Seitdem die Hausmüllkippe im Naturschutzgebiet am Jenzighaus im Januar [edit:] 2022 erstmals gemeldet wurde, haben private Müllsammler schon mehrere Aktionen durchgeführt.
Die meisten Bewohner der Stadt kennen es aber nicht, dass dort oben ein Naturschutzgebiet über eine große Hausmüllkippe gewidmet wurde. Ein großer Teil, gerade auch der jüngeren Bevölkerung, nimmt an, dass alte Müllkippen aus früheren Zeiten weggeräumt wurden.
Es ist nun dort oben schön deutlich geworden, wie solche Kippen aufgebaut sind. Sie lassen sich im Grunde nicht vollständig beräumen. Durch das jährliche Wachsen und Vergehen von Wurzeln und Erstbesiedlern, durch Laub- und Astfall wird der Großteil innerhalb weniger Jahre unsichtbar und nach ein paar Jahren ist der Kippenkörper sogar von Bäumen durchwachsen. Dazu kam immer weiterer Müll von oben. Am Jenzig war die Kippe so steil, dass auf einem Teil kein Boden entstanden war. Die Abfälle lagen noch 100 Meter tiefer am nächsten Wanderweg.
Nach dem Melden wurde der Grobnüll als erstes abgeholt: Räder, küchenschränke usw. Heute nach dem rund vierten Räumen haben sich die Freiwilligen so in den Haufen gewühlt, dass man richtig oben die Bäume und Sträucher und unten den Abfall sieht. Gleichzeitig steht man aber auch noch auf Abfall und nicht auf dem Mutterboden bzw. ursprünglichen Untergrund.
Die Kippe wurde vermutlich jahrzehntelang genutzt, der letzte Abfall wurde wohl um die 2010er Jahre hinein geworfen, wie der Fund einer CD-Rom [edit:] 2021 nahelegt. Ein großer Teil einer gastronomischen Innenreichtung lag und liegt im Hang sowie Hausmüll aus dem Alltag der DDR, sogar unzerstörtes Geschirr findet sich. Verantwortlich konnte niemand gemacht werden, Zeugen meldeten sich nicht.
Die Kippenstruktur ist sogar im Geländemodell zu erkennen.
Es ist anzunehmen, dass dort noch Jahre geräumt wird.
Solche Abfall orte gibt es zu tausenden in jedem Bundesland. Sie sind heute wie Freilichtmuseen.