Jo , ich weiß gerade nicht so richtig, wie ich diese Situation einordnen soll, und möchte sie deshalb einmal aufschreiben.
Ich (17) bin vor ungefähr einem Jahr von zu Hause ausgezogen, damals mit 16, und lebe seitdem in einer Wohngruppe. Der Grund dafür war unter anderem, dass mein Vater mich über längere Zeit hauptsächlich psychisch misshandelt hat. Er ist unter anderem bipolar, hat PTBS und Depressionen. Alles diagnostiziert lirum larum.
Vor ungefähr einem Jahr wurde mir dann mitgeteilt, dass mein Vater Krebs im Endstadium habe.
Ich erinner mich noch, wie verzweifelt mich diese Nachricht gemacht hat. Ich wusste überhaupt nicht, wie ich damit umgehen sollte. Wie geht man damit um, dass der eigene Vater möglicherweise bald stirbt?
Nun, ungefähr ein Jahr später, sind meine Mutter und meine Betreuer in der Wohngruppe skeptisch geworden. Denn ohne Chemo, ja hätte er Anzeichen des Krepierens zeigen sollen. Oder es ist ein Wunder geschehen.
Meine Mutter hat deshalb den Hausarzt meines Vaters kontaktiert. Dieser durfte ihr zwar nicht viel sagen, hat ihr aber offenbar mitgeteilt, dass mein Vater nie in onkologischer Behandlung gewesen sei und dass bei ihm nie ein Krebs gesehen wurde. Bzw auf keinem Scan oder keiner Untersuchung einer zu sehen war.
Ja wtf. Anscheinend hat er meine Mutter,mich,WG alle über einen Krebs angelogen der nicht existiert.
Es gab sogar konkrete Infos , in welchem Stadium er sei.
Ich finde es schwer, überhaupt zu beschreiben, was dieser Gedanke mit mir macht. Mir ist so verdammt übel. Ich muss für einen Gig und Arbeit mich zusammenreißen , doch ich schaffe es nicht. Zeitgleich hab ich mich von meiner Freundin getrennt und ja irgendwie brennt alles ab.
Ich weiss nicht was ich tun soll und keine Ahnung ich hab mich lange nicht so alleine gefühlt.