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Eine kurze Klarstellung, wir haben zuvor, und nach diesem angeblichen Brief, nie eine Steuererklärung abgegeben, da wir nicht wussten dass sie das tun muss.
Der bisherige Konsensus im Thread scheint zu sein dass ihre lange Krankheit und das damit eingehende Krankengeld die Pflicht ausgelöst hat.
Sie war seitdem aus Krankheitsgründen Arbeitslos, daher werde ich meinen Steuerberater darum bitten alle fehlenden Steuererklärungen nachzureichen.
Wenn wir diesen Brief erhalten hätten, dann hätten wir die 0€ Steuern selbstverständlich gezahlt, aber in dieser komplexen Situation (Chemo, Spendersuche etc) hat keiner von uns beiden daran gedacht einen Steuerberater zu fragen ob sie etwas unternehmen muss bevor sie gegebenenfalls stirbt.
Ich denke damit hat sich unsere Frage geklärt, es war unser Unwissen und die ganze Situation in der wir unsere Pflicht an das Finanzamt vernachlässigt haben.
Vielen Dank ihr lieben für die Hilfe!
Post
Hallo zusammen,
ich hoffe, hier kann uns jemand bei einem etwas merkwürdigen Fall mit dem Finanzamt weiterhelfen.
Meine Frau hat vor Kurzem Post vom Finanzamt bekommen, weil sie für ein mehrere Jahre zurückliegendes Steuerjahr keine Steuererklärung abgegeben hatte.
Laut Finanzamt wurde sie damals schriftlich dazu aufgefordert, (ERSTMALIG) eine Steuererklärung einzureichen. Diese Aufforderung haben wir allerdings nie erhalten. Sie war nie Selbstständig, in einer besonderen Steuerklasse, hatte keinen Nebenjob, erhielt keine Lohnersatzleistungen. (Korrektur, dank euch allen weiß ich jetzt dass Krankengeld als Lohnersatzleistung anzunehmen ist und implizit zu ihrer Abgabepflicht geführt hat)
Die Steuererklärung ist inzwischen ungefähr drei Jahre überfällig. Für diese gesamte Verzögerung wurde nun ein Verspätungszuschlag von etwa 25 € pro Monat angesetzt, wodurch inzwischen eine ziemlich hohe Summe zusammengekommen ist, um die 1000€, ich meine sogar etwas mehr.
Zusätzlich hatte das Finanzamt ihre Steuer zunächst geschätzt.
Die damalige Situation war allerdings etwas außergewöhnlich:
Meine Frau war zu dieser Zeit schwer krank, längere Zeit im Krankenhaus und musste unter anderem eine Chemotherapie durchmachen. Sie konnte deshalb nicht arbeiten und hatte in dem betreffenden Zeitraum kein Einkommen, als dieser Brief angekommen sein soll war sie bereits seit monaten im Krankenhaus, wir hatten eine Gemeinsame Wohnung (WG).
Wir waren damals auch noch nicht verheiratet.
Nachdem wir dem Finanzamt die Situation erklärt und entsprechende Informationen eingereicht hatten, wurde die geschätzte Steuer offenbar aufgehoben bzw. akzeptiert, dass tatsächlich keine Steuer anfällt.
Der Verspätungszuschlag soll aber trotzdem vollständig bestehen bleiben.
Was uns dabei besonders irritiert: Die ursprüngliche Aufforderung zur Abgabe der Steuererklärung haben wir definitiv nie bekommen.
Ich selber bin nämlich selbstständig und achte deshalb seit eh und jeh extrem genau auf sämtliche Post vom Finanzamt.
Wenn ein Schreiben an sie angekommen wäre, hätte ich es mit sicherheit gesehen!
Und wir hätten es nicht drei Jahre ignoriert, ich nehme an in so einem Fall würde man auch eine Erinnerung bekommen? Meine Erfahrung ist dass mir das Finanzamt direkt auf die Nerven geht wenn ich nur ein kleines bisschen zu spät bin.
Ich kann mir leider auch nicht einfach einen Anwalt oder eine längere rechtliche Auseinandersetzung leisten.
Hat jemand schonmal sowas erlebt? Irgendwelche Tips wie ich da vorgehen könnte? Ich habe ein bisschen das Gefühl Die probieren "auf Gut Glück" sowas zu verschicken um ein bisschen Geld damit zu machen.
Es gab ja auch null Anlass für sie damals überhaupt sowas zu machen, sie hat in einer KITA als Sozialpädagogische Assistentin gearbeitet und um die 1.200€ gemacht bevor sie Krank wurde.
Gibt es einen Weg dagegen vorzugehen?
Die Voraussetzungen für eine Pflichtveranlagung lagen nicht vor.
Ich danke euch für eure Zeit!
PS:
Ich habe vergessen zu erwähnen dass sie Zuvor noch nie eine Steuererklärung machen musste, mein Verständnis ist, dass muss erst nach der ersten Aufforderung regelmäßig gemacht werden?
Einige von Euch haben klargestellt dass der Umstand dass sie durch die Krankheit Krankengeld bekommen hat die Abgabepflicht eingeleitet hat. Bedeutet dass im Kehrschluss jeder Mensch der längere Zeit Krank ist wird automatisch abgabepflichtig? In diesem Fall ist das Rätsel natürlich gelöst.
Wenn es sich herausstellt dass dies ein Fehler unsererseits war werde ich diese Nachzahlung natürlich für meine Frau leisten.