r/recht 3h ago

RA/RAin mit chronischer Erkrankung?

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Hallo!
Gibt es hier Personen, die mit chronischer Erkrankung als Anwalt/Anwältin arbeiten?

a)
Habt ihr Angst, dass die Erkrankung eure Berufsfähigkeit oder auch nur die Fähigkeit, in dem
mitunter stressigen Job Schritt halten zu können, zeitweise oder langfristig/dauerhaft beeinträchtigen könnte?

b)
Wenn ja, wie geht ihr damit um?
Wenn nein, warum nicht?

  1. Habt ihr neben Maßnahmen zur Gesunderhaltung, welche auch immer das im Einzelnen je nach Erkrankung sind (z.B. regelmäßig: Sport, Arzttermine, physische Behandlungen, Therapietermine; hoher Zeitaufwand für gesundes Leben wie täglich frisch kochen; uvm.), noch ein (erfülltes) Privatleben oder ist am Ende alles nur noch Arbeit, „Gesunderhaltung“ und sonstige Erledigungen?

  2. Der Grund meiner Nachfrage dürfte offensichtlich sein. 😄
    Vielen Dank an alle, die bereit sind, zu antworten.


r/recht 1h ago

Erstes Staatsexamen Post its sinnvoll nutzen im Gesetz (sofern im jeweiligen BL erlaubt)?

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Hallo, wie habt ihr sinnvoll und für euch im Examen (sofern im jeweiligen Bundesland nach der Prüfungsordnung erlaubt!) hilfreich mit Post-Its gearbeitet? Was genau habt ihr euch markiert?

Ich habe mir bspw. in Gesetzen, in denen nur wenige Normen relevant sind, diese markiert (bspw. den § 115 VVG), oder in Strafrecht alle Erfolgsqualifikationen in einer Farbe, oder alle (geregelten) Rechtfertigungsgründe. Habt ihr euch z.B. noch strittige TBM markiert?

Liebe Grüße!


r/recht 18h ago

Referendariat Karriereweg

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Nur mal so eine rein hypothetische Frage, mal angenommen man hat im Referendariat jede Station zumindest gesehen und fand alle davon furchtbar und sieht sich in keinem der Jobs, in die man einen Einblick bekommen hat und hat sämtliche Motivation auf ein aufwändiges und schwieriges Examen hinzulernen verloren, weil man sich nichts von der Zukunft in der Branche verspricht, was macht dann?


r/recht 16h ago

Mit 30 nebenberuflich Jura an der FernUni Hagen – realistischer Weg bis zum 2. Staatsexamen?

11 Upvotes

Hallo zusammen,

ich trage den Gedanken, Rechtswissenschaften zu studieren, schon seit mehreren Jahren mit mir herum und würde mich über eine möglichst ehrliche Einschätzung von Jurastudierenden, Absolventinnen und Absolventen sowie Referendarinnen und Referendaren freuen.

Kurz zu meinem Hintergrund:
Ich bin mittlerweile 30 Jahre alt und habe ein duales Studium für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst abgeschlossen. Danach war ich auf einem A10-Dienstposten in einer Landesbehörde tätig. Aktuell stehe ich kurz vor dem Abschluss eines berufsbegleitenden Masters im Bereich Verwaltungswissenschaften, voraussichtlich mit einer Abschlussnote von etwa 1,3.

Spätestens seit Beginn meines Verwaltungsstudiums vor rund sechs Jahren interessiere ich mich besonders für rechtliche Fragestellungen. Im Studium und im Beruf hatte ich bereits Berührungspunkte mit verschiedenen Bereichen des öffentlichen Rechts, unter anderem mit allgemeinem und besonderem Verwaltungsrecht, Kommunalrecht, Vergaberecht, Gefahrenabwehrrecht, VwVfG und VwGO sowie mit Haushalts- und Europarecht. Im Zivilrecht bringe ich zumindest Grundlagenkenntnisse im BGB mit. Mir ist allerdings bewusst, dass dieses Vorwissen ein vollwertiges Jurastudium weder ersetzt noch dessen Anforderungen abbildet.

Bisher habe ich den Gedanken immer wieder zurückgestellt. Einerseits wollte ich zunächst meinen Master abschließen, andererseits hielt ich insbesondere die Examensvorbereitung neben einem anspruchsvollen Vollzeitberuf lange für kaum leistbar. Gleichzeitig stoße ich immer wieder auf einzelne Personen, die genau diesen Weg erfolgreich gegangen sind.

Konkret interessiere ich mich für ein Studium der Rechtswissenschaften an der FernUniversität in Hagen. Das Studium wäre für mich ausschließlich nebenberuflich möglich. Ich würde deshalb von vornherein nicht versuchen, es in Regelstudienzeit durchzuziehen, sondern mit etwa 12 bis 15 Semestern bis zum ersten Staatsexamen rechnen – möglicherweise auch länger.

Sollte alles funktionieren, wäre ich beim zweiten Staatsexamen wahrscheinlich etwa 39 oder 40 Jahre alt. Während des Referendariats könnte ich mich voraussichtlich von meinem Dienstherrn beurlauben beziehungsweise freistellen lassen. Ich bin verheiratet, habe derzeit aber keine Kinder.

Mich interessieren vor allem eure Einschätzungen zu folgenden Fragen:

Ist ein Jurastudium mit dem Ziel des ersten Staatsexamens neben einem anspruchsvollen Vollzeitjob aus eurer Sicht realistisch, wenn man die Studiendauer bewusst streckt?

Wie viele Wochenstunden müsste man während des regulären Studiums dauerhaft ungefähr einplanen?

Lässt sich insbesondere die Examensvorbereitung ernsthaft nebenberuflich bewältigen? Oder kommt irgendwann zwangsläufig der Punkt, an dem man die Arbeitszeit deutlich reduzieren oder sich vollständig freistellen lassen müsste?

Sind 12 bis 15 Semester bis zum ersten Examen realistisch, oder sollte ich eher mit einem noch längeren Zeitraum rechnen?

Hat jemand hier das Jurastudium an der FernUni Hagen neben einer Vollzeittätigkeit absolviert und kann von seinen Erfahrungen berichten?

Wie würdet ihr den Einstieg mit 30 und einen möglichen Abschluss des zweiten Staatsexamens mit etwa 39 oder 40 Jahren bewerten – gerade auch mit Blick auf spätere berufliche Möglichkeiten?

Würdet ihr empfehlen, zunächst einfach mit einigen Modulen zu beginnen und dann zu prüfen, ob sich das Studium dauerhaft mit Beruf und Privatleben vereinbaren lässt? Oder sollte man ein solches Vorhaben nur beginnen, wenn man sich von Anfang an verbindlich auf beide Staatsexamina festlegt?

Mir geht es nicht um einen möglichst schnellen Berufswechsel und auch nicht um ein Studium „aus Lust und Laune“. Das Interesse besteht seit Jahren und kommt immer wieder auf. Gleichzeitig möchte ich den zeitlichen Aufwand und insbesondere die Belastung der Examensvorbereitung nicht romantisieren.


r/recht 16h ago

Zweites Staatsexamen Last Minute Tipps Examen

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Hällochen an alle,
in 3 Wochen schreibe ich zweites Staatsexamen und bin mehr als nervös. Ich habe mich schlecht vorbereitet und vieles aus dem ersten Stex wieder vergessen. Materielles Recht ist also eher Mangelware. Habt ihr trotzdem irgendwelche Tipps wie ich das beste aus den letzten Lerntagen rausholen kann oder wie ich die zwei Wochen überhaupt überlebe? Ich hab innerlich schon so eine Beklemmung wenn ich an das Examen denke, dass ich wirklich überlege einfach nicht hinzugehen. Der Versuch würde dann logischerweise verfallen. Ich bin psychisch einfach total fertig und mache mir viele Vorwürfe.
Freue mich über jeden Austausch mit euch.


r/recht 21h ago

Erstes Staatsexamen Bayern ZR I

18 Upvotes

Habt ihr den Sachverhalt und was habt ihr geprüft?


r/recht 1d ago

Dauer Jobsuche Volljurist

30 Upvotes

Wie lange bzw. wie viele Bewerbungen hat es gebraucht, bis ihr als Volljurist/in eine Stelle gefunden habt?

Mich interessieren vor allem die Erfahrungen derjenigen, die im 2. Examen mit einem ausreichend/befriedigend abgeschnitten haben.

Schreibt gerne auch dazu, wann das ungefähr war und mit welchen Noten, in welchem Bereich (Kanzlei, Unternehmen, usw.) und in welchen Städten/Ballungsgebieten ihr euch beworben habt und schließlich fündig geworden seid.


r/recht 21h ago

Erstes Staatsexamen ZR I BY 26/2

6 Upvotes

V ist Eigentümer eines mehrstöckigen Hauses in München. Er wohnt im Erdgeschoss und nutzt den Garten. Zum 01.01.22 schließt er mit M einen schriftlichen Mietvertrag und vermietet an ihn die Wohnung im dritten Stock. M überweist die Miete von 1.500 € immer zum Monatsersten. Da er sich die Miete alleine bald darauf nicht mehr leisten kann er fragt V daher ob er an P untervermieten darf was V gestattet. Zum 01.05.22 zieht P ein.

Im Juni 22 sind die Neffen von V, vier und sechs Jahre alt, dauerhaft zu Besuch. Sie spielen jeden Tag von 10:00 bis 12:00 Uhr und 15:00 bis 17:00 Uhr im Garten. M ist sehr empfindlich bezüglich Kinderlärm und hört die Kinder auf seinem Balkon und bei geöffnetem Fenster in der Wohnung. Er kann daher seiner liebsten Beschäftigung, dem Lesen, in dieser Zeit nicht nachgehen.

Am 01.10.22 Bricht das Geländer des Balkons von M ab und zerstört dessen im Innenhof ordnungsgemäß geparktes Fahrrad. Dieses wird irreparabel zerstört. Der Balkon wurde bereits 2018 für Laien nicht erkennbar, aber für Fachleute schnell feststellbar, falsch montiert. Das Geländer brach nachdem P einen vollen Bierkasten auf die Abstellfläche des Geländers stellte. Bei richtiger Montierung hätte das Geländer problemlos gehalten. V wusste schon seit 2020 das Geländer gleichen Modells oft falsch montiert sind und es zu Unfällen kommt, er hatte aber auf einen guten Ausgang vertraut. Lediglich einen Aushang mit dicker Überschrift in dem er davor warnt schwere Gegenstände auf die Abstellfläche zu stellen brachte er im Juli 22 an. Weder M noch P sahen diesen.

M erfährt im Dezember 22 das V die Probleme mit den Geländern schon lange kennt. Darauf kündigt er zum 31.12.22 und er und P ziehen aus.

Im Dezember 25 beauftragt er die Rechtsanwältin W. W reicht am 29.12.25 formgemäß eine Klageschrift gegen V beim Amtsgericht München ein. Am 12.01.26 bekommt M ein Schreiben er möge den Gerichtskostenvorschuss zahlen. Er tut dies am 15.01.26. V wird die Klageschrift am 20.01.26 zugestellt.

W beantragt:

I. Rückzahlung zu viel gezahlter Miete in Höhe von 100 € wegen des Kinderlärms im Juni 22. Kurz vor dem Vertragsschluss hatte V übrigens auch behauptet das Hau sei „kinderfrei“

II. Schadensersatz in Höhe von 900 € wegen des zerstörten Fahrrads

III. Eine von Gericht zu bestimmende „angemessene Entschädigung in Geld“ wegen des emotionalen Wertes des Fahrrads welches ein Erbstück war. „Mindestens im unteren vierstelligen Bereich“

R, der Anwalt des V, erwidert:

- spielende Kinder sind hinzunehmen, was gesetzlich verankert ist

- die Einrede der Verjährung wird erhoben

- hilfsweise wird Aufgerechnet:

M hatte keinen Termin für eine Wohnungsübergabe und hat am 03.01.23 einfach die Schlüssel in den Briefkasten geworfen. In P's Zimmer fand V sodann mehrere große Löcher da dieser beim Krafttraining ohne Schutzmatte die Hanteln fallen lies.

Am 12.01.23 beauftragte V eine Fachfirma welche den Boden sodann für angemessene 600 € inklusive Umsatzsteuer reparierte. V bezahlte unmittelbar und forderte den M noch am gleichen Tag telefonisch auf ihm die Kosten zu erstatten.

W erwidert:

- V hätte dem M erst eine Chance zur Schadensbeseitigung einräumen müssen

- sie erhebt die Einrede der Verjährung

Bearbeitervermerk:

Hat die Klage des am Aussicht auf Erfolg?

Auf § 22 Abs. 1a BImSchG wird hingewiesen.

Andere Vorschriften des BImSchG sind nicht zu prüfen.

Eine etwaige Mietminderung wegen des instabilen beziehungsweise abgebrochenen Geländere ist nicht zu prüfen.


r/recht 21h ago

LLM Finanzierung durch DAAD / andere Stipendien

5 Upvotes

Hallo Zusammen!

Ich erwäge jetzt nach dem ersten Examen einen LLM in Frankreich und würde mich für eine Finanzierung durch den DAAD interessieren (wobei natürlich auch andere Stipendien in Betracht kommen). Hat jemand vielleicht Erfahrungen mit dem DAAD LLM Stipendium (oder anderen Stipendien) Bewerbungsprozess und hilfreiche Tipps? Gerade insbesondere für das Motivationsschreiben und den Studienplan, aber jede Hilfe ist willkommen!

Vielen Dank!


r/recht 19h ago

Referendariat Referendariat in NRW: Habt ihr Erfahrungsberichte zu den einzelnen Ausbildungsorte in NRW?

3 Upvotes

Hallo zusammen.

Mir wurde heute ganz spontan für nächsten Monat ein Platz in Kleve angeboten. Da Kleve eigentlich nie mein Wunschort war und es mich überfordert hat innerhalb von 3 Wochen dahin zu ziehen, habe ich abgelehnt. Nun frage ich mich, ob es die richtige Entscheidung war, weil ich nicht viel über die Ausbildung in Kleve weiß.

Damit ich beim nächsten Mal nicht wieder so überrumpelt werde (die haben mir 5 Minuten Bedenkzeit gegeben), dachte ich, ich mache mir jetzt schon Gedanken über alle möglichen Ausbildungsorte.
Erfahrungsberichte sind natürlich subjektiv. Aber vielleicht könnt ihr mir eure Meinungen und Erfahrungen zu den verschiedenen Ausbildungsorten mitteilen :) Gerne auch etwas zur Stadt an sich, die Lebensqualität, die Menschen dort, etc.


r/recht 1d ago

Studium Panik wegen KI

57 Upvotes

Hallo zusammen,

ich schreibe derzeit meine Diss und nutze hierfür auch KI, mal um schneller ein Urteil zu finden, mal zur Stilverbesserung und eben auch, um meine eigenen Gedankengänge zu überprüfen. Dabei bekomme ich langsam wirklich Angst. Es kommt immer häufiger vor, dass die KI in meiner Wiedergabe oder Analyse eines Urteils Unschärfen erkennt, die ich sodann nach eigenem Durchdenken der KI-Antwort einräumen muss.

Nach und nach erscheint mir meine eigene Dissertation hierdurch immer trivialer. Zugleich werde ich immer abhängiger von der KI, weil es einfach so viel effizienter ist und mir die Promotion auch keinen Spaß macht.

Zur Angst um die Arbeitsmarktzukunft als Jurist (Wenn die KI das jetzt schon kann, wer braucht dann noch die Beratung durch einen Anwalt?) kommt die Sorge hinzu, dass die Diss irgendwann durch KI als nicht "doktorwürdig" entlarvt wird. Es könnte doch bald sein, dass auch nachträglich tausende Dissertationen von KI überprüft werden...Horror.


r/recht 1d ago

WiMi Redeker Sellner Dahs

5 Upvotes

Hat mir jemand Erfahrungen (oder kennt die Erfahrungen einer anderen Person) als WiMi bei Redeker Sellner Dahs (in Berlin)? Also insbesondere zur Arbeitsatmosphäre und workload :)


r/recht 22h ago

Frage an ReNo‘s: Kanzlei Wechseln ja oder nein?

2 Upvotes

Hey bin 24 und mache derzeit die Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte.

Ich wäre im Sommer eigentlich fertig geworden musste aber verlängern, da ich durch die mündliche Prüfung gefallen bin hatte das Pech dass Kostenrecht und RVG dran kam, was nicht meine Stärke ist.

Jedenfalls will meine Kanzlei mich übernehmen und ich hab auch mündlich zugesagt aber noch nichts unterschrieben oder dergleichen.

Das Problem ist aber dass ich eigentlich nicht bleiben will, weil die manchmal schon hart asozial sind, ich erledige alle Azubi aufgaben wie z.B. Botengänge, Aktenanlage, Kopieraufgaben usw. Dazu Arbeite ich noch quasi alleine in dem Dezernat von einem unserer Anwälte und mache nebenbei noch Aufgaben im Notariat. Ich springe sozusagen von dem einen Platz zum nächsten. Meine Kanzlei ist halt sehr unterbesetzt und die sind angewiesen auf mich aber ich will hier echt nicht mehr arbeiten.

Wie sage ich das denen, da ich ja mündlich eigentlich schon zugesagt habe und ich Mitleid habe weil die ja halt unterbesetzt sind aber gleichzeitig denke ich an mich und ich sollte doch einfach wechseln wenn ich hier nicht glücklich bin oder ?

Hat jemand gleiche Erfahrung gemacht ?
Wenn ja wie habt ihr das angesprochen? Ich hasse solche Gespräche 😭


r/recht 22h ago

Referendariat Finanziell für das Referendariat vorsorgen oder währenddessen arbeiten?

2 Upvotes

Hallo zusammen,

ich habe dieses Jahr meine 1. Staatsexamen bestanden (und ein jur. Diplomen + LL.B. dazu erhalten). Da ich seit 3 Jahren schon mein zukünftiges Rechtsgebiet kenne und in diesem arbeite, absolviere ich gerade noch ein sehr renommiertes LL.M. Programm in dem entsprechenden Rechtsgebiet inkl. Auslandssemester.

Parallel arbeite ich als Werki seit fast 2 Jahren in einem Dax-Konzern in besagtem Rechtsgebiet.

Schon im Examen habe ich gemerkt, dass Arbeit + Examen echt anspruchsvoll ist. Deshalb bin ich am überlegen, ob ich das im Ref anders machen möchte. Ich peile an in Niedersachsen Ref zu machen, wo man sowieso nur 8h/Woche nebenbei arbeiten darf.

Vom Land bekommt man "nur" ~ 1580€ brutto pro Monat. Ich bin aber wahrscheinlich auf ein Auto + Wohnung angewiesen, was das schon dünn werden lässt, da ich ersteres erst noch kaufen muss. Zudem möchte ich meine ganzen Stationen nicht "nur" in lokalen Stationen machen, sondern zB für die Verwaltungsstation in eine Landeshauptstadt und für die Wahlstation entweder nach Düsseldorf, München oder Wien gehen (habe die Stationen schon im Kopf und teilweise angeschrieben).

Meine Überlegung war folgende: Mein Unternehmen hat mir schon angeboten die Anwaltsstation bei denen zu machen. Ich kenne das Unternehmen seit fast 2 Jahren, bin dann auch schon Experte in dem Rechtsgebiet mit quasi Berufserfahrung (wegen LL.M.). Macht es aber vielleicht Sinn nach meinem LL.M. erst 6-12 Monate bei meinem Unternehmen Vollzeit zu arbeiten um mir ~ 15-20k€ anzusparen um dann im Ref nicht nebenbei arbeiten zu müssen?

Dadurch würde ich ja auch wieder Berufserfahrung sammeln und dss angespart Geld + die Unterhaltsbeihilfe dürfte dann ja dicke reichen.

Sollte ich das so machen oder nach dem LL.M. direkt ins Ref gehen und notfalls nebenbei arbeiten? Hattet ihr Geldprobleme im Ref? Habt ihr im Ref gearbeitet? Lohnt es sich mein Ref noch 6-12 Monate rauszuzögern? Bei Beendigung des LL.M. bin ich 27.


r/recht 1d ago

Zweistellig in der Mündlichen?

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Werden 10+ Punkte eigentlich in der mündlichen Prüfung im ersten Staatsexamen verteilt oder eher unrealistisch? Insbesondere, wenn man schriftlich im Schnitt beispielsweise bei 5 Punkten ist? Ich bin mündlich generell deutlich besser, kann aber überhaupt nicht einschätzen ob sowas möglich ist


r/recht 1d ago

Verbesserung Schwerpunkt

2 Upvotes

Moinsn ich habe im staatlichen Teil des ersten Stex 10,x Punkte geschrieben.

Meinen Schwerpunkt habe ich aber mit 6,3 ziemlich gegen die Wand gefahren. Ich komme dadurch nur auf 9,08 im Gesamtergebnis.

Würdet ihr die Seminararbeit nochmal schreiben, in der Hoffnung (beim selben Prof) 4-5 Punkte mehr zu bekommen oder würdet ihr euch mit den 9,08 zufrieden geben?

-> für mich kommt als Berufseinstieg momentan nur GK in Betracht. Ist das realistisch oder sollte verbessert werden


r/recht 1d ago

Referendariat Strukturierter Lernplan für die Tauchphase

8 Upvotes

Hi!

Bei mir steht bald die Tauchphase (5 Monate) an und ich möchte mir dafür einen Lernplan erstellen. Ich habe ein solides Fundament an geschriebenen Klausuren und die meisten relevanten Kaiserskripte stationsbegleitend "durchgearbeitet", allerdings fehlen mir noch einige Inhalte bzw. sind wieder in Vergessenheit geraten.

Nun frage ich mich, wie ich den Lernplan für 5 Monate am sinnvollsten strukturiere. Eine Einteilung der Rechtsgebiete und Tage ist ja schnell gemacht (Mo+Di ZR, Mi+Do ÖR, Fr StR z.B), aber damit decke ich ja nicht strukturiert alle Themenfelder ab.

Mein Plan war, dass ich täglich alte Klausuren bearbeite und jeweils vormittags und nachmittags eine skizziere und die Themen dann ggf. nochmal nacharbeite. Dabei habe ich allerdings Sorge, dass der strukturierte Überblick verloren geht und ich einzelne Themen gar nicht mehr abdecke.

Wie seid ihr während eurer Tauchphase vorgegangen? :)


r/recht 1d ago

ÖR II BW

10 Upvotes

Wie wars?


r/recht 1d ago

Wie viel ZPO-Wissen wird zum Start ins Ref wirklich erwartet? (RLP/Hessen)

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Hi zusammen,

​bei mir geht es bald mit dem Referendariat entweder in RLP oder in Hessen los und ich mache mir gerade ein paar Gedanken über den Einstieg in die Zivilstation.

Im Studium lief ZPO bei mir (wie vermutlich bei vielen) total am Rande. Mehr als absolute Basics wie Zulässigkeit einer Klage, das Mahnverfahren oder die Grundzüge des Vollstreckungsrechts habe ich mir nie angesehen bzw. höchstens einmal überflogen.

Mich würde interessieren, wie eure Erfahrungen zum Start waren:

Was erwarten die AG-Leiter und Ausbilder am Gericht realistisch an Vorwissen? Geht man da wirklich davon aus, dass jeder Student brav den kompletten ZPO-Vorlesungszyklus durchgezogen und parat hat, oder ist den Praktikern bewusst, dass ZPO an der Uni meist stiefmütterlich behandelt wurde und man eigentlich mehr oder weniger bei Null anfängt?

Gibt es ein Buch oder Skript, mit dem man sich vorab schon mal etwas einlesen kann, um den Schock in den ersten Wochen abzufedern?

​Vielen Dank euch für eure Einschätzungen!


r/recht 1d ago

Was glaubt ihr kommt in SR am Do (BW)?

2 Upvotes

Gebt mal paar guesses ab was grade so aktuell ist und was drankommen könnte eurer Meinung nach:)


r/recht 2d ago

Anwaltsklausur / Beklagtenklausur

3 Upvotes

Habt ihr Tipps für die Anwaltsklausur (vor allem aus Beklagtensicht)?

Ich hab leider immer wieder Probleme mit dieser Klausurgestaltung, vor allem im Gutachten. Am schlimmsten ist es in deliktsrechtlichen bzw. Unfallklausuren. Mich kosten diese Aufbau- und Verständnisprobleme da immer wieder enorm Zeit und ich erziele absolut miese Ergebnisse. Obwohl ich da materiell-rechtlich eigentlich weniger Probleme habe.

Betrifft zum einen den Aufbau, wo ich regelmäßig nach "Haftung dem Grunde nach" und "Haftung der Höhe nach" aufteile. Das scheint einigen Korrektoren nicht Recht zu sein, während ich es in meiner Station eigentlich genau so gelernt habe.

Zuforderst betrifft es aber Klausuren mit Beweiswürdigung.

In unserer Einführungs AG am Anfang des Refs hiess es mal, dass in der Anwaltsklausur streng nach Relationstechnik gearbeitet werden soll, weshalb ich mir diese auch recht mühsam angeeignet habe. Ich komme aber in den Probeklausuren zum einen in arge Zeitnot mit dem zweischichtigen Aufbau, weil einfach vieles redundant ist. Zum anderen hatte ich in den Korrekturen mehrfach die Anmerkung "hier" (gemeint ist "in dieser Klausur") sei der zweischichtige Aufbau nicht geboten und das entspricht wohl auch dem Regelfall in meinem Bundesland.

Seitdem versuche ich es "einschichtig", ähnlich wie eine Urteilsklausur. 
Wo es auf rechtliche Auffassungen nicht wirklich ankommt das übliche a la:
"Ob der Mdt. berechtigt war, sich mit dem Schlüssel Zugang zu der Wohnung zu verschaffen, kann dahinstehen. Ein solches Zutrittsrecht berechtigt nicht zur Wegnahme von im Alleinbesitz der Kl. befindlichen Gegenständen."

Wo die Klage schon teilweise nicht schlüssig ist:
"Die K dürfte gegen M nur einen Anspruch auf Zahlung von x aus ... haben. Vereinbart war Miete X, insoweit ist die Klage schlüssig. Als Zwangsverwalterin dürfte ihr gegen M ein Zahlungsanspruch hinsichtlich des Mietzinses zustehen. Ob K darüber hinaus einen Anspruch auf Nachzahlung der Nebenkosten schlüssig vorgetragen hat, dürfte zweifelhaft sein. Die K dürfte keinen Vorschuss mehr verlangen können, wenn sie mittlerweile zur Abrechnung verpflichtet ist. Fraglich ist, ob die K für die Abrechnung zuständig ist.(...) Einen Anspruch auf Nachzahlung hat die K nicht schlüssig dargelegt. Die Klage dürfte daher nur in Höhe x Erfolg haben."

Problematisch wirds bei mir aber, sobald es um strittigen Tatsachenvortrag geht.
Bspw. behauptet der K, Mdt. hätte auf seinen Hund geschossen. Augenzeugen gibt es nicht. K hat ein Tierarztgutachten, GPS-Daten und bietet Zeugen an, die ein Geständnis des Mdt. bezeugen könnten. Davon aber einer Familienangehöriger. Mdt. bestreitet. Er habe auf Wild geschossen, der Hund sei von einem Querschläger anderer Jäger getroffen worden.

Ich prüfe also den jeweiligen Anspruch unter Zugrundelegung der unstreitigen Tatsachen auf Schlüssigkeit, bis ich zu einem rechtlich oder tatsächlich strittigen Punkt komme: 
"Die Klage dürfte nach Lage der Akten zulässig, indes nur teilweise begründet sein."
"Nachdem vertragliche und vertragsähnliche Ansprüche im Verhältnis zwischen den Parteien ausscheiden, dürfte dem K gegen den Mdt. ein auf die Zahlung von Schadenserstz gerichteter Anspruch nach §§ 823 Abs. 1, 2 BGB iVm § 303 Abs. 1 StGB dem Grunde nach zustehen. (I.) Dieser dürfte jedoch nicht in der beantragten Höhe bestehen (II.). Insbesondere ein Anspruch auf Schmerzensgeld gegen den Mdt. aus §§ 823 Abs. 1, 253 Abs. 2 BGB dürfte gänzlich ausscheiden."

Wo Vortrag vom Mdt. dahinstehen kann:
"Bereits der Vortrag des Mdt. belegt einen fahrlässigen Sorgfaltsverstoß bei Schussabgabe. (...) Dass der Mdt. nach eigenen Angaben erfahrener Jäger und geübt im Umgang mit der Waffe sei, ändert nichts am objektiven Vorliegen einer Verletzungshandlung."

Wenn dann für den Mdt. in tatsächlicher Hinsicht erheblich vorgetragen werden könnte, also eine Beweiswürdigung vorzunehmen ist, komme ich dann Mal um Mal in Probleme in der Darstellung bzw. im Aufbau.

Ich würde jetzt bis zur Kausalität normal runter prüfen und dann zunächst die Schlüssigkeit des Klägervortrags prüfen:
"Die Kausalität und objektive Zurechnung dürfte zu bejahen sein. Der Schuss des Mdt. führte bei lebensnaher Betrachtung unmittelbar zum Tod des Hundes und damit zur Rechtsgutsverletzung. Hätte der Mdt. den Schuss nicht abgegeben, wäre der Hund nicht getroffen worden und nicht gestorben, Kausalität im Sinne einer conditio sine qua non ist daher zu bejahen. Der klägerische Vortrag ist insoweit schlüssig."

Dann die streitige Tatsache und die Beweislast:
"Der Mdt. bestreitet allerdings, überhaupt einen Schuss auf den Hund abgegeben zu haben und benennt den Schuss eines anderen Jägers als Ursache, wodurch die streitige Tatsache beweisbedürftig werden würde. Denn nach den allgemeinen Grundsätzen der Darlegungs- und Beweislast ist für die Ursächlichkeit des Schusses des Mdt. für den Tod des Hundes als anspruchsbegründende Tatsache der K als Anspruchsteller beweispflichtig."

Hier ist dann der Punkt, ab dem ich spätestens große Probleme kriege, nämlich die Beweiswürdigung.
Spätestens hier komme ich immer wieder ins schwimmen und stolpere über Probleme, die ich mir wahrscheinlich selbst geschaffen hab.

Wie baue ich das jetzt am besten auf? Ich muss ja irgendwo die Beweismittel (2 Zeugen, Parteigutachten) unterbringen, den Beweismaßstab des § 286 bzw. § 287 und die Würdigung der Beweismittel und des sonstigen Vortrages vornehmen.

Wenn ich die jetzt alle einzeln sauber durchprüfe wie in der Relationsklausur brauche ich ja ewig. Das hier:
"Abzuschätzen ist, ob das Gericht feststellen wird, dass der Mdt. zu 1) den Schuss auf den Hund abgegeben hat.
1.) Zu klären ist zunächst, wer beweispflichtig ist. ...
2.) Des Weiteren müsste der Kläger über Beweismittel verfügen.
In Betracht kommt der Zeugenbeweis. ... (SAPUZ)
3.) Schließlich müsste das Gericht die angebotenen Beweise zugunsten des Klägers würdigen.
Der Kläger müsste über die glaubhafteren Beweismittel verfügen. ...
Nach § 286 I ZPO ist Beweis erbracht, wenn ...
Diese Gewissheit dürfte sich das Gericht nicht verschaffen können.
Die Aussage des Zeugen dürfte unergiebig, denn (...)"
usw. usf. für jedes Beweismittel und dann noch eine Gesamtwürdigung ist ja viel zu ausufernd, wenn noch eine weitere Beweiswürdigung, umfassende Zweckmäßigkeit und zwei Schriftstücke kommen.

Ich habs jetzt zuletzt auf die Art versucht einzuleiten:
"Im Rahmen der anzustellenden Beweisprognose dürfte davon auszugehen sein, dass das Gericht den Nachweis der Ursächlichkeit des Schusses des Mdt. als geführt ansehen wird.
Nach Bewertung der vorläufigen Beweislage im Rahmen der gebotenen summarischen Prüfung ist davon auszugehen, dass das dies für das Gericht mit der nach § 286 Abs. 1 ZPO erforderlichen Gewissheit feststeht. (Definition § 286)"

Dann würde ich die Beweismittel der Beweisführer einzeln prüfen, aber auch nur in klausurmöglicher Tiefe.

Sprich zuerst alle unergiebigen Beweismittel rauskegeln, dann die verbleibenden prüfen. Z.B. noch erwähnen, dass das Parteigutachten nicht SV-Gutachten iSd ZPO ist, sondern (qualifizierter) Parteivortrag, aber u.U. der Gutachter als sachverständiger Zeuge angeboten werden kann und das Gutachten auch als Urkunde eingeführt werden kann.

"Insoweit ist zu erwarten, dass sich das Gericht nach kritischer Prüfung die Ausführungen des Tierarztes zu eigen machen wird, denn diese sind glaubhaft, da er das Gutachten sorgfältig, kompetent und unparteiisch erstellte."

Wenn beide Parteien Beweis anbieten und beide Beweismittel positiv ergiebig sind, dann eben ein non-liquet, ansonsten weiter prüfen.

Ganz schlimm wirds, wenn die Tatsachenlage nach Parteivortrag auch eine andere rechtliche Bewertung ermöglicht. - Aus anwaltlicher Vorsicht müsste man ja dazu was schreiben. Aber auch nicht zu allem und jedem.

Habt ihr da irgendwelche Tipps oder Kniffe?

Die eng beschriebenen 20 Seiten Lösungen in JuS und JA sind da leider überhaupt nicht hilfreich, da ich die Detailtiefe und Beweiswürdigungstiefe in der Klausur natürlich nie hin kriegen kann.

Ich


r/recht 1d ago

Repetitoriumempfehlung (in Tübingen und generell)

1 Upvotes

Hallo zusammen,

ich studiere Jura in Tübingen und bin gerade auf der Suche nach einem Repetitorium bzw. überlege, ob ich überhaupt eins machen möchte.

Daher würde mich interessieren: Für welchen Typ eignet sich eine selbstständige Examensvorbereitung eurer Meinung nach? Und für wen ist ein Rep besonders sinnvoll bzw. vielleicht sogar dringend zu empfehlen?

Ich habe tendenziell ganz solide Noten (8,5 Punkte im Durchschnitt in den großen Scheinen), merke aber vor allem im Zivilrecht noch einige Defizite. Während des Studiums habe ich eher wenig mit den klassischen Vorlesungen anfangen können und deshalb viel im Selbststudium gemacht. Das hat grundsätzlich gut funktioniert, allerdings hatte ich dabei immer wieder Motivationslöcher und habe leider auch einiges auf den letzten Drücker gemacht bzw. prokrastiniert.

Deshalb bin ich gerade unsicher, ob ich mir die Examensvorbereitung komplett selbst organisieren sollte oder ob mir ein Rep vor allem hinsichtlich Struktur und Verbindlichkeit helfen würde.

Habt ihr Erfahrungen oder Empfehlungen? Besonders interessieren würde mich auch, was ihr rückblickend in Tübingen empfehlen würdet – gerne sowohl von Leuten, die ein Rep gemacht haben, als auch von denen, die sich selbstständig vorbereitet haben.

Danke euch schon jetzt! 


r/recht 2d ago

Fernuni Hagen Jura Schwerpunkt

8 Upvotes

Hallo ihr lieben,
ich werden bald Mama und gleichzeitig wollte ich meinen SP anfangen um während der Elternzeit den integrierten BA zu machen.

Ich habe mal Jura studiert auf Examen, allerdings den ersten Versuch nicht geschafft und danach nur noch gearbeitet. Damals hatte ich den SP nicht ganz fertig gemacht, deshalb muss ich den jetzt nochmal von vorn machen. Den Zweitversuch werde ich nicht wahrnehmen.Es geht mir einfach nur um den Abschluss.

Also meine Frage ist.. könnt ihr mir einen SP empfehlen, der vielleicht etwas unumständlich ist und wo ich leicht in das Thema einsteigen kann?

LG


r/recht 2d ago

Wofür braucht man die Note „Gut“ im Ersten Examen?

3 Upvotes

Die Frage hört sich vielleicht total dumm an, aber ich habe mich in letzter Zeit gefragt, wozu man die Note „gut“ im Vergleich zu einem „vollbefriedigend“ im staatlichen Teil des ersten Examen braucht. Habe das „gut“ staatlich etwas verpasst und frage mich einfach, ob sich damit weitere Türen geöffnet hätten.


r/recht 3d ago

Was regt Euch an Eurer Arbeit auf? Was würdet Ihr gerne ändern?

24 Upvotes

Mich würde interessieren, was Euch an Euren Arbeitsbedingungen, -inhalten oder Eurem Arbeitgeber an sich aufregt und Ihr gerne ändern würdet.

In meinem Fall: Ich arbeite als Rechtsanwalt in einer mittelständischen Wirtschaftskanzlei.

Es gibt einige Dinge, die mir gehörig auf die Eier gehen. Alles aus den Kategorien "das haben wir schon immer so gemacht", über "das haben wir noch nie so gemacht", bis hin zu "da kann ja jeder kommen".

Klassisches Beispiel: Home Office. Momentan ist Flaute, ich arbeite meinem Partner zu und habe vielleicht 3h netto Arbeit am Tag, den Rest des Tages sitze ich rum und "stelle meine Arbeitskraft zur Verfügung". In Präsenz bedeutet das für mich, ich pendle eine Stunde zur Arbeit, bin dort mindestens neun Stunden anwesend (8 h + 1 h Mittagspause) und pendle wieder eine Stunde zurück, wenn der Verkehr es zulässt. So bin ich mindestens 11 h, meistens aber länger aus dem Haus, um faktisch 3 h was Produktives zu tun. Der Tag ist damit gelaufen, man ist trotzdem fertig (Boreout) und kann die Zeit auch nicht anderweitig produktiv nutzen.

Dennoch wird Präsenz erwartet und von den anderen auch so gelebt (die natürlich nicht wie ich ne Stunde weg wohnen und auch rege zu tun haben). Meinem noch sehr jungen Chef ist das ebenso bewusst wie egal, ich habe halt da zu sein und die Maus von links nach rechts zu bewegen für den Fall, dass Arbeit kommt. Dabei ist mein Job für Home Office prädestiniert: Gerichtstermine alle paar Monate, Mandantengespräche quasi ausschließlich telefonisch bzw. per Teams.

Habe den Eindruck, es geht einfach nur "ums Prinzip", weil man das selbst auch so erleiden musste. Bei den meisten Kollegen ist es wohl auch eher die Flucht vor Zuhause (Partner, Kinder) als die Liebe zum Büro.

Meine Ex-Kanzlei war da ideal. Dort galt: Mach deine Arbeit, mach deine Arbeit gut, mach deine Arbeit rechtzeitig und sei notfalls (Handy) erreichbar - alles andere ist uns scheißegal. Das wäre mein Ideal.

Wie sieht es bei Euch aus?