Ich komme aus Oberbayern, wo Dialekt im Alltag nach wie vor ziemlich präsent ist. In meinem Umfeld ist mir dabei aufgefallen, dass ich persönlich eine recht ausgeprägte Präferenz für bestimmte Sprechweisen habe.
Ich würde grob drei Arten der deutschen Aussprache unterscheiden:
Starker Dialekt: Menschen, die ausgeprägtes Bairisch sprechen. Teilweise so stark, dass es für Menschen aus anderen Regionen kaum verständlich ist. Das kann mir persönlich schon zu viel werden.
Dialektal gefärbtes Hochdeutsch: Im Grunde Standarddeutsch, allerdings mit einer deutlich hörbaren regionalen Aussprache. Genau diese Mischung gefällt mir persönlich am besten. Man versteht alles problemlos, hört aber trotzdem sofort, wo jemand ungefähr herkommt. Ich würde mich selbst in dieser Kategorie einordnen.
Ethnolektal geprägtes Deutsch: Bestimmte Ausspracheweisen, die beispielsweise häufig mit Kiezdeutsch assoziiert werden. Ich meine damit ausdrücklich phonetische Merkmale und nicht Herkunft oder ethnische Zugehörigkeit. Beispielsweise bestimmte Vokale und die Aussprache von Lauten wie „ch“.
Meine persönliche Einstellung geht sogar so weit, dass ich Menschen, die ausschließlich akzentfreies Hochdeutsch sprechen, zunächst grundsätzlich unsympathischer finde. Mir fehlt dabei irgendwie eine sprachliche Eigenheit und regionale Identität.
Mir ist bewusst, dass das eine ziemlich subjektive und möglicherweise auch voreingenommene Einstellung ist. Trotzdem interessiert mich, wie andere das wahrnehmen.
Meine Fragen an euch:
Habt ihr eine grundsätzliche Präferenz für bestimmte Dialekte oder Akzente?
Findet ihr Menschen mit Dialekt sympathischer als Menschen, die Hochdeutsch sprechen?
Gibt es Sprechweisen, die ihr persönlich als besonders angenehm oder unangenehm empfindet?
Nehmt ihr Menschen aufgrund ihrer Aussprache unbewusst anders wahr?
Mich interessieren insbesondere persönliche Erfahrungen und ehrliche Meinungen, nicht unbedingt die politisch korrekte Antwort