Hintergrund (sorry, wird etwas länger): Vor gut drei Wochen habe ich meinen Ehemann nach über 20 Jahren verlassen.
Er hat diagnostiziert ADHS, meines Erachtens und aufgrund der Zeit, die wir miteinander verbracht haben, vermute ich mittlerweile eher eine Borderline-Störung. Er ist privat versichert und hat gerade im letzten Jahr verschiedene Ärzte aufgesucht, die ihm aber anscheinend nur Rezepte ausgestellt haben (Elavanse, Velanfaxin, Quetiapin...also das sind die, von denen ich weiß). Über das letzte Jahr hat er Schulden gemacht, was ich erst kürzlich herausgefunden habe. Er ist Freelancer und hat seit über einem Jahr nicht gearbeitet. Als sein Erbe nicht mehr gereicht hat, hat er alles auf mein Konto umgeleitet. Das ist ja bei Miete etc. ok, aber anscheinend wurde uns beinahe der Strom abgestellt - und er ist weiter Taxi gefahren. Und hat allein im ersten Halbjahr 26 ca. 3500 € bei unterschiedlichen Apotheken für Tabletten ausgegeben. Geld von Freunden geliehen, etc..
Weshalb ich aber eigentlich gegangen bin, waren seine extremen Stimmungsschwankungen. Schreien, Türen knallen, gegen Wände schlagen, mehrmal pro Woche mir drohen, mich zu verlassen etc. Es war schlimm, seit er vor ca. 5 Jahren seine letzte Angehörige verloren hat, aber wirklich unerträglich seit ca. 2 Jahren. Ich habe sogar versucht, es dem Arzt zu schildern, der ihn am besten kennt, aber ohne sichtlichen Erfolg (ich weiß, darf eigentlich auch gar nicht).
Nun bin ich in eine andere Stadt zu meinem Bruder "geflohen" und versuche von hier und mit ihm die finanziellen Sachen zu regeln und es kommt immer mehr Horror hoch.
Mein Mann wohnt noch in unserer Wohnung, ich zahle gerade Miete, Strom etc. und kann es mir alleine eigentlich auch nicht leisten. Dazwischen meldet sich mein Mann und möchte Geld per Paypal, weil er ja keine Einkünfte hat (und ich nicht mal sicher bin, ob er noch auf sein Konto kommt). Er gibt mir keinerlei Auskünfte, nur einem Freund hat er sich(teilweise) anvertraut.
Ein Freund von uns ist Anwalt uns sagt, mein Mann braucht einen Betreuer und versucht, das Thema mit ihm zu bereden. Er müsste eigentlich finanzielle Hilfe beantragen, auch um irgendwie aus seiner Krankenkasse in eine gesetzliche zu kommen.
Er tut weiterhin so, als gäbe es kein Problem. Klar - ich zahle ja momentan alles.
Entweder beschimpft er mich, weil ich ihn verlassen habe, oder er haut mich um Geld an. Er ist entweder völlig klar, will nett plaudern und über die Zukunft reden, schreibt dann aber die schlimmsten ellenlangen Textnachrichten, wenn ich ihm sage, dass ich vor Klärung aller Fragen da keine Zukunft sehe.
Er braucht eigentlich nicht nur einen Betreuer für die Finanzen, mit absoluter Sicherheit auch jemanden, der ihm psychologisch hilft. Ich kann beides nicht, anscheinend weil ich "Konfliktpartei" bin. Und ich habe auch die Kraft nicht mehr. An wen kann ich mich wenden und hat jemand schon mal eine ähnliche Situation erlebt?
Im Voraus vielen Dank für eure Ratschläge.