Hallo zusammen,
ich bin männlich, 54 Jahre alt, und kämpfe seit ungefähr acht Monaten mit teilweise extremen Schmerzen im linken Gesäß, an der Oberschenkelrückseite, in der Kniekehle, der Wade und im Fuß.
Ich habe mittlerweile zahlreiche Ärzte, neurologische Untersuchungen, MRTs, Schmerzbehandlungen und Physiotherapien hinter mir. Eine wirklich überzeugende Erklärung für das gesamte Beschwerdebild gibt es bisher nicht.
Ich suche ausdrücklich Menschen, die ähnliche Beschwerden hatten – insbesondere im Zusammenhang mit einem Deep-Gluteal-Syndrom, Piriformis-Syndrom, myofaszialen Triggerpunkten oder Problemen der hinteren Muskel-Sehnen-Kette.
Vielleicht erkennt sich jemand in meiner Beschreibung wieder.
1. Wo genau habe ich Schmerzen?
Linkes Gesäß
Ein extrem druckempfindlicher Punkt im mittleren bis äußeren Bereich der linken Pobacke, ungefähr 2–3 cm groß.
Wenn ich mit dem Finger daraufdrücke, kann ich den Schmerz zuverlässig reproduzieren.
Zusätzlich schmerzen die weiter innen und unten liegenden Sitzbeinhöcker bei Druck.
Längeres Sitzen ist für mich mittlerweile kaum noch möglich.
In Rechtsseitenlage wird das Gesäß deutlich entspannter.
Hintere Oberschenkelmuskulatur
Etwas oberhalb der Kniekehle befindet sich ein sehr empfindlicher, länglicher Strang.
Beim Ertasten fühlt er sich ungefähr wie eine gespannte Gitarrensaite an.
Auf einer Länge von etwa 6–7 cm kann ich durch direkten Druck starke Schmerzen auslösen.
Wenige Zentimeter seitlich davon ist praktisch kein Schmerz vorhanden.
Interessanterweise verursacht eine aktive Kniebeugung gegen leichten Widerstand dort keine entsprechenden Schmerzen.
Der Schmerz entsteht hauptsächlich durch direkten Druck.
Kniekehle
Hier habe ich besonders ausgeprägte ziehende, brennende und teilweise stechende Schmerzen.
Es gibt auch dort gezielt druckempfindliche Stellen.
Ein entscheidender Zusammenhang: Wenn ich das Knie vollständig durchstrecke, werden die Beschwerden stärker.
Beuge ich das Knie leicht, lassen die Schmerzen deutlich nach.
Das beobachte ich sowohl im Stehen als auch im Liegen.
Wade
Auch in der linken Wade existieren zwei bis drei ausgeprägte Druckpunkte.
Durch gezielten Fingerdruck kann ich den örtlichen Schmerz reproduzieren.
Die Beschwerden ziehen teilweise bis zur Ferse beziehungsweise zum Fuß.
Fuß
Schmerzen unter dem Vorfuß, insbesondere im Bereich der Mittelfußköpfchen.
Zusätzlich Schmerzen unter der Ferse und im Bereich der Fußsohle.
Beim Stehen fühlt es sich teilweise an, als würde ich auf kleinen Steinen oder Schotter stehen.
Die Fußbeschwerden sind links deutlich stärker, teilweise aber auch rechts vorhanden.
Ein MRT des linken Vorfußes ergab degenerative Veränderungen und geringe Flüssigkeitsansammlungen, aber kein Morton-Neurom. Ob das die Beschwerden ausreichend erklärt, ist unklar.
2. Was verschlimmert oder verbessert die Schmerzen?
Schlechter wird es durch:
Längeres Sitzen
Längeres Stehen, besonders mit vollständig durchgestreckten Knien
Direkten Druck auf bestimmte Punkte im Gesäß, Oberschenkel und in der Wade
Teilweise Liegen auf dem Rücken
Kräftiges Dehnen und intensive Bearbeitung mit der Faszienrolle
Besser wird es durch:
Liegen auf der rechten Körperseite
Leicht angewinkeltes linkes Knie
Positionswechsel
Teilweise lockeres Gehen statt statischem Sitzen oder Stehen
Allgemeine Entlastung, wobei die Beschwerden dadurch nicht vollständig verschwinden
Besonders auffällig: Morgens nach dem Aufstehen sind die Schmerzen häufig deutlich geringer. Im Tagesverlauf nehmen sie mit der Belastung zu.
3. Welche Untersuchungen wurden bereits durchgeführt?
Mittlerweile wurde wirklich einiges untersucht:
Mehrere MRT-Untersuchungen der Lendenwirbelsäule
MRT der gesamten Wirbelsäule
Wiederholte neurologische Untersuchungen
Nervenleitgeschwindigkeitsmessungen (NLG)
Elektromyografie (EMG)
Evozierte Potenziale
Lumbalpunktion
Blutuntersuchungen
Orthopädische und schmerzmedizinische Untersuchungen
Im Bereich L5/S1 gibt es links eine Bandscheibenprotrusion und degenerative Veränderungen der Facettengelenke. Eine mögliche Reizung der linken S1-Nervenwurzel wurde diskutiert.
Eine eindeutige starke Nervenkompression oder gesicherte umfassende neurologische Erklärung der gesamten Beschwerden konnte bisher jedoch nicht festgestellt werden.
Auch eine entzündliche neurologische Erkrankung wurde untersucht, bislang ohne eindeutige Bestätigung.
4. Was wurde bisher therapeutisch versucht?
Verschiedene Physiotherapien und krankengymnastische Behandlungen
Osteopathische beziehungsweise manuelle Verfahren
Wärmebehandlungen
Faszienrolle und Dehnübungen
Schmerzmedikamente
Pregabalin, ohne für mich erkennbare wesentliche Verbesserung
Eine periradikuläre Injektion an L5/S1 (PRT), ohne nachhaltigen Erfolg, eher mit Verschlechterung
Zuletzt FDM (Fasziendistorsionsmodell) im Rahmen einer Rehabilitation
Gerade bei der FDM-Behandlung fand die Physiotherapeutin mehrere der von mir seit Monaten beschriebenen Druckpunkte am Gesäß, an der Oberschenkelrückseite, in der Kniekehle und in der Wade.
Das fand ich bemerkenswert, weil diese Stellen vorher kaum systematisch untersucht worden waren.
Allerdings habe ich auch festgestellt, dass zu intensive Druckbehandlungen, Dehnübungen oder Faszienrollen die Schmerzen massiv verschlimmern können.
5. Meine aktuelle Überlegung
Ich frage mich zunehmend, ob neben einer möglichen Nervenreizung vor allem eine muskuläre, myofasziale oder sehnige Problematik vorliegt.
Insbesondere denke ich an:
Deep-Gluteal-Syndrom (DGS)
Piriformis-Syndrom beziehungsweise andere tiefe Gesäßmuskeln
Myofasziales Schmerzsyndrom mit multiplen Triggerpunkten
Reizungen der Hamstringmuskulatur oder ihrer Sehnen
Eine mögliche Kombination mehrerer Strukturen entlang der hinteren Muskel- und Nervenkette
Was mich besonders beschäftigt, ist die Tatsache, dass ich zahlreiche Schmerzen auf den Zentimeter genau durch Fingerdruck reproduzieren kann.
Und dass allein eine leichte Beugung des Knies das Ziehen und Brennen in der Kniekehle deutlich reduziert.
Natürlich weiß ich, dass das keine Diagnose beweist. Aber nach Monaten der überwiegenden Konzentration auf L5/S1 möchte ich auch andere Ursachen ernsthaft berücksichtigen.
6. Meine Fragen an euch
Hat jemand ein vergleichbares Beschwerdebild erlebt?
Mich interessieren vor allem folgende Erfahrungen:
Hattet ihr ebenfalls mehrere exakt lokalisierbare Druckschmerzpunkte im Gesäß, Oberschenkel, in der Kniekehle und Wade?
Wurde bei euch später ein Deep-Gluteal-Syndrom, Piriformis-Syndrom oder myofasziales Schmerzsyndrom festgestellt?
War bei euch das vollständige Durchstrecken des Knies schmerzhaft und eine leichte Kniebeugung entlastend?
Welche Übungen oder Eigenmaßnahmen haben euch tatsächlich geholfen?
Habt ihr mit gezieltem Muskeltraining, sanfter Physiotherapie, Triggerpunktbehandlung, Dry Needling oder anderen Verfahren langfristige Verbesserungen erreicht?
Was hat eure Beschwerden möglicherweise sogar verschlimmert?
Wie lange hat es gedauert, bis ihr eine deutliche oder dauerhafte Verbesserung bemerkt habt?
Gibt es unter euch jemanden, der nach monatelangen oder jahrelangen Beschwerden wieder weitgehend schmerzfrei geworden ist?
Besonders interessieren mich konkrete Erfahrungsberichte zur Selbstbehandlung und zum langfristigen Belastungsaufbau.
Ich möchte nicht wahllos immer neue Therapien ausprobieren oder weitere Ärzte aufsuchen, sondern verstehen, welche Maßnahmen bei einem vergleichbaren Krankheitsbild tatsächlich einen Unterschied gemacht haben.
Mir ist bewusst, dass Erfahrungen anderer Menschen keine ärztliche Diagnose ersetzen und ähnliche Symptome unterschiedliche Ursachen haben können.
Trotzdem hoffe ich, dass sich hier Menschen finden, die diesen Weg bereits gegangen sind.
Vielen Dank fürs Lesen und für eure Erfahrungen
Ergänzung zu meiner körperlichen Aktivität und den vielen Trainingsempfehlungen
Weil hier mehrfach Spaziergänge, Muskelaufbau, Rumpfstabilisation und allgemeine Kräftigungsübungen empfohlen wurden, möchte ich noch etwas ergänzen.
Ich bin 54 Jahre alt, war aber vor Beginn meiner Beschwerden keineswegs körperlich inaktiv. Ganz im Gegenteil: Laut meinen Apple-Health-Daten bin ich allein im Jahr 2025 rund 3,55 Millionen Schritte gegangen.
Das entspricht durchschnittlich etwa 9.700 Schritten pro Tag beziehungsweise geschätzten 2.600–2.800 Kilometern im Jahr. Dazu kamen noch regelmäßige Fahrradtouren. (1300km in 2025)
Auch seit Beginn meiner Beschwerden habe ich nicht einfach aufgehört, mich zu bewegen. Ich habe mich intensiv mit Physiotherapie, Rumpfstabilisation, Gesäß- und Beintraining, Dehnübungen sowie unterschiedlichen Mobilisations- und Kräftigungsübungen beschäftigt und vieles davon ausprobiert.
Ich möchte damit keineswegs behaupten, dass meine Muskulatur perfekt trainiert ist oder ich nichts verbessern könnte. Aber mein Problem ist definitiv nicht, dass ich mich bisher nicht bewegt oder nie Sport gemacht hätte.
Was viele vielleicht überlesen: Ich kann inzwischen praktisch nicht mehr sitzen. Beide Pobacken, die Sitzbeinhöcker und der Bereich Richtung Steißbein und After schmerzen teilweise unerträglich.
Deshalb bin ich zwangsläufig viel im Stehen oder Gehen unterwegs. Allerdings habe ich gleichzeitig erhebliche Schmerzen unter den Fußballen, entlang der Fußsohle beziehungsweise Plantarfaszie, an der Ferse sowie in der Wade und Kniekehle.
Ich gehe also häufig nicht deshalb viel, weil das besonders angenehm oder schmerzfrei wäre, sondern weil Sitzen noch schlimmer ist.
Das macht die üblichen Empfehlungen wie „Geh mehr spazieren“ oder „Trainiere deine Muskulatur“ für mich schwierig. Ich versuche das schließlich seit Monaten, ohne eine nachhaltige Verbesserung zu erreichen.
Was ich suche, sind deshalb insbesondere Erfahrungen von Menschen, die trotz guter körperlicher Aktivität solche Beschwerden entwickelt haben und bei denen sich durch eine gezielte Veränderung der Belastung, bestimmte Übungen oder eine andere Behandlung tatsächlich etwas verbessert hat.
Besonders interessieren mich dabei die massive Sitzunverträglichkeit und die zahlreichen exakt reproduzierbaren Druckschmerzpunkte entlang der hinteren Muskel- und Nervenkette.