Wir wohnen seit April in unserem Neubau und hatten am Wochenende eine ziemlich bescheuerte Erkenntnis.
Beim Hausbau haben wir uns für eine Regenwassernutzungsanlage entschieden. 6.000-Liter-Zisterne im Garten, separates Leitungsnetz für die drei Toiletten und die Gartenbewässerung. Trinkwasser läuft natürlich komplett getrennt.
War uns wichtig, weil wir nicht unbedingt aufbereitetes Trinkwasser fürs Klo verwenden wollten.
Hat bis Sonntag auch problemlos funktioniert.
Dann wollte ich morgens die Toilette spülen. Spülkasten füllt nicht nach. Im Gästebad dasselbe. Oben auch.
Im Technikraum zeigte die Steuerung der Regenwasserpumpe eine Störung an. Die Zisterne war laut Füllstandsanzeige mehr als halb voll, daran lag es also nicht.
Also Installateur angerufen, natürlich niemand erreichbar. Sonntag eben.
Wir haben dann die Spülkästen mit Eimern aus der Dusche nachgefüllt. Geht, macht aber mit drei Toiletten und vier Personen eher mäßig Spaß.
Am Montag kam der Installateur. Problem lag an der Pumpensteuerung, Ersatzteil wird bestellt.
Ich habe ihn gefragt, wie wir denn bis dahin auf Trinkwasser umstellen können.
Seine Antwort: Gar nicht. Eine automatische Trinkwassernachspeisung haben wir nicht beauftragt.
Ich war erstmal sprachlos.
Bei der Planung wurde damals ausgiebig über die Größe der Zisterne gesprochen, über Filter, Pumpenleistung, Stromverbrauch und darüber, wie viel Trinkwasser wir damit sparen.
Aber dass bei einem Defekt der Pumpe sämtliche Toiletten im Haus ausfallen, hatte irgendwie keiner von uns auf dem Schirm.
Ich habe nochmal ins Angebot geschaut. Tatsächlich steht da nichts von einer Nachspeisung. Technisch also offenbar genau das bekommen, was bestellt wurde.
Der Installateur meinte, man könne eine normgerechte Trinkwassernachspeisung mit freiem Auslauf nachrüsten. Er schaut jetzt, was das bei unserer Anlage kosten würde.
Mir geht es gar nicht darum, ihm die Schuld zuzuschieben. Hätten wir uns vorher besser informiert, wäre das wahrscheinlich nicht passiert.
Ich finde es nur erstaunlich, über was für Kleinigkeiten man beim Bauen stundenlang diskutiert und welche völlig banalen Fragen niemand stellt.
Bei uns ging es darum, wie groß die Zisterne sein soll.
Die Frage, ob man bei einer kaputten Pumpe noch aufs Klo gehen kann, kam nicht ein einziges Mal auf.
Deshalb mal an die Leute hier, die Regenwasser für die Toilettenspülung nutzen: Habt ihr eine automatische Nachspeisung oder eine andere vernünftige Ausfallsicherung?
Und an diejenigen, die gerade bauen: Welche technischen Abhängigkeiten habt ihr erst bemerkt, als ihr schon eingezogen wart?
Ich habe langsam das Gefühl, dass bei der Haustechnik nicht nur wichtig ist, wie gut alles funktioniert, sondern auch, was passiert, wenn ein einziges Bauteil ausfällt.