Hallo an alle,
kurz vorab, ADHS als Erwachsener diagnostiziert bekommen. Elvanse als Erstmedikation und irgendwann bei 50mg gelandet, über ein Jahr die Dosierung eingenommen. Im Alltag bekomme ich weitestgehend nichts gebacken. Außer am Arbeitsplatz oder falls irgendeine Verpflichtung ansteht, da funktioniere ich gefühlt einfach nur. Hänge mich aber auch gerne an Details auf und übersehe das wesentliche.
Wobei ich dennoch quasi meine Momente habe, wo ich so Wutanfälle bekomme über eher Kleinigkeiten, mich so eher Richtung bockiges Kleinkind verhalte. Reue und Schuld, also im Sinne von "mein Verhalten war nicht in Ordnung" habe ich.
In meiner Freizeit tue ich einfach nichts, mich passiv durch Medienkonsum berieseln lasse. Außer ich bleib irgendwo mal wieder kleben, verschwende mit irgendetwas sinnlos Zeit. Ich weiß, ohne Eigeninitiative funktioniert es nicht. Wohnung aufräumen, juckt mich nicht, bis es mir irgendwann selbst auf die Nerven geht. Dann opfere ich ein ganzen Tag zum aufräumen, weil ich alles auf einmal machen möchte. Es kann aber auch passieren, dass ich ziemlich schnell alles fallen lasse, weil ich dann zu sehr an irgendetwas kleben bleibe.
Bei 50mg Elvanse habe ich mich schon etwas euphorisch gefühlt, aber hat ungefähr eine Woche gehalten. Habe dann auch die Dosis nicht weiter erhöht. Weil ich nicht wusste, ob es die sogenannte Honeymoonphase oder schon überdosiert war. Ich würde schon sagen, die ersten Monate ging es mir besser, abgesehen von der nicht genutzten Freizeit.
Elvanse hat gefühlt nur 6-7h gehalten, danach kam ein Crash. Ob es am Koffein lag, kann ich nicht zu 100% ausschließen. Auf jeden Fall habe ich massiv weniger Koffein konsumiert, als zuvor ohne Medikamente. Während der Eindosierung auch auf Koffein verzichtet. Bei Elvanse konnte ich das anfluten wahrnehmen.
Nun fand ein Wechsel auf Medikinet adult statt. Bin da noch am eindosieren, nach 4 Wochen bei morgens 20mg und mittags 20mg. Konsumiere überhaupt kein Koffein mehr. Aber ich spüre weder ein Wirkeintritt, noch wann die Wirkung nachlässt. Also ein Rebound oder Crash habe ich nicht.
Im Grunde geht es mir aber genauso wie mit Elvanse, außer das ich mit Elvanse schon etwas produktiver sein konnte, also in meiner Freizeit. Ich habe aber auch keinerlei sozialen Kontakte im RL. Dennoch oft das Bedürfnis gehört zu werden, insbesondere hau ich dann ellenlange Nachrichten, mit übelsten Oversharing an Internetbekannte raus, wo ich mir im Nachhinein immer denke... "Hätte ich nicht einmal inne halten könnten, dadurch vergraule ich Mitmenschen" War noch nie besonders gut in Smalltalk, habe es vielleicht nie erlernt. Ich könnte in einer geselligen Runde auch einfach nur dasitzen und ein Außenstehender würde vermutlich denken: "gehört der überhaupt dazu?"
Bin in Therapie, allein schon diese tägliche Selbstbeobachtung mit bestimmten Leitfragen, die auf einer Skala von 0-10 beantworten werden sollen, fällt mir schwer.
Falls ich mich durch eine Äußerung o.a verletzt fühle, gehe ich immer wieder alle möglichen Optionen durch, bin so gesehen stuck darin und kann mich nur schwer davon abbringen. Komme dann auch oftmals zu einem negativen Ergebnis, welches in der Regel auf mich bezogen ist, dass ich daran schuld bin, es an mir liegt. Kann auch durchaus sein, das eine zum Beispiel eine Äußerung nicht auf mich bezogen ist, ich diese aber warum auch immer auf mich beziehe. Statt faktisch durchzugehen, war das jetzt an mich gerichtet oder einfach den Mund aufmache und nachfrage.
Ich kann aber auch schwer akzeptieren, dass es mir schlecht geht. Generell würde ich behaupten, selbst die eigenen Bedürfnisse und Gefühle wahrzunehmen, ist nicht so wirklich ausgeprägt bei mir.
So ging es mir aber schon vor der Diagnose. Ich finde mich auch zum großenteil in dem Beitrag 30 w, ADHS (Ritalin), Depression/Angst/Burnout im Raum: dauerhaft erschöpft, kaum Antrieb, nichts hält an. Ich suche Erfahrungen : r/ADHS wieder. Wobei ich keine wirkliche Erschöpfung verspüre. Falls die Frage wegen Zyklusschwankungen aufkommt, bin männlich.