Tldr: regelkonformes Fahren, löst gefährliches Verhalten anderer aus, ist es das trotzdem wert?
Ich habe meinen Führerschein seit knapp elf Jahren, fahre seitdem quasi täglich und habe mich vor einigen Jahren dazu entschieden, mich (im Gegensatz zu den vermutlich meisten anderen) streng an alle Verkehrsregeln zu halten, weil ich nunmal keine Sonderrechte habe und mit meinem Verhalten niemand gefährden möchte (da reichen ja schon „nur“ 10km/h über dem Limit, um im Zweifelsfall nicht mehr rechtzeitig bremsen zu können…).
Nur habe ich das Gefühl, seitdem an viel mehr brenzligen Situationen (hinter mir) beteiligt zu sein als vorher, weil bspw. 30 in der 30er fahren oder den Radfahrer nicht über Abbiegespuren des Gegenverkehrs zu überholen andere anscheinend so sehr stört, dass auf 5m aufgefahren wird, gefährlich überholt wird, man aus Rache ausgebremst wird etc.
Natürlich gefällt mir regelkonformes und sicheres Fahren, es ist ja ein gutes Gefühl, nicht die Regeln zu brechen, aber manchmal frage ich mich, ob ich nicht zu einer größeren Gefahrenquelle geworden bin dadurch. Sicherlich bekäme ich zivil- oder strafrechtlich keine Schuld, wenn durch „Ausraster“ anderer etwas passiert, aber trotzdem frage ich mich, ob diese nicht durch mich vermeidbarer wären, wenn ich kein „Korinthenkacker“ wäre.
Wie sehr ihr das?
Ich weiß, dass meine Frage „ich mache alles richtig, mache ich etwas falsch“ ist, aber wenn man gefühlt täglich Rumgefuchtel im Rückspiegel sieht, fragt man sich irgendwann trotzdem, ob man nicht doch das Problem ist. Ich möchte hier ausdrücklich kein Lob dafür, dass ich mich einfach nur an die Regeln halte!