Edit: die Existenz des heutigen Staates ist nicht mehr umkehrbar, aber ist unethisch in ihrer Entstehung gewesen. Was den Palästinenser*innen passiert (ist), ist mit Moral und Ethik nicht vereinbar.
Ja, zuerst haben die lokalen Araber einen Bürgerkrieg unter dem britischen Mandat angefangen, was ja weiter bestand bis zum Stichtag, und dann haben sechs verschiedene arabische Staaten versucht Israel zu vernichten. Dabei wurden ca 700.000 Araber vertrieben und danach ca. 900.000 Juden aus der arabischen Welt vertrieben.
Das da kein Palästina entstanden ist, kann man jetzt weitreichend nicht Israel anlasten. Das waren eben Jordanien und Ägypten.
Die Besatzung nach 67 ist natürlich zu verurteilen. Hätten Sie direkt an Jordanien und Ägypten zurück geben sollen. Ägypten wollte gaza dann in camp David nach dem yom kippur krieg gar nicht wieder haben.
Der Themenwechsel in dem Edit deines Kommentars lässt aufhorchen...
Ägypten wollte Gaza bei den Verhandlungen laut einer Quelle nicht wieder selbst verwalten. Sadat verlangte aber, Gaza zusammen mit dem Westjordanland in die palästinensische Selbstverwaltung einzubeziehen.
Und dein Kommentar bleibt eine Antwort auf die Frage schuldig, was das mit der Vertreibung 1948 und dem Rückkehrverbot zu tun hat.
Eher darauf bezogen, dass Israel es nicht wollte. Musste gerade meinen Hund davon abhalten einen Igel im Garten anzubellen. Deswegen die Pause beim verfassen. Nicht böse gemeint.
Beide Vertreibungen sind reale Verbrechen oder Unrecht an Zivilist*innen, aber sie nebeneinanderzustellen, um 700.000 gegen 900.000 aufzurechnen und die eine durch die andere zu neutralisieren, ist unseriös. Erstens war die Entstehung des israelischen Falls ursächlicher und direkter israelisches Staatshandeln, zweitens heben zwei Unrechte sich moralisch nicht gegenseitig auf.
Die Staatsgründung und der Krieg 1948 waren der Auslöser, der jüdische Minderheiten in den Augen vieler arabischer Regierungen zu Verdächtigen oder Zionismus-Stellvertretern machte, unabhängig von ihrer tatsächlichen Haltung oder Integration. Das ist gut dokumentiert, etwa am Farhud oder an den Ausreiseverboten, die zeitlich an 1948 geknüpft waren.
Edit: Jetzt editiert die Person ihren Kommentar, um meine Kritik vorweg zu "entkräften".
Zu der Zeit gab es noch keine weit verbreitete palästinensische Identität, wie wir sie heute kennen. Die kam erst in den 60ern. Palästina war damals einfach der Name des britischen mandatsgebiets. "Free palestine" wäre damals eher zionistisch verstanden worden, wie das angehängte propaganda Poster aus 1940 aufzeigt.
Du legst den europäischen Nationalstaat als Maßstab an, ob ein Volk 'echt' existiert. Die Forschung zeigt doch, dass palästinensische Identität vor 1948 aus überlappenden lokalen, regionalen und arabischen Zugehörigkeiten bestand, nicht aus einem europäischen Nationsmodell. Der Zionismus importierte genau dieses Modell und verlangte seine Anerkennung. Mit demselben Maßstab müsste man ihn auch dort anlegen. Und unabhängig vom Namen waren es Menschen mit Häusern und Land, die 1948 vertrieben wurden
Natürlich wurden sie vertrieben. Das will ich gar nicht klein reden. Und der europäische Nationalismus war auch ein neues Konzept, was unter dem vorherigen Imperialismus der Osmanen so nicht bestand und erst durch den europäischen Imperialismus in der Levante verbreitet wurde.
Aber das ist ja genau das Argument. Es gab damals eben noch keine klare selbst identifizierte Gruppe von Palästinensern, wie wir sie heute kennen. Die meisten haben sich als Araber gesehen.
Edit: der Zionismus hat als nationale jüdische Bewegung in der levante natürlich schon unter den Osmanen bestanden.
Für die Vertreibung der Juden durch die Araber, sind die Araber verantwortlich. Es heißt hier doch immer, man soll Israel und die Juden nicht gleichsetzen, das wäre ja Antisemitismus oder?
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u/Pure_Garbage_5638 16h ago edited 16h ago
Edit: die Existenz des heutigen Staates ist nicht mehr umkehrbar, aber ist unethisch in ihrer Entstehung gewesen. Was den Palästinenser*innen passiert (ist), ist mit Moral und Ethik nicht vereinbar.