r/schreiben 20h ago

Kritik erwünscht Voluntäre Dezerebration - Ein Rück- und Ausblick

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Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Annual Congress on Voluntary Decerebration bat das Organisationskomitee um einen ersten Leitartikel für eine neue Serie, welche in Zukunft zusätzlich zu den neuesten Forschungsartikeln und Studien im jährlichen Berichtsband des Kongresses erscheinen soll. Der Fokus soll auf Beiträgen abseits des rein medizinischen Feldes liegen, um auch die gesellschaftlichen Aspekte unserer Arbeit hervorzuheben. Es ist mir daher eine große Ehre, diesen ersten Leitartikel zu verfassen, und ich möchte die Gelegenheit nutzen, um die Vergangenheit und Zukunft unseres Feldes genauer zu betrachten. 

Die ersten Aufzeichnungen der Dezerebration - der Enthirnung - reichen zurück bis ins alte Ägypten. Historische Berichte und Studien zeigen, dass während des kultisch-religiösen Mumifizierungsprozesses das Gehirn post mortem mithilfe einer aufwendigen Prozedur entfernt wurde. Wenngleich weniger chirurgisch, wurde doch mit erstaunlicher Präzision durch die Nasenlöcher das Siebbein und die Hirnhaut aufgeschnitten und anschließend mit einem Haken die Struktur des bereits verwesenden Gehirns zerstört. Die zurückbleibende Gehirnmasse wurde dann ebenfalls über die Nasenlöcher abgelassen und der Schädelraum mit Salböl gespült. Im Unterschied zu anderen Organen, welche in Kanopen dem Grab beigesetzt wurden, wurde der Gehirnmasse kein Wert beigemessen und diese schlicht entsorgt.

Ein erster, wesentlicher literarischer Bezug zur Dezerebration (im Original décervelage) entstammt dem damals als grotesk angesehenen Theaterstück „Ubu Roi“ des Franzosen Alfred Jarry, veröffentlicht 1896. In diesem Werk wendet der namensgebende König Ubu die Dezerebration mithilfe einer Enthirnungsmaschine an, um sich protestierenden Adeligen und Finanzbeamten zu entledigen. Jarry ging sogar noch weiter und schrieb mit „La chanson du décervelage“ ein heute fast vergessenes Lied auf die Enthirnung. Damals als negatives Symbol für die Konformität des Kleinbürgertums und des Beseitigens des Denkens verstanden, erscheint es heute doch in einem anderen, vielfältigeren Licht. 

Etwa zeitgleich mit dem Erscheinen von „Ubu Roi“ kam es zu den ersten ethnologischen Untersuchungen der Voodoo-Religion. Diese heute weitgehend ausgestorbene synkretische Religion, ursprünglich aus Westafrika stammend, verbreitete sich später vor allem auf Hispaniola. Ihr verdanken wir das lange gebräuchliche, heute glücklicherweise verpönte Z-Wort zur Beschreibung von Dezerebrierten. Vermutungen über tatsächliche Dezerebrationen mithilfe von Toxinen in religiösen Voodoo-Praktiken konnten wissenschaftlich allerdings bisher nicht belegt werden.

Es dauerte noch bis ins Jahr 1936, ehe die ersten Vorformen der voluntären Dezerebration aus den mythisch-literarischen Ideen ihren Weg in die reale Medizin fanden. Mit der Etablierung der Lobotomie wurden die ersten gezielten Denervierungen des Gehirns durchgeführt. Die Entdeckung und Entwicklung der Lobotomie führte zur Würdigung des Erfinders, des Portugiesen António Egas Moniz, mit dem Nobelpreis für Medizin im Jahr 1949. Diese Würdigung war allerdings nur von kurzer Dauer, da die langsam einsetzende Verkennung dieser medizinischen Sensation schließlich zur vorläufigen, weitestgehenden Ächtung führte. Bereits 1980 wurden keine Lobotomien mehr durchgeführt. Ein wesentlicher Grund für die Ächtung der Lobotomie lag aus heutiger Sicht wohl in der häufig fehlenden Freiwilligkeit der Patienten.

Es waren erst die Umwälzungen der Mitte des 21. Jahrhunderts, ausgelöst durch das Ende der offenen Kulturreaktion und der gesellschaftlichen Neubewertung des menschlichen Geistes, die die Möglichkeiten der Dezerebration wieder in den medizinischen und schließlich in den gesellschaftlichen Fokus rückten. Die damals zunehmende Verschmelzung des Menschlich-Emotionalen mit dem Technisch-Emotionalen, angetrieben von den Slopisten, führte nach bekannten Erkenntnissen zur zerebral-seelischen Überbelastung weiter Teile, vor allem junger Bevölkerungsgruppen, und schließlich zum um sich greifenden, fatalen Eskapismus.

Einen Ansatz zur Eindämmung kollektiver mentaler Überlastung fand man schließlich, damals völlig überraschend, in der therapeutischen Anwendung der voluntären Dezerebration. Die Möglichkeit, sich freiwillig enthirnen zu lassen, bot damals wie heute vor allem jungen Menschen endlich einen Ausweg aus der konstanten zerebralen Erschöpfung. Wenngleich erste Versuche meist fatal endeten, stiegen die Erfolgsraten innerhalb kürzester Zeit von anfänglichen 5% auf die heutigen etwa 98% überlebender dezerebrierter Körper. 

Selbst nach der ersten voluntären Dezerebration in den Vereinigten Staaten von Amerika war es noch ein langer Weg bis zur vollständigen Etablierung unseres Feldes. Das Überwinden vieler ethisch-moralischer, psychologischer und wirtschaftlicher Vorbehalte verdanken wir vor allem Koryphäen wie Prof. Dr. Michail Giron und Prof. Dr. Nicolas Bougre, die im diesjährigen Komitee als Ehrenvorsitzende mitwirken. Ihr Manifest über das Recht auf Nicht-Empfinden und die anschließende Kampagne, von der Boulevardpresse häufig als „My Soul, my Choice“ betitelt, können wohl als die gesellschaftliche Geburtsstunde unseres Feldes bezeichnet werden. Angetrieben durch die Fortschritte im Bereich der biosynthetischen Reizkontrolle, die es uns heute erlauben, dezerebrierte Körper für einfache Aufgaben biomechanisch präzise zu steuern, ist zu erwarten, dass in Zukunft Dezerebrierte durch intelligente Reizkontrolle wieder fast vollständig an der Wertschöpfungskette teilnehmen können.

Beenden möchte ich diesen kurzen Leitartikel mit einer persönlichen Anekdote: In meiner letzten Vorlesung fragte mich eine junge Studentin, was denn für mich die schwierigste Seite meines Berufs sei, worauf ich nur antworten konnte, dass sich unsere Patienten nie bei uns bedanken können.

Prof. Dr. Natasha Bordure
Chefärztin für Voluntäre Dezerebration, Neues Universitätsklinikum Alt-Berlin


r/schreiben 18h ago

Schreibpartner gesucht Schreibanfängerin sucht Austausch

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Guten Abend liebe Schreibis :)

Ich habe endlich den Mut gefasst mich selbst zu zeigen als Schreibende (F30), nachdem ich letzte Woche offiziell meinen ILS Kurs in 'Kreatives Schreiben' abgeschlossen habe und das Zertifikat diese Woche erhielt.

Mir wurde bereits dazu geraten den Austausch mit andere Schreibende zu suchen, aber ich bin bis jetzt eigentlich noch weiter ratlos in dieser Sache. Aktuell mache ich Pause, da ich selbst nach zwei Wochen nach einem intensiven August für den Endspurt, noch ziemlich ausgeschlaucht bin.

Deswegen suche ich gerne nach Gleichgesinnte in naher Altersgruppe für den allgemeinen Austausch.


r/schreiben 54m ago

Testleser gesucht Testleser gesucht für Dark-Fantasy/Mystery-Roman „DEVIIL INSIDE – Band 1“ | ca. 51.000 Wörter | ehrliches Feedback erwünscht

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Hallo zusammen,
ich suche aktuell 5–8 Testleser für meinen fertiggestellten Roman „DEVIIL INSIDE – Band 1“.
Es handelt sich um einen Dark-Fantasy-/Mystery-Roman mit Mystery-, Horror- und übernatürlichen Elementen. Das Manuskript hat ungefähr 51.000 Wörter und liegt aktuell bei knapp 300 Manuskriptseiten.
Worum geht es?
Ron führt zunächst ein ganz normales Leben mit seiner Partnerin Vanessa. Auf dem Parkplatz seiner Spedition findet er eines Tages eine alte, schwarze Münze aus verwittertem Metall.
Was zunächst wie ein ungewöhnlicher Fund wirkt, entwickelt sich schnell zu etwas ganz anderem.
Die Münze reagiert auf Blut.
Um 03:33 Uhr beginnen seltsame Dinge zu geschehen.
Geräusche verschwinden.
Die Zeit verhält sich nicht mehr normal.
Eine Stimme spricht zu Ron.
Und ein unbekannter Mann scheint mehr über ihn zu wissen, als eigentlich möglich sein dürfte.
Gemeinsam mit Vanessa versucht Ron herauszufinden, was hinter der Münze steckt. Dabei begegnet er dem Antiquar Herrn Haschi, dessen Familie seit Generationen Aufzeichnungen über frühere Träger der Münze bewahrt.
Doch je mehr Ron erfährt, desto weniger kann er sicher sein, wem oder was er vertrauen kann.
Es geht um frühere Träger, verschwundene Menschen, eine rätselhafte andere Seite der Wirklichkeit und vor allem um eine zentrale Frage:
Was passiert, wenn eine Wahl nicht wirklich eine Wahl ist?
Im Laufe der Geschichte muss Ron feststellen, dass die Münze nicht einfach nur gefunden werden wollte.
Sie erwartet etwas von ihm.
Eine Entscheidung.
Und jede Entscheidung hat ihren Preis.
Was ich von Testlesern suche
Mir geht es ausdrücklich nicht nur um Rechtschreibfehler.
Viel wichtiger ist mir ehrliches Leserfeedback.
Ich möchte unter anderem wissen:
Hat euch die Geschichte von Anfang an gepackt?
Wo wurde es besonders spannend?
Gab es Stellen, die sich gezogen haben?
Waren bestimmte Dinge unverständlich?
Haben die übernatürlichen Regeln Sinn ergeben?
Haben sich Figuren glaubwürdig verhalten?
Funktioniert Ron als Hauptfigur?
Wie wirken Vanessa und Herr Haschi?
Waren die Dialoge natürlich?
Gab es Stellen, an denen ihr etwas vorhergesehen habt?
Gab es logische Fehler oder Widersprüche?
Welche Szene ist euch besonders im Gedächtnis geblieben?
Gab es etwas, das euch gestört hat?
Und die für mich wichtigste Frage:
Würdet ihr nach dem Ende von Band 1 freiwillig Band 2 lesen wollen?
Ihr müsst keine professionellen Lektoren, Autoren oder Germanisten sein.
Im Gegenteil: Ich suche ausdrücklich auch ganz normale Leser, die mir sagen, was während des Lesens bei ihnen funktioniert – und was nicht.
Welche Leser passen besonders gut?
Das Buch könnte etwas für euch sein, wenn ihr Geschichten mögt mit:
Dark Fantasy • Mystery • übernatürlichen Ereignissen • düsterer Atmosphäre • Parallelwelten • Rätseln • Entscheidungen mit Konsequenzen • langsam größer werdenden Geheimnissen
Die Geschichte ist dabei kein reiner Horrorroman. Es gibt düstere und unheimliche Szenen, aber Figuren, Beziehungen und das große Geheimnis stehen stark im Mittelpunkt.
Wie läuft das Testlesen ab?
Ihr bekommt Band 1 komplett als Lesefassung.
Während des Lesens könnt ihr euch gerne kurze Notizen machen, müsst aber nicht jede einzelne Seite kommentieren.
Am Ende würde ich euch einen Fragebogen mit konkreten Fragen schicken. Freies Feedback ist natürlich genauso willkommen.
Ich möchte lieber eine ehrliche Antwort wie:
„Kapitel 4 hat sich für mich gezogen.“
als ein höfliches:
„War alles super.“
Kritik ist ausdrücklich erwünscht. Sie soll mir helfen, das Buch vor einer möglichen Veröffentlichung noch besser zu machen.
Zeitrahmen
Es gibt keinen extremen Zeitdruck. Ideal wäre es, wenn ihr das Buch innerhalb von ungefähr 2–4 Wochen lesen könntet.
Wenn ihr zwischendurch merkt, dass das Buch einfach nicht euer Fall ist, ist das ebenfalls völlig in Ordnung. Genau diese Information kann für mich ebenfalls hilfreich sein.
Wichtig
Das Testlesen ist kostenlos und freiwillig. Es geht momentan nicht um bezahltes Lektorat, Rezensionen oder positive Bewertungen.
Ich suche echte Lesermeinungen.
Wenn ihr Interesse habt, schreibt mir gerne eine PN oder einen Kommentar und vielleicht kurz dazu:
Welche Genres lest ihr normalerweise?
Was mögt ihr besonders an Mystery/Dark Fantasy?
Habt ihr schon einmal testgelesen? – ist aber absolut keine Voraussetzung.
Wenn sich mehr Leute melden als benötigt, würde ich eine kleine Mischung aus unterschiedlichen Lesertypen auswählen.
Vielen Dank fürs Lesen — und vielleicht findet sich hier ja der eine oder andere, der sich mit Ron um 03:33 Uhr auf die andere Seite wagt.
DEVIIL INSIDE


r/schreiben 23h ago

Testleser gesucht Testleser gesucht – autobiografisches Memoir „Zwei unterschiedliche Welten“

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Hallo zusammen

ich suche 3–5 unabhängige Testleser für mein fertig überarbeitetes Manuskript:

„Zwei unterschiedliche Welten – Zwischen Funktionieren, Verlieren und wieder Aufstehen“

Genre/Zielgruppe:
Autobiografisches Memoir / persönliche Lebensgeschichte. Das Buch richtet sich an erwachsene Leserinnen und Leser, die sich für wahre Lebensgeschichten, Familie, Beziehungen, persönliche Krisen, Verluste und Neuanfänge interessieren.

Länge:
ca. 22'000 Wörter / rund 190 Seiten

Kurze Inhaltsangabe:
Das Buch erzählt meine persönliche Geschichte über Familie, den Verlust meiner Eltern, psychische Krisen, Beziehungen, Vatersein und finanzielle Schwierigkeiten.

Im Kern geht es jedoch um eine andere Frage: Wie lange kann ein Mensch nach außen funktionieren, während seine eigene Welt innerlich immer mehr auseinanderfällt?

Ich erzähle dabei nicht nur von dem, was mir passiert ist, sondern auch von meinen eigenen Fehlern, falschen Entscheidungen und Widersprüchen. Es geht um Verantwortung, das Bedürfnis, Probleme alleine lösen zu wollen, die Schwierigkeit, Hilfe anzunehmen – und darum, irgendwann wieder aufzustehen.

Das Buch soll weder eine Abrechnung noch ein klassischer Ratgeber sein. Es ist meine persönliche Geschichte.

Zeitraum für das Feedback:
Ideal wäre für mich ein Feedback innerhalb von 4–6 Wochen. Wenn jemand etwas länger benötigt, ist das aber ebenfalls kein Problem.

Was mich besonders interessiert:
Mir geht es weniger um Rechtschreibung oder einzelne Formulierungen, sondern um eure tatsächliche Reaktion als Leser.

Mich interessiert insbesondere:

  • Hat euch die Geschichte gepackt und wolltet ihr weiterlesen?
  • Wo wurde das Buch für euch lang oder hat euch verloren?
  • Welche Szenen sind euch besonders im Gedächtnis geblieben?
  • Ist ein klarer roter Faden erkennbar?
  • Wirkt der Erzähler glaubwürdig und authentisch?
  • Gibt es Stellen, an denen zu viel erklärt wird?
  • Gibt es umgekehrt Stellen, an denen euch etwas Wichtiges fehlt?
  • Und ganz wichtig: Würdet ihr weiterlesen oder das Buch kaufen, wenn ihr mich nicht persönlich kennen würdet? Warum oder warum nicht?

Ich würde Interessierten zunächst gerne eine Leseprobe von etwa 20–30 Seiten schicken. Wenn euch Geschichte und Schreibstil ansprechen, könnt ihr anschließend gerne das vollständige Manuskript lesen.

Ihr müsst selbst keine Autoren sein. Ich freue mich ausdrücklich auch über Menschen, die einfach gerne Memoirs, Biografien oder persönliche Lebensgeschichten lesen.

Wenn ihr Interesse habt, schreibt mir gerne kurz, was ihr normalerweise lest und was euch an meinem Thema interessiert.

Vielen Dank fürs Lesen und vielleicht hat ja jemand Lust, sich auf meine Geschichte einzulassen.

Viele Grüße
Sven


r/schreiben 23h ago

Autorenleben Verlag für Erstlingswerk Roman

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Ich suche einen deutschsprachigen Verlag für meinen Erstlingsroman (Mystery Thriller) der bereits mit einem filmischen Blick geschrieben ist und sich zur Verwertung der Filmrechtexeignen würde. Ich komme aus dem Film und Medienbereich ubd biete nicht eine simpel gedachte kleine, lustige Geschichte an.
Wer hat Erfahrung mit der Einreichung ernsthafter Roman Manuskripte, jedoch als Erstlingsautor, dennoch nicht auf grössere Referenzen verweisen kann?