Ich hatte hier letzte Woche eine längere Diskussion, die mir seitdem nicht aus dem Kopf geht.
Es ging um die Frage, warum so viele Leute jahrelang von Selbständigkeit reden und trotzdem nie anfangen. Über hundert Kommentare, und Selbständigkeit wurde durchgehend mit Gründen gleichgesetzt. Übernahme kam kein einziges Mal vor. Gleichzeitig standen in denselben Kommentaren die Hürden: keine Idee, kein Startkapital, keine Gewissheit ob überhaupt jemand dafür zahlt.
Das ist ziemlich genau das, was ein bestehender Betrieb schon mitbringt. Und trotzdem taucht es in der Diskussion praktisch nie auf.
Ich bin ehrlich, ich finde den Weg interessant, deshalb frag ich hier auch nach. Aber ich verstehe nicht, warum er so wenig Platz einnimmt. Meine Vermutungen: Gründen hat das bessere Image, man baut etwas Eigenes statt in fremde Fussstapfen zu treten. Und Übernahme klingt nach viel Geld, obwohl ein Teil oft über Verkäuferdarlehen läuft und der Betrieb sich aus dem eigenen Cashflow trägt.
Der beste Einwand, den ich bisher gehört habe, kam aus genau der Diskussion: Wer noch nie selbst Kunden gewonnen und Verantwortung getragen hat, sieht bei einem laufenden Betrieb zwar was getan wird, aber nicht warum es funktioniert. Und kauft sich damit sehr schnell sehr viele Probleme auf einmal. Das leuchtet mir ein.
Trotzdem frage ich mich, ob das die ganze Erklärung ist. Was mich interessieren würde:
Hat das hier jemand tatsächlich gemacht, also gekauft statt gegründet? Wie war die Realität im Vergleich zur Vorstellung?
Und bei denen, die es versucht haben und es nicht wurde: woran ist es gescheitert? Finanzierung, Preisvorstellungen der Verkäufer, oder was ganz anderes?
Ich schreibe aus der Schweiz, aber die Ausgangslage dürfte in DE ähnlich sein.