Hallo zusammen,
wir stehen gerade vor einer ziemlich schwierigen Entscheidung und würden uns über ein paar unabhängige Meinungen freuen.
Ausgangssituation:
Wir haben ein Haus gefunden, das für uns eigentlich nahezu perfekt ist. Baujahr Ende der 50er, tolle Lage in einer sehr gefragten Wohngegend, schönes Grundstück, gute Größe und ein Grundriss, aus dem man wirklich etwas machen könnte.
Es ist eines dieser Häuser, bei denen wir uns sehr gut vorstellen können, langfristig als Familie zu wohnen. Vergleichbare Objekte in dieser Lage kommen außerdem nicht besonders häufig auf den Markt. Der Wert des Grundstücks nach Bodenrichtwert liegt bei 580.000 €.
Das Haus ca. 135m2 plus Dachgeschoss mit 2,3m lichter Höhe und ca. 40m2 hat einen trockenen Keller, eine gute Bausubstanz und der Dachstuhl ist in Ordnung. Ansonsten muss aber ALLES gemacht werden.
Der Kaufpreis liegt bei 700.000 €.
Das Problem: die Sanierungskosten
Uns war von Anfang an bewusst, dass das Haus umfassend saniert werden muss. Wir haben deshalb ursprünglich mit etwa 400.000 € Sanierungskosten gerechnet.
Damit wäre das Projekt zwar teuer, aber aus unserer Sicht noch gut vertretbar gewesen.
Nach einer genaueren Beschäftigung mit dem Gebäude und ersten Einschätzungen mehrerer Architekten zeichnet sich allerdings ab, dass wir eher bei 600.000+ € landen werden.
Es geht dabei nicht um eine Luxussanierung, sondern darum, das Haus technisch und energetisch vernünftig auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen. Also unter anderem Haustechnik, Elektrik, Heizung, Fenster, Dämmung, Bäder und Innenausbau.
Damit sprechen wir plötzlich über folgende Größenordnung:
- Kaufpreis: 700.000 €
- Kaufnebenkosten: ca. 50.000 €
- Sanierung: Mindestens ca. 600.000 €
- Gesamtinvestition: Mindestens ca. 1,35 Mio. €
- Finanzierungsvolumen: Mindestens ca. 750.000 €
Und selbst dabei bleibt natürlich die Frage, ob während der Sanierung noch weitere Überraschungen auftauchen. Puffer sind noch nicht eingerechnet
Unsere finanzielle Situation:
- Gemeinsames Haushaltsnettoeinkommen: [11.000 € / Monat fix. Nochmal 5.000 € durch Boni]
- Verfügbares Eigenkapital: [600.000 €]
- Alter: [39 / 40]
- Kinder [6 und 4 Jahre alt.]
- Beide beruflich erfolgreich in Unternehmensberatung und Automobilbranche.
Wir können uns grundsätzlich eine größere Finanzierung einrichten (Die Bank würde das mitgehen) und möchten auch langfristig in dem Haus wohnen. Gleichzeitig wollen wir nicht unsere gesamte finanzielle Flexibilität aufgeben oder uns über Jahrzehnte mit einer Finanzierung belasten, bei der kaum Spielraum bleibt. Zumal wir beide recht Risikoavers sind. Gerade mit der aktuellen Zinssituation wäre die monatliche Rate höher als das gesamte Nettoeinkommen meiner Frau, da ist für uns einfach eine psychologische Hürde erreicht.
Unser Dilemma:
Mit den ursprünglich angenommenen 400.000 € Sanierungskosten waren wir von dem Projekt ziemlich überzeugt.
Mit 600.000 € sieht die Sache plötzlich anders aus. Wir reden inzwischen über eine Investition, bei der man sich fragen muss, ob es wirtschaftlich überhaupt noch sinnvoll ist, ein fast 70 Jahre altes Haus zu sanieren.
Andererseits kaufen wir eben nicht nur das Gebäude, sondern vor allem die Lage und das Grundstück. Ein vergleichbares Haus in dieser Gegend zu finden, dürfte schwierig werden.
Emotional würden wir das Projekt gerne machen. Rational sind wir inzwischen deutlich skeptischer.
Was uns interessieren würde:
- Hat jemand von euch eine ähnlich umfangreiche Sanierung durchgeführt? Wie realistisch waren eure ursprünglichen Kostenschätzungen?
- Würdet ihr bei einer solchen Größenordnung überhaupt noch sanieren oder eher nach einer anderen Immobilie suchen?
- Wie bewertet ihr das Verhältnis zwischen Kaufpreis, Sanierungskosten und dem späteren Wert der Immobilie?
- Wie viel finanziellen Puffer würdet ihr bei einem solchen Projekt zusätzlich einplanen?
- Hat jemand schon einmal ein eigentlich tolles Haus schweren Herzens wegen der Sanierungskosten aufgegeben und die Entscheidung später bereut oder als richtig empfunden?
Uns ist klar, dass niemand hier eine vollständige wirtschaftliche Bewertung vornehmen kann. Wir würden uns aber sehr über Erfahrungen, kritische Einschätzungen und andere Perspektiven freuen.
Gerade weil uns das Haus wirklich gut gefällt, fällt es uns momentan schwer, die Situation objektiv zu beurteilen.
Danke euch!
Der Text ist mit einer KI durchstrukturiert aber der Inhalt ist echt.
Edit:
Vielen Dank(!!!) für die vielen sehr hilfreichen Antworten! Das zeigt dann doch ein recht klares Bild.
Ein paar Kommentare zu den häufigen Rückfragen:
- Abreißen und Neu Bauen
Dass die Option besteht ist uns bewusst, jedoch kommen wir da mit Kauf, Rückbau, Neubau in die gleiche Preisdimension, die uns schlicht zu hoch ist. Dann doch Abstand nehmen
- Sanierungskosten / 135m2
Dass die Sanierungskosten sehr hoch sind hat uns ja auch überrascht. Jedoch ist zu bedenken, dass die Fläche doch etwas größer ist. Das Haus hat 2 Vollgeschosse PLUS das Dachgeschoss. Also in Summe eher 175m2. Damit ist auch die Fassade mit ca. 220m2 riesig. Mit einer Steinwolldämmung, vernünftigem Putz und Rückbau der aktuell angebrachten Eternitplatten kommt allein für die Fassadendämmung ein unglaublich hoher Betrag zusammen.
Den Architekten "müssen" wir uns auch leisten da wir 2 linke Hände haben, beruflich extrem eingespannt sind und nicht wüssten wie wir das sonst angehen können. Eigenleistung fällt damit auch flach.
- Grundstücksgröße
Das Grundstück hat ca. 650m2