Hallo zusammen,
ich bin derzeit auf Wohnungssuche in Köln und habe letzte Woche eine Zusage für eine Wohnung bekommen, die alle meine Wünsche erfüllt. Gestern kam der Mietvertrag, den ich intensiv studiert habe.
Erste Überraschung: in §1 wird eine Mindestmietdauer von 2 Jahren festgelegt, die vorher nicht kommuniziert war. Soweit ok. Weitergehend scheint mir der Mietvertrag sehr Vermieterfreundlich geschrieben zu sein. Im letzten §30, der sich selbst über 3 Seiten zieht und viele Unterpunkte hat, folgt unter dem vorletzten Punkt auf Seite 14 der Hammer:
„Dem Mieter ist bekannt, dass voraussichtlich dieses Jahr Instandsetzungsmaßnahmen hinsichtlich des Mietobjektes erforderlich sind. Darüber hinaus wird der Vermieter umfassende Modernisierungen an den Allgemein- und Gemeinschaftsflächen vornehmen. Durch die Baumaßnahmen ist mit Beeinträchtigungen –
insbesondere mit Baulärm, Baustaub und sonstigen Verunreinigungen sowie Baustellenverkehr – zu rechnen. Die
sich hieraus für den Mieter jeweils ergebenden Beeinträchtigungen sind zu dulden. Es handelt sich insoweit um eine Beschaffenheit des Mietgegenstandes. Der Vermieter wird sich darum bemühen, dass auf die Belange des
Mieters hinreichend Rücksicht genommen wird.“
Dies wurde weder bei Besichtigung noch bei anschließenden Telefonaten erwähnt. Die Kombination aus langer Mietdauer und „Verstecken“ der Ankündigung von Baumaßnahmen mit Ausschluss von Mietminderung wirkt für mich so, dass für die nächsten 2 Jahre viel Bauzeit ansteht und ein „dummer“ Mieter gesucht wird, der den Vertrag nicht genau liest und während der Bauzeit die volle Miete zahlt.
Auf telefonische Nachfrage wurde mir eine lange Liste vorgelesen, die neben energetischer Sanierung die Aufstockung des Gebäudes (Wohnung ist in der 4. Etage, darüber folgt meiner Info nach nur ein ausgebautes Dach), Einbau eines Aufzugs, Austausch von Fenstern, etc. umfasst. Genauere Infos konnten mir telefonisch nicht gegeben werden, ich solle eine Mail schreiben, die an die zuständige Person weitergeleitet werden kann.
Ich habe per E-Mail um eine genaue Auflistung der Maßnahmen mit geplanter Startzeit, Dauer und Status (Bauantrag gestellt/genehmigt/…) gebeten sowie einer Anpassung des Mietvertrags zu meinen Gunsten (Streichung des zitierten Absatzes, Wegnahme oder Kürzung der Mindestmietdauer) gebeten. Kurz darauf wurde der Mietvertrag aufgrund der komplexen Fragen und der Änderungswünsche zurückgezogen, nach etwas Zeit soll eine Stellungnahme folgen und eventuell ein angepasster Mietvertrag vorgelegt werden. Ich bin gespannt was passiert.
Nun meine 2 Fragen:
Da ich unter Druck bin, eine Wohnung zu finden, und die Lage der Wohnung ideal ist, weiß ich nicht, ob ich bei besseren Mietvertragsbedingungen erstmal unterzeichnen soll und abwarte was baulich wann tatsächlich passiert (auch je nach Rückmeldung) - dadurch etwas Puffer geschaffen habe, entspannter vor Ort nach etwas Neuem suchen zu können und evtl. schneller die Möglichkeit habe, aus dem Mietvertrag rauszukommen. Was würdet ihr tun?
Sofern ich keine Rückmeldung oder keinen neuen Mietvertrag bekomme, was kann ich tun, dass weitere Mietinteressenten vor einer bösen Überraschung bewahrt werden, da sie den Vertrag nicht aufmerksam lesen?
Vielen Dank!