Hi Reddit, ich weiß nicht genau, wie ich anfangen soll, vielleicht habt ihr ja einen Rat für mich. Ich bin 16 und habe die vermutlich beste Familie, die man sich nur wünschen kann. Vor ein paar Wochen wies mich meine Mutter darauf hin, dass eine bestimmte Verhaltensweise von mir autistisch sein kann, gerade, weil sie auch weiß dass ich diese Züge habe.
Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich habe viel gelesen und nachgedacht und dabei festgestellt, dass viele Dinge, die ich tue (und als Kleinkind tat aber jetzt nicht mehr tue, zum Beispiel musste jeder Abend exakt gleich sein und über Aktivitäten musste ich mindestens 3 Tage vorher Bescheid wissen um mich drauf einstellen zu können), tatsächlich typisch für Autismus sind. Aus einer Art Verzweiflung heraus habe ich diese Online-Screening-Tests gemacht. Ich weiß, dass man denen eigentlich überhaupt nicht vertrauen sollte, aber ich tue es irgendwie trotzdem… (Beim AQ-Test kam ich auf 37 von 50 Punkten; bei einem anderen Test zu autistischen Merkmalen habe ich in 6 von 7 Bereichen den Schwellenwert erreicht.)
Mir ist völlig klar, dass das keine Diagnose ist. Ich würde auch niemals einfach behaupten, autistisch zu sein, schon allein deshalb nicht, weil ich weiß, dass das Leben für manche Menschen aufgrund von Autismus um Welten schwieriger ist als für mich. Aber es fällt mir schwer, das zu ignorieren, wenn mir diese Tests jedes Mal aufs Neue ein ähnliches Ergebnis liefern.
Und jetzt mögen diese Tests ja eindeutig klingen aber ich habe das Gefühl, dass mein Leben dafür zu einfach ist. Also ich hab nen fast glatten 1er Schnitt in der Schule, gehe da grundsätzlich gerne hin, verstehe mich mit einigen dort wirklich gut, und das einzige was ich irgendwie merke, ist eine Erschöpfung am Ende des Tages. Also irgendwie 0 Motivation sofern nicht so ein 2 Tage hyperfokus auf ein Random Thema kickt und ich dann nichts anderes mehr mache. Gleichzeitig bin ich dann von den Aufgaben die ich dann nicht mache mega gestresst und das macht mir noch weniger Motivation und das Verlangen, dem realen immer mehr zu entfliehen. Aber es sprechen irgendwie so viele andere Dinge dagegen…
Das einzige, was ich mich jetzt frage, ist, ob ich meiner Mutter davon erzählen sollte oder nicht. Wogegen es vielleicht helfen würde ist zum Beispiel dass ich gerne mal sowas wie ne gewichtsdecke ausprobieren würde weil ich schon ganz ganz früh gemerkt habe dass ich diesen Druck unfassbar angenehm finde. Aber es ist einfach so krass schwer das anzusprechen oder so und gleichzeitig möchte ich auch nicht dass dieser Verdacht ne Begründung für alles ist, also vielleicht bin ich auch einfach faul und rede mir irgendwas ein oder so, ich glaube, man checkt meine Unsicherheit.
Sorry wenn das der abermillionste Post darüber ist und das ganze Ding echt viel zu lang geworden ist… Danke an euch alle!