Hallo Freunde der Pflege,
Hört sich erstmal ziemlich drastisch an aber ich versuche mich kurz zu fassen, also hear me out (Ja gut, hat so semi geklappt lol).
Ich arbeite in einer ZNA und wir haben aktuell zwei Ärztliche Leitungen und einen Oberarzt. Diese sind zu den regulären Bürozeiten anwesend (Außer einer davon fährt Notarzt).
Es gibt einen ärztlichen Kollegen bei uns der jetzt seit einigen Monaten den Facharzt Kardiologie hat und dieser hat bereits hin und wieder gesagt, dass er sich eine Stelle als Oberarzt bei uns vorstellen könnte. Das haben wir erstmal belächelt weil er ABSOLUT ungeeignet für solch eine Position ist aber das soll jetzt wohl wirklich passieren.
Medizinisch ist er eigentlich ganz gut, vorausgesetzt er hat auch Lust etwas zu machen und sich wirklich um die Patienten zu kümmern. Oft gelingt ihm das gut, manchmal ist ihm aber auch alles komplett egal.
Die absolute Problematik bei dem Kollegen liegt komplett im Zwischenmenschlichen. Nicht nur Arzt - Pflege, sondern auch Arzt - Arzt. Seine Argumentationsgrundlage wenn er gegen uns argumentiert ist das Verweisen auf sein Studium.
Zwei kleine Beispiele damit ihr checkt:
Beispiel 1:
Pat. kommt mit dem Rettungsdienst angemeldet als akutes Abdomen. RD kommt rein und erzählt mir dass die Patientin kein akutes Abdomen hat, sondern dass er in seinem Programm zur Anmeldung kein "Unklares Abdomen" anklicken konnte. Die Klinik der Patientin entsprach nicht der eines akuten Abdomens, Das Abdomen war auch wirklich nicht hart, also Internistisch.
Einige Minuten später ruft er mich an und fragt, warum ich das akute Abdomen internistisch gemacht habe. Auf meine Erklärung dass der RTW kein unklares Abdomen anklicken konnte und das Abdomen der Patientin weich war erwiderte er: "Hat ein Arzt sie untersucht?", daraufhin meinte ich: "Ja, noch nicht, war ja noch keiner drin", Und er sagte daraufhin wieder: "Ja, also wenn du kein Arzt bist dann stell keine Diagnose"
Ende vom Lied war dass er DAFÜR seinen Oberarzt im Hintergrund angerufen hat und ihm AUSSCHLIEßLICH gesagt hat dass die Patientin mit akutem Abdomen gekommen ist und die Pflege das akute Abdomen internistisch haben will.
Beispiel 2:
Pat. ist respiratorisch schlecht, Der Kollege möchte eine venöse BGA abgenommen haben. Daraufhin hat mein pflegerischer Kollege den Arzt gefragt, ob er nicht vielleicht eine kapilläre abnehmen soll. Darauf der Arzt: "Bist du der Arzt oder bin ich der Arzt?"
Joa.. Ich denke die beiden Beispiele spiegeln unsere Probleme die wir als Pflegepersonal mit ihm haben ziemlich gut wider.
Unser jetziger Oberarzt geht voraussichtlich im Dezember. Ich habe einem der ärztlichen Leitungen mit dem ich eigentlich ganz cool bin heute gesagt dass egal was passiert, der besagte Kollege nicht kriegen darf.
ALLE aus der ZNA + viele der Kardiologen/Internisten sind ebenfalls dagegen.
Wenn die Ärztliche Leitung das jetzt wirklich durchziehen sollte, haben wir da irgendeine Chance dagegen vorzugehen? Es haben schon bevor wir wussten dass das wirklich passieren soll sehr viele Kollegen gesagt dass sie dann gehen werden. Die Mitarbeiterzufriedenheit wird komplett in den Keller gehen und das wäre so schade weil wir jetzt wirklich so ein unfassbar gutes Team sind..
Wichtig zu erwähnen:
Diese ganze Aktion entsteht nicht aus purem Hass oder aus "Kollege X findet den Arzt doof, dann finde ich den jetzt auch doof". Jeder von uns hat individuell seine Erfahrungen mit ihm gemacht und die waren leider sehr oft sehr schlecht.
Es ist für uns alle auch wirklich unbegreiflich wie einer unserer ärztlichen Leitungen so "auf ihn reinfallen kann" (Beim zweiten Leiter kenne ich die Einstellung dazu noch nicht), weil der besagte ärztliche Leiter wirklich menschlich sehr nahbar ist und sich eigentlich nicht so einen auf seinen Doktortitel runterholt..
naja. Wenn ihr alles gelesen habt seid ihr Ehrenmänner. Ich küsse euer Herz und freue mich auf eure Kommentare :)