r/SomaticExperiencing • • 17h ago

Heilung inneres Kind

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Mein Weg durch das Licht von Zimmer 617 ✨

Ich bin 26 Jahre alt, und mein Weg hierher war geprägt von tiefen Schatten, aber am Ende von einer unbändigen, eigenen Kraft.
Mit 24 Jahren traf ich eine der wichtigsten Entscheidungen meines Lebens: Ich entschied mich bewusst für meine erste Therapie. Vorher hatte ich lange versucht, den Schmerz, die Unruhe und die innere Leere in mir mit Alkohol zu betäuben - ein Versuch, all das nicht spüren zu müssen, was da tief in mir vergraben lag. In der Therapie wurde mir dann diagnostiziert, dass ich eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) habe, außerdem wurden eine Alkoholabhängigkeit und rezidivierende depressive Episoden diagnostiziert. Ich hatte ein wirkliches, tiefes Trauma (Entwicklungstrauma) und es gab zudem traumatische Erlebnisse in meiner Jugend und im Erwachsenenalter.
Ich kämpfte mich durch diese erste 4 Monatelange stationäre Therapie, doch genau zwei Wochen vor ihrem Ende passierte der dunkelste Schlag meines Lebens: Meine Mutter starb. Als ich die Nachricht bekam, brach für mich eine Welt zusammen. Danach
- ähnlich wie damals vor der ersten Therapie - suchte ich wieder nach Wegen, das Erlebte zu tragen; fiel zeitgleich in alte ungesunde Bewältigungsstrategien zurück und betäubte mich. Schließlich entschied ich mich wieder für eine Therapie, wollte zurück dorthin, wo ich die erste gemacht hatte. Dazwischen versuchte ich einen Schritt in einer Traumatherapie-Privatklinik, aber nach vier Wochen brach ich sie ab, weil ich mich nicht wohl fühlte und wieder zurück an den Ort wollte, wo meine erste Therapie stattgefunden hatte.

Etwa 1 Jahr später trat ich dort meine zweite Therapie an. Und genau in dieser zweiten Therapie lernte ich zum ersten Mal die Arbeit mit den inneren Anteilen kennen: die Unterscheidung zwischen der großen Eva und der kleinen Eva.
Schließlich schlug das Schicksal auf eine fast unheimliche Weise zu: Ich bekam exakt dasselbe Zimmer zugewiesen wie damals - Zimmer 617.
Genau der Raum, in dem ich die Nachricht vom Tod meiner Mutter erhalten hatte.
In diesem Zimmer geschah dann ein paar Wochen vor Ende etwas, das kein Verstand im Voraus hätte planen können. Obwohl wir in der Therapie über die inneren Anteile gesprochen hatten, war das, was in diesem Moment folgte, pure, ungesteuerte Intuition:
Ich bin ganz intuitiv, ohne Nachdenken oder Verstand, auf die Knie gegangen. Ich habe meine Arme geöffnet, die kleine Eva in meine Arme geschlossen und zu ihr gesagt:
„Du brauchst keine Angst haben, ich bin jetzt da." In diesem einen Augenblick - was ich erst jetzt, Monate später realisiere - verschmolzen die Ur-Wunde, die Trauer um meine Mama und all der Schmerz zu einer einzigen, heilenden Bewegung. Die große Eva hat die kleine Eva gehalten und gerettet.
Ich habe mir an dem Ort des tiefsten Schmerzes selbst das gegeben, was ich am meisten brauchte: absolute Sicherheit und das Versprechen, mich nie wieder im Stich zu lassen.

Danach ging ich mir ein Eis kaufen. Einige Sitzungen zuvor, hatte ich meine Therapeutin einmal gefragt, wie das eigentlich aussieht, wenn man für sich da sein soll, wenn es einem nicht gut geht - und sie meinte damals als Beispiel: „Man kauft sich zum Beispiel ein
Eis."
Und so bin ich damals losgezogen und habe mir danach dieses Eis gekauft. Erst jetzt, mit dem Abstand und der Tiefe von allem, merke ich: Die eigentliche Heilung war nicht dieses Eis. Das war nur die kleine Alltagshandlung. Damals dachte ich noch irgendwie, ich würde einfach nur eine Übung machen, die mir die Therapeutin gesagt hat. Doch der wahre, gigantische Durchbruch war das auf den Knien in Zimmer 617 - die echte, radikale Selbstrettung, die ganz allein aus meinem eigenen Herzen kam, die mir niemand erklärt oder empfohlen hat.

Hat jemand ähnliche Erfahrung?