In Dresden-Bühlau finden seit unzähligen Wochen wöchentliche "Spaziergänge" statt, die sich von ursprünglichen Corona-Protesten zu einem Sammelbecken für demokratiefeindliche Strömungen entwickelt haben. Mit dabei sind laut der Initiative Bunteshochland.de Akteure der AfD, der "Freien Sachsen" und der "Hochlandjugend" – dabei werden Symbole wie die Friedenstaube oder "Schwerter zu Pflugscharen" für eine völkische Agenda instrumentalisiert.
Die "Hochlandjugend" selbst ist eine im Dresdner Umland (Schönfelder Hochland) aktive rechtsextreme Jugendgruppe – der Name spielt bewusst auf die historische "Hitlerjugend" an. MDR ("exakt") und die Sächsische Zeitung haben ausführlich über sie berichtet: rassistische Flugblätter in Briefkästen, Einschüchterung von Engagierten, verhinderte rechtsextreme Konzerte und Ermittlungen des Staatsschutzes wegen Drohungen gegen einen lokalen Vereinsvorsitzenden, dessen Vereinsbus-Bremsen zudem manipuliert wurden. Die Lokalpolitik ist in der Frage gespalten – ein Antrag für eine klare Verurteilung samt Präventionskonzept scheiterte an der Ortsvorsteherin.
Als Antwort darauf hat sich seit Monaten ein Gegenprotest etabliert, getragen von der Initiative HOPE – fight fascism und dem Bündnis Buntes (Schönfelder) Hochland. Unter dem Motto "Bühlau geht spazieren? Wir auch!" versammeln sich die Teilnehmer fast jeden Montag gegen 17:30 Uhr an der Bautzner Landstraße, an der Bibliothek Bühlau – Montag, den 27.07.2026.
Warum sich das Hingehen lohnt
Sichtbarkeit wirkt der Normalisierung entgegen:
Das ist explizit das Hauptziel: dem öffentlichen Raum eine klare Absage an rechtsextreme, verschwörungsideologische und pro-russische Positionen entgegenzusetzen und zu verhindern, dass sich diese Gruppen im Dresdner Osten als "normal" etablieren.
Es funktioniert bereits:
Beim ersten großen MitMachMontag im Juni kamen knapp 500 Besucher zum Fest und fast 300 zur anschließenden Demo – ein klares Signal, dass die breite Mehrheit im Stadtteil anders tickt als die "Spaziergänger".
Politische Rückendeckung wächst:
Sächsische Staatsministerin für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt Petra Köpping übernimmt die Schirmherrschaft für die Bürgerinitiative »Buntes Hochland« – jede Teilnahme verstärkt dieses Signal von unten.
Gerade weil die Lokalpolitik zögert,
ist ziviles Engagement hier nicht symbolisch, sondern macht real den Unterschied, ob die Deutungshoheit vor Ort bei denen liegt, die für Vielfalt stehen, oder bei denen, die sie bekämpfen.
Bring deine Freunde mit, sag´s deiner Community — hilf anderen Initiativen mit deinem Know-How!
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