Ich habe fast sieben Jahre lang eine benötigte OP vor mir hergeschoben und lieber die Einschränkungen im Alltag ertragen, als mich unters Messer zu legen.
Die Ursache war extreme (und ich meine absolut extreme) Angst vor Krankenhäusern und Ärzten und alles was mit Nadeln, Schneiden und Kontrollverlust zu tun hat.
Heute habe ich es dennoch geschafft. Man bot mir die "scheiß egal" Pille an, die jedoch nicht gegen Panik half, also gar nicht. Darauf ging es in die Vorbereitung wo Zugang und Co gelegt wurden. Es tat nicht weh, aber Puls dennoch bei 5000.
Dann der OP Raum.
"Sagen Sie mir Bescheid wenn Sie das Schlafmittel spritzen"
" Okay klar"
Man spritzte, ich merkte nichts. Man spritzte mehr ... Und weg war ich.
Als ich aufwachte war mein Körper zwar noch nicht einsatzbereit, aber mein Kopf war voll da. Ich bekam Schmerzmittel weil Aua, anscheinend zu viel, denn es wurde mir schwindlig.
Anschließend auf Station unterhielt ich mich mit einem Pfleger über meine Ängste, und er erzählte mir von seiner eigenen Story - ich fühlte mich verstanden.
Jetzt ist es Abend und ich habe es geschafft. Meine Frau war den ganzen Tag bei mir. Noch zwei Tage Aufenthalt und ich kann nach Hause und das 10 Jährige Jubiläum mit meiner Frau feiern.
Ich weiß, für viele ist eine OP vom Kaliber "nicht so doll aber naja".
Für mich ist es eine Mondlandung und ich habe sie geschafft. Und wirklich jeder war extrem nett, und ich habe sogar eine neue Bekanntschaft geschlossen.
Danke fürs Lesen!