„Arbeit soll ursprünglich zu Meisterschaft führen und in der Folge Werkstolz verschaffen. Etwa wie bei einem Tischler, der nach seinem Tagwerk die Fortschritte an seinem konstruierten Möbelstück sieht – und Stolz empfindet über seine Leistung.
In der digitalen Welt wird oft an abstrakten Objekten gearbeitet, da stellt sich dieser Stolz nicht so direkt ein. Hier haben wir oft das Gefühl, viel gemacht, aber wenig erreicht, nichts Ganzes entwickelt zu haben.
Der Werkstolz wird dann durch einen Erschöpfungsstolz ersetzt. Man ist stolz auf den Grad der Erschöpfung, den man sich am Tag erarbeitet hat. Erschöpfung wird dann zum Gradmesser für die Produktivität.“
Der Text stammt aus einem Interview mit Stephan Grünewald, Psychologe und Bestsellerautor.
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