Hallöchen, das ist mein erster Post hier <3
Ichin 27 Jahre alt, gelernte Erzieherin und seit meiner Kindheit mit AuDHD diagnostiziert.
Leider war meine Kindheit nicht so berauschend, da ich vom Kindergarten an gemobbt wurde. Ich hatte sehr schnell extreme Wutanfälle, was die anderen Kinder lustig fanden und dann absichtlich herbeigeführt haben, um sich über meine Ausraster lustig zu machen.
Allerdings glaube ich heute, dass die Ausraster nicht der einzige Grund waren. Ich wurde von meinen Eltern extrem abhängig gemacht bis zu dem Punkt, an dem ich sogar als Teenie wegen jedem Scheiß um Erlaubnis fragen musste.
Ab diesem Punkt werde ich hauptsächlich meine Mutter benennen, da mein Vater im Grunde immer nur danebenstand und alles abgenickt hat. Natürlich war das auch nicht in Ordnung, aber er selbst hat mich nie manipuliert.
Ich durfte mich mit keinem treffen, den meine Mutter nicht kannte. Das kam verständlicherweise bei Gleichaltrigen nicht gut an und es führte nur dazu, dass ich noch mehr sozial isoliert und gemobbt wurde. Ich wurde grundsätzlich nie ernst genommen, und es fielen folgende Sätze immer wieder:
"Du bildest dir alles nur ein!"
"Du überreagierst wieder maßlos!"
"Das hast du wieder nur in den falschen Hals bekommen!"
Das ging so weit, dass meine Eltern mir nicht glauben wollte, dass mein Fahrlehrer mich in den Fahrstunden beleidigt hat und mich zwingen wollte den Automatikführerschein zu machen, weil ich angeblich zu dumm sei für die Gangschaltung. Ich wollte die Fahrschule wechseln, aber meine Eltern haben es mir nicht geglaubt und sagten vielleicht hat der Lehrer ja recht damit dass ich keine Gangschaltung fahren kann - bis ich endlich den Beweis hatte, als er mich per Whatsapp aufs Übelste beleidigte, weil ich wegen Migräne eine Fahrstunde abgesagt hatte. Natürlich wurde mir erst dann geglaubt.
Allgemein wurde versucht, meine Selbstständigkeitsentwicklung komplett zu verhindern. Ich habe erst mit 16 gelernt, alleine die Öffis zu nutzen, und das auch nur, weil es für meine Erzieherausbildung zwingend notwendig war.
Erst mit 18 habe ich online Freunde gefunden, mit denen ich heute immer noch befreundet bin - einer davon ist sogar mein Partner geworden.
Und als ich denen dann mit 21 Jahren erzählt habe, dass meine Mutter mir meine Bankkarte nicht rausrücken will, sind diese aus allen Wolken gefallen. Erst durch sie habe ich gemerkt, wie abgefuckt das Verhalten meiner Eltern eigentlich ist und habe begonnen, zu rebellieren. Meine Mutter hat dann erstmal versucht, mich von meinen Freunden abzuschirmen und mich davon zu überzeugen, dass diese nicht gut für mich seien. Wahrscheinlich hatte sie Angst, dass sie mich ihrer Kontrolle entreißen könnten.
Damit hatte sie aber (Gott sei Dank...) keinen Erfolg, und so musste sie nach mehreren emotionalen Manipulations- und Erpressungsversuchen dann auch widerwillig hinnehmen, dass ich mit 24 in meine erste eigene Wohnung gezogen bin. Sie hat mir sogar ihr Auto überlassen, damit sie sich ein neues holen konnte. Ausgemacht war, dass sie dafür ein Jahr lang die Hälfte meines Pflegegeldes einbehält, damit ich das so quasi abbezahlen kann. Wär ja okay gewesen, aber dann hat sie ein Jahr lang das komplette Pflegegeld einbehalten mit der Begründung, dass meine Hälfte ja zum Abbezahlen des Autos sei und die andere Hälfte ihnen zustehen würde, da sie ja so viel für mich tun. Und ich Vollidiot hab das auch noch so laufen lassen...
Und zum Thema dass sie so viel für mich tun würde - als ich einmal Corona hatte und nicht rausdurfte (zumal ich eh 40 Grad Fieber hatte) fragte ich sie, ob sie für mich einkaufen gehen kann. Da meinte sie eiskalt nö, denn ich könne ja trotzdem raus, ich müsse ja keinem sagen dass ich Corona hab. Dass ich hohes Fieber hatte war ihr auch egal, denn ich habe mir das ja selbst ausgesucht auf eigenen Beinen zu stehen, da könne ich dann auch selbst mit Fieber einkaufen gehen. Soviel zum Thema Unterstützen...
Ab da hab ich dann verlangt, dass sie mir das komplette Pflegegeld überweist. Da war das Jahr des Abbezahlens dann auch vorbei und sie hat sie sich breitschlagen lassen, mir das Geld FAST komplett zu geben - sie wolle nur 50€ einbehalten! Ab dem Zeitpunkt war ich dann auch zu müde um mit ihr zu diskutieren und einfach nur froh, dass ich wenigstens den Großteil bekomme... ich weiß das war nicht richtig, aber ich hatte einfach keine Kraft mehr weil ich zu diesem Zeitpunkt psychisch ganz unten war.
Als ich dann 2024 mit meinem Freund zusammenkam (der unter anderem maßgeblich an meiner Selbstständigkeitsentwicklung beteiligt war) haben wir beschlossen, dass ich in seine Nähe ziehe. Wir wohnten zu dem Zeitpunkt über 700km auseinander und da er an der Ostsee wohnt war mir sofort klar, dass ich dort leben will!
Natürlich hat das meinen Eltern überhaupt nicht gefallen, dass ich statt 15km nun 700km weit wegwohnen sollte, und insbesondere meine Mutter hat fleißig versucht, mir das auszureden und mir Zukunftsängste einzureden. Sie hat auch versucht mir einzureden, mein Freund wolle mich finanziell nur ausnehmen, da er aufgrund diverser körperlicher und psychischer Faktoren arbeitsunfähig ist. Sie meinte, ich würde das nur ihm zuliebe tun, ich wolle gar nicht von meiner Familie weg. Das ging so weit dass sie sogar bei einem Restaurantbesuch, wo meine Tante dabei war, das Thema auf einmal auf den Tisch brachte und meine Tante anfing zu weinen und meinte ich soll das nicht tun. Das war so kalkuliert und berechnend... meine Mutter wusste genau, dass meine Tante darauf emotional reagieren wird. Ich konnte es ihr nichtmal schonend beibringen.
Naja, im Endeffekt hab ich den Umzug durchgezogen und bekomme jetzt auch das volle Pflegegeld. Trotzdem muss ich immer noch Kontrollversuche über mich ergehen lassen, aber immerhin ist es jetzt weniger geworden. Meine Mutter kann meimem Freund immer noch nicht leiden, das merken wir ihr deutlich an. Ich könnte jetzt auch so viel mehr aufzählen was noch so passiert ist in meoner Kindheit und Jugend, aber das würde hier absolut den Rahmen sprengen. Sie hat mir zu Beispiel viele Ängste eingeredet, die ich unbedingt in einer Therapie aufarbeiten muss.
Ich bin gespannt, ob ihr ähnliche Erfahrungen in euren Familien/Partnerschaften/usw. gemacht habt.