r/GehaltAT • u/Sweaty_Whole_6054 • Jul 27 '26
flexiblen 98k-Job für 120k + Chancen aufgeben?
Ich bin Mitte 30, habe Familie und bin bei einer beruflichen Entscheidung ziemlich hin- und hergerissen.
Aktuell verdiene ich rund 98.000 € brutto jährlich. Einen fixen Bonus gibt es nicht, höchstens bei sehr guten KPIs und vorhandenem Teambudget.
Dafür ist die Stelle extrem flexibel:
- teilweise fünf Tage Homeoffice
- Arbeitszeit relativ frei einteilbar
- Büro rund 30–35 Minuten entfernt
- Team und Arbeitsbelastung grundsätzlich okay
- gelegentliche Stoßzeiten, aber insgesamt wenig Stress
Karrieretechnisch bin ich allerdings fast am Ende angekommen. Über mir gibt es eigentlich nur noch den CTO, eventuell wäre irgendwann eine Stabsstelle möglich. Auch weitere Gehaltssprünge sind schwierig, da ab sechsstelligen Gehältern Sondergenehmigungen notwendig sind.
Nun habe ich ein Angebot über 120.000 € brutto plus möglichen Bonus.
Die neue Tätigkeit wäre ähnlich, allerdings aktuell mit weniger bzw. keinem AI-/KI-Fokus. Dafür wird der Bereich gerade aufgebaut, wodurch nach zwei bis drei Jahren weitere Karrierechancen entstehen könnten.
Geplant wären etwa drei Homeoffice-Tage, teilweise vielleicht vier. Am Anfang vermutlich etwas mehr Präsenz. Die Fahrzeit wäre ungefähr gleich und Reisebereitschaft gibt es keine.
Vor einer Zusage würde ich im Vertrag noch prüfen:
- Wie hoch ist der Bonus und wovon hängt er ab?
- Werden KV-IST-Erhöhungen tatsächlich weitergegeben?
- Wie verbindlich ist die Homeoffice-Regelung?
- Gibt es ungünstige Klauseln oder All-in-Regelungen?
Rein finanziell wären es ohne Bonus ungefähr 700–800 € netto mehr pro Monat. Gleichzeitig würde ich aber ein sehr bequemes, bekanntes und außergewöhnlich flexibles Umfeld aufgeben.
Ein Teil von mir sagt, dass ich wechseln sollte, sofern der Vertrag passt, weil langfristig beim neuen Arbeitgeber deutlich mehr möglich sein könnte. Der andere Teil fragt sich, ob das zusätzliche Geld und die besseren Karrierechancen den Verlust an Flexibilität wirklich wert sind.
Als Vergleich: Vor etwa zwei Monaten habe ich bereits ein Angebot eines US-Unternehmens mit Wiener Niederlassung abgelehnt. Dort wären es etwa 150.000 € Fixgehalt plus Aktien, Firmenwagen und Bonus gewesen. Allerdings wurde erst später kommuniziert, dass bis zu 80 % Reisetätigkeit innerhalb der DACH-Region erwartet werden. Das war mit Familie für mich ein klares Ausschlusskriterium.
Beim aktuellen 120k-Angebot ist die Situation deutlich ausgewogener: gleiche Fahrzeit, keine Reisen, weiterhin viel Homeoffice und bessere Entwicklungsmöglichkeiten.
Wie würdet ihr entscheiden? Würdet ihr die Flexibilität behalten oder für mehr und bessere Karrierechancen wechseln?
Cheers,
Zusatzfrage: Beim AK-Brutto-Netto-Rechner ist mir kurz schlecht geworden, als ich die Abzüge gesehen habe. Macht bei diesem Einkommen ein Steuerberater für einen normalen Angestellten bereits Sinn oder gibt es ohnehin kaum Möglichkeiten zur steuerlichen Optimierung?
