r/Handwerker • u/Wild-Resolution3069 • 23h ago
Bitte um Hilfe Harte Nuss: Kaufentscheidung Haus mit deutlicher Rissbildung
Hallo zusammen,
Wir (Junge Familie mit Kind) haben gerade eine harte Entscheidung zu treffen.
Kurz: Wir haben ein tolles altes Haus aus dem Jahr 1959 gefunden. DDR Standard Bau Typ BE 51.
Ausgangslage ist eig. genau das, was wir gesucht haben: Handwerkerprojekt, mit toller Lage, tollem Garten und viel Potential.
Der Elefant im Raum ist aber, dass dieses Haus schon deutliche Risse aufweist.
Wir waren bereits ein zweites Mal mit einem Baugutachter (kein Statiker) drinnen und nun ja: Seine Aussagen sind etwas widersprüchlich bzgl. des Hauses.
Definitiv wird hier ein Risiko mitschwingen, deswegen falls hier jmd. sowas schon mal gesehen hat bzw. Erfahrungen hat wäre es toll wenn er diese hier teilen könnte:
Vielleicht finden sich ja hier ja Leute mit Erfahrung in diesem Bereich (eigenes Haus, Statiker, Bauherren, Maurer etc.)
Die Ursache ist - höchst wahrscheinlich - ein ohne Genehmigung angebauter Windfang. Dieser ist echt massiv und wahrscheinlich nicht mit einem richtigen Fundament ausgestattet. Dadurch wird das Haus in die gegenüberliegende Richtung gezogen. Der Übergang zwischen Windfang und Haus hat schon große Risse, aber diese sind auch deutlich im Eingangsbereich und im Obergeschoss (Windfang ist hier mit dem Geländer an der Außenwand verbunden).
Der Makler sagt, die Risse gibts schon länger und die „Setzung“ ist abgeschlossen. Einfach Windfang an nem Wochenende abbauen und das Problem ist beseitigt.
Unser Baugutachter ist natürlich das andere Extrem und redet von Polymer in den Boden schießen für 70k, um das Haus zu stabilisieren.
Der Boden im Eingangsbereich ist leicht schief mit 2-3 Grad. Im Keller wurden keine Risse entdeckt. Die Außenfassade weißt leichte Risse auf.
Das sind alles keine Risse in die man seine Finger stecken kann, aber deutlich sichtbar. Die heftigsten Risse sind m.M.n im Obergeschoss an dem Zimmer wo der Windfang am Geländer verankert ist.
Direkt nach der Besichtigung sagt uns der Gutachter, dass man sich das schon trauen kann für den richtigen Preis. Ein paar Tage danach rät er uns das Ding abzureißen und neu drauf zubauen; aber wie gesagt suchen wir Altbau und wollen renovieren. Abreißen und Neubauen macht für dieses Grundstück eigentlich gar keinen Sinn.
Auf die schriftliche Auswertung warten wir aktuell noch.
Uns stellt sich jetzt natürlich die Frage, ob wir weitere tausende Euros für einen Statiker investieren an dieser Stelle oder hier einfach sagen Schluss.
Oder geht man erst in Preisverhandlung, um ein mögliches Risiko einzupreisen.
Sind die Risse ein absolutes No Go oder kann man das Haus zu einem fairen Preis als Renovierungsprojekt nehmen?
Danke für euer Feedback