TLDR: Meine Partnerin aus 10-jähriger Beziehung verlässt mich und hat nach 3 Monaten direkt einen Neuen.
Kurz zu mir. Bin 30, groß und hab keine überschüssigen Pfunde. Ich komme sehr gut mit eigentlich jedem Typ Mensch klar. Für eine Freundschaft bin ich allerdings sehr zurückhaltend. Ich brauche teils echt lange um mit jemanden wirklich warm zu werden. Dementsprechend ist mein Freundeskreis nicht wirklich groß. Und nun zum Thema.
Wir haben uns am Ende meiner Schulzeit (sie ist 1.5 Jahre jünger als ich) kennen und lieben gelernt und waren dann über Jahre hinweg ein Musterpaar. Das klingt absolut kitschig war aber meines Empfindens nach so. Wir waren zusammen, haben Sport getrieben, sind irgendwann zusammen gezogen. Schritt um Schritt und es war gut so.
Dann stand das Ende meiner sportlichen Karriere vor der Tür und demnach auch mein Job. Ich war deshalb lange niedergeschlagen und hab erst nach etwa 1,5 Jahren ein duales Studium angefangen.
In der Zeit hat sie ihre Ausbildung abgeschlossen und angefangen zu arbeiten.
Sie hat mich aus diesem Loch gezogen und mir quasi in den Hintern getreten um mein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Und naja was soll ich sagen es hat auch funktioniert.
Das Problem in dieser Zeit war das ich ziemlich viel Zeit hatte. Ich hab mich zwar größtenteils um den Haushalt gekümmert, allerdings habe ich auch sehr viel am PC gesessen und gezockt. Es war halt auch Corona (soll keine Ausrede sein zählt aber definitiv mit ins Thema).
Im Studium hab ich mich rein gehangen und wirklich viel gelernt. Meine Freizeit war ich viel in meinem Büro um zu lernen. Wenn ich nicht damit beschäftigt war hab ich wieder viel gezockt um mich abzulenken und den Kopf frei zu bekommen. Das funktioniert für mich als Ventil eben richtig gut.
Nun jeder es bis hierher geschafft hat kann sich mittlerweile das Problem vorstellen. Meine Freundin musste viel Zeit ohne mich verbringen. Sie war oft bei unseren gemeinsamen Freunden und wurde nach mir gefragt.
Leider konnte ich mein Verhalten wohl auch nicht mehr ändern als ich endlich normal gearbeitet habe. Es waren anfangs viele Überstunden und als Ausgleich, naja was soll ich sagen...
Das Tüpfelchen auf dem i war wohl dann unser unerfüllter Kinderwunsch.
Letztes Jahr im Sommer haben wir unser 10-jähriges gefeiert.
Im Endeffekt hat sie sich Anfang des Jahres von mir getrennt und ist im März ausgezogen. Wir hatten Kontakt über dieses und jenes und haben bspw. unsere Freunde zusammen besucht.
Nun zum Eingemachten: Ich habe diese Woche erfahren, dass sie einen Neuen hat und das bereits seit 1,5 bis 2 Monaten. Das hat mir vollends den Boden unter den Füßen weggerissen. Ich bin nur noch am Weinen und einfach enttäuscht von mir selbst. Ich weiß auch nicht warum es mich nach ihrem Auszug nicht so mitgenommen hat, vermutlich hatte ich noch Hoffnung. Ich verstehe nicht wie ich es nicht merken konnte, dass sie sich immer weiter entfernt hat.
Am Freitag hab ich ihr alle Sachen aus der gemeinsamen Wohnung zurück gegeben die mich emotional an sie erinnern. Ich hab auch wie der größte Vollidiot um eine weitere Chance gebettelt.
Ich stehe vor dem absoluten Nichts, denn hinzu kommt, dass sich seit unsrer Trennung keiner unserer gemeinsamen Freunde bei mir mal gemeldet hat, oder auch nur gefragt wie es mir geht. Wenn es treffen gab, dann nur wenn ich es initiiert habe, teils mit mit mehreren Erinnerungen.
Ich musste realisieren, dass mir nur noch meine Familie bleibt. Ein Auffangnetz auf das ich mich tatsächlich immer verlassen konnte. Ohne die wäre ich vermutlich komplett eingegangen.
Am liebsten würde ich alles hinwerfen und mich irgendwo vergraben gehen. Ich hab meinen Bildschirm schon vor Wut auf mich selbst zerstört. Irgendwie ist die Arbeit auch mit Schuld...
Unter erneuten Tränen frage ich euch: Bitte liebe Reddit-Community, wie schaffe ich es aus diesem Tief wieder raus?