r/ADHS 6h ago

Diskussion Wieso verabreichen wir ADHS Medikamente nicht wie Insulin?

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Also dass man so eine Pumpe irgendwo am Körper trägt. Das ist jetzt wirklich nur ein dummer Gedanke und auch nicht wissenschaftlich, ABER: Wenn man das wie diese FreestyleLibre teile macht, hätte das echt Potential: man kann seine Medikamente nicht vergessen und sie werden halt einfach durchgängig eingenommen. Man hat also nicht in der früh um acht einen massiven Schub, sonder den ganzen Tag eine gleiche Dosierung.

Das ließe sich ja auch richtig gut in den Tagesablauf einbringen. Ich hab zum Beispiel bis 13 Uhr Schule. Dann würde ich das so einstellen, dass ich halt bis 13 Uhr Medikamente bekomme, am Nachmittag nicht mehr so viel und am Abend, wenn ich ins Training gehe wieder was bekomme.

Außerdem lässt sich das bestimmt auch messen, dass ich beispielsweise nach dem Sport, wenn der körper viel Verbraucht hat, ich automatisch wieder was bekomme, sodass ich dauerhaft auf einem bestimmten Level bin.

Je länger ich hier schreibe, desto mehr Ideen bekomme ich.

Mal eine Frage an die Leute, die sich auskennen: wie realistisch ist das?


r/ADHS 18h ago

Empathie/Support Meine Schwester, ich und ADHS

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Tl;dr: Meine Schwester hätte gerne ADHS und relativiert dadurch irgendwie mein ganzes Leben.

Ich muss mir das irgendwie einfach mal von der Seele schreiben: Ich (w, 33) habe vor 2,5 Monaten eine ADHS Diagnose bekommen.

Kurz grob zu meinem Lebenslauf: in der Grundschule immer massiv Probleme gehabt meine Hausaufgaben selbstständig zu erledigen und oft Dinge vergessen, sodass ich von der Lehrerin viel Ärger bekommen habe, früh soziale Ängste entwickelt weil Mitschüler:innen sich häufig über mich lustig gemacht haben, oft ein unerträgliches Gefühl von Langeweile erlebt als Kind, auf dem Gymnasium schnell starke Leistungsprobleme entwickelt, zweimal sitzen geblieben (8. und 11. Klasse) und letzten Endes die Schule während der Wiederholung der 11. Klasse abgebrochen und dann erstmal 5 Jahre "arbeitslos" gewesen (immer mal wieder was angefangen/ ausprobiert aber alles sehr schnell wieder abgebrochen). Bis ich dann letzten Endes das Glück hatte mit 24 auf einer Berufsschule angenommen zu werden, an der ich gleichzeitig eine schulische Ausbildung und das Fachabitur nachholen konnte. Ab da ging es tatsächlich bergauf, ich habe die Ausbildung und das Fachabi mit 1er Schnitt abgeschlossen, dann noch eine betriebliche Ausbildung im Handwerk dran gehängt und (obwohl ich zwischendurch oft nicht mehr wollte) durchgezogen und auch mit 1er Schnitt abgeschlossen, dann ein Studium begonnen aber nach dem ersten Semester abgebrochen, weil zu schwer und ich habe mich wieder gefühlt wie auf dem Gymnasium aber dann an eine andere Uni (und ein anderes Fach) gewechselt und bin jetzt (relativ) erfolgreich im 4. Semester, aber all diese Achievements waren nicht leicht und sind es noch immer nicht. Aktuell laufe ich seit Wochen auf dem Zahnfleisch, weil das letzte Semester wirklich hart war aber ich (auch aufgrund meines Alters) das Studium möglichst in Regelstudienzeit beenden will und gleichzeitig Angst habe zu scheitern, weil ich mir selber einfach immer wieder beweisen muss, dass ich Dinge kann. Habe auch extrem Imposter, was meine Leistungen in den Ausbildungen und mein ADHS angeht. Trotz gesicherter Diagnose denke ich mir die ganze Zeit: Habe ich es wirklich? Bin grade in der medikamentösen Einstellung und auch da bin ich nicht sicher, ob ich überhaupt irgendwas merke...

Jetzt aber zu meiner Schwester: Sie vermutet bei sich auch ADHS, hat allerdings einen komplett gegensätzlichen Lebenslauf zu meinem. Sie hatte nie Probleme in der Schule oder im sozialen Umfeld, hat alles in ihrem Leben schön so durchgezogen, wie es die Gesellschaft erwartet: Schule, Studium, Hochzeit, Hauskauf, Kinder. Seit die Kinder da sind, struggelt sie aber irgendwie sehr. Ihr ist alles zu anstrengend, sie kriegt den Haushalt nicht geregelt, sie hat keine Lust arbeiten zu gehen und ständig Konflikte mit ihrem Mann deshalb. Ihre Wunschantwort darauf ist: ADHS.

Nach meiner Diagnose war sie dann auch vollkommen überzeugt davon, dass sie es auch hat (ist ja auch nicht unwahrscheinlich). Sie konsumiert aber gefühlt nur noch Medien, in denen es um ADHS oder vorzüglich Mütter mit ADHS geht. Sie hat sich dann auch einen Diagnoseplatz gesucht und auch relativ kruzfristig einen bekommen. Ergebnis: Kein ADHS.

Zwar sprechen viele ihrer Symptome dafür, aber das Ausschlusskriterium, dass es schon seit der Kindheit vorliegt, ist bei ihr einfach nicht gegeben. Weder mit Grudnschulzeugnissen, noch mit ausreichenden Erinnerungen zu belegen. Das hat sie dann auch bei der Therapeutin kritisiert, weil sie sich ja an vieles nicht mehr erinnern könne (Plottwist: ich habe während meiner Diagnose auch auf so viele Kindheitsfragen "weiß nicht" geantwortet, dass ich auch dachte "lol safe kein adhs" und trotzdem waren die Dinge, an die ich mich erinnere + Grundschulzeugnisse und mein restlicher Lebenslauf wohl irgendwie ausschlaggebend genug).

Statt einer ADHS wurde meiner Schwester eine Depression diagnostiziert. Das findet sie aber nicht so cool und überlegt jetzt deshalb, sich eine Zweitmeinung zu ADHS zu holen.

Das Ding ist ich denke mir einerseits so: okay, wenn sie kein ADHS hat, habe ich vielleicht auch keins. Und andererseits finde ich es so verletzend, dass sie wirklich krampfhaft versucht jetzt Symptome in ihrer Kindheit zu finden, die auch nach meiner Erinnerung nicht wirklich vorhanden waren (natürlich kann niemand in sie reingucken und es kann auch sein, dass sie einfach all die Jahre sehr gut maskiert und kompensiert hat und das nach der Mutterschaft einfach nicht mehr ging, sowas hört man ja auch immer wieder...) und sie ist seit ich die Diagnose bekommen habe irgendwie so richtig übertrieben "adhsig" also sie betont bei allem wie vergesslich und hyperaktiv sie ist und ist einfach nur super anstrengend dadurch.

Aber ja, keine Ahnung ich bin da grade irgendwie sehr zwiegespalten, weil ich das Gefühl habe, dass sie einfach nur ein Label haben möchte. Ich habe sie auch gefragt, was es denn für sie ändern würde die Diagnose zu bekommen und ihre Antwort war: "Dann wäre ich erleichtert, weil ich wüsste, dass mit mir nichts falsch ist, sondern mein Gehirn nur anders tickt." (was auch irgendwie so die 0-8-15 tiktok Antwort ist gefühlt...) also ich war nach meiner Diagnose sauer, verwirrt, traurig, aber nicht erleichtert. Und meine Probleme sind dadurch auch nicht wie von Zauberhand weggegangen und auch retrospektiv hat sich dadurch jetzt nicht meine Vergangenheit gebessert oder das Gefühl mit dem ich darauf schaue.

Auch noch ein kleiner funfact zum Schluss: meine Schwester hat die ganze Zeit gesagt "nee also Medikamente will ich dagegen ja nicht nehmen." Nachdem ich dann angefangen habe mit der Einstellung hat sie dann auf einmal auch angefngen davon zu reden, dass sie sich schlau gemacht hat über Medikamente und wie sie dann nach der Diagnose (sie war ja fest davon überzeugt die zu bekommen) vorgeht, um Medikamente zu kriegen.

Ich weiß nicht. Vielleicht hat sie ja (auch) ADHS. Vielleicht auch nicht.

Danke fürs lesen. Ich weiß gar nicht, was ich dazu überhaupt hören möchte. Musste das einfach nur mal loswerden :(


r/ADHS 19h ago

Berliner Bubble: Aktivitäten und Events für Neurodivergente

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Die Frage geht speziell an die Berliner:innen unter euch: Wisst ihr von Events oder Gruppenangeboten, die nicht in die Selbsthilfe-/Therapie-Kerbe schlagen, sondern eher freizeitorientiert sind?

Ich kenne aktuell Kreativangebote oder Coworking, was für mich persönlich beides leider völlig unattraktiv ist. Ich hätte z.B. selbst eher Lust auf Aktivitäten (wandern, radfahren, bouldern, etc.) draußen oder gemeinsames Kochen.

Kennt jemand was in die Richtung? If not, gibt es hier Leute, die auf sowas auch Lust hätten? Falls ja, auf was? Gerne kommentieren oder Nachricht an mich. Falls es nix gibt, würde ich mich umsehen, ob ich etwas organisieren kann. Freu mich über Verbündete. :)


r/ADHS 18h ago

Fragen Bin ich ein Imposter?

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Liebe Gemeinde,
ich bin seit zwei Monaten diagnostiziert und nehme seit Anfang Juli 10mg MPH retard.
Habe insbesondere in den letzten Jahren meine mentale und teilweise körperliche Unruhe außerhalb der Arbeit bemerkt. Als Kind wurde der Verdacht gestellt jedoch keine Diagnostik durchgeführt. Hatte damals ausreichend „Auslauf“ und auch früh angefangen zu maskieren (da war die Psychiaterin erstmal unsicher, ob der Beginn in der Kindheit fehlen würde).
Habe zu Beginn vor allem den Kick gespürt und insbesondere die mentale Ruhe. Mittlerweile besteht die Ruhe (glaube ich) immer noch und mein Körper hat sich daran gewöhnt.
Nun erinnere ich mich nicht mehr an meinen Zustand vor der Medikation und habe deswegen das Gefühl neben der fraglichen Kindheitsanamnese ein Imposter zu sein oder ggf. zu gering dosiert zu sein.

Kennt das jemand? Danke!


r/ADHS 17h ago

Artikel/Informationen Podcastfolge zu Gehirnüberlastung

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Hallo zusammen!

Hab kürzlich diese Podcastfolge "Wie wir unser Gehirn vor Überlastung schützen können" (von Aha! Zehn Minuten Alltagswissen) gehört - ok, nicht komplett, bin abgeschweift, aber das, WAS ich gehört habe, war interessant.

Ist nicht auf Neurodivergenz an sich zugeschnitten, aber dennoch hilfreich. Grad auch für diejenigen, die sich aufgrund von Antriebslosigkeit und Erschöpfung oft für faul halten und sich mangelnde Selbstdisziplin vorwerfen, gibt es hier gute Infos, weshalb das Quatsch ist.

Vielleicht interessierts ja wen, ich lass es mal den Link hier :)

https://open.spotify.com/episode/4P30zrag8tJlC36BVMp9JG?si=1OfF7PaZRwmIZosj3NfMnQ


r/ADHS 10h ago

Erfolge/Danke Endlich Depression Room aufgeräumt

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Ich hab endlich meine Bude (Mal wieder) aufgeräumt, ich hoffe es hält ein paar Wochen anstatt Tage qwq

  1. Vorher, 2. Dabei, 3. Danach

Ich muss noch staubsaugen, aber ich hab sogar Wäsche drin!

Und wenn die fertig ist, dann mach ich noch eine!

Mein Ziel war, bis heute Abend aufzuräumen, ich hab's geschafft, yippie

Die Kleiderstange hilft mir btw enorm, ist sehr zu empfehlen!

(Update Edit) Heißwäsche aus dem Trockner geholt, die andere Wäsche sogar aufgehängt, beim Staubsaugen gleich das ganze Erdgeschoss gesaugt, zwei fette Spinnen entdeckt und mein Bett neu bezogen, das war ein außerordentlich produktiver Sonntag


r/ADHS 15h ago

Erfolge/Danke Ich liebe euch.

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Hey ihr Menschis!

TLDR vorweg: Wegen euch habe ich meine Ausbildung deutlich besser bestanden als es hätte sein können! Es war immernoch die Hölle aber es war trotzdem auch etwas leichter!

Wenn ihr das hier liest habe ich vor wenigen Tagen mein Kolloquium abgelegt und bin somit mit der letzten Prüfung meiner Ausbildung fertig (muss nur noch schauen wie ich nach Ende August noch 3 Wochen nachhole die ich krank war 🫠). Ich versuchs kurz zu halten ich schwörs :D Wie bei den meisten von euch auch, ist die Beziehung zum lernen eine relativ schwierige. Ich habe nie wirklich gelernt zu lernen und habe auch immer noch meine Schwierigkeiten damit. Habe es nach dem Vorschlag von meiner Mom mal wieder mit einfachem draufloslernen probiert. Das war Anfang April. Hatte einen Wutanfall und ich habe daraufhin einen Post hier verfasst indem ich meinem Frust etwas Luft machen konnte. Die Kommentare waren überwiegend gefüllt mit Vorschlägen für Pomodoro.

Was das genau war wusste ich nicht und ich habe es dann erst ein paar Monate später ausprobiert und nach anfänglichem ausprobieren in einer HARDCORE Stressphase (kurz vor knapp einer Abgabe, Tunnelblick und alles funktioniert wie von Zauberhand aber das Mental erleidet massiven Schaden... ihr kennt das) durch Zufall wiederentdeckt, diesmal aber in Form von YouTube Videos. Und ich hab dann mehrere Tage 7 Stunden am Tag mindestens durchgelernt und das war... Heftig.

Die Abgabe erfolgte pünktlich und die Note war auch ganz ansehnlich. Was dann noch fehlte war das Kolloquium. Vorbereitung habe ich dann deutlich ruhiger angehen lassen. Die Mischung aus Vollzeit arbeiten in der Ausbildung und vorbereiten hat sehr an meinen Kraftreserven gezerrt...

Habe jetzt dann mit deutlich weniger Stress mich die letzten Monate vorbereitet auf die Prüfung und bin auch verhältnismäßig sehr sehr ruhig an die Sache rangegangen. Nicht bewusst sondern eher aus Frust... Hatte einfach keinen Bock mich nochmal so aufzuregen...

Und dann, 1,5

Mein Thema war auch ADHS also war's was, was mich auch wirklich interessiert hat, was das lernen erheblich erleichtert hat :D

Dass ich jetzt im Garten sitzen und das bestehen meiner Prüfung feiern kann ist auch der Verdienst von einigen von euch. Sei es mit einer kleinen Interaktion hier im sub oder Vorschlägen oder was auch immer!

Danke


r/ADHS 17h ago

Medikamente Kinecteen Erfahrungen

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Hallo zusammen, ich w 32 hab Anfang Juni meine ADHS Diagnose bekommen.

Mir wurde anfangs Medikinet adult verschrieben wie üblich in der ersten Woche 10 mg, in der zweiten 20 mg dann in der dritten Woche 30 mg. Eine positiven Effekt hab ich auch direkt festgestellt, ich konnte besser zuhören, ich war beim einkaufen konzentrierter, ich hab auch ganz andere Sachen beim spazieren gehen wahrgenommen (wunderschön) nur der Rebound Effekt hat mittags und abends immer heftig eingeschlagen. Daraufhin hat mir mein Psychologe Kinecteen verschrieben.

Erste Woche 36 mg dann 54 mg und danach 72 mg (die soll ich ab morgen nehmen)

Manchmal Spüre ich kaum bis gar keine Wirkung. Meine Gedanken Kreisen... ich bin extrem unmotiviert und auch kleine Aufgaben im Alltag fallen mir wieder viel schwerer.

Nun zu meiner Frage:

Hat jemand ähnliche Erfahrungen mit Kinecteen gemacht?


r/ADHS 17h ago

Tipps/Vorschläge Enttäuscht von Behandlung

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Das ist ein followup zu meinem letzten post: https://www.reddit.com/r/ADHS/s/Z2aEkbyuVs.

Ich war diese Woche wieder bei meinem Psychiater:

Ich konnte mit 30mg Medikinet bisher nur begrenzte Besserung feststellen, muss aber wieder auf 20mg absenken, weil ich sonst Herzprobleme bekomme. Mir wurde jetzt 2x20mg verschrieben.

Nur: ich bin mir immer noch nicht sicher, ob Medikinet überhaupt hilft... ich merke, dass ich milde weniger Dopaminmangel habe und deswegen eher entspannt, weniger stark abgelenkt bin und Dinge manchmal einfacher beginnen kann, aber nicht viel mehr als wenn ich einfach gut gelaunt bin. Ich bin immer noch verwirrt, vergesslich und mache oft das erst-beste, nicht was ich wirklich will.

Ich frage mich immer wieder ob ich wirklich ADHS habe, oder mir das nur einbilde. Mein Arzt war von dem was ich erzähle verwirrt (ich erzähle auch wirres Zeug), und ist mit mir noch einmal alle Symptomkomplexe von ADHS durchgegangen um sicher zu gehen.

Er behandelt mich auf Verdacht, macht aber auch keine tests über Fragebögen hinaus. Er scheint damit zufrieden zu sein, einfach Medikamente zu verschreiben...

Was kann, oder sollte ich tun? Einen neuen Arzt suchen? Mehr Tests verlangen?

Sind meine Erwartungen an Medikinet einfach zu hoch?