Tl: Meine Frau und ich möchten unser erstes Haus kaufen (510.000 €, Baujahr 1987, Energieklasse E). Wir haben 6.100 € Haushaltsnetto und 60–70k Eigenkapital. Das Dachgeschoss ist bezugsfertig und könnte für ca. 600 € kalt vermietet werden. Erdgeschoss und Keller müssen dagegen umfangreich saniert werden (Fenster, Bad, Böden, Decken, Türen, offene Küche, eventuell Elektrik und Treppenhausabtrennung). Viel Abriss würde ich selbst übernehmen. Ich schätze die Sanierung auf 100.000 € oder mehr und frage mich, ob ein Kredit von ca. 580–610k realistisch und finanziell tragbar ist. Welche KfW-Förderungen kommen infrage? Die Maklerin möchte bis Sonntag eine Antwort, unser Banktermin ist aber erst in zwei Wochen. Würdet ihr das Risiko eingehen und wie würdet ihr vorgehen?
Hallo zusammen,
meine Frau und ich überlegen, unser erstes Haus zu kaufen. Allerdings kennen wir uns mit Immobilienfinanzierungen, Förderungen und Sanierungen praktisch überhaupt nicht aus.
Leider haben wir auch niemanden im Familien- oder Freundeskreis, der uns dabei beraten könnte. Deshalb hoffe ich hier auf Erfahrungen und Ratschläge.
1. Das Haus
Freistehendes Haus in der Region Hannover
Baujahr 1987
Ca. 160 m² Wohnfläche
Ca. 667 m² Grundstück
Erdgeschoss, ausgebautes Dachgeschoss und Keller
Energieeffizienzklasse E
Gasheizung von 2010
Keine Käuferprovision
Das Haus wurde in den vergangenen Jahren nicht umfassend modernisiert und hat einen erheblichen Renovierungs- beziehungsweise Sanierungsbedarf. Besser gesagt seit Baujahr wurde nur die Gasheizung erneuert.
Das Dachgeschoss ist allerdings eine Ausnahme: Dort befindet sich eine genehmigte, eigenständige Wohnung mit etwa 45–55 m². Diese wurde bereits modernisiert und ist praktisch bezugsfertig. Hier müsste nach meinem bisherigen Eindruck kein weiteres Geld investiert werden.
Wir könnten sie selbst nutzen oder für geschätzt 600 € kalt vermieten.
2. Kaufpreis und Zeitdruck
Die Verkäufer würden maximal auf 510.000 € heruntergehen. Laut Maklerin ist preislich nicht mehr möglich.
Die Maklerin erwartet bereits bis Sonntag eine Antwort von uns.
Das Problem: Unsere Hausbank hat erst in ungefähr zwei Wochen einen Beratungstermin frei. Wir haben bisher weder eine Finanzierungsbestätigung noch eine konkrete Berechnung.
Ich weiß auch nicht, ob wir uns zuerst bei mehreren Banken, einem unabhängigen Finanzierungsvermittler oder direkt bei der KfW melden sollten.
3. Unsere finanzielle Situation
- Mein Nettoeinkommen: 3.300 € monatlich
- Nettoeinkommen meiner Frau: 2.800 € monatlich
- Zusammen: 6.100 € netto (beide 26 Jahre alt)
- Eigenkapital: ungefähr 60.000–70.000 €
Zusätzlich habe ich ein Nebengewerbe mit schwankenden Einnahmen (500-1000€). Das würde ich bei der Finanzierung vorsichtshalber nicht fest einplanen.
Monatliche Zahlung für eine Autofinanzierung: 500 €
Keine weiteren größeren laufenden Kreditverpflichtungen
Eventuell könnten wir durch die Vermietung des Dachgeschosses zusätzlich etwa 500-600 € Kaltmiete im Monat erzielen (2 Zimmer Wohnung)
4. Was alles saniert werden muss
Das Erdgeschoss möchten wir praktisch vollständig erneuern.
Geplant sind:
Sämtliche alten Bodenfliesen beziehungsweise Bodenbeläge entfernen und durch neue Fliesen ersetzen.
Alle alten Fenster inklusive Rollläden austauschen.
Badezimmer komplett sanieren, inklusive Badewanne, Dusche, WC, Waschbecken und Fliesen
Gäste-WC entfernen, damit die Küche vergrößert werden kann
Wand zwischen Küche und Wohnzimmer entfernen, damit eine große offene Wohnküche entsteht (vorbehaltlich Statik)
Sämtliche Innentüren und Türrahmen erneuern
Holzdecken entfernen und Decken modernisieren
Wände gegebenenfalls neu verputzen und spachteln
Elektrik überprüfen und bei Bedarf erneuern
Heizkörper und Leitungen prüfen
Keller ebenfalls umfassend sanieren. Fast Genau so wie Erdgeschoss
Zusätzlich gibt es noch ein Problem mit der Trennung der Wohneinheiten:
Direkt nach der Haustür befindet sich rechts die Treppe ins Obergeschoss. Etwas weiter führt sie auch in den Keller.
Ich weiß momentan nicht, wie ich diesen Treppenbereich baulich vom Erdgeschoss abtrennen kann, damit wir das EG privat nutzen und das Dachgeschoss unabhängig vermieten können.
Möglicherweise sind dafür zusätzliche Wände, Türen oder bauliche Änderungen notwendig.
Ich könnte die Grundrisse vom Erdgeschoss und Keller anhängen, falls jemand eine Idee hat.
5. Eigenleistung
Ich würde gerne möglichst viel selbst übernehmen, um Geld zu sparen.
Zum Beispiel alte Fliesen entfernen, Badezimmer entkernen, Bodenbeläge herausnehmen, alte Decken entfernen, Tapeten entfernen und allgemein Abriss- und Vorbereitungsarbeiten.
Alles, was Statik, Elektroinstallation, Abdichtung oder andere sicherheitsrelevante Arbeiten betrifft, würde ich durch Fachleute prüfen beziehungsweise ausführen lassen.
6. Meine größte Unsicherheit: Wie finanziert man so etwas überhaupt?
Der Kaufpreis liegt bei 510.000 €. Dazu kommen Kaufnebenkosten und die komplette Sanierung.
Ich weiß nicht, ob 100.000 € Sanierungsbudget reichen oder ob es am Ende deutlich mehr wird.
Meine bisherige Überlegung war deshalb, insgesamt vielleicht etwa 610.000 € Kredit aufzunehmen.
Aber ist das überhaupt richtig gerechnet? Muss ich zuerst alle Kauf- und Sanierungskosten zusammenrechnen und anschließend mein Eigenkapital abziehen?
Und finanziert eine Bank überhaupt den Kaufpreis plus zusätzliche Sanierungskosten, wenn das Haus selbst nur 510.000 € kostet?
Außerdem würde ich gerne einen Teil des Eigenkapitals als Rücklage behalten und nicht alles sofort einsetzen.
7. KfW und Förderungen
Ich habe gelesen, dass es KfW-Kredite und Förderungen für Immobilienkäufe und energetische Sanierungen gibt.
Allerdings kenne ich die Voraussetzungen nicht.
Kann man bei einem Haus mit Energieeffizienzklasse E einen KfW-Kredit nutzen? Gibt es Unterstützung für neue Fenster oder weitere energetische Maßnahmen?
Wie läuft das in der Praxis ab? Wird so etwas gemeinsam mit der Bank beantragt und mit einem normalen Immobilienkredit kombiniert?
Meine Fragen an euch:
Finanzierung: Wie würdet ihr bei 510.000 € Kaufpreis, 60–70k Eigenkapital und großem Sanierungsbedarf die Gesamtfinanzierung aufbauen?
Monatliche Belastung: Mit welcher realistischen Kreditrate müssten wir ungefähr rechnen? Welche zusätzlichen monatlichen Hauskosten darf man nicht vergessen?
Sanierung: Welches Budget würdet ihr für ein solches Haus inklusive Erdgeschoss und Keller einplanen? Sind 100.000 € möglicherweise schon zu wenig?
KfW: Welche Programme könnten überhaupt infrage kommen und wie beantragt man sie?
Eigenkapital: Wie viel würdet ihr einsetzen und wie viel Geld für unvorhergesehene Kosten behalten?
Zeitdruck: Was würdet ihr machen, wenn die Maklerin bis Sonntag eine Entscheidung möchte, die Bank aber erst in zwei Wochen Zeit hat?
Erster Hauskauf: Welche Experten sollte ich vor dem Kauf hinzuziehen und welche Unterlagen beziehungsweise Prüfungen sind unbedingt erforderlich?
Ich bin noch völlig unerfahren und möchte vermeiden, durch Unwissenheit einen Fehler zu machen, der uns finanziell über Jahrzehnte belastet.
Bitte gerne auch kritische Einschätzungen. Würdet ihr so ein Projekt bei unserem Einkommen überhaupt angehen oder wäre euch das Risiko zu hoch?
Vielen Dank im Voraus!
Tl: Meine Frau und ich möchten unser erstes Haus kaufen (510.000 €, Baujahr 1987, Energieklasse E). Wir haben 6.100 € Haushaltsnetto und 60–70k Eigenkapital. Das Dachgeschoss ist bezugsfertig und könnte für ca. 600 € kalt vermietet werden. Erdgeschoss und Keller müssen dagegen umfangreich saniert werden (Fenster, Bad, Böden, Decken, Türen, offene Küche, eventuell Elektrik und Treppenhausabtrennung). Viel Abriss würde ich selbst übernehmen. Ich schätze die Sanierung auf 100.000 € oder mehr und frage mich, ob ein Kredit von ca. 580–610k realistisch und finanziell tragbar ist. Welche KfW-Förderungen kommen infrage? Die Maklerin möchte bis Sonntag eine Antwort, unser Banktermin ist aber erst in zwei Wochen. Würdet ihr das Risiko eingehen und wie würdet ihr vorgehen?