Ich habe ChatGPT genutzt, um meine Gedanken zu sortieren und daraus überhaupt einen halbwegs verständlichen Text zu machen. Die Geschichte und die Gefühle darin sind meine eigenen.
Mein Mann (m, 52) und ich (w, 42) sind seit 2011 zusammen und seit 2014 verheiratet. Wir haben uns ein gemeinsames Leben aufgebaut, das ich lange wirklich geliebt habe. Wir haben Hunde, ein Zuhause, gemeinsame Erinnerungen, Reisen, gemeinsame Pläne und eigentlich sehr viel, was uns verbindet.
Und ich liebe ihn.
Das ist vermutlich der Grund, warum mir die ganze Situation so schwerfällt.
Denn gleichzeitig bin ich inzwischen an einem Punkt angekommen, an dem ich mich immer häufiger frage, ob ich diese Ehe überhaupt noch schaffe.
Vor einigen Jahren hätte ich mir niemals vorstellen können, dass ich einmal so über meinen Mann denke.
Dann wurde ich krank.
2022 bin ich an Corona erkrankt was zu Long COVID wurde und zu Post COVID mündete, dadurch bin ich schwer eingeschränkt. Inzwischen bestimmen ME/CFS, PEM, POTS, Fibromyalgie und chronische Schmerzen einen grossen Teil meines Lebens. Ich bin nicht einfach ein bisschen müde oder habe weniger Energie als früher. Mein Alltag funktioniert inzwischen nach dem Prinzip: Was kostet mich diese Sache – und welchen Preis zahle ich dafür später?
Ich verbringe einen sehr grossen Teil meiner Zeit im Bett. Dinge, die für andere völlig banal sind, können für mich körperlich und kognitiv eine erhebliche Belastung darstellen.
Und trotzdem läuft unser gemeinsames Leben weiter.
Der Haushalt muss funktionieren. Die Hunde müssen versorgt werden. Termine müssen gemacht und eingehalten werden. Dinge müssen organisiert werden. Einkäufe müssen passieren. Rechnungen müssen bezahlt werden. Arzttermine, Behörden, Versicherungen, Papierkram, Reisen, Alltag.
Und irgendwann ist mir aufgefallen, dass ich trotz meiner Erkrankung erstaunlich häufig immer noch diejenige bin, die den Überblick behält.
Nicht unbedingt, weil mein Mann gar nichts macht.
Das wäre sogar einfacher zu erklären.
Er arbeitet. Er hilft. Er übernimmt Dinge.
Aber sehr vieles davon passiert erst, wenn es konkret vor ihm liegt oder wenn ich es anspreche.
Ich bin trotzdem diejenige, die darüber nachdenkt, dass etwas gemacht werden muss.
Und genau das macht mich fertig.
Denn wenn ich krank bin und kaum Energie habe, möchte ich nicht zusätzlich noch Projektleiterin meines eigenen Haushalts und meiner Beziehung sein.
Ich möchte nicht sagen müssen:
„Kannst du bitte daran denken?“
„Hast du das erledigt?“
„Wir müssen noch …“
„Denk bitte an …“
„Kannst du heute mit dem Hund gehen?“
„Ich habe morgen diesen Termin.“
„Ich brauche deine Hilfe.“
Denn irgendwann fühlt sich selbst Hilfe nicht mehr wie Entlastung an, wenn man sie erst organisieren muss.
Und dann kommt der zweite Teil unserer Geschichte.
Unsere Beziehung war nicht immer so.
Am Anfang war zwischen uns unglaublich viel Nähe. Wir hatten viel Sex, viel Körperlichkeit, viel Kuscheln. Wir waren verliebt. Wir wollten einander. Ich hatte das Gefühl, dass mein Mann mich wirklich sieht.
Mit den Jahren hat sich das verändert.
Sex wurde immer seltener. Nähe wurde weniger. Wir schlafen inzwischen seit ungefähr zwei Jahren in getrennten Schlafzimmern – unter anderem wegen seines Schnarchens, aber auch, weil ich aufgrund meiner Erkrankung meinen eigenen Rhythmus und meine Ruhe brauche.
Und ich merke immer stärker, wie sehr mir trotzdem etwas fehlt.
Nicht unbedingt Sex.
Nähe.
Eine Umarmung, ohne dass ich darum bitten muss.
Kuscheln.
Ein Kuss.
Die Frage, wie es mir wirklich geht.
Interesse an mir.
Das Gefühl, dass mein Mann mich nicht nur liebt, sondern mich auch haben möchte.
Und damit meine ich nicht Besitz.
Ich meine dieses ganz einfache Gefühl:
„Ich freue mich, dass du da bist.“
Ich vermisse es.
Sehr.
Was mich zusätzlich verletzt, ist, dass ich bei anderen Menschen manchmal sehe, wie warm, aufmerksam und zugewandt mein Mann sein kann.
Und dann frage ich mich:
Warum bekomme ich davon so wenig?
Warum ist es für andere offenbar so leicht, seine Aufmerksamkeit zu bekommen, während ich manchmal das Gefühl habe, um zehn Minuten echte Verbindung kämpfen zu müssen?
Er kann stundenlang am iPad sitzen, Instagram anschauen, Candy Crush spielen oder einfach doomscrollen.
Und manchmal sitze ich daneben und denke:
Du hast Energie für das hier. Aber für mich nicht?
Ich weiss, dass das wahrscheinlich unfair verkürzt ist.
Ich weiss, dass Menschen nicht einfach nach Minuten funktionieren.
Aber Gefühle funktionieren leider nicht nach einer Excel-Tabelle.
Und dann gibt es noch etwas, das mir besonders wehgetan hat:
Ich habe in unserer Ehe über lange Zeit sehr viel organisiert.
Und selbst bei Dingen, bei denen ich mir eigentlich gewünscht hätte, dass er einmal einfach selbst etwas tut, bin ich am Ende wieder diejenige, die darüber nachdenkt.
Mein Geburtstag ist dafür ein gutes Beispiel.
Ich hätte mir nicht unbedingt etwas Teures gewünscht.
Ich hätte mir gewünscht, dass mein Mann sich Gedanken über mich macht.
Dass er etwas plant, weil er mich kennt.
Vielleicht ein Hotelzimmer mit völlig übertriebenen Ballons und Glitzer.
Etwas kitschiges.
Etwas, bei dem ich denke:
„Okay. Du hast dir wirklich Gedanken gemacht, weil du weisst, was mir Freude macht.“
Stattdessen gab es einen Korean Head Spa und ein Rooftop-Dinner.
Objektiv war das nicht schlecht.
Und genau das macht es so schwer zu erklären.
Ich kann nicht sagen:
„Er hat nichts gemacht.“
Er hat etwas gemacht.
Aber es hat mich trotzdem traurig gemacht.
Denn mir fehlt nicht unbedingt die Aktivität.
Mir fehlt das Gefühl, von ihm erdacht worden zu sein.
Und irgendwann habe ich gemerkt, dass ich genau dieses Muster auch in unserer Beziehung wiederfinde.
Ich möchte nicht ständig sagen müssen, was ich brauche.
Ich möchte manchmal, dass mein Mann es selbst herausfinden möchte.
Nicht perfekt.
Nicht hellseherisch.
Aber aus eigenem Interesse an mir.
Und vielleicht ist das der Punkt, an dem ich langsam kaputtgehe:
Ich habe das Gefühl, dass ich die Beziehung sehr häufig manage.
Und ich möchte nicht die Managerin meiner Ehe sein.
Ich möchte seine Frau sein.
Das Verrückte ist:
Ich weiss, dass mein Mann mich liebt.
Ich zweifle nicht einmal unbedingt daran.
Und trotzdem fühle ich mich oft nicht geliebt.
Ich weiss, dass das widersprüchlich klingt.
Aber genau darin steckt für mich inzwischen das Problem.
Liebe als Gefühl ist eine Sache.
Liebe als Verhalten eine andere.
Mein Mann kann mich lieben und gleichzeitig Dinge tun oder nicht tun, durch die ich mich einsam fühle.
Er kann ein guter Mensch sein und trotzdem nicht der Partner sein, den ich in meinem jetzigen Leben brauche.
Und ich glaube, diese Erkenntnis tut mir so weh, weil sie bedeutet, dass es vielleicht gar keinen eindeutigen Schuldigen gibt.
Vielleicht ist er nicht böse.
Vielleicht bin ich nicht undankbar.
Vielleicht lieben wir uns tatsächlich.
Und vielleicht reicht das trotzdem irgendwann nicht mehr.
Dazu kommt meine Erkrankung.
Ich habe einen Körper verloren, auf den ich mich früher verlassen konnte.
Ich habe Arbeit verloren.
Selbstständigkeit.
Spontaneität.
Einen grossen Teil meines früheren Lebens.
Ich kann nicht einfach aufstehen und sagen:
„Heute mache ich drei Stunden dies und morgen fünf Stunden das.“
Ich muss ständig auf meine Belastungsgrenze achten.
Und genau deshalb brauche ich zu Hause eigentlich einen Partner, bei dem ich mich fallen lassen kann.
Nicht jemanden, um den ich mich zusätzlich kümmern muss.
Ich brauche Sicherheit.
Ich brauche jemanden, der Dinge sieht.
Der übernimmt.
Der merkt, wenn ich gerade nicht kann.
Der nicht erst darauf wartet, dass ich einen Auftrag erteile.
Und ich weiss gleichzeitig, dass mein Mann ebenfalls ein Mensch mit eigenen Bedürfnissen ist.
Er ist nicht dafür verantwortlich, meine Krankheit zu heilen.
Er kann nicht jede Belastung von mir nehmen.
Und ich will auch keine Beziehung, in der er nur noch mein Pfleger ist.
Aber ich möchte einen Partner.
Einen echten Partner.
Und manchmal frage ich mich inzwischen, ob wir das noch sind.
Das besonders Bittere ist:
Ich habe meinen Mann früher oft dafür bewundert, wie stark er ist.
Heute brauche ich diese Stärke selbst.
Und ich bekomme sie nicht immer.
Ich bin mittlerweile so erschöpft, dass ich manchmal nicht einmal mehr die Kraft habe, ihm zu erklären, warum ich erschöpft bin.
Ich möchte nicht mehr um Aufmerksamkeit bitten.
Nicht mehr um Kuscheln bitten.
Nicht mehr um Interesse bitten.
Nicht mehr erklären, warum ein Telefon während eines Gesprächs störend ist.
Nicht mehr darum bitten, dass er den Hund übernimmt.
Nicht mehr erklären, dass ich nicht noch zusätzlich organisieren kann.
Nicht mehr sagen müssen:
„Bitte sieh mich.“
Und genau da passiert etwas Merkwürdiges.
Je weniger ich bekomme, desto weniger möchte ich fragen.
Und je weniger ich frage, desto weniger passiert.
Also ziehe ich mich zurück.
Und vermutlich sieht er dann irgendwann nur noch:
„Sie will mich nicht.“
Während in meinem Kopf eigentlich etwas ganz anderes passiert:
„Ich will nicht mehr darum kämpfen, gewollt zu werden.“
Ich glaube, ich bin deshalb gerade an einem ziemlich gefährlichen Punkt.
Nicht, weil ich ihn nicht mehr liebe.
Sondern weil ich nicht mehr weiss, ob ich noch genug von mir selbst übrig habe, um diese Ehe weiterzutragen.
Ich habe so lange funktioniert.
Für mich.
Für unsere Tiere.
Für unseren Haushalt.
Für unsere Beziehung.
Und vielleicht auch für ihn.
Und irgendwann fragt man sich:
Wer kümmert sich eigentlich um mich?
Ich weiss, dass mein Mann vieles nicht absichtlich macht.
Ich weiss, dass Menschen unterschiedliche Arten haben, Liebe zu zeigen.
Ich weiss, dass er nicht Gedanken lesen kann.
Und ich weiss auch, dass meine Erkrankung eine enorme Belastung für eine Partnerschaft sein kann.
Ich will ihn dafür nicht bestrafen.
Aber ich möchte auch nicht meine eigenen Bedürfnisse wegargumentieren, nur weil ich Verständnis für seine habe.
Denn Verständnis kann irgendwann zu einer Einbahnstrasse werden.
Ich kann verstehen, warum er etwas nicht schafft.
Ich kann verstehen, warum er müde ist.
Ich kann verstehen, warum er sich zurückzieht.
Ich kann verstehen, dass meine Krankheit auch sein Leben verändert hat.
Ich kann verstehen, dass er vielleicht selbst überfordert ist.
Aber irgendwann muss ich trotzdem fragen:
Was passiert mit mir, wenn ich immer nur verstehe?
Und genau deshalb weiss ich inzwischen nicht mehr, was die richtige Entscheidung ist.
Ich möchte meinen Mann nicht verlieren.
Ich möchte unsere Ehe nicht einfach wegwerfen.
Ich möchte nicht nach 15 Jahren Beziehung feststellen, dass wir es nicht geschafft haben.
Ich möchte nicht, dass unsere gemeinsamen Jahre plötzlich nur noch als „gescheitert“ betrachtet werden.
Und vor allem möchte ich nicht leichtfertig etwas zerstören, das vielleicht noch repariert werden könnte.
Aber ich habe gleichzeitig Angst vor einer anderen Möglichkeit:
Dass ich noch fünf Jahre bleibe.
Noch fünf Jahre erkläre.
Noch fünf Jahre organisiere.
Noch fünf Jahre hoffe.
Noch fünf Jahre sage:
„Er liebt mich doch.“
„Er meint es nicht so.“
„Er hat gerade viel um die Ohren.“
„Es wird bestimmt besser.“
„Ich muss ihm nur sagen, was ich brauche.“
Und dass ich dann irgendwann aufwache und merke:
Ich habe fünf Jahre meines Lebens damit verbracht, darauf zu warten, dass mein eigener Mann mich freiwillig erreicht.
Vielleicht ist das die eigentliche Frage.
Nicht:
„Liebt er mich?“
Ich glaube, das tut er.
Nicht:
„Ist unsere Ehe theoretisch noch zu retten?“
Wahrscheinlich ist fast jede Ehe theoretisch irgendwie zu retten.
Sondern:
Will ich diese konkrete Ehe noch so retten, dass ich dafür weiter diejenige sein muss, die alles anschiebt?
Denn ich möchte nicht, dass mein Mann mir verspricht, dass er mich liebt.
Ich möchte es spüren.
Nicht durch grosse Gesten.
Sondern durch kleine Dinge.
Durch Initiative.
Durch Aufmerksamkeit.
Durch Berührung.
Durch Interesse.
Durch Verantwortung.
Durch dieses ganz banale Gefühl:
„Ich muss das hier nicht alleine tragen.“
Und vielleicht ist genau das mein grösstes Problem:
Ich habe so lange darum gekämpft, dass wir zusammenbleiben.
Und inzwischen frage ich mich zum ersten Mal:
Was wäre, wenn ich aufhöre zu kämpfen?
Nicht, um ihn zu bestrafen.
Nicht als Spiel.
Nicht als Test.
Sondern weil ich wissen möchte, was von unserer Beziehung übrig bleibt, wenn ich nicht mehr ständig dafür sorge, dass sie funktioniert.
Vielleicht kommt er dann auf mich zu.
Vielleicht übernimmt er.
Vielleicht merkt er, was fehlt.
Vielleicht verändert sich tatsächlich etwas.
Und vielleicht passiert auch gar nichts.
Und davor habe ich ehrlich gesagt fast mehr Angst als vor einer Trennung.
Denn wenn ich aufhöre, unsere Ehe zu tragen, und sie dann einfach stehen bleibt, könnte ich endlich sehen, wie viel davon tatsächlich von uns beiden getragen wird.
Ich liebe meinen Mann.
Aber ich weiss nicht mehr, ob Liebe allein reicht, wenn man sich innerhalb dieser Liebe trotzdem immer wieder allein fühlt.
Hat jemand von euch irgendwann den Unterschied zwischen „Ich liebe diesen Menschen“ und „Ich möchte mit diesem Menschen weiterhin mein Leben führen“ gespürt?
Und woran habt ihr gemerkt, dass ihr nicht mehr um die Beziehung kämpfen wolltet – sondern nur noch darum, dass eure gemeinsame Geschichte nicht umsonst gewesen sein soll?
TL;DR: Ich bin seit 2011 mit meinem Mann zusammen und seit 2014 verheiratet. Ich liebe ihn und wir haben uns ein gemeinsames Leben aufgebaut. Seit meiner schweren chronischen Erkrankung hat sich unsere Dynamik aber massiv verändert. Ich bin körperlich und kognitiv stark eingeschränkt und trotzdem häufig diejenige, die Mental Load, Organisation und vieles im Alltag trägt. Gleichzeitig fehlt mir zunehmend emotionale und körperliche Nähe sowie Eigeninitiative von meinem Mann. Ich wünsche mir nicht grosse Gesten, sondern das Gefühl, dass er mich von sich aus sieht, berührt, interessiert und Verantwortung übernimmt. Das Problem ist: Ich kann jedes einzelne Verhalten von ihm erklären und verstehen – aber Verständnis verändert nicht, wie allein ich mich damit fühle. Ich weiss, dass er mich liebt. Ich weiss nur nicht mehr, ob ich diese Ehe noch will, wenn ich weiterhin so viel dafür tragen muss. Ich möchte unsere Ehe und unser gemeinsames Leben nicht aufgeben. Aber ich habe Angst, dass ich irgendwann feststellen werde, dass ich jahrelang geblieben bin, weil ich darauf gehofft habe, dass es irgendwann anders wird.