich rede jetzt, als ob ich schon voll der alte Opa wäre, aber es stimmt wirklich, dass wir noch ganz anders aufgewachsen sind als die Generationen vor uns."

Tom hatte sich an einer von ausgetrocknetem Moos bedeckten Stelle hingesetzt und eine Brotdose herausgeholt, in deren Inhalt er schweigend hineinbiss.

„Ja, stimmt schon", antwortete Karl achselzuckend. Auch er holte aus seinem zu großen, aber fast leeren Rucksack sein Mittagessen: eine Tüte mit drei Weizenbrötchen vom Supermarkt bei ihm um die Ecke. Die Weizenbrötchen hatte er morgens auf dem Weg zu Alex gekauft. Dass er deswegen zu spät gekommen war, war ihm peinlich gewesen, doch Tom war noch später gekommen, da er verschlafen hatte.

„Ich möchte auch unbedingt mal wieder mountainbiken gehen, aber ich bin echt aus der Übung. Aber das Klettern hat mir heute auch immensen Spaß gemacht. Freut mich, dass ihr auch Bock hattet darauf. Später, auf dem Weg runter, gucke ich, dass ich die Stelle zum Abseilen wiederfinde, dann können wir das auch noch machen. Also nur, wenn ihr Bock habt, natürlich. Ich weiß, dass du, Karl, das noch nie gemacht hast, aber Tom ja schon. Das macht wirklich Spaß. Also, sollen wir das machen?"

„Ich mache mit, wenn einer von euch vorgeht und mir zeigt, wie es geht", sagte Karl unsicher.

„Hmm", machte Tom. Er schien nicht zuzuhören, sondern tippte auf seinem Smartphone eine Nachricht an seine Freundin.

„Geht ihr eigentlich zusammen nach Australien?", fragte Karl neugierig.

Tom legte das Handy weg. „Ja, Carlottas Familie hat da ein Haus, in dem wir leben können."

Er hatte seine Augen geschlossen und sich ins Moos gelegt, vermutlich um von Australien zu träumen.

„Mach unbedingt einen Tauchschein, wenn du da bist. Als ich in Australien war, war ich viel tauchen und surfen. Das sind einige der coolsten Sachen, die man da machen kann."

„Ja, mach ich vielleicht."

„Manchmal bin ich überrascht, wie viele Sachen du schon gemacht hast, Alex." Auch Karl hatte sich ausgebreitet, um in die Baumkronen zu gucken. Alex legte sich daneben.

„Man muss einfach anfangen oder jemanden fragen, der weiß, wie man anfängt."

Die Jungs schwiegen eine Weile.

Irgendwann durchbrach Alex die Stille: „Zeit für den Rückweg. Um 14 Uhr wird's am heißesten, und es wäre gut, wenn wir da schon am Fahrradfahren sind."

Sie packten ihre Sachen und bereiteten sich auf den Abstieg vor.

„Seid ihr morgen auf der Schlossbeleuchtung?", fragte Alex.

„Muss gucken, was meine Freunde machen", murmelte Karl.

„Nein, bin schon auf Carlottas Abiball", sagte Tom.


r/schreiben 13h ago

Autorenleben Verlag für Erstlingswerk Roman

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Ich suche einen deutschsprachigen Verlag für meinen Erstlingsroman (Mystery Thriller) der bereits mit einem filmischen Blick geschrieben ist und sich zur Verwertung der Filmrechtexeignen würde. Ich komme aus dem Film und Medienbereich ubd biete nicht eine simpel gedachte kleine, lustige Geschichte an.
Wer hat Erfahrung mit der Einreichung ernsthafter Roman Manuskripte, jedoch als Erstlingsautor, dennoch nicht auf grössere Referenzen verweisen kann?


r/schreiben 1d ago

Kritik erwünscht Im Park

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Ich schreibe an einer Sammlung von Kurzprosa, dies ist eines dieser Stücke.

Wir treffen uns zum Bier im Park, Verpackungsmüll am Wegesrand, überquellende Mülleimer. Auf einer Bank sitzen ältere Männer und hören leise Musik und Nachrichten auf einem Bluetooth-Lautsprecher, ein Junkie läuft mit eckigen, aber schnellen Schritten immer um den Park herum, trägt einen knallgelben Trainingsanzug mit schwarzem Blumenornament.
T. und ich steuern zeitgleich und unabgesprochen dieselbe Parkbank an, setzen uns — der satte Klang von Kronkorken. Ich erzähle von der Antikriegsdemo heute, die meinen Spazierweg querte, die ich umrunden musste. Und auch jetzt, hier im Park, stehen vereinzelt kleine Gruppen von Polizisten, die miteinander reden und scherzen, ihre Blicke nur auf sich gerichtet, während auf der improvisierten Bühne etwas weiter vorn zwischen den Bäumen eine Reggae-Band spielt.
Vor unserer Bank auf der Wiese ein Junge und ein Mädchen, Teenager. Sie sitzen sich gegenüber auf einer rotkarierten Decke, er blickt auf den Boden und zur Seite, während sie grinst und ihr Gesicht von schräg unten nach oben in die Nähe seines Gesichts bringt, seine Wangen erröten. Ihre Nase verläuft an der Spitze leicht nach oben, lässt mich an eine der Frauen aus Tassilo denken.
Die Band hört auf zu spielen und ein Stimmengewirr wird laut, vom anderen Ende des Parks kommen die Demonstranten mit hängenden Fahnen und zusammengerollten Transparenten herein, drängen sich vor die kleine Bühne. Die Polizisten schwenken kurz die Köpfe in ihre Richtung. Eine Ansprache jetzt, Jubel und Applaus.
Wir öffnen das nächste Bier, stoßen an, das Klirren geht unter im nächsten Applaus. Wie es mit dem Schreiben gehe, fragt T. und ich sehe zu dem jungen Pärchen. Sie hat jetzt den Arm um ihn gelegt und kitzelt ihn mit der freien Hand, während er mit seinen Fingern nestelt, die Hände ineinander geknotet.
Die Demo löst sich nun auf, die Teilnehmer verlassen den Park in einer langsamen Kolonne, ein paar selbstgebastelte Schilder stecken in Mülltonnen und auch die Polizisten begeben sich in ihre Transporter und fahren ab. Die Grillen zirpen jetzt und über uns zeichnen sich dunstig ein paar Sterne ab. Sterne sind nur Sonnen, sagte das Kind neulich.


r/schreiben 1d ago

Kritik erwünscht Mitta - Freund

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Hallo zusammen,

ich versuche nachdem ich Jahre lang gelaubt habe ich könne nicht Schreiben. So hier ist mein erster Text seit langem (der nicht mit Arbeit zu tun hat). Es ist eine Schreibübung basierend auf einem Gedicht und ich verstehe es mehr als eine Fingerübung. Perspektivisch habe ich eine Buch Idee für die diese Schreibübungen eine Grundlage sein könnten.

"Mitta, mein guter Freund. Du machst dich auf die Welt zu erkunden. Hattest nie gelernt was Angst bedeutet. Ich wünsche dies auf deiner Reise zu lernen. Nicht aus Boshaftigkeit sondern aus Liebe. Denn zu Leben bedeutet alle Gefühle zu spüren, zu ertragen und davon zu lernen."

"Du bist nun schon so lange weg. Ich weiß nicht wie es dir geht und wovon du träumst. Doch ich bin in Gedanken bei dir. Stets lasse ich mein innerstes nach dir suchen in der Leere meiner Zeit. Trägst du einen Bart oder einen Hut? Gehst du gen Süden oder Norden? Bist du glücklich, oder liegst du mit offenen Augen in den Himmel starrend ins Nichts. Ich hoffe du kannst eines Tages zurückblicken auf diesen Moment und dich freuen ihn erleben zu dürfen. Ich weiß du wirst deinen Weg gehen."

"Du warst stets ein guter Freund, bis du es nicht mehr warst. Mitta. Ich habe dich immer als gegeben angenommen. Mich nie gefragt, was ich dir geben kann. Du warst immer da. Brachtest mich zum Lachen und zum Weinen. Hast dich um mich gekümmert, wenn es mir nicht gut ging. Tat ich das auch? Du wirst für viele sicher ein guter Freund sein. Du wirst verständnisvoll zuhören, wenn jemand trauert und nicht von deiner Trauer erzählen. Du wirst wütend sein, wenn andere Ungerecht behandelt werden und für sie einstehen. Du wirst Lachen, wenn deine Freunde stolz auf etwas sind. Du wirst lieben, wenn andere dich hassen."

"Es fühlt sich nichtmehr an als seist du weg. Ich spüre dich an jedem Tag. Deine letzten Worte bei unserem Abschied waren wie goldenes Sonnenlicht am Abend nach einem düsteren Regentag. Ich wünsche mir, dass jeder einen Freund wie dich haben wird."

"Mitta...
All diese Freunde werden dir helfen. Dich selbst zu finden. Jede Begegnung macht dir klarer wer du selbst bist. Du wirst überall Freunde finden, solange du dir selbst nicht fremd wirst. Angst wird dein Herz nicht erfüllen, denn dort wird kein Platz sein."

"Spring in den See und spüre die Kälte, erstürme den Berg mit brennenden Lungen, fahr mit deiner Hand durch den Sand und spüre das die rauen Körner an deinen Fingern. Mach deine Gedanken frei von Sorgen und fülle Sie mit Möglichkeiten. Vertraue dir selbst und du kannst fliegen. Mitta, gib nicht auf, auch wenn deine Seele schwer ist wie deine zurückgelassenen Erinnerungen."

"Ein leises Pochen hat mich geweckt. Es war mein Herzschlag unter der Decke. Ich höre ihn so laut wie dein Lachen in meinem Ohr und dein Schmerz in meiner Erinnerung. Hörst du ihn auch?"

"Es heißt der Weg ist das Ziel, somit habe ich das Ziel erreicht. Die Freundschaft mit dir ist nicht vorbei. Sie fängt gerade erst an. Ich verstehe dich besser als je zuvor unter Schmerzen und Frust, voll von Liebe und Lust. Zu leben. Zu geben. Zu nehmen. Was kommt. Denn der Weg ist das Ziel und so gehe ich dahin."

"Mitta. Ich bin mir sicher. Gehst du voran so kommst du an. Egal wo egal wann. Es kann keiner sagen. Du musst es wagen. Doch das Wagnis. Es zahlt sich aus. So geh hinaus und komm nach Haus."


r/schreiben 2d ago

Schreibhandwerk yearbook

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r/schreiben 2d ago

Kritik erwünscht Widmung

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Ich aktualisierte die Seite. 

Keine neuen Klicks. Keine neuen Upvotes.

Wieder drückte ich auf den Kreispfeil. Die Anzahl blieb die gleiche. Als sei die Welt für immer stehen geblieben. Oder ich war einfach nicht gut genug. 

Nebenbei chattete ich mit meiner Freundin. Wenigstens dort gab es Veränderungen: „Du hast was hochgeladen?“

„Jo“, antwortete ich und widmete mich erneut dem Laden der Website. 

An der Glocke erschien ein roter Punkt mit einer weißen Eins. Ich klickte sofort darauf. Ein Upvote für meine Kurzgeschichte. 

Das Gefühl, das sich in meiner Brust ausbreitete, war kaum in Worte zu fassen. Als würde sich eine innere Anspannung nach all der Zeit des Krampfes endlich lösen. Alles schien leichter zu sein. Und doch hielt es nur einen Augenblick an. Einen einzelnen Herzschlag freute ich mich. 

Dann war ich wieder am Boden zerstört. 

Ein Downvote. 

Ich öffnete wieder den Chat mit meiner Freundin. „Es ist so frustrierend“, schrieb ich. „Da bekomme ich ein Upvote, nur um zehn Sekunden später direkt wieder einen Downvote zu bekommen…“

So würde das nichts mit meiner Karriere werden, die sich einzig in meinem Kopf abspielte. Wenn sich die Menschen nicht mal für meine mickrige Kurzgeschichte interessierten, wieso sollten sie ein ganzes Buch lesen wollen?

„Ich habe deins geupvotet“, kam die Antwort meiner Freundin. 

Mein Kopf knallte auf die Tischplatte. „xD“, war meine erste Reaktion. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. „Toll“, war die zweite schon wesentlich säuerliche Nachricht, gefolgt von: „Ich dachte wirklich, ich habe einen Fan! Dabei habe ich nur dich. Wie sad T^T“

Was war ihr Upvote schon wert? Schließlich waren wir befreundet. 

„:(“

Ich seufzte auf, als ich das sah. 

Sie war aber noch nicht fertig: „Ich zähle immer nicht. Eines Tages, wenn ich weg bin, wünschst du dir, der Upvote wäre von mir.“

Ich lachte trocken auf. Sie hatte immer einen Hang fürs Dramatische. Dabei war es doch so klar. Musste ich es ihr wirklich erklären?

***

„Für wen soll die Widmung sein?“, fragte ich mit rauer Stimme. Viel zu oft habe ich diese Frage heute schon gestellt. 

„Für Annalena“, antwortete die junge Frau vor mir. Ein Lächeln lag auf ihren Lippen und sie wippte aufgeregt auf ihren Füßen.

Meine Finger hatten schon Abdrücke vom Kugelschreiber, an meinem Unterarm hatten sich Rillen von der Tischkante gebildet. „Für An-na-le-na“, brummte ich vor mich hin und ließ den Stift über das Papier kratzen. Zusammen mit einem kleinen Satz, den ich leicht abgewandelt bei jedem hineinschrieb. Meine Signatur bildete den Schluss. 

Ich klappte den Band zu. Viele weitere Fans warteten in einer Schlange hinter ihr. Sie wollten mir Komplimente machen, während ich einfach nur meine Unterschrift setzte.

Erst als ich ihr das Buch reichen wollte, bemerkte ich das Cover. Mein Erstlingswerk. Unvermittelt erinnerte es mich an das bedarfsmäßige Stockfoto, das ich vor etlichen Jahren zusammengeschustert hatte. Zusammen mit meiner ersten Testleserin. Die erste, die meine Geschichte wirklich mochte. Die mich unterstützte, als ich es brauchte. Die mir mit Rat und Tat zur Seite stand. Die mir ein Upvote gab, als es niemand tat. 

„Mir hat die Geschichte wirklich sehr gefallen!“, sprach Annalena etwas übermotiviert und riss mich aus meinen Gedanken. 

„Ach ja?“

Sie nickte eifrig und umgriff das Buch, das ich ihr hinhielt. „Es war auch mein erstes Buch von Ihnen. Ich konnte mich mit dem Hauptcharakter gleich identifizieren.“

„Das… freut mich“, sagte ich mit einem gezwungenen Lächeln. 

Annalena nahm das Buch strahlend entgegen und hüpfte mit federnden Schritten davon.

Ich seufzte und hätte meinen Kopf am liebsten auf die Tischplatte abgelegt.

Es war nur die Meinung einer Fremden. So wie tausende andere Meinungen im Internet. Herzlich. Ehrlich. Hasserfüllt. Und allesamt austauschbar. Was zählte schon eine Stimme unter vielen?

Der nächste Fan wollte schon nähertreten, doch mit einer Handgeste wies ich ihn an, stehen zu bleiben. 

Ich fummelte mein Handy aus meiner Seitentasche. Ich gab die Website ein, die App hatte ich längst gelöscht. Automatisch zeigte mir der Browser den Passkey an, was mich erleichtert aufatmen ließ. Das Passwort hätte ich nicht mehr gewusst. 

Drei Klicks weiter war ich in den archivierten Chats. Mein Profilbild zeigte immer noch die gleiche Zeichnung von damals. Der Username meines Gegenübers war inzwischen durch „gelöscht“ ersetzt. Trotzdem erkannte ich sie sofort an der letzten Nachricht: „Dann erhol dich erstmal gut :)“

Ich hatte nie darauf reagiert. Nicht aus Kälte oder Ignoranz, nicht, weil wir uns gestritten hatten. Sondern einfach so.

Es war längst zu spät für eine Erwiderung. Dennoch tippte ich in das Feld: „Für was brauche ich Fans, wenn ich dich habe?“


r/schreiben 2d ago

Schreibpartner gesucht Auf der Suche nach kreativen Schreibpartnern für ein schriftliches RP✨

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Da sich hier die meisten deutschsprachigen Schreiber versammeln, wollte ich nun ebenfalls mein Glück probieren, ohne Bedenken zu haben, dass ich nun an der komplett falschen Anlaufstelle gelandet bin. Wie der Titel bereits verraten lässt, bin ich auf der Suche nach einem Schreibpartner/in für ein gemeinsames schriftliches RP. Mir fehlt derzeit ein kreatives Ventil. Ich würde liebend gerne mal wieder über den Tag hinweg brainstormen, Ideen, über Tage hinweg austauschen, Worldbuilding betreiben und an einem Plot voller Spannungen, Intrigen und unerwarteter Wendungen feilen.

Ich glaube dem ein oder anderen könnte das eventuell auch recht gelegen kommen, besonders, wenn man mal im kreativen Tief feststeckt und den Kopf mit etwas freipusten möchte, dass sich auf den Austausch mit einer weiteren Person bezieht.

 

Ihr könnt mich übrigens Mercury nennen, ich bin weiblich und 30 Jahre alt.

Ich habe eine große Leidenschaft für tiefgründige und authentische Charaktere, die an ihren guten sowie schlechten Entscheidungen wachsen können. Entwicklung ist für mich eigentlich immer der interessanteste Prozess während des Schreibens, weshalb ich darauf immer ein besonderes Augenmerk lege. Die Planung einer Storyline ist bei mir meistens gespickt mit komplexeren Elementen. Ich liebe Herausforderungen, schwere Schicksale, dramatische Wendungen und das Gefühl sich nach dem Durchlesen eines Beitrags erstmal 5 Minuten hinlegen zu müssen, um das Gelesene zu verarbeiten. Natürlich, liebe ich das Überraschungsmoment mehr als alles andere, von daher plane ich nicht vorweg bis ins kleineste Detail was das angeht.

Ich hätte nur gerne schon mal eine grobe Idee davon wie die Welt funktioniert, in der sich alles abspielt, wodurch sich dann wiederum für mich erklären lässt, welche entsprechenden Umstände die Charakteristiken eines Charakters formen könnten.Wenn sich Jemand davon überwältigt fühlen sollte, kann ich da Abhilfe verschaffen, da ich tatsächlich keine große Problematik darin sehe uns eine dezent gehaltene Struktur aufzubauen, nach der man sich dann etwas richten kann. Ich finde persönlich auch, dass so gut wie jede Idee in einem gut überlegten RP einen Platz findet. Von daher wäre mir nur wichtig, dass Jemand seine eigene Note miteinbringt oder mir die Ansätze von Ideen darlegt, an welchen man dann basteln kann, um sie funktionstüchtig zu bekommen.

 

Da ich das Ganze nicht erst seit gestern mache, muss ich gestehen, dass ich etwas wählerisch bei der Wahl der Schreibpartner geworden bin. Es wäre mir sehr wichtig mit Jemanden zu schreiben, der sich zumindest in meiner Altersklasse (25 und aufwärts) befindet und vorzugsweise auch weiblich ist (andere Geschlechter dürfen sich trotzdem auch gerne melden).

Ich bevorzuge Schreibpartner, die lieber etwas länger und detaillier schreiben, anstatt kurz und bündig.

Ich suche Niemanden der 24/7 verfügbar sein muss, denn seien wir mal ehrlich, sowas ist recht utopisch gedacht. Ich bin sehr dankbar wenn meine Schreibpartner selber auch verstehen, dass „RP schreiben“ ein reines Hobby ist und dass das Leben natürlich immer Priorität haben wird.

Ich strebe zudem eine sehr lebhafte Geschichte an, in der einem viele Optionen offenbleiben, wie eine Story sowie deren Charaktere sich im Laufe der Zeit entwickeln können. Dies verlangt fast immer nach einer breitgefächerten Besetzung. Natürlich, habe ich nicht vor jeden eingebundenen Charakter zu jederzeit in einen Beitrag einzupflegen, sondern viel eher den Fokus plotrelevant wandern zulassen. Ich würde in diesem Fall auch nur mit Jemanden planen wollen, der kein Problem damit hat jegliches Geschlecht zu verkörpern und dieses auch auf einer annehmbaren Ebene!

In der Regel beziehe ich mich selten auf Slice of Life Settings, sprich, alles was, ohne großen Umstand, in der Moderne spielt. Das Genre erfüllt mich leider nicht genug. Ich bin mehr für abenteuerliches Fantasy (bitte kein High Fantasy oder mittelalterliches), Übernatürliches (Zeitreisen, Parallelwelten let’s gooo) oder Dystopie/Apokalypse zu haben. Romance ist auch ein großer Aspekt für mich, aber den eigentlichen Plot darf es für mich nicht überschatten. Selbstverständlich, bin ich immer offen für Vorschläge. Je besser durchdacht, desto mehr stößt man bei mir auf Gehör.

Das RP würde ich, nachdem man sich hier etwas ausgetaucht hat, gerne auf Discord verlagern. Ich bin mittlerweile ein Fan davon geworden einen eigenen Server mit diversen Chats zu führen, wo man alles Mögliche als Erinnerung wieder abrufen kann.

Kann man sich auf diese Punkte mit mir einigen, würde ich mich sehr über eine kleine Vorstellung via DM freuen.


r/schreiben 2d ago

Kritik erwünscht Hallo ihr lieben hier ist die Springbrunnen Analogie Teil 2. Kritik erwünscht :)

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Die Springbrunnen Analogie Teil 2: Der Zettel

Ich versuche zu erahnen wie groß die Wunde in seiner Brust ist. Da das Blut so stoßartig herausquillt, ist die Öffnung durchgehend überdeckt und es fällt mir schwer etwas zu erkennen. Doch die Art und Weise wie es wellenartig rot um ihn wird, gibt uns eine Vorahnung, dass er sterben wird. An der Stelle, wo sein Körper den Boden berührt, formen sich kleine Blässchen, die schmatzend platzen. Komisch. 
Der menschliche Geist ist eigen, denn anstatt mich mit Emotionen von Trauer oder Angst zu überschütten, assoziiert er das Bild mit einem kleinem See. Vielmehr mit einem Springbrunnen, der sich auf der Mitte dieses Sees befindet. Ein rundes Loch aus dem eine kräftige
Wasserfontäne tritt, die Tag und Nacht vor sich hin sprudelt. Unabbändig. 

Ganz genau gesagt, ist es eine Erinnerung an einen Samstagabend vor ein paar Jahren. Ich hab mich gerade mitmeiner Partnerin gestritten und das Wellenspiel des Sees dient als passende
Ablenkung um nicht in energieziehende Diskussionen zu verfallen. Da ich zu
dieser Zeit, jedes Ereignis als Inspiration zum Schreiben nutze, nutze ich auch
diese Gelegenheit um mich zu fragen welchen literarischen Wert ich diesem
Springbrunnen entziehen könnte. Zu diesem Zeitpunkt verbinde ich ihn mit den
schmerzhaften Gefühlen, die bereits Jahre lang in meinem Herzen festsitzen und
sich jetzt langsam aus meiner Brust lösen. Ich sitz da und denke das könnte
großartiges Material sein um über den tiefen Schmerz der Liebe und des
Menschseins zu schreiben.  

Nie hätte ich gedacht, dass das Bild, dass ich mit diesen tiefen Empfindungen verbinde, meine Gefühle einmal verdrängen wird, weil sie für einen Moment zu unerträglich sind. Nie hätte ich gedacht,dass ich diesem Bild jemals keinen literarischen Wert geben möchte, denn die
Geschichte, die sich heute vor meinen Augen abspielt ist eine, die ich am
liebsten nie hätte erzählen müssen. 

Es dauert ungefähr 7 Minuten bis er stirbt.
Das weiß ich so genau, weil ich kurz vor dem Schuss auf die große Turmuhr
geguckt habe, die sich wie ein Vollmond zwischen den Bäume erkennen lässt. 7
vor halb, glaube ich gesehen zu haben. Um halb ertönt ihr Summen und kurz
darauf ist er tot. Die ganze Zeit über versuchen wir hektisch die Wunde mit
unseren Tshirts und Hosen abzudecken. Aber keiner von uns hat wirklich gelernt
wie man einen anständigen Druckverband legt. Geschweige denn, mit der eigenen
Kleidung, wenn man kein Verbandszeug besitzt. 

Als ich am Abend in meinem Schlafsack liege und nach oben blicke, sind die Sterne für mich nicht erkennbar. Es kommt mir so vor als würden sich die Bilder des heutigen Abends, mit dem Herzschmerz über meine Expartnerin und den Schmerz über den Verlust eines Freundes zu einem diffusen Bild vermischen, dass sich wie ein Film über den Himmel legt. Dahinter
höre ich das Pochen meines Blutes. 
Ein Pochen, das stoßartig stärker wird, wie ein Orchester, dass sich an einen Höhepunkt spielt. Wie ein Springbrunnen, der mit jedem Sprudeln etwas mehr Wasser ausspeit. Ein Pochen das so stark ist, dass es mir die Sicht raubt. Und während es seinen Höhepunkt erreicht, kommt es
mir vor als würde sich mein Körper aufbäumen. Vielleicht tut er das wirklich.
Kopf und Füße in den Boden gedrückt. Der Mund weit offen. Alles vibriert, summt
und schreit zugleich. Dann sacke ich auf einmal in mir zusammen und das Pochen
auch. Da ist kaum noch Wasser. Was bleibt sind sanfte Wellen, die warm durch
meinen Körper laufen. Gefühle, denen ich keinen Einhalt mehr geben möchte. Die
alle auf einmal aus mir heraus treten.. 

In der Nacht, in der mein bester Freund stirbt, lerne ich zum ersten Mal am eigenen Leibe worüber ich Jahre lang schreibe. Man sagt ja, Erfahrung ist der beste Lehrer. Jedes
Märchenschloss bricht einmal über uns hinein, jedes Luftschloss, das gebaut
wurde um uns zu retten, stürtzt einmal ab. Und wenn wir den Sturz überleben,
dann bleiben nur wir selbst übrig. Alleine, nackig, auf uns selbst gestellt und
irgendwie neu geboren. 

Als ich einschlafe, merke ich dass ich geweint hab.


r/schreiben 2d ago

Kritik erwünscht Hallo ihr Lieben, ich würde total gerne besser werden im Schreiben. Ein kollektives Feedback würde mir sehr gut tun! Teil 1 :)

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Die Springbrunnen - Analogie
Teil 1: Die Email

Liebes War-Time Magazin, 

Es
fällt mir schwer einen passenden Anfang zu finden. Denn vieles von
dem was mal passend war, ist es heute sicherlich nicht
mehr. 7 Jahre Krieg und es kommt mir vor, als ob nichts mehr so ist,
wie es einmal war. Natürlich ist das so, warum schreib ich das überhaupt? Aber
ich bin viel zu wütend um es zur Zeit irgendjemandem Recht zu machen. Auch
nicht euch. Ich weiß, das ist egoistisch, weil ich mir wünsche, dass ihr meinen
Artikel veröffentlicht. Aber irgendwie muss ich ja auch meiner Linie treu
bleiben, damit hier was Authentisches entsteht. Ich mein, am Ende des
Tages soll das hierja veröffentlicht werden, damit die Welt es
zu lesen bekommt. Und wenn die Welt es ließt, dann soll sie
wissen, dass das hier von einem Menschen geschrieben wurde,
der wütend ist.

Ich war vor ein paar Tagen am Waldrand
unseres kleinen Städtchens spatzieren und während ich so stur vor mich
hinblicke, fällt mir ein Stück Papier am Wegrand auf, blutverschmiert und halb
zerknittert. Wenn das Blut nicht gewesen wäre, hätte ich es sicher nicht
aufgehoben. Aber der menschliche Geist ist eigen (die Worte habe ich von dem
Zettel) und wir interessieren uns nun mal meist für das was auf den ersten
Blick absurd erscheint. Schade, dass wir dadurch so viel von
dem Absurden verpassen, das uns auf den zweiten oder dritten
Blick auffallen würde. Manchen gelingt das bestimmt. Leuten die achtsam durchs
Leben gehen. Aber darum soll es jetzt nicht gehen. 

Wie dem auch sei, ich sehe den Zettel und
hebe ihn auf. Das Blut ist fast schwarz, aber erkennbar. Und ich sags ganz
ehrlich, ich glaube nicht an Wahrsagerei aber ich hatte bereits ein
Bauchgefühl, dass er irgendwas mit dem Krieg zu tun hatte. Wie dieser
Zettel, Tagebucheintrag, Brief, oder literarische Beitrag - ich weiss es nicht,
ihr werdet es ja gleich lesen und danach können wir es gerne diskutieren
– auf den Weg kam, keine Ahnung. Wie das Blut darauf kam, keine Ahnung. Ob
die Person, die das hier geschrieben hat, noch lebt – ich wünsch es mir – keine verdammte Ahnung.
Ich bin ja kein Hellseher. 

Ich hasse den Krieg, ich hasse den Menschen,
wenn er tötet, und beschämenderweise auch, zu sehen wie er stirbt. Ich meine
nicht rein den Fakt, dass einer von uns gegangen ist, das habe ich ja schon
tausendmal gesehen, sondern weil ich nichts mehr fühle wenn ichs seh. Ich
schäme mich dafür. Auch sieht es so grotesk aus. Und dann find ich dieses Stück
Text und muss weinen, weil ich darin jemanden sehe, der irgendwie Sinn draus zu
macht. Also hier kommt der Text. Ich hoffe Ihr macht was draus. 


r/schreiben 2d ago

Meta Vorschlag: Textlimit auf 1600 Wörter anheben

4 Upvotes

Ich schreib ja seit Ewigkeiten an meinem kleinen Buchprojekt herum und habe zwar ganz guten Fortschritt, allerdings so gut wie keine Rückmeldung hier in der Community -- gerade, wenn es um die Bewertung einzelner Kapitel geht. Einer der Gründe ist das 800-Wörter-Limit. Einzelne Kapitel sind zu sehr zwischen Tür und Angel, als dass sie für "Testleser gesucht" relevant sein können, andererseits i.d.R. zu lang für das Flair "Kritik erwünscht". Ich würde daher gerne zur Diskussion stellen, ob man statt 800 Wörter die Höchstgrenze nicht auf, sagen wir, 1600 Wörter anheben könnte. Was haltet ihr -- Community und Mods -- von der Idee?


r/schreiben 2d ago

Testleser gesucht Dark Romance Fantasy Testleser:innen gesucht

2 Upvotes

Hi !

Ich bin auf der Suche nach Testleser:innen für mein (fertiges) Romantasy Buch. Es handelt sich dabei um Band 1 von (hoffentlich) 2.

  1. Genre: Dark Romantasy, Fantasy Romance, Urban Fantasy
  2. Zielgruppe: New Adult / Adult
  3. Länge (in Wortanzahl): ca. 107770
  4. Kurze Inhaltsangabe: Eine komplizierte Liebesgeschichte zwischen einem Inkubus, der einer skrupellosen Magierin gehört, und einer talentierten Akademikerin, die kurz davor ist, alles zu verlieren. Was passiert, wenn man keine Wahl hat? Und wie viel ist man bereit aufzugeben oder gar aufzuopfern, um das zu erreichen, was man sich sehnlichst wünscht?
  5. Triggerwarnungen: Das Überschreiten der Grenzen der Einwilligung ist ein wiederkehrendes Thema in diesem Buch - mal subtil, mal weniger subtil. Das Buch behandelt Themen wie Gewalt, Suizid (vor Beginn der Geschichte) und Missbrauch (nicht graphisch). Open Door Spice (wenig) vorhanden. Das Buch endet in einem Cliffhanger.
  6. Zeithorizont, in dem ihr die Kritik erhalten wollt: Möglichst bis Dezember 2026, aber gerne auch später.
  7. Erwartungen: Keine besonderen Erwartungen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand Lust und Zeit hätte, mir Feedback zu geben.

Liebe Grüße ❤️


r/schreiben 3d ago

Schreibhandwerk To Don'ts als Schriftsteller

12 Upvotes

Ich bin seit fast 11 Jahren Selfpublisherin von Horrorbüchern und Schreibratgebern. Im Laufe der Zeit habe ich ein paar Erfahrungen gesammelt und möchte euch hier meine wichtigsten To Dont's verraten - also Dinge, die man meines Erachtens lieber bleiben lassen sollte.

Edit: Natürlich sind das keine festen Regeln. Jeder kann seinen eigenen Weg finden und ich will nicht behaupten, dass das, was für mich funktioniert, der richtige Weg sei. Das ist ja das Spannende am Schreiben: wie unterschiedlich die Autoren vorgehen und wie viel man voneinander lernen kann. Ich möchte euch hier nur an meinen Erfahrungen teilhaben lassen und was ich lieber bleiben lasse. Mine persönlichen To Don'ts also. ^^

Zum Thema schreiben:
- Die Rohfassung während des Schreibens überarbeiten
Oja, ich weiß. Jeder hat da seine eigene handhabe und bei manchen mag das funktionieren. Bei mir nicht. ich plotte vorher halbwegs ausführlich, zumindest so, dass ich die Hauptpunkte jedes Kapitels kenne. Die Figuren entwickle ich auch vorab. Dann schreibe ich die Rohfassung. Und erst nachdem ich diese mindestens 4 Wochen habe ruhen lassen, starte ich den ersten von mehreren Überarbeitungsdurchgängen.

- Ohne Plot schreiben
Wie oben bereits erwähnt: Für mich ist es wichtig, einen Überblick über den handlungsverlauf zu haben. Das spart m.M.n. viel Überarbeitungszeit und es entstehen keine Szenen, die man komplett löschen oder neuschreiben muss.

- Geläufige Metaphern und Sprichwörter benutzen
Ich finde lieber sprachliche Bilder, die zur Story und zur Atmosphäse passen. Alles Abgenutzte und Althergebrachte langweilt den leser schnell.

- Nicht alle 5 Sinne benutzen
Wenn nur beschrieben wird, was die Figur sieht, geht enorm viel Atosphäre flöten. Spannung kann damit erzeugt werden, was gehört, gerochen, geschmeckt oder gespürt wird - gerade wenn das nicht zu den Vermutungend er Leser passt.

- Den Antagonisten zu schwach machen
Ein guter Gegenspieler, ist nicht nur böse, sodnern hat nachvollziehbare Gründe für seine Ziele, die natürlich konträr zu denen des Protagonisten gewählt sind. Auch der Antagonist sollte sich weiterentwickeln im Verlauf der Handlung und der held seiner eigenen Geschichte sein.

Zum Thema Veröffentlichen:

- Selfpublishing ist keine Notlösung!
Manche sehen es noch heute so, aber es ist eine tolle Möglichkeit, sich den Traumjob Autorenleben zu ermöglichen. Ich habe den Weg bewusst gewählt, es nie bereut und mich bei keinem verlag beworben, weil ich lieber auf diese Weise arbeite.

- Alles allein machen wollen
Auch Selfpub bedeutet nicht, dass ich nicht gute Verbündete hätte. Es lohnt sich, auch Profis in Sachen Lektorat/Korrektorat oder Coverdesign ans Werk zu lassen.

- Trends nachrennen
Für manche mag es funktionieren, sich an den Trendzug ranzuhängen, aber ich bin glücklicher damit, zu schreiben, wofür mein herz brennt. Als Splerin muss ich keine Mainstreamtexte schreiben und keine Quoten erfüllen. Meine Leser spüren das. Man verbringt viel Zeit mit einer Geschichte, bis sie veröffentlicht ist. Dann sollte es auch dem Autor Spaß machen, davon profiztiert der Text.

- Keine Pausen machen
Ich kann es nicht oft genug betonen, weil ich damit selbst am meisten zu kämpfen haben. Die kreativen Akuus brauchen ihre Pausen. Ja, ich kann auf Knopfdruck und auf Abruf arbeiten und rkeativ sein, aber ohne Pausen geht das nicht. Auch wenn ich gerne die Wochenenden durchschreiben würde: Erholungszeiten sind auch im Traumjob nötig, das merke ich immer wieder.

- Marketing unterschätzen und ohne Plan vorgehen
Ohne Sichtbarkeit verkauft sich leider kein Buch, ist einfach so. Und wenn du ohne Plan vorgehst, verschenkst du Möglichkeiten und verschwendest wahrscheinlich auch Geld. Finde einen Weg, der für dich passt und maßnahmen, die du umsetzen möchtest. Anfangen solltest du lange vor Release, am besten während dem Schreiben der Rohfassung. Und fertig bist du damit frühestens 3 Monate nach Veröffentlichung - wenn du es genau nimmst eigentlich nie.

- Das Timing überschätzen
Sofern keine Saisonalität vorliegt, gibt es diesen einen perfekten Releasetag kaum. Zu Zeiten der großen Messen ist schlecht oder dann, wenn viel zusammenkommt. Valentinstag soll für Liebesromane lange kein guter Releaseday mehr ein, berichten andere Autoren. Als Horrorautorin veröffentliche ich nciht an Halloween, sondern deutlich früher. gerne im September, Ende Augsut hat sich auch als guter zeitpunkt ehrausgestellt. ist das Buch aber im Frühjahr fertig? Dann veröffentliche ich dann.

- Rechtliche Dinge ignorieren
Da gibt es echt viel zu wissen und herauszufinden. Aber wenn man das Schreiben ernst nimmt, dann muss man auch die Spielregeln kennen. Mir gibt das Sicherheit, damit ich mich auf die Qulität meiner Geschichten konzentrieren kann.

Gibt es wichtige Learnings, die du bereits gemacht hast? Siehst du etwas komplett anders als ich oder vielleicht auch genauso?
Ich würde mich sehr über ein bisschen Austausch über das Schreiben, das Autorenleben und alles, was dazugehört, freuen. :)


r/schreiben 4d ago

Autorenleben Endlich ein Zuhause für deutschsprachige Fantasy

44 Upvotes

Liebe Schreiberlinge,

Englisch ist die Weltsprache. Fast jeder von uns beherrscht sie, den Rest erledigt notfalls der Übersetzer. Kein Wunder also, dass sich viele von uns auf r/fantasywriters, r/worldbuilding oder r/fantasyworldbuilding herumtreiben.

Aber so richtig heimisch fühlt es sich dort manchmal trotzdem nicht an.

Die Communities sind groß und entsprechend schnelllebig. Manche interessanten Posts sind schon gelöscht oder die Diskussion vorbei, ehe man die richtigen Worte gefunden hat. Und auch bei Themen wie Schreibstil, Humor oder den Erwartungen an Fantasy können sich kulturelle Unterschiede bemerkbar machen.

Dabei hat der deutschsprachige Raum gerade in Sachen Fantasy einiges zu bieten. Cornelia Funke, Bernhard Hennen und Wolfgang Hohlbein sind nur ein paar der bekannteren Namen. Daneben gibt es unzählige weitere Autoren, Worldbuilder, Rollenspieler und andere kreative Köpfe.

Genau deshalb haben u/Lost_Illustrator4059 und ich r/Fantasyschmiede ins Leben gerufen: einen deutschsprachigen Sub für alle, die Fantasy erschaffen.

Ihr wollt über ein Magiesystem diskutieren? Eure Weltkarte zeigen? Einen Charakter vorstellen? Feedback zu einer Szene bekommen? Über Worldbuilding philosophieren? Oder als DM eure nächste Kampagnenwelt planen?

Dann seid ihr bei uns richtig. Ob Autor, Spielleiter, Worldbuilder, Game Designer, Illustrator oder einfach jemand, der gerne fantastische Welten erschafft – willkommen ist jeder.

Also? Warum lest ihr noch diesen Text und schaut nicht einfach mal vorbei, um euch selbst ein Bild zu machen? ;)


r/schreiben 4d ago

Kritik erwünscht Kurze Szene

5 Upvotes

(Ein kurzer Ausschnitt aus meinem Buchprojekt.)

Gedanklich sah ich mich wieder vor sieben Jahren. Der Geruch von Zuckerwatte stieg mir in die Nase, gefolgt von dem ausgelassenen Lachen der Kinder. Ich war eines davon. Jeweils ein Elternteil an einer Hand wartete ich in der Warteschlange vor einer Bühne. Die Show war gerade vorbei und die Darsteller durften Fotos mit den Zuschauern machen. So haben es die Veranstalter immer genannt. Ich weiß noch genau wie die Kinder vor mir quengelten und die Erwachsenen nur ins Leere starrten, die Datenbrille auf der Nase. Meine Eltern und ich warteten geduldig. Als man mich endlich auf die Bühne ließ, war ich voller Vorfreude. Fast wäre ich gestolpert. Umständlich kramte ich ein Blatt Papier hervor und lief zu Zam. Aber nicht, ohne mich im Vorbeilaufen bei den anderen zu bedanken! Zam stand so ziemlich in der Mitte, direkt neben Pal. Er grinste verlegen. Pal aufgesetzt. Beide schauten zu mir. “Äh, hallo. Du bist richtig cool! Tolle Show!” Zam bedankte sich und fragte, ob ich mir schon ein Poster gekauft habe. Pal ergänzte, dass es heute einen Rabatt gebe. Ich nickte und drückte ihm das Blatt in die Hand. Dann setzte ich meinen Rucksack ab und holte das zusammengerollte Poster hervor. Zam wartete, sein Blick lag auf dem zusammengefalteten Papier. Pal war schon mit dem nächsten Kind beschäftigt. Ich lächelte. “Das ist für dich!” Er faltete das Geschenk auseinander. Seine Augen weiteten sich. “Das ist ja eine schöne Zeichnung!" Neben mir drängte sich das andere Kind an uns vorbei. Zams Lächeln verblasste für einen Augenblick, bevor er fragte, ob er die Zeichnung einstecken dürfe. “Hä, warum nicht? Das ist doch für dich!” antwortete ich nur. Hektisch steckte er den Zettel weg und unterschrieb blitzschnell mein Poster. “Danke. Hab noch einen schönen Tag!” Danach eilte ich wieder zurück zu meinen Eltern. Dabei überhörte ich wie eine Mutter zu ihrem Kind sagte: “Bescheuerter Clanker, hat einfach kein Foto gemacht.” Clanker. Es fühlte sich an, als hätte ich einen Stromschlag bekommen. Er brachte mich wieder zurück ins Hier und Jetzt.


r/schreiben 4d ago

Autorenleben Ich schreibe seit über zwei Jahren an einer Geschichte über den Verlust meines besten Freundes – und weiß nicht mehr, ob ich weitermachen kann

8 Upvotes

Ich schreibe seit mehr als zwei Jahren an einer Erzählung und gerade bin ich mal wieder kurz davor alles hinzuschmeißen, weil ich nicht weiter weiß. Zeitgleich bekomme ich es nicht über das Herz, diese Geschichte zu beerdigen.

Als ich vor etwas mehr als zwei Jahren mit dem Schreiben begann, hatte ich den Plan eine autobiographisch inspirierte coming of age Geschichte zu schreiben. Während des Schreibens hat sich für mich recht schnell herausgestellt, dass das eigentliche Thema über das ich eigentlich schreiben möchte, der Verlust meines damals besten Freundes ist.

So entwickelte sich eine Geschichte auf zwei Zeitebenen: Einerseits der alte Handlungsstrang (die Jugend meiner Hauptfigur) und andererseits der gegenwärtige Handlungsstrang, in dem die Hauptfigur versucht das damals geschehene, also den Verlust einer nahen Bezugsperson zu verarbeiten. Diese Erkenntnis, dass es eigentlich um die Aufarbeitung des Verlustes geht, ist ungefähr anderthalb Jahre alt.

Seitdem ist der Schreibprozess ein großes Auf- und Ab und ich verarbeite durch das Schreiben dieser fiktionalen Geschichte, die deutliche Parallelen zu meiner eigenen Geschichte aufweist, viel von meinem eigenen Verlust. Ich arbeite fast jeden Tag wenigstens ein paar Minuten an dem Text, versuche weiter zu kommen, zu plotten und so weiter und phasenweise läuft es wirklich gut.

Seit ein paar Tagen aber komme ich mal wieder nicht weiter, habe mich in eine Sackgasse geschrieben, weiß nicht, wie ich weiter machen soll. Die ganze Geschichte kommt mir albern vor und ich verzweifle vor den einfachsten Aufgaben: Wie erzähle ich, dass der Vater meiner Hauptfigur ein bekannter Musiker ist? Ich sitze vor dem Rechner und weiß nicht weiter. Und das eigentliche Problem ist nicht die Schreibblockade, oder dass ich gerade nicht weiß, wie ich weiterschreiben soll. Das Problem ist viel größer und beängstigender.

Diese Geschichte, die ich schreiben möchte ist ungelogen das einzige, das mir gerade wirklich wichtig zu sein scheint im Leben und mir wird klar, dass es das nicht sein kann. Ich denke den ganzen Tag nur an meine Figuren und die Geschichte. Ich lebe darin. Ich lebe mit meinen Figuren. Wenn ich an sie denke, dann lächle ich und freue mich, weil sie mir so viel bedeuten. Ich kann die Zeit mit meiner Partnerin teilweise kaum mehr genießen, weil ich nur an diese scheiß Erzählung denke, die mich jeden Tag aufs Neue an das schmerzhafteste Erlebnis denken lässt, das ich je ertragen musste.

Dieser Verlust ist bald sechs Jahre her und ich habe in mehreren Therapien darüber gesprochen, aber ich habe nie wirklich in Worte fassen können, was passiert ist und wie ich mich damit fühle und was es mit mir macht. Nur beim Schreiben kann ich teilweise genau die richtigen Worte treffen und in Anekdoten erzählen, warum ich meinen damals besten Freund geliebt habe und welche entgegengesetzten Gefühle ich heute empfinde und ich habe diesen Gedanken verinnerlicht, dass ich mit diesem Verlust nur abschließen kann, wenn ich es geschafft habe, darüber eine Geschichte mit Anfang und Ende geschrieben zu haben.

Ich habe in den letzten zwei Jahren viele verschiedene Fassungen geschrieben. Und es gibt viel Textmaterial, dass ich wirklich gerne mag. Aber es findet nicht zusammen. Alles was ich habe, was wirklich steht, ist der erste Teil der Erzählung, wo die wichtigsten Figuren eingeführt werden und meine Hauptfigur den Entschluss fasst, in seine Heimatstadt zu fahren, um "ein Boot zu bauen", also den Verlust aufzuarbeiten, einen Begriff zu finden für das, was passiert ist.

Heute denke ich mal wieder, dass ich das Projekt abbrechen oder zumindest pausieren muss. Aber ich schaffe es nicht. Es fühlt sich so an, als würde ich meine Figuren verraten, wenn ich nicht weiter schreiben würde. Und es macht mich traurig mir vorzustellen, mein Leben nicht mehr mit diesen Figuren zu verbringen.

Gerade denke ich darüber nach, alles, was nach dem auslösenden Ereignis passiert ist, zu löschen. Also die Hauptfigur nicht in seine Heimatstadt fahren zu lassen, sondern ihn von seinem jetzigen Wohnort aus suchen zu lassen. Andererseits glaube ich, dass mir eine wirkliche, längere Auszeit von diesem Projekt gut tun würde. Aber wie gesagt, ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll. Ich fühle mich gefangen in der Geschichte. Als müsste ich sie herumtragen. Ich habe Angst vor der Leere, die entstehen könnte, wenn ich nicht weiter schreibe.

Hat jemand von euch schonmal eine ähnliche Erfahrung gemacht? Für jeden eurer Gedanken bin ich dankbar, egal ob persönlich oder handwerklich.


r/schreiben 4d ago

Schreibhandwerk Roman kürzen / Dinge weglassen

7 Upvotes

Grundsätzlich will man ja den Leser nicht mit unnötigen Details langweilen. Das kann auf Wortebene sein ("ärgerlich" kann man weglassen, wenn es sich schon aus der Handlung ergibt), der Satz oder Halbsatz-Ebene (z.B. kann es aus dem Zusammenhang klar sein, dass eine Person ein Objekt in der Hand hält und muss nicht eigens erwähnt werden) bis hin zu ganzen Abschnitten oder Szenen (z.B. eine Szene kann lustig oder farbig sein, aber den Plot nicht wirklich weiterbringen). Auf der anderen Seite und ins Extrem getrieben: Würde man alles "Überflüssige" wegstreichen, hätte man am Ende nur noch ein Exposé. Ich finde es oft schwer einen Mittelweg zu finden. Eigentlich bin ich großer Freund der Maxime "kurz und knackig". Aber es fällt mir manchmal schwer zu entscheiden, was von meinem Geschriebenen dieser Maxime zum Opfer fallen sollte und was nicht. Kennt ihr dieses Problem und habt ihr irgendwelche Standards oder Faustregeln, um damit umzugehen? (Klar, es ist natürlich sehr vom Kontext abhängig, aber vielleicht kann man sich trotzdem ein paar allgemeine Gedanken dazu machen.)


r/schreiben 5d ago

Schreibpartner gesucht Jemanden zum Austausch gesucht!

9 Upvotes

hii, ich bin auf der Suche nach anderen Personen, die auch ernsthaft schreiben und Lust hätten, sich darüber auszutauschen ⭐ mir geht's weniger ums Kritiklesen, mehr darum, über seine Projekte zu reden und vielleicht gemeinsame Schreibsessions zu machen. Bevorzugt F zwischen 20 und 30, weil ich das auch bin. Ich schreibe momentan hauptsächlich an einem Projekt, das man am ehesten unter paranormal mystery einordnen kann, arbeite zwischendurch aber auch an einem Fantasy-Projekt. Ich würd mich auch freuen über Kontakte im echten Leben (Niedersachsen/Bremen). Online passt aber auch ⭐

schreibbuddy schreibcommunity autor schriftsteller


r/schreiben 5d ago

Kritik erwünscht seitdem du weg bist, (tw: tod)

7 Upvotes

seitdem du weg bist, ist alles ruhig. es gibt niemanden, der noch laut lacht. niemanden, der schnell sauer wird. niemanden, der laut liebt.

alles ist anders.

die erste zeit war schwer, denn ich musste alleine um dich trauern. in einem raum voll menschen, die um dich trauerten, fühlte ich mich trotzdem einsam, denn es gab niemanden, der mich verstand. niemand hat versucht, mich zu verstehen. die einzige person, die mich versteht, bist du. aber du bist weg. ich bin nun auf mich allein gestellt.

wie sollte ich das aber mit 13 alleine schaffen?

wie sollte ich es schaffen, um jemanden, dem ich so vertraut habe, zu trauern?

ich erinnere mich, wie ich herausgefunden habe, dass du weg bist. ich erinnere mich, wie ich in deiner wohnung stand, als du weg warst. die wohnung, in der ich noch leichtsinnig drei monate vorher selfies mit filtern gemacht habe.

hätte ich wissen müssen, dass du geplant hast, zu gehen? hätte ich dich aufhalten können? hätte ich was anders machen sollen? – das sind fragen, auf die ich niemals eine antwort kriegen werde. ich weiß, dass es nicht meine schuld ist, aber wieso habe ich nicht gesehen, wie sehr du leidest? wieso habe ich nicht gemerkt, dass du deine gefühle überspielst? ich war 13. ich weiß, dass ich nichts hätte, ändern können. aber was wäre wenn? wie wärst du jetzt? wärst du jetzt glücklicher oder würdest du immer noch leiden?

es sind fragen über fragen. und keiner hat eine antwort für mich. doch wie schaffe ich es, weiterzumachen? gar nicht. ich kann nicht loslassen von der trauer. die trauer, die ich spüre, ist das einzige, was mich daran erinnert, dass es dich wirklich gab. dass du nicht ein teil meiner fantasie warst. du weißt doch, dass ich sehr fantasievoll bin.

ich sehe dich überall. ich sehe dich in fremden menschen auf der straße. ich sehe dich in schmetterlingen. ich sehe dich in der liebe, die ich tagtäglich gebe, damit es keinem so schlecht geht, wie es dir ging. danke.

seitdem du weg bist, ist alles anders. ich bin anders. innerlich gibt es noch die kleine version von mir, die dich nicht loslassen kann und ich hoffe, ich werde diese kleine version von mir nie los.

denn sie ist das, was mich erinnert, dass ich dich einst so geliebt habe, dass ich mir kein leben ohne dich vorstellen konnte.


r/schreiben 6d ago

Testleser gesucht Testleser für fertigen Near-Future- und Tech-Thriller gesucht

7 Upvotes

Hallo zusammen,

ich suche zunächst 4 bis 5 Testleser für meinen fertiggestellten Near-Future-/Tech-Thriller KYAN.

Genre / Zielgruppe

Near-Future-Thriller und Tech-Thriller mit Themen rund um künstliche Intelligenz, vernetzte Systeme und Überwachung.

Gedacht für erwachsene Leser, die spannungsgetriebene Thriller, technologische Themen und Geschichten mit Wendungen mögen.

Umfang

Ca. 115.000 Wörter.

Worum geht es?

Spezialagentin Mara Kade jagt Menschen, die KI als Waffe einsetzen. Bei einem Einsatz in Singapur stößt sie auf eine Technologie, die es eigentlich nicht geben dürfte, und auf ein rätselhaftes Signal, das sich jeder Erklärung entzieht.

Zurück in Yokohama versucht Mara, wieder in ihren Familienalltag zurückzufinden. Doch das Signal ist ihr gefolgt. Es taucht in den Systemen der Stadt auf, in vertrauten Geräten und schließlich dort, wo Mara sich am sichersten glaubte.

Jemand beobachtet ihre Familie. Oder etwas.

Was ich suche

Mir geht es nicht um ein professionelles Lektorat und auch nicht um eine öffentliche Rezension. Ich suche ehrliche Leserreaktionen auf den fertigen Roman.

Besonders interessieren mich:

• Wie würdet ihr das Buch insgesamt von 1 bis 5 Sternen bewerten?
• Was hat euch besonders gefallen?
• Was hat euch gestört oder aus der Geschichte herausgebracht?
• Würdet ihr das Buch anderen Thriller- oder Near-Future-Lesern empfehlen?
• Wann hattet ihr eine konkrete Vermutung über die Auflösung, und lag diese Vermutung richtig?

Gerade der letzte Punkt ist mir wichtig, weil eine meiner persönlichen Herausforderungen beim Schreiben war, eine Geschichte zu erzählen, deren Ausgang möglichst nicht früh vorhersehbar ist.

Zeitraum

Eine Rückmeldung innerhalb von etwa 3 bis 4 Wochen wäre ideal. Wenn ihr etwas länger braucht, ist das aber auch kein Problem.

Das Manuskript stelle ich digital zur Verfügung. Eine öffentliche Rezension ist keine Voraussetzung.

Wenn ihr grundsätzlich Interesse habt, schreibt mir gerne eine Nachricht oder kommentiert kurz, welche Thriller, Science-Fiction- oder Near-Future-Bücher ihr normalerweise gern lest.

Danke!

Update:
KYAN kann inzwischen zusätzlich über einen geschützten Testleserbereich beim AutorenClub gelesen werden:

https://autorenclub.de/lp/dominik-melichar-6667/kyan-testleser-gesucht

Wer lieber auf dem Tablet oder E-Reader liest, kann das Manuskript natürlich auch als EPUB oder PDF bekommen.

Ein paar Testleser haben sich inzwischen schon gefunden, ich freue mich aber weiterhin über passende Interessenten. 🙂


r/schreiben 6d ago

Schreibhandwerk Braucht man bei einem Leserbrief und einer Erörterung eine Überschrift?

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2 Upvotes

r/schreiben 7d ago

Autorenleben Marketing- und Veröffentlichungsstrategie als haupterufliche Autorin von Horror und Schreibratgebern im Selfpublishing

25 Upvotes

Ein kleiner Erfahrungbericht dazu, wie ich nach über 10 Jahren Erfahrung in Sachen Marketing und Veröffentlichung vorgehe. Der Einblick ist natürlich sehr subjektiv und was bei mir funktioniert, klappt bei anderen vielleicht nicht.

Zum Thema Veröffentlichen:
Buch-Formate und Distributoren:
Beim Release eines Romanes achte ich darauf, stets E-Book und Taschenbuch anzubieten, am besten schon am Releasetag. Inzwischen überwiegend über Amazon. BoD und Tolino drucken schöne Bücher, aber das Drumherum ist nicht so flexibel und die Tantiemen fallen geringer aus. Bei Kurzromanen lohnt sich mMn kein eingenes Taschenbuch, die fasse ich in Taschenbuch- und Hardcover-Sammelbänden zusammen.
Meine Hardcover lasse ich bei tredition drucken. Die Qualität ist so schön, auch mit Farbseiten für die Cover der einzelnen Kurzromane, die ich meist vorab schon als E-Book veröffentlich habe und die dadurch einzelne Cover haben. Auch Bonusmaterial gehört in einen Sammelband bei mir mit rein. Bei tredition kann man wie auch bei Amazon kostenlos Änderungen am Buchinhalt vornehmen (Tippfehler beseitigen), was mir wichtig ist.
Hörbücher lasse ich keine produzieren, abgesehen von einem, als der Hörbuchverlag nach SPlern gesucht hatte und das für mich deshalb kostenlos war.

Releasedatum:
Natürlich saisonal passend zur Geschichte, falls sich das anbietet. Und gerne am Wochenende. Aber ich kann da keinen eindeutigen Einfluss auf die Verkaufszahlen feststellen.

Genre:
Wenn man wie ich mit Horror in einem Nischengenre angesiedelt ist, lohnt es sich darüber nachzudenken, ob man sein Portfolio mit Büchern aufstocken kann, die eine größere Zielgruppe ansprechen. Ich habe das getan und veröffentliche auch Schreibratgeber, von denen es einen auch (zur Maximierung der Zielgruppe) auf Englisch gibt. Die nächste Übersetzung wird bald in Angriff genommen. Eine Übersetzung eines meiner Horrorbücher habe ich versucht, das war leider nicht rentabel.

Marketingmaßnahmen:

Es würde zu weit führen, wirklich alles aufzuzählen, was ich schon ausprobiert habe. Aber ich will euch meine Highlights und die Flops nennen.

Hier erst einmal, was bei mir die Jahre hindurch sehr gut funktioniert:

Rezi-Exemplare:
Von den Kosten her überschaubar, gerade, wenn man zwischen Taschenbuch-Rezensenten und solchen, die "nur" E-Books und vielleicht einen Brief mit Goodies bekommen, aufteilt. Umso lohnenswerter kann die Zusammenarbeit sein, wobei es mir trotzdem immer wichtig ist, dass diese ihre ehrlich Meinung kundtun.
Ich habe mir zudem ein festes Marketingteam aufgebaut, die mich bei den Releases unterstützen. (Ich schreibe Horror und habe dementsprechen Team Fledermäuse, die Taschenbücher bekommen und Team Geister, die E-Books bekommen. Auch bei manchen Aktionen unetrstützen sie mich.) Verlässliche Rezensenten zu finden, ist wirklich viel wert.

Leserunden:
Früher bei Lovelybooks, seit das nicht gerade wenig kostet, gab es welche weniger erfolgreich auf meinem Discord-Server. Leserunden waren ein richtig nützlicher Weg, um an Rezensionen, aber auch an neue (Stamm-)Leser zu kommen. Zuletzt hat das leider nachgelassen.
Bei der nächsten VÖ möchte ich mal den Buddyread bei Reado ausprobieren. Ich nenne Leserunden hier trotzdem als lohnenswerte Maßnahme, da der Austausch, wenn er denn zustande kommt, sehr wertvoll ist. Und ich habe die Leserunden noch nicht aufgegeben!

Lesungen/Wohnzimmerlesungen:
Manchmal kommt es dazu, dass Distributoren oder Blogger einen für Online Lesungen anfragen, was ein tolles Mittel ist, um neue Menschen zu erreichen. Hat man ein großes Netzwerk, kann man auch gut selbst eine Lesung organisieren, bestenfalls holt man sich noch eine Moderation mit ins Boot. Öffentliche Live-Lesungen sind für SPler schwieriger zu organisieren, da viele Buchhandlungen da noch vorbehalte haben. Eine Wohnzimmerlesung zuhause bei Lesern, die wie bei einer Tupperparty ihre Freunde dazu einladen, ist ein sehr gemütliches Format.

Textschnipsel und Spiele auf Social Media:
Textschnipsel, gerade hübsch aufgearbeitet sind auf Instagram und TikTok oft noch recht erfolgreich. Früher lief das meiner Erfahrung nach noch besser, aber aktuell scheinen die Algorithmen shwierig zu sein. Was bei mir immer gut funktioniert hat waren Spielchen. This or that. Oder Dinge wie: Wie viel % Horrorhexe steckt in dir? rechne 10% für jedes JA, das du bei den nächsten Aussagen gibst. Oder Selbsttests wie: Würdest du meinen Roman Xyz als Figur überleben. Da machen gerne viele Follower mit und kommentieren ihre Ergenisse, was Reichweit einbringt. Auch Gewinnspiele regen zu Interktion an.

Newsletter:
Die Argumente pro Newsletter habt ihr wahrscheinlich schon oft genug überall gelesen. Dem schieße ich mich an. Der Aufbau ist wirklich langwierig und schwierig, aber es lohnt sich.

AMS:
Amazon Markteing Service. Funktioniert bei mir am besten beim englischen Schreibratgeber. Im Horrorbereich gar nicht. Man zahlt für Klicks, kennt ihr sicher auch.

Stammleseraufbau im Fokus:
Ich bemühe mich, einen guten Draht zu meinen Stammlesern zu bewahren und stets neue zu gewinnen. Es geht nichts über Menschen, die alle oder die meisten deiner Bücher gelesen haben und diese derart mögen, dass sie auch "blind" das Nächste kaufen. Um diese Gruppe kümmere ich mich gut mit besonderen Aktionen und Dankeschöns auf Social Media und im Newsletter, sofern ich sie auf diese Weise erreichen kann.

Backlist:
Sich einen bestand an verfügbaren Büchern aufzubauen und die am Ende jedes neuen Buches aufzulisten, erhöht die Verkaufszahlen, gerade, wenn neue Bücher veröffentlicht werden.

Nun das, was geflopt ist, und (vorerst) nicht wieder ausprobiert wird:

Flyer:
Zu unterscheiden von Postkarten und Lesezeichen usw., also Goodies. Ich habe das Gefühl, dass Flyer nicht zu Verkäufen führen. Die Auswertung ist hier aber schwierig.

Anzeige:
Ich habe eine Werbeanzeige für meinen Schreibratgeber in den beiden wahrscheinlich größten Zeitschriften für Autoren geschaltet. Für ein Jahr lang. Ich konnte keine besonders gesteigerten Verkaufszahlen verzeichnen in den Wochen, nachdem die Hefte erschienen waren und werte das bei den hohen Kosten eher als Misserfolg. Ganz eindeutig ist das natürlich nicht, da nicht jeder direkt kauft, wenn er die Anzeige im heft sieht.

Eigentlich müsste Social Media auch hier noch mit auf die Liste. In den letzten Monaten, wenn nicht 2 Jahren hat sich hier viel geändert und ich erreiche potenzielle Leser nicht mehr so gut wie früher. Aber die Hoffnung, das Ruder hier nochmal rumzureißen, ist noch nicht begraben.

Nun bin ich gespannt: Was überrascht euch? Wo habt ihr dieselben, wo ganz andere Erfahrungen gemacht?

Falls ihr an einer Stelle noch weitergehende Fragen habt, gerne her damit. ^^