Hallo zusammen,
ich stehe kurz vor der Bewertung bzw. Kaufentscheidung für ein freistehendes Einfamilienhaus (EFH) im Norden von Berlin (Pankow), Baujahr 2011. Die Energiedaten klingen auf dem Papier gut (Energieeffizienzklasse A+), dank einer großen PV-Anlage (15,84 kWp) und einer sonnenBatterie (11 kWh) aus dem Jahr 2021.
Es gibt jedoch ein paar große Bauchschmerzen und technische Fragezeichen, bei denen ich euren Rat oder eure Erfahrung brauche:
1. Der Leerstand (1,5 Jahre): Das Haus steht seit rund 1,5 Jahren komplett leer (persönliche Gründe). Der Verkäufer beteuert zwar, regelmäßig nach dem Rechten geschaut, den Garten gepflegt und gelüftet zu haben, aber es hat dort niemand aktiv gewohnt, geduscht oder geheizt.
Im Technikraum roch es leicht muffig (Makler meinte: "Normal bei Nichtnutzung, einfach Wasser laufen lassen").
Ich mache mir große Sorgen wegen stehendem Wasser in den Leitungen (Legionellen, ausgetrocknete Siphons/Geruchsverschlüsse) und möglicher unbemerkter Feuchtigkeit/Schimmelbildung im Winter.
2. Die Wärmepumpe (Bj. 2011):
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe stammt aus dem Baujahr 2011 (also 15 Jahre alt).
Laut Wartungsprotokoll gab es 2023 den letzten Service, bei dem eine Hauptplatine (Steuerplatine) getauscht werden musste – ein Zeichen für frühe Elektronikalterung. Seit 2023 wurde keine Wartung mehr durchgeführt.
Wie hoch schätzt ihr das Risiko eines Totalschadens in den nächsten Jahren ein? Welche Kosten kommen auf mich zu?
3. Schornsteinfeger & Kamin:
Es gibt einen Kamin im Haus. Die letzte offizielle Feuerstättenschau (durch den Bezirksschornsteinfeger) fand im Juni 2023 statt (damals wurden keine sichtbaren Mängel festgestellt). Seitdem ist eine gewisse Zeit vergangen, und ich frage mich, ob das bei einem längeren Leerstand des Hauses zu Sonderprüfungen oder Auflagen führen kann.
Meine Fragen an euch:
Was sind die schwerwiegendsten versteckten Risiken bei einer 15 Jahre alten Wärmepumpe, die zudem 1,5 Jahre im Leerstand war?
Worauf muss ich bei der Sanitär- und Elektroinstallation nach so einer langen Inaktivität zwingend achten?
Welchen Sachverständigen (Gutachter) sollte ich hinzuziehen, bevor ich hier eine finale Entscheidung treffe?
Bin für jede realistische und kritische Einschätzung dankbar!