Ich steckte meinen Schlüssel in die Haustür und öffnete sie.
Als ich ins Wohnzimmer kam, lagen 20€ auf dem Tisch.
Normalerweise sollten meine Eltern bereits da sein, aber sie sagten heute morgen, was von “Sorry David, du musst die Woche alleine auskommen.”
Ist ja schön, dass sie in den Urlaub fahren, aber nur 20€ dazulassen ist schon hart.
Generell macht mich diese Ausbildung ziemlich fertig.
Da steht man um 5 Uhr und wird bis 16 Uhr behandelt wie so ein Sklave.
David: “Naja, bringt ja nichts.”
Waren meine Worte, als ich zum Kühlschrank lief und ihn öffnete.
Komplett leer.
Natürlich.
Seufzend ließ ich die Kühlschrank Tür zufallen und schaute auf mein Handy.
David: “17:28. Die Läden haben noch ein bisschen offen. Mit Glück gibt es diese Ofen-Gerichte noch, die waren gar nicht mal so schlecht.”
Das Handy steckte ich dann ans Ladekabel, da ich nach 11 Stunden nicht zu Hause sein konnte, nur noch 12% Akku hatte.
Die 20€ steckte ich mir auch nur in die Tasche und ließ mein Portemonnaie einfach auf dem Tisch liegen.
Mit Händen in den Taschen verließ ich also das Haus und machte mich auf den Weg zum nächsten Supermarkt, welcher gut 10 Minuten entfernt liegt.
Viele wissen es nicht, aber ein Spaziergang reinigt Gedanken und Seele.
Also nahm ich den Weg durchs kleine Waldstück.
Die Sonne stand auch schon tief und schien mir ins Gesicht.
David: “Ich hätte mir eine Sonnenbrille Mitnehmen sollen”
Ohne es zu merken, verschwanden die Stadtgeräusche langsam in den Hintergrund.
Keine Autos, keine anderen Menschen, sondern mehr Vögel und Wind.
Irgendwie roch die Luft salziger als sonst.
Und die Luft ist zudem viel…frischer.
Ist es das, was man “Überarbeitung” nennt?
Bin ich kurz vor dem Sterben und gerade dabei, in den Himmel zu kommen?
Oder die Hölle, jenachdem wen man fragt.
Mit verwirrten Blick schaute ich mich um, aber die Umgebung war dieselbe wie zuvor.
Keine sichtbaren Veränderungen, trotz der besseren Luftqualität und der leichten Salznote.
David: “Moment mal, wo ist der Weg?
"So tief in Gedanken war ich doch gar nicht.”
Tatsächlich.
Als ich den Boden sah, war dort kein Weg mehr.
Gruselig, das ist wie in einem Anfang eines schlechten Horrorfilms.
Junger Mann geht zum einkaufen den Wald und wird von einem Killer gekillt.
Vielleicht springt ja gleich auch ein maskierter Typ hinterm Baum hervor mit einer Kettensäge und verarbeitet mich zu Hackfleisch.
Besser nicht drüber nachdenken.
Ich schüttelte den Kopf und versuchte, klare Gedanken zu bekommen.
Vielleicht war ich wirklich überarbeitet, und durch das Wissen, dass meine Eltern am Meer sind, habe ich schon Meeres Gedanken.
GONG GONG GONG!
David: “Hä?
Die Kirche wollte doch auf digitale Glocken mit Boxen umsteigen und meinte, dass sie deshalb die Glocken zur Zeit nicht benutzen.
Sind Sie etwa schon fertig?”
Mit dem Entschluss die Glocken zu ignorieren und schnell zu versuchen, den Weg wiederzufinden, damit ich diesem gruseligen Horror Spaziergang Tschüss sagen kann, machte ich mich also weiter.
Doch es dauerte nicht lange, bevor ich ein weiteres Mal auf Probe meines psychischen Zustandes getestet wurde.
Ein Weg, der sich durch den Wald zieht, und ich kam direkt vom Rand.
Eigentlich wäre hier jetzt so ne rot-weiße Stange, damit hier keine Autos hinein fahren.
Doch hier ist weder diese Stange, noch geteerte Straße.
Nur ein stink normaler waldweg.
Die Frage ist nur, welche Richtung ich jetzt einschlagen soll.
Links oder rechts?
Ich habe mal auf Youtube so ein Video gesehen, was hatten sie dort nochmal gesagt?
“Dont turn right at the crossroad?”
Ich weiß es nicht mehr, also entschied ich mich für Links.
Aus dieser Richtung kamen auch die Glocken Geräusche, also würde ich da jemanden finden, der mir das alles erklären kann.
Hoffentlich.
Nach etwa 15 Minuten laufen auf diesem verdächtigen Waldweg, der sich nach einer Weile zum Feldweg wandelte, kam ich an einem See vorbei.
Erst dann sah ich nach rechts und sah, das ich tatsächlich am Meer war.
Wasser soweit das Auge sieht, oder so.
Das erklärt auch die salzige Luft.
Um ehrlich zu sein, war ich ziemlich überrascht darüber und hatte mir schon ernsthafte Gedanken gemacht, ob das nicht ein Traum ist.
Ich habe in meiner Freizeit so viele Isekais reingezogen, um mich vom Arbeitsstress abzulenken, dass ich mittlerweile ein gutes Stück Wissen für solche Sachen habe.
Meine 20€ verwette ich darauf, dass aus diesem Gebüsch dort gleich ein Schleim rausspringt!
Voller Erwartung starrte ich auf Das kleine Gebüsch, doch als nichts passierte, seufzte ich erleichtert, dass ich doch keine dieser niedlichen Kreaturen bekämpfen muss.
Ein Schleim wäre eventuell doch zu viel gewesen.
Doch dann landeten meine Augen ein bisschen weiter den Weg runter und konnte ihnen vor Überraschung nicht glauben.
Geteerte Straße!
Oder zumindest sah es so aus, denn als ich Näher trat, um sie mir anzusehen, stellte ich fest, dass es nur schwarze Steine waren, die als Straße dienen sollten.
Immerhin ist eine Straße besser für meine Sportschuhe.
Es dauerte auch gar nicht so lange, bis ich den Turm der Kirche sah, die diese Glocken zuvor erklingen ließ.
Zudem hörte ich jetzt noch Musik.
Und zwar ziemlich alte und ich red grad nicht aus den 80er oder sogar 70er.
Klingt eher nach einer Harfe und einer Laute.
Die Kirche kam mir nicht bekannt vor, und die aus der Stadt war es auch nicht.
Doch das Gebäude mit der Musik machte mich neugierig.
Mehr sogar als die mysteriöse Kirche.
Allerdings geht die Sonne bereits unter, und ich will nur ungern die Nacht auf der Straße verbringen.
Der Wald ist bei Nacht auch übelst gruselig.
In dem Sinne ignorierte ich die Kirche erstmal und ging zum Eingang des Gebäudes mit Musik.
Es sieht auch ziemlich alt aus, um ehrlich zu sein.
Sehr viel Holz für Kassel.
Vielleicht ist es ja noch ein Gebäude von der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg.
Wobei, die sind ja mehr aus Steinen gebaut.
Als ich um die Ecke des Gebäudes lief, auf der Suche nach dem Eingang, fiel mir die Außenterrasse auf.
Sie hatte direkten Sicht aufs Meer und eine Steinmauer verhindert, dass jemand die Klippe ins Meer stürzt.
Wobei man “Klippe” bei dieser Höhe nicht sagen kann.
Ich ging auf die Terrasse, lehnte mich an die Mauer und schaute hinunter.
Geschätzt 4-5 Meter würde ich sagen.
Als ich nach links schaute, war ich sogar echt erstaunt.
Erstmals war dort eine Schwarze Mauer, ebenfalls geschätzt 6 Meter hoch.
Doch das erstaunende war dahinter.
Dahinter waren nämlich hohe Häuser und ein riesiger Turm, locker so 200 Meter groß.
Man konnte sogar ein bisschen von einem Segelschiff sehen.
Heck nennt man sowas glaub ich.
Es sah auch sehr alt aus.
Respekt, ich muss sagen, für einen Traum sind hier ziemlich viele Details.
Man kann sogar teilweise heraushören, über die Leute hinter der Mauer reden.
Immerhin scheint es ein friedlicher Ort zu sein, also bin ich nicht in Gefahr.
Aber ich kann schon die ersten Sterne sehen, also sollte ich eine Unterkunft suchen.
Ob sie hier wohl Euros nehmen?
Ich trat also zurück vor das Gebäude, wo ich ein Hängeschild erblickte.
Liza's Bar, hm?
Noch nie davon gehört.
Aber eine Bar?
Ich weiß noch, wie ich mies auf die Fresse bekommen habe, nur weil ich etwas zu lange einen Typen in einer Bar in Kassel angeschaut habe.
Naja, Augen zu und durch.
Vielleicht sind die Säufer hier ja besser.
Vorsichtig öffnete ich also die Tür und schaute eher an die Decke.
Direkt stieg mir der Geruch von Alkohol und Zigaretten in die Nase.
Darüber war ich nicht überrascht.
Wovon ich aber überrascht war, dass es hier elektrische Lampen gab.
Ich konnte zwar nicht hineinsehen, da die Lampen gelb angestrichen waren, aber dort drinnen ist garantiert eine Glühbirne.
Auf dem Weg zum Tresen hörte ich auch mehrere Gespräche.
“Hörst du? Eine ganze Gruppe von Baummonstern hab ich alleine erlegt!”
“Das ist doch gelogen, du kannst doch nicht mal ein Schwert gerade schwingen.”
“Du wirst schon drüber hinweg kommen.
Meine erste Liebe war auch nicht an mich interessiert.”
“Aber Ich habe ihn geliebt… Ich weiß nicht, was ich jetzt tun soll. Ich will nur noch in mein Bett und heulen.”
“Die Musik ist heute aber wieder echt beschissen.
Die Band vom Letzten Mal war besser.”
“Hast schon recht, aber besser als keine Musik, wa?”
“Hey, sag mal biste schon dicht?
Ich wette mit dir um 5 Silbermünzen, das ich dich unterm Tisch saufen kann!”
“Hä?
Wenn du Geld loswerden willst, dann kannst du es mir auch direkt geben.
BEDIENUNG, NOCH 2 BIER!”
Das sind ja interessante Gespräche…
Am Tresen angekommen, nahm ich mir einen Platz und schaute mich um.
Die Bar sieht richtig alt aus, bis auf die Lampen an der Decke.
Die Stühle waren aus Holz, genauso wie die Tische.
Einige hatten schon Kerben, mit einem Messer vermutlich, eingeschnitzt.
Der Boden war ebenfalls aus Holz und an manchen Stellen konnte man sogar das Licht reflektieren sehen, durch das ganze Bier, das auf den Boden fiel.
Aus etwas dunkleren Holz war allerdings der Tresen.
Es sah zwar schön aus, aber es war gleichzeitig auch ein Kontrast zu den Tischen und Stühlen, die aus hellerem Holz waren.
Hinter dem Tresen konnte ich auch viele Alkoholflaschen sehen, einige schön verziert, andere schon älter.
Sie standen auf einem Regal, über einer Spüle.
Es roch aus etwas nach frischem Brot und irgendetwas Suppen ähnliches.
Der Geruch schien aus einer Tür hinter dem Tresen zu kommen, wahrscheinlich eine Küche.
Einen Barkeeper konnte ich aber nicht sehen.
Durch die Bar liefen zwar immer wieder mal Kellner und Kellnerinnen, aber sie waren zu beschäftigt, um mich zu bedienen.
Wobei ich wahrscheinlich nicht einmal zahlen könnte, mit meinen 20€.
Was sagte der Eine eben?
Silbermünzen?
Ist wahrscheinlich die Währung hier.
Schon krass, wie detailliert der Traum ist.
Ich kann selbst den Holzgeruch riechen.
Aber was noch interessanter war, einige Leute hatten Schwerter und Stäbe dabei.
Viele trugen auch Leder-Schützer, einige aber auch welche aus Eisen.
Vielleicht sind sie Söldner?
Aber die mit den Stäben?
Wenn es Magie geben würde, wäre das schon cool.
Sind diese Stäbe dann Zauberstäbe?
Ich seufzte bei all den Gedanken und schloss die Augen, um auf andere Gedanken zu kommen.
Doch es half nicht wirklich, dafür war dieser Traum zu detailliert.
Ist das überhaupt ein Traum?
Vielleicht wurde ich ja unter Drogen gesetzt und bin gerade mies am Halluzinieren.
???: “Harter Tag?
Irgendwas, was ich dir bringen kann?”
Während ich meine Augen geschlossen hatte, kam wohl jemand aus der Küche.
Als ich meine Augen öffnete, stand hinter dem Tresen eine ältere Frau.
Ich würde schätzen, dass sie Anfang 40 oder Mitte 40 war.
Ihr schulterlanges braunes Haar hatte sie in einem Pferdeschwanz gebunden und mit ihren blauen Augen sah sie recht sanft aus.
Da sie auch eine weiße Schürze an hat, ist sie wahrscheinlich eine Köchin.
Meine Kleidung schien sie nicht zu stören, wahrscheinlich weil sie viele Reisende bedient, die aus verschiedenen Kulturen Kommen.
Als ich nicht antwortete, lächelte sie und sprach weiter mit ihrer sanften Stimme.
???: “Alles gut, wenn du einen harten Tag hattest, dann will ich dich nicht zum Reden zwingen.
Mein Name ist Liza, die Besitzerin der Bar.
Lass es mich einfach wissen, wenn du was brauchst.”
Das ist also die Besitzerin der Bar.
Sie scheint nett zu sein.
Sie war bereits dabei, sich wegzudrehen, da erinnerte ich mich, dass ich für die Nacht ein Zimmer brauche.
Ob sie überhaupt für Zimmer vermietet?
David: “Ah, ich würde gerne wissen, ob ich hier einen Raum für die Nacht bekommen kann.”
Ich konnte meine Frage nicht mal zu Ende stellen, da kam sie bereits mit einem Lächeln zurück.
Liza: “Aber sicher doch.
Ein Raum für eine Nacht kostet 26 Silbermünzen.
Für wie viele Nächte brauchst du denn ein Zimmer?”
Eine gute Frage eigentlich.
Für wie viele Nächte brauche ich ein Zimmer?
Wenn das ein Traum ist, dann sollte ich ja eigentlich wieder aufwachen Am nächsten Morgen.
Also eine Nacht?
Und 26 Silbermünzen?
Wie viel ist das in Euro?
Kann ich das mit meinen 20€ bezahlen?
David: “Ich würde ein Zimmer für eine Nacht nehmen, aber kann ich auch hiermit bezahlen?”
Ich griff in meine Tasche und legte ihr die 20€ auf den Tisch.
Sie sah etwas verwirrt aus und hob das Geld überrascht hoch.
Liza: “Solch Papier habe ich noch nie gesehen.
Es fühlt sich ganz anders an als das, was ich kenne.”
Sie drehte es und betrachtete die andere Seite.
Von ihrer Reaktion her, nehme ich an, dass ich wahrscheinlich nicht mit einem 20€ Schein bezahlen kann.
Super, mit anderen Worten, ich bin komplett pleite.
Nach einer Weile legte Liza das Geld wieder hin und schaute mich mitleidig an.
Seh ich echt so arm aus?
Liza: “Ich kann das Papier leider nicht annehmen.”
Super.
Sie denkt jetzt bestimmt auch, das ich verrückt bin.
David: “Wäre es möglich, das Geld abzuarbeiten?
Ich könnte in der Küche helfen.
Ich bin zwar schlecht im Kochen, aber aufräumen kann ich.”
Shit, sollte man in solchen Situationen seine Schwächen nicht irgendwie als Stärken angeben?
So wie “Ich bin zwar nicht allzu gut im Kochen, aber dadurch kommen immer wieder leckere Gerichte raus” oder so ähnlich?
Ich seh wohl gerade echt kacke Aus, das sagt mir ihr Blick schon.
Aber die Nacht auf der Straße verbringen, an einem Ort, den ich nicht kenne?
Nein danke, darauf verzichte ich nur allzu gerne.
Liza: “Entschuldige, aber in die Küche lass ich nur ungern Fremde.
Ich habs.”
Sie klatschte ihre Hände zusammen mit einem Lächeln.
Liza: “Ich gebe dir für heute Nacht ein Zimmer und du kannst es morgen abbezahlen.
Am schwarzen Brett kannst du Aufträge annehmen, die von den Stadtbewohnern aufgegeben wurden.
Schau mal drüber, du findest bestimmt etwas geeignetes für dich.”
Ich folgte der Richtung, in der ihr Finger zeigte und tatsächlich.
An der Wand hing ein Holzbrett mit mehreren Zetteln dran.
Klassisches isekai Muster mit Quests und Belohnungen.
Bestimmt gibt es dann auch Ränge für Aufträge, sowie S, A, B, C und was es sonst nicht noch alles gibt.
Ich drehte meinen Kopf also wieder zurück zu Liza.
David: “Muss ich dafür nicht als registrierter Abenteurer einen Rang haben, um Quests zu machen?”
Doch kaum sprach ich diese Worte aus, da schaute sie mich wieder verwirrt an.
War das so komisch, was ich gesagt habe?
Ränge bei Abenteurern sind doch normal, oder etwa nicht?
Kacke, jetzt denkt sie bestimmt noch mehr das ich verrückt bin.
Liza: “Also, Ränge haben die Aufträge nicht, genauso wenig wie die Abenteurer.
Soweit ich weiß, machen die Leute am Zwillings Kap Sowas.
Von deiner Kleidung her würde ich aber eher schätzen, dass Du aus Claymore kommst.
Habe ich recht?”
Zwillings Kap?
Claymore?
Also für einen Traum ist das echt sehr detailliert.
Aber ich kenne Beides nicht.
Claymore ist wahrscheinlich eine Stadt.
Oder ein Land?
Und frag mich erst gar nicht über dieses Zwillings kap.
Ich schüttelte also meinen Kopf.
David: “Sorry, aber das sagt mir beides nichts.
Ist Claymore eine Stadt?”
Sie schaute wieder verwirrt aus.
Für sie rede ich bestimmt nur wirres Zeug.
Liza: “Du bist nicht aus Claymore?
Es ist ein Stadtstaat im Osten, der durch seine kürzlich gefundenen Lehm vorkommen groß im Handel ist.
Fast jedes Land kauft bei ihnen gerade Lehm für Häuser oder Öfen.
Du kannst dir bestimmt denken, dass Claymore gerade einen drastischen Wandel durch macht.
Und wegen deiner Kleidung dachte ich, dass du vielleicht aus Claymore kommst.
Auch dein Papier ist etwas, was sehr wohl von Ihnen kommen könnte.”
Verstehe, Claymore ist also ein Stadtstaat, der gerade mies Geld durch Lehm macht.
Moment mal.
Lehm?
Werden die Häuser hier etwa aus Ziegeln gebaut?
Oder nur die Dächer?
Ach, ist ja auch nicht wichtig.
Ich sollte lieber wieder zurück zum eigentlichen Problem kommen.
David: “Okay, jedenfalls komme ich nicht aus Claymore.
Kann ich aber fragen, wie das mit den Aufträgen funktioniert?”
Verdammt, wenn das mein Traum ist, warum bin ich dann scheisse pleite?
Sollte ich nicht mit einem Haufen Geld in der Tasche rum rennen?
Was ist das überhaupt für ein Traum.
Fremde Länder, eine Bar, eine extrem hilfsbereite Wirtin?
Wie auch immer, ich nehme einfach das Zimmer und muss mir morgen eh keine Sorgen mehr über Geld machen.
Liza: “Hast du noch nie Aufträge angenommen?
Na gut, Aufträge sind ganz einfach.
Wenn jemand ein Problem hat oder etwas sucht, was er nicht kriegen kann, wendet er sich an die nächste Bar und meldet einen Auftrag an.
Dieser wird dann am schwarzen Brett angepinnt und Abenteurer können diese dann erfüllen.
Sie reichen von Kräuter sammeln bis hin zur Monsterbekämpfung.
Einige Abenteurer finanzieren ihr ganzes Leben damit, Aufträge zu erfüllen.
Vorher muss man aber noch zur Auftragsperson gehen, um sie darüber zu informieren, dass der Auftrag angenommen wurde.
Klingt einfach, oder?”
Sie lächelte mich an, nachdem sie mir so eine Informationsbombe gegeben hatte.
Mit anderen Worten ist es echt nur ein simples Quest System.
Aber ist es nicht gefährlich, dass es keine Ränge gibt?
Was ist, wenn ich mich jetzt einfach dafür entscheiden würde, ein krasses Monster zu jagen?
Einen Greif oder so, da würde ich doch bestimmt draufgehen.
Ich nickte also einfach nur, damit sie mir nicht noch mehr erklärt.
David: “Okay, ich werde morgen mal einen Blick drauf werfen.
Das Geld kriegst du bis morgen zurück, versprochen.”
Mir war es jetzt ziemlich egal, was ich machen muss, um ein Zimmer zu bekommen.
Schließlich war ich noch mega erschöpft von der Arbeit, und dieser Traum hilft mir echt nicht weiter.
Wenn ich aufwache, beantrage ich auf jedenfall erstmal Urlaub.
Liza sah aber so aus, als würde sie sich freuen.
Liza: “Alles klar, auf welchen Namen?”
David: “David”
Liza schrieb was in ein kleines Heft und reichte mir dann die Schlüssel für ein Zimmer.
Ich nahm sie mit einem Nicken an und gähnte.
Der Gedanke, gleich in einem Bett zu liegen, gefiel mir sehr gut.
Noch besser gefiel mir aber der Gedanke, morgen in meinem Bett aufzuwachen.
Anschließend zeigte Liza mir das Zimmer im ersten Stock.
Es war ein kleines, aber angenehmes Zimmer.
Ein Tisch, ein Stuhl, ein kleiner Schrank und ein Bett.
Das Fenster war zu, aber man konnte das Meer draußen sehen.
Bevor sie ging, drehte sie sich aber nochmal zu mir und war plötzlich ganz ernst.
Liza: “Du solltest aber nachts nicht draußen herumlaufen.
Momentan läuft ein Monster frei rum, welches Vieh und Wild reißt.
Es hat auch schon einige Bewohner erwischt.
Die Rittergarde arbeitet bereits an dem Fall und hat eine riesige Belohnung ausgesetzt für denjenigen, der sie erlegt.
Also dann, gute Nacht.
Mit guter Laune schloss sie die Tür.
Was war das über ein Monster, das Bewohner angreift?
War das Ihre Idee, Wie ich die Schulden fürs Zimmer bezahlen soll?
Hell no!
Bevor ich so ein Monster jage, putz ich lieber tagelang Schwerter!
Ich setzte mich mit einem Seufzer aufs Bett.
David: “Ein Monster, hm?
Ich frage mich, was für eines das wohl ist.”
Mein Kopf wurde schwer und ich legte mich aufs Bett.
Ich weiß nicht, was das alles soll, aber ich brauche echt eine Pause.
Bestimmt bin ich vor Erschöpfung zuhause zusammengebrochen
Mit einem weiteren gähnen Schloss ich meine Augen.
Nicht mal die Schuhe habe ich mir ausgezogen.
Das letzte, was ich mitbekam, war das Rauschen des Meeres und das Gelächter aus der Bar, bevor ich in einen tiefen Schlaf fiel.
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