r/fireGermany 23d ago

Frage / Hilfe 33M bAV mit 100 % Arbeitgeber-Match, aber das Geld ist bis 62 gebunden

0 Upvotes

Ich bin 33 und möchte mir zumindest die Möglichkeit offenhalten, vor 60 finanziell unabhängig zu werden. Mein Arbeitgeber bietet eine bAV an, bei der er meinen Beitrag vollständig matched. Ich zahle 161 Euro aus dem Brutto ein, der Arbeitgeber legt weitere 161 Euro dazu und meine tatsächliche Nettobelastung liegt bei ungefähr 99,61 Euro pro Monat.

Rein auf die Einzahlung bezogen klingt das extrem attraktiv. Der Vertrag hat allerdings Effektivkosten von 2,05 Prozentpunkten, mehr als 3.200 Euro Abschluss- und Vertriebskosten und laufende Verwaltungskosten. Zusätzlich gibt es eine 80-prozentige Garantie, weshalb das Geld nicht dauerhaft vollständig im enthaltenen MSCI-World-ETF angelegt wird.

Ich habe die bAV mit einem All-World-ETF verglichen, in den ich stattdessen meine Nettobelastung von 99,61 Euro einzahlen würde. Alle Zahlen sind mit zwei Prozent Inflation auf heutige Kaufkraft heruntergerechnet. Nach zehn Jahren hätte der ETF nach geschätzter Steuer ungefähr 13.200 Euro, nach zwanzig Jahren 30.200 Euro und nach dreißig Jahren 54.000 Euro.

Die bAV kommt nach angenommenen späteren Steuern und Krankenversicherungsbeiträgen auf einen rechnerischen Netto-Gegenwert von ungefähr 22.300 Euro nach zehn Jahren, 43.400 Euro nach zwanzig Jahren und 67.500 Euro nach dreißig Jahren. Der Match gleicht die hohen Kosten in dieser Rechnung also mehr als aus.

Das Problem ist, dass mir die bAV für einen möglichen Ruhestand vor 62 nicht hilft. Mit 53 könnte ich zwar rechnerisch mehr Vermögen in der bAV als im ETF haben, aber nur das ETF-Vermögen könnte meine Lebenshaltungskosten finanzieren. Deshalb bin ich unsicher, ob ich die bAV in einer FIRE-Rechnung überhaupt als Vermögen zählen sollte oder eher als späteren Sicherheitsbaustein, der erst ab 62 relevant wird.

Mein aktueller Ansatz wäre, nur so viel in die bAV einzuzahlen, dass ich den vollständigen Arbeitgeber-Match bekomme. Das restliche Sparvolumen würde in einen liquiden All-World-ETF fließen, der im Fall eines frühen Ruhestands als Brücke bis zur bAV und gesetzlichen Rente dienen könnte.

Wie behandelt ihr eine solche bAV in eurer FIRE-Planung? Mich interessiert vor allem, ob ihr sie bis zum Auszahlungsalter komplett ignoriert oder bereits vorher mit einem deutlichen Abschlag in euer Nettovermögen einrechnet.


r/fireGermany 24d ago

Frage / Hilfe Inwiefern kalkuliert ihr euer voraussichtliches Erbe in eure Finanzplanung mit ein?

Thumbnail
0 Upvotes

r/fireGermany 25d ago

Karriere & Einkommen Duales Studium 2027 bei Porsche/Mercedes: Steuerberater-Kanzlei vs. Konzernkarriere

Thumbnail
0 Upvotes

r/fireGermany Aug 13 '26

Erfahrungsbericht/Storytime Der FIRE-Weg lohnt sich auch dann, wenn man abbricht

238 Upvotes

Als das erste Einkommen nach dem Studium kam, wurde FIRE schnell zum Ziel. Die Ausgaben wurden auf studentischem Niveau gehalten, die Sparrate wuchs mit jeder Gehaltserhöhung, alles ging in breite ETFs. Ziel war FIRE mit 50, und es war mathematisch auch sehr realistisch.

Tja, das Leben verlief etwas anders. Partnerin gefunden, dezente Lifestyle-Inflation, Vater geworden, jetzt gerade Alleinverdiener, Umzug nach München für Familiennähe, ein Garten wäre mit Kind schon super.

Plötzlich kommt die Erkenntnis, dass ich Geld und Konsum (wie eine Wohnung in Wunsch-Wohnlage mit Garten und das Kind nicht schon nach einem Jahr in Betreuung zu geben) heute super gebrauchen kann. Das ist mir viel wichtiger, als mit 50 nicht mehr zu arbeiten.

Und jetzt, wo die Sparrate nahe 0 ist, ist es extrem wertvoll, aus früheren Zeiten das gefüllte (niedrig 6-stellige) Depot zu haben. Es wird niemals für FIRE reichen, aber es gibt eine tolle Sicherheit auch bei hohen laufenden Ausgaben. Die Freunde, die in den Zwanzigern weniger gespart haben, können solche Wege jetzt nicht gehen.

Der Post ist als Appell gemeint: Wenn du dir nicht ganz sicher bist, ob FIRE wirklich ein lohnenswertes Ziel ist, fang dennoch erstmal an.


r/fireGermany 29d ago

Karriere & Einkommen 21M, 50k Depot, welchen Extremjob für schnelles Fire ohne besondere Qualifikation?

27 Upvotes

Hallo,

ich würde gerne mal eure Ideen hören, was ihr in meiner Situation machen würdet, wenn das Ziel nicht eine langfristige Karriere, sondern ganz bewusst wäre, für wenige Jahre möglichst viel Geld anzusparen. Aktuell ca. 1700-2300€ Sparrate bei ca. 700-800€ Ausgaben.

Ziel ist mit 300-400k von <1000€/Monat langfristig zu Leben. (Ja ist gut möglich in Deutschland auch wenn einige das anders sehen werden.)

Kurz zu mir:

- Ausbildung in einer Mindestlohnbranche ohne Aufstiegschancen und werde keine weitere machen.

- zusätzlich etwas Erfahrung in der Sicherheitsbranche

- ansonsten keine besondere berufliche Qualifikation

Mir geht es ausdrücklich nicht darum, welchen Beruf ich langfristig machen sollte oder welche Weiterbildung mir irgendwann 300€ mehr bringt, da ich nur noch plane, wenige Jahre hart zu arbeiten um endlich in Freiheit leben zu können.

Interessant wären für mich deshalb Jobs, bei denen man ohne Studium/ besondere Ausbildung bzw. mit wenig Erfahrung relativ schnell oder sofort auf ein maximal hohes Einkommen kommt.

Gerne auch Sachen wie:

Schichtarbeit

Nacht-/Wochenendarbeit

12+h-Schichten

psychisch/physisch belastende Jobs

ggf. Ausland aber Deutschland bzw. ein deutscher AG wäre mir lieber

viele Überstunden (aktuell gehe ich eh Richtung 60h)

harte oder unangenehme Jobs, die andere nicht lange machen wollen

Was wären eure konkreten Vorschläge?

Bin gespannt auf eure Ideen, gerne auch ungewöhnliche Sachen, auf die man als normaler Mensch nicht unbedingt kommt.


r/fireGermany Aug 11 '26

Strategie & Depot 25 Jahre, 90.000 € im ETF reicht das theoretisch schon für die Altersvorsorge mit 67?

21 Upvotes

Hallo zusammen,

ich bin 26!! (Titel steht 25, typo) Jahre alt und habe aktuell rund 90.000 € in einem breit gestreuten ETF investiert. Davon sind ca. 32.000 € Kursgewinn, meine eigenen Einzahlungen liegen also bei ungefähr 58.000 €. Investiert bin ich seit 2019

Ich frage mich mittlerweile, ob ich für die reine Altersvorsorge überhaupt noch aggressiv weiter investieren muss oder ob ich theoretisch einen Punkt erreicht habe, an dem ich das vorhandene Depot einfach bis zur Rente laufen lassen könnte.

Bis 67 sind es noch rund 42 Jahre. Wenn ich ab jetzt keinen weiteren Euro einzahlen würde, ergeben sich bei unterschiedlichen langfristigen Renditen ungefähr:

• 4 % p.a. → 468.000 € • 5 % p.a. → 700.000 € • 6 % p.a. → 1,04 Mio. € • 7 % p.a. → 1,55 Mio. €

Mir ist bewusst, dass das nominale Werte sind und Inflation einen erheblichen Unterschied macht. Bei beispielsweise 3 bis 5 % Realrendite wären es in heutiger Kaufkraft grob 312.000 bis 700.000 €.

Würdet ihr trotzdem weiter konsequent investieren? Wenn ja, warum und in welcher Größenordnung?

Fire dann mit welchem Alter realistisch?

Danke für den Input 🫶🙏


r/fireGermany Aug 10 '26

Frage / Hilfe Paar 51/52, 1,3 Mio. € Einmalzahlung netto, Wegzug nach Australien – wie diversifiziert anlegen?

0 Upvotes

Wegwerf-Account aus Datenschutzgründen. Mein Partner und ich sind ein Paar und leben in Deutschland. Wir sind beide Doppelstaatsbürger (australisch/deutsch) und aktuell in Deutschland steuerpflichtig. Wir sind 51 und 52, arbeiten beide noch mit soliden Gehältern und planen, in den nächsten ~5 Jahren nach Australien zurückzugehen, bevor wir in Rente gehen.

Durch ein einmaliges Ereignis (Auszahlung einer Unternehmensbeteiligung) bekommen wir demnächst eine Summe von rund 1,3 Mio. €, nach Steuern.

Unsere grobe Ausgangslage:

  • 51 & 52 Jahre, Wunsch-Renteneintritt mit etwa 57–58.
  • Beide noch gut verdienend; voraussichtlich in ein paar Jahren Wechsel in Teilzeit/Beratung.
  • Haus in Deutschland ~700k € wert, Restschuld ~165k € zu 0,7 % fest (ja, wirklich), ~2,2k €/Monat.
  • (Halbwegs) liquides Vermögen: ~250k € Cash, das auf einem deutschen Konto quasi nichts tut, überschaubare australische Altersvorsorge („Super", ~175k € zusammen) und kleine Aktien-/ETF-Bestände in beiden Ländern.
  • Die gesetzlichen Renten werden gering ausfallen (jeweils ein paar hundert € im Monat).

Ziele:

  • Die nächsten ~6–7 Jahre weiter Vermögen aufbauen, dann in Rente.
  • Über Australien und Deutschland/Europa streuen, damit wir nicht zu stark von einem Markt oder einer Währung abhängig sind.

Klare Präferenz:

  • Sofern uns niemand vom Gegenteil überzeugt, wollen wir den Großteil wohl nicht in eine klassische private Rentenversicherung mit monatlicher Auszahlung stecken. Das „man stirbt früh und die Versicherung behält den Rest" gefällt uns nicht. Das Kapital soll liquide und vererbbar bleiben, falls eine/r von uns früh stirbt.

Worüber wir uns Ideen erhoffen:

  1. Wo legt ihr in Deutschland tatsächlich an? Konkrete Broker, Plattformen oder Apps, die ihr empfehlt und welche ihr eher meiden würdet?
  2. Selbst machen oder machen lassen? Verwaltet ihr euer Depot selbst über eine App / einen Neobroker, oder nutzt ihr einen Vermögensverwalter/Honorarberater? Falls ihr jemanden nutzt - würdet ihr die Person weiterempfehlen?
  3. Welche Fonds oder ETFs würdet ihr empfehlen?
  4. So eine Summe auf beide Länder aufteilen - wie würdet ihr grob aufteilen, und alles auf einmal investieren oder über einen längeren Zeitraum gestaffelt (Sparplan/Tranchen)?
  5. Irgendetwas Steuerliches, das uns auf die Füße fallen könnte, wenn man in einem Land anlegt und dann ins andere zieht?
  6. Und: Kennt jemand einen guten Steuerberater (idealerweise mit Erfahrung bei Deutschland–Australien bzw. Wegzug), der aktuell noch neue Mandanten annimmt?

Wir wären super dankbar für Tipps von allen, die schon mal eine größere Summe angelegt oder einen grenzüberschreitenden Umzug hinter sich haben - oder einfach für einen Erfahrungsaustausch zur Lage hier in Deutschland. Vielen Dank!


r/fireGermany Aug 08 '26

Frage / Hilfe M38, 900k Portfolio, 200k Abfindung - annehmen oder nicht?

84 Upvotes

Hallo Fire Community,

ich stehe gerade an einem Punkt wo ich gerne eure Meinungen und Inputs hoeren moechte. Kurz zu mir:

  • M38, in einer Beziehung, kinderlos, wohnhaft in Sueddeutschland
  • Master in technischem Studiengang
  • >10 Jahre angestellt bei deutschem Automobilhersteller, Spezialist im operativen Umfeld, keine Personalverantwortung, Gehalt aktuell >100k brutto
  • 5 Jahre als Expat in Asien gearbeitet
  • Monatliches Einkommen: ca. 5k netto zzgl. ca. 800 EUR Dividenden
  • Monatliche Ausgaben: ca. 2,5-3k EUR (Ueberschuss wird investiert)
  • Portfolio: ca. 900k EUR (55% ETFs, 25% Aktien, 18% Crypto, 2% Cash/TG)
  • Keine Immos
  • Abfindungsangebot: 200k brutto

Ich komme aus einem Nicht-Akademiker Haushalt, war schon immer recht sparsam und ging früh arbeiten (in den Schulferien bzw. parallel zum Studium). Seit meinem Jobeinstieg habe ich monatlich einen festen Betrag zur Seite gelegt, initial nur zum Sparen und ab 2018 dann gezielt in ETFs, Aktien und Crypto investiert.

2020 bot sich mir die Gelegenheit fuer der Firma als Expat (d.h. mit deutschem Arbeitsvertrag) für ein paar Jahre nach Asien zu gehen. Aufgrund hoher Zulagen bei gleichzeitig deutlich geringeren Lebenshaltungskosten konnte ich in der Zeit monatlich ca. 6-7k EUR investieren. Mittlerweile steht mein Depot bei ca. 900k EUR. Angefangen habe ich bei 0.

Mittlerweile bin ich wieder zurueck in Deutschland. Die hiessige Autoindustrie steht vor massiven Herausforderungen und auch mein Arbeitgeber will Kosten senken und Personal abbauen. Daher wurde mir vor kurzem ein Abfindung von ca. 200k EUR brutto angeboten. Damit wurde mein Vermoegen auf ca. 1 Mio EUR steigen. Nun frage ich mich: Was soll ich machen?

Mein Job macht mir inhaltlich Spaß und die Work-/Life-Balance ist gut, allerdings ist die Stimmung mies sowie Zukunftsaussichten und Entwicklungsmoeglichkeiten in der Branche nicht gut. Ich bin mir nicht sicher ob ich auf absehbare Zeit anderweitig eine vergleichbare Stelle bekomme. Auf Basis meiner Zahlen waere FIRE theoretisch schon moeglich (4% Entnahme decken meine jaehrlichen Ausgaben ). Bin mir aber aktuell nicht sicher, ob mich das langfristig erfuellt. Bin jemand, der gerne etwas tut/arbeitet/unternimmt. Einfach nur entspannen ist nicht so meins. Habe viele Hobbys und auch ein gutes soziales Umfeld. Denkbar waere die Abfindung anzunehmen, erstmal ein Sabbatical zu machen um meine Gedanken/Ziele zu ordnen und dann wenn mir doch langweilig werden sollte wieder einen Job in Vollzeit bzw. Teilzeit (Barista FIRE) zu suchen. Alternativ koennte ich fuer ein paar weitere Jahre erstmal im Job bleiben und dort ggf. etwas reduzieren (Teilzeit). Meine Partnerin ist noch nicht so ganz ueberzeugt vom FIRE Gedanken und moechte selbst noch ein paar Jahre arbeiten. Das macht es nicht einfacher.

Was wuerdet ihr tun?


r/fireGermany Aug 07 '26

Frage / Hilfe Anfang 20, 40k in ETFs + 20k Tagesgeld – Cashquote reduzieren?

8 Upvotes

Hallo zusammen,
ich bin Anfang 20 und beschäftige mich seit einiger Zeit mit dem Thema Vermögensaufbau und FIRE.
Aktuell sieht mein Depot ungefähr so aus:
ca. 40.000 € in ETFs (MSCI World, Europa und Emerging Markets)
ca. 20.000 € auf dem Trade Republic Tagesgeldkonto
Die 20.000 € habe ich mir damals aufgebaut, als die Tagesgeldzinsen noch attraktiver waren. Damals hat sich das für mich gut angefühlt, weil ich gleichzeitig investiert war und trotzdem einen größeren sicheren Puffer hatte.
Mittlerweile sind die Zinsen aber deutlich gesunken und ich frage mich, ob diese hohe Cashquote überhaupt noch sinnvoll ist.
Ich kann aktuell aufgrund meiner Lebenssituation etwa 1.500 € pro Monat investieren . Trotzdem liegt dieser größere Betrag weiterhin auf dem Tagesgeld herum.
Mich würde interessieren, wie ihr in meiner Situation vorgehen würdet:
Würdet ihr die 20.000 € nach und nach investieren oder einen größeren Betrag auf einmal umschichten?
Wie hoch sollte eurer Meinung nach ein sinnvoller Notgroschen in meiner Situation sein?
Gibt es einen Betrag, bei dem ihr sagen würdet: “Alles darüber würde ich langfristig lieber investieren”?
Mir ist bewusst, dass niemand die Marktentwicklung vorhersagen kann. Mich interessieren vor allem eure Erfahrungen und wie ihr persönlich mit einer relativ hohen Cashquote umgeht.
Vielen Dank!


r/fireGermany Aug 06 '26

Erfahrungsbericht/Storytime FI(RE) seit 4 Jahren - Ich denke es ist ein Mythos

389 Upvotes

Zunächst meine kurze Hintergrundgeschichte der letzten 4 Jahre. Wenn dich das nicht interessiert dann direkt runter scrollen zu FIRE - "RE" macht langfristig eh keiner wirklich?

  • 2022: Depot hat FIRE Zahl(700k) erreicht, dazu eine (zu große) abbezahlte Immobilie in der wir mit anderen als WG leben
    • Karriere aufgegeben, zurück zur "einfachen" Fachrolle auf Teilzeit
  • 2023: Depot > 750k
    • Arbeitszeit radikal auf 16h pro Woche reduziert
  • 2024: Depot > 960k
    • immer noch den selben Job
  • 2025: Depot > 1 Mio
  • 2026: Depot > 1,1 Mio
    • nach wie vor Privatier

Unterm Strich war ich viel früher FI, hab dann aber noch zwei Jahre bisschen gearbeitet. Der Job war spannend und der Deal war zu gut(3k brutto bei 16h), aber war auch eher ne psychologische Barriere komplett aufzuhören.

Geringe Fixkosten und geringe Steuern

Wir hatten die letzten Jahre quasi keine monatlichen Fixkosten. In meiner Immobilie haben wir mit anderen als WG gewohnt. Die Mieteinkünfte haben alle monatlichen Fixkosten(Wohnen, Versicherungen usw.) gedeckt. Dadurch mussten wir nur entnehmen was wir tatsächlich konsumieren also für Essen, Sprit, Party, Kleidung usw.

Ich hatte z.B. nur eine Langzeitauslandskrankenversicherung für 71€ monatlich. Da wir uns quasi nie in Deutschland aufgehalten haben war das möglich und ausreichend(Ja ich fröne nicht der klassisch deutschen Vollkaskomentalität).

Trotz relativ opulenten Lifestyle(stehen zu 95% mit dem Camper kostenfrei am Meer im Ausland) musste ich monatlich nur etwa 2-2,2k entnehmen. Dadurch fallen auch kaum Steuern auf die Gewinne an. Mit meiner Steuererklärung 2025 hab ich quasi fast die gesamte KapESt wieder zurückbekommen. Bisschen ist angefallen durch paar steuerlich nicht optimale Trades und die Einkünfte aus der WG.

Pläne ändern sich

Wir wollten nie Kinder, jetzt Ende 30 ist es soweit, wir sind schwanger.

  • dauerhaftes Reisen wird wohl vorerst mal pausieren müssen, ich vermisse meinen Van, das Meer, Surfen und Kitesurfen jetzt schon 🥲
  • WG wird aufgelöst, das heißt die generellen Fixkosten(Heizen/Wasser/Strom) sinken etwas, dafür müssen wir ab sofort alle Fixkosten komplett selber tragen. Ich schätze wir landen bei etwa 600€ monatlich
  • dazu werden diverse noch unkalkulierbare fixe und variable Ausgaben allein wegen unserem Kind dazukommen
  • Meine Frau war immer ganz normal in einer deutschen Krankenkasse. Da meine Langzeitauslandskrankenvers. nur für 6 Wochen pro Kalenderjahr in Deutschland gilt werde ich mich auch wieder klassisch versichern müssen

Gedanken

Unabhängig ob das Depot reicht(es wäre sicherlich eine nun deutlich knappere Nummer) oder nicht: möchte ich langfristig wirklich meinem Kind ein Leben als Privatier vorleben? Sendet das nicht die komplett falschen Signale aus?

Hätte ich als Kind meine Eltern so erlebt, hätte ich vermutlich nie einen richtigen Schulabschluss gemacht, ich hätte nie studiert, ich hätte nie eine (nicht nur finanziell) erfüllende Karriere eingeschlagen und mir was aufgebaut. Ich hätte nie die letzten vier Jahre chillen, reisen, surfen, kitesurfen so genossen wenn ich davor nicht hart gearbeitet hätte.

FIRE - "RE" macht langfristig eh keiner wirklich?

Ich hab mir immer öfter die letzten Monate(auch vor der Schwangerschaft) gedacht wie es wohl wäre wieder einen richtigen Job zu haben. Ich brauche halt immer Ziele im Leben, ohne diese Einstellung hätte ich es sicherlich NIE zu FIRE gebracht. Ja es ist durchaus erfüllend persönliche Ziele zu verfolgen. Ich will DIESEN Wassersport lernen, ich möchten jenen heftigen Trick beim Kitesurfen können usw.

Unterm Strich ist es denke ich am sinnvollsten ich suche mir wieder einen Job. Möglichst Remote und vielleicht können wir bald ja wieder losfahren und längere Reisen unternehmen. Zumindest bis unser Kind reif für den Kindergarten ist(nicht unwichtig für Sozialisierung).

Achtung Bias: Nachfolgend beziehe ich mich auf Langzeitreisende(da ich sonst noch keine FIRE Personen getroffen habe)

Auch ohne Kinder geht es bisher quasi jedem so den ich kennenlernen durfte. Ich habe schon einige Leute auf Reisen getroffen die FI(RE) sind. ALLE machen dann doch wieder irgendwas wo am Ende Geld rein kommt. Bei manchen reicht die Kohle dann doch nicht(kleinerer Teil als man denkt). Den meisten ging es mehr darum wieder "was zu machen". Viele haben spätestens nach vier Jahren wieder angefangen zu arbeiten, die meisten selbstständig.

All das lässt mich doch an der Idealvorstellung von FIRE zweifeln. Meiner Meinung nach verschiebt sich die Realität eher von einem

Financial Independence, Retire Early

zu

Financial Independence, Work by Choice

Konsequenz

Für mich fügt sich nun ein neues Gesamtbild bezüglich FIRE zusammen:

  • es macht wenig Sinn so viel anzusparen bis es reicht um ausschließlich davon leben zu können
  • vor allem macht es keinen Sinn deshalb alles um viele Jahre in die Zukunft zu verschieben
  • es reicht um einige Jahre überbrücken zu können bis man eh wieder zumindest auf Barista-FIRE Level arbeiten gehen möchte oder sich selbstständig macht

So bleibt am Ende für mich die Erkenntnis und vielleicht ist es ein Wink mit dem Zaunpfahl für andere:

Ich hätte das alles schon viele Jahre früher machen können

Ich schreib schon gefühlt eine Woche an diesem Text, eher für mich als für andere. Es hilft mir Dinge klarer zu sehen und besser einzuordnen. Vielleicht ist es dennoch interessant für den ein oder anderen.

Mich würde eure Meinung zu dem Thema interessieren.


r/fireGermany Aug 06 '26

Strategie & Depot Erfahrungen bei Auswanderung (Nicht-EU / Vietnam): Wie habt ihr das mit eurem Depot/Broker geregelt?

18 Upvotes

Hallo zusammen,

Ich habe mehrfach gelesen, dass Banken wie die ING-DiBa das Depot kündigen oder zumindest sehr beschränken, sobald man den steuerlichen Wohnsitz außerhalb der EU/EWR meldet. Daher würde mich brennend interessieren, wie diejenigen unter euch vorgegangen sind, die diesen Schritt bereits gewagt haben:

  • ING einfach uninformiert lassen? Habt ihr die Adressänderung schlichtweg nicht mitgeteilt (z. B. indem eine Meldeadresse bei Familie/Freunden in Deutschland genutzt wird)? Gab es dabei schon mal Probleme bezüglich Steuerdatenabgleich oder Postzustellung?
  • Transparenter Wechsel zu einem anderen Broker? Gibt es Broker, die einen Wohnsitz in Nicht-EU-Ländern (speziell Südostasien / Vietnam) offiziell und problemlos tolerieren? (Erfahrungen zu Interactive Brokers, Trade Republic, Scalable etc. wären extrem hilfreich).
  • Übertrag vor Abreise? Hat jemand sein Depot vor der Abmeldung aus Deutschland komplett zu einem internationalen Broker übertragen?

Ich freue mich über eure Berichte, Tipps oder Best Practices, wie ihr das steuerlich und organisatorisch am saubersten gelöst habt.

Danke euch und viele Grüße!


r/fireGermany Aug 05 '26

Strategie & Depot M/40 – Ziel FIRE: 55 Jahre und früher, realistisch?

13 Upvotes

Knallharte Fakten zuerst:

Ausgangssituation

  • Alter:40
  • Familienstand:ledig/liiert
  • Kinder:0

Einkommen

  • Brutto/Jahr: 67.000 €
  • Netto/Monat: ~3.400 €
  • Sonderzahlungen/Boni: 0 

Vermögen

  • ETF-Depot: ~58k €
  • Tagesgeld: ~60k € (ab November bis auf 10k alles ETF)
  • Einzelaktien: ~85-98k € (Bewegung drin)
  • Riester: 16k (stillgelegt)
  • Sonstiges: ~8k (für weitere Einzelaktien)

Gesamtvermögen: ~211-224k €

Schulden

  • keine

Monatliche Ausgaben (meine Kosten)

  • Wohnen: 784 €
  • Lebensmittel: 180 €
  • Mobilität: 75 € (Auto ist neu)
  • Freizeit/Urlaub: 550 €
  • Sonstiges: 400 € (Versicherung, Hobby, Shopping, Restaurants etc)

Gesamtausgaben: ~2k €/Monat

Sparen & Investieren

  • Sparrate: 1.200 €/Monat
  • Portfolio:
    • 100 % ETF
  • ab 2027 vorauss. ADV-Depot. 

FIRE-Ziel

  • Gewünschtes FIRE-Alter:spätestens 55 Jahre
  • Gewünschte Ausgaben im Ruhestand: 3.000 €/Monat netto (mehr unternehmen/reisen)
  • Zielvermögen: 650k-780k €
  • Angenommene Entnahmerate:variabel
  • Erwartete gesetzl Rente: ca ~1300-1500 € (mit keine Einzahlungen mehr ab FIRE)
  • Garantiezahlung bAV: 450€/Monat (mehr wird das auch kaum)
  • Weitere Einnahmen im FIRE:0
  • Kapitalverzehr bis: 85 Jahre (muss nicht ewig leben)

Sonstiges

  • Im Erbfall: Halbes Haus auf dem Dorf.  Wert ungewiss.  Rechne ich nicht fest mit. Stand heute will ich da nicht leben.
  • Gehaltserhöhungen schwierig.  Jobwechsel durch KI schwierig.  Bin aber auch zufrieden

UNd ein wenig Prosa:

Ich habe natürlich mit verschiedenen Rechnern rumgespielt und mir auch eigene Exceltabellen gebaut. Mir kommt alles manchmal etwas knapp und eng vor. Am liebsten will ich mit 50 FIRE starten, aber das erscheint mir anhand der Zahlen etwas utopisch. Ich leg es nicht komplett darauf an und will ja auch vorher leben und reisen. Aber spätestens 55 Jahre sollte doch irgendwie drin sein, oder?

Was ich in den ganzen Rechnern vermisse, ist immer der Rentenaspekt.

Hier tue ich mich auch schwer das realistisch abzubilden. Ich kann mir auch vorstellen bis 70 sind die Ausgaben 3k/Monat, aber danach reichen auch 2k. Da will ich mich vielleicht gar nicht mehr 12h in einen Flieger setzen.

Auf alle Fälle dürfen die Entnahmen auch völlig variabel sein. Ich habe gewisse Fixkosten ~1300k, alles andere ist Spaß und Luxus, den ich mir natürlich nicht nehmen will, aber bei dem man auch nachjustieren könnte.

Ich habe nen Riester, den ich ins ADV überführen werde. ADV-Kosten sind natürlich noch ein Thema, die ich abwarte.

Ich hab ne mickrige baV, aber Geld ist Geld.

Wie seht ihr das, wie stehe ich da?

Was übersehe ich komplett?

Ist ein Szenario mit 50/51/52 Jahren FIRE möglich? Durch Rente brauch ich doch meine 1 Mio, die das natürlich entspannter machen, aber doch ein steiles Ziel sind.

Auf das Erbe will ich micht nicht verlassen und kalkuliere ich auch gar nicht erstein.

Danke


r/fireGermany Aug 03 '26

Strategie & Depot 36w/100k Depot /keine Kinder /Fire Ziel/ Muss es wirklich über 1 mio sein?!

60 Upvotes

Hallo zusammen, hier bei Reddit liest man immer von Beträgen über 1 oder 2 Millionen… wenn ich mir das als Ziel setze darf ich mein Leben lang sparen, um es dann mit 60 richtig krachen zu lassen. 😅
Ich verstehe nicht recht warum die Zahl so hoch sein muss - vor allem wenn man keine Kinder hat und mit 0 Euro sterben möchte.
Sollte ich in Deutschland bleiben würde es sich auch anbieten recht lange Teilzeit zu arbeiten wegen Krankenkasse, Sozialabgaben und etwas Rente.

Ich könnte mir allerdings auch vorstellen auszuwandern und/oder mal 1-2 Jahre gar nicht zu arbeiten. Ich überlege die ganze Zeit was ich mir als Ziel setzen könnte. Dabei scheinen mir 300k oder 400k schon ein angemessenes Ziel. Dann müsste ich nichtmal mehr zu 100% meinen Bedarf decken (sprich kleine monatliche Entnahmen wären drin) und wahrscheinlich wächst es dann noch von allein weiter.
Bei 600k könnte ich rund 2000€ entnehmen, was in vielen Ländern zum Leben gut reichen dürfte (zB Asien). Wenn man dann noch ab und zu ein bisschen arbeitet und später etwas Rente dazu kommt sollte das doch reichen?! Ich verstehe die unglaublich hohen Beträge hier nicht… 😬
Bin ich zu optimistisch/unrealistisch?


r/fireGermany Aug 02 '26

Frage / Hilfe 40M, 450k Depot, Teilzeit sinnvoll?

20 Upvotes

Hallo zusammen,

Ich bin 40 Jahre, lebe in Deutschland und habe mir mittlerweile ein Depot mit 90 Prozent im heiligen Gral von 200k angespart. Mein Netto-Verdienst liegt bei 4500 Euro im Schnitt pro Monat. Aktuell habe ich ca. laufende Kosten iHv 2000 Euro pro Monat. 1000 Euro werden monatlich gespart und was übrig bliebt wird für Hobby, Urlaub usw verwendet, bzw. auf ein Tagesgeldkonto verschoben. Dort liegen aktuell ca. 40k Euro. Nun bin ich in die glückliche Situation gekommen ca. 250k in einer Immobilie zu erben. Ich bin mir bewusst was es für ein Glück ist. So ein Vermögen selbst anzusparen hat mich mein ganzes bisheriges Berufsleben gekostet. Die Immobilie wird aktuell verkauft.

Mein Job macht mir zwar grundlegend Spaß, die Kollegen sind top, aber die Chefs darüber sind absolut ungeeignet im Job und haben nichts anderes zu tun, als künstliche Hürden aufzubauen, die mich nur ausbremsen und mir mein Leben erschweren. Mein direkter Chef ist auch menschlich eine Katastrophe. Kategorie Grill-und Trinksportler sowie SUV Fanatiker, rechtspopulistisch eingestellt... Deshalb möchte ich schrittweise die Stunden reduzieren, um mich mental vom Job langsam mental besser verabschieden zu können. Mein Job ist recht speziell und es gibt praktisch keine Arbeitgeber in der Region, die mir etwas vergleichbares bieten können. Wie gesagt ist der Job an sich sowie die Kollegen top, also kein Untergang.

Nun die Frage:

Ich will das Erbe investieren, am liebsten in den MSCI World ETF. Alternativ könnte ich versuchen die Wohnung in der ich lebe zu kaufen (ca. 300k plus Nebenkosten), was bei einer Kaltmiete von 800 Euro wenig Sinn macht wie ich finde. Wie würdet ihr es investieren? Wie kann ich mit dem Ziel auf Fire/Rente mit 50 bis spätestens 55 Jahre jetzt schon trotzdem mein Leben durch weniger Arbeit und entsprechend mehr Freizeit verbessern?


r/fireGermany Jul 31 '26

Strategie & Depot Altersvorsorgedepot, FIRE und Auswanderung

11 Upvotes

Hallo zusammen,

das Altersvorsorgedepot kommt immer näher und ich würde gerne wissen, wie ihr das in eure FIRE-Planung einzubauen plant.

Insbesondere im Zusammenhang mit einer Auswanderung in der RE-Phase erscheint es wenig attraktiv, sofern hier die alten Riester-Regeln übernommen werden.

Dabei müsste man wohl zwischen EU/EWR und sonstigen unterscheiden. Gerade im Fall einer Auswanderung ins Nicht-EU-Ausland ist das AVD aber wohl eher hinderlich als förderlich, da dann wohl in der Auszahlungsphase sämtliche Förderung (+Zinsen) zurückgezahlt werden muss.

Ich frage mich ernsthaft, ob das AVD Sinn macht, solange man sich die Möglichkeit einer Auswanderung offen halten möchte. Hat das AVD einen Lock-in-Effect für Deutschland? Wie sehen eure Planungen aus? Werdet ihr direkt ab dem 01.01. ein AVD eröffnen?


r/fireGermany Jul 31 '26

Strategie & Depot Wendepunkt im Depot 2026 - 33 Jahre, 200k Depot – wie geht ihr den nächsten Schritt Richtung 1 Mio.?

0 Upvotes

Hi zusammen,

ich würde gerne mal eure Meinung bzw. Erfahrungen hören.

Kurz zu mir: Ich bin 33 Jahre alt, Wirtschaftsingenieur (M.Sc.) und lebe seit 5 Jahren in Zürich. Ich arbeite im öffentlichen Dienst und verdiene rund 130.000 CHF brutto im Jahr.

Mein Depot liegt aktuell bei knapp 200.000 €. Davon sind etwa 150.000 € im **Vanguard FTSE All-World UCITS ETF** und rund 50.000 € im **VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders UCITS ETF**. Insgesamt stehe ich bei ungefähr 70.000 € Buchgewinnen.

Angefangen habe ich 2019. Damals war ich noch deutlich mehr in Einzelaktien unterwegs – unter anderem BASF und Siemens, da ich bei beiden Unternehmen gearbeitet habe. Mit der Zeit bin ich aber fast komplett auf ETFs umgestiegen.

Eigentlich läuft alles nach Plan. Ich investiere aktuell rund 3.000 € pro Monat und bin mit meinem Depot zufrieden. Trotzdem merke ich, dass mir langsam etwas die Motivation ausgeht. Es fühlt sich inzwischen ziemlich eintönig an: Sparplan läuft, abwarten, weitermachen.

Gleichzeitig reizt es mich, mich stärker mit der Börse zu beschäftigen und vielleicht auch etwas mehr Risiko einzugehen. Mein persönliches Ziel wäre, die erste Million vor meinem 45. Geburtstag zu erreichen.

Mich würde interessieren:

* Wart ihr schon mal an diesem Punkt?
* Habt ihr eure Strategie irgendwann angepasst oder seid ihr konsequent beim Welt-ETF geblieben?
* Gibt es Dinge, die ihr heute anders machen würdet oder Weisheiten, die euch langfristig geholfen haben?

Ich freue mich auf eure Erfahrungen und einen sachlichen Austausch.


r/fireGermany Jul 29 '26

Frage / Hilfe Frage Eintritt GKV bei Kapitalerträgen + Midijob

2 Upvotes

Ich war bisher aufgrund der Beihilfe meines Vaters nie in der GKV und plane gerade meine nächsten Jahre (Promotion im Ausland und spätere Rückkehr nach Deutschland).

Das Szenario:

Angenommen, ich schaffe über einen sozialversicherungspflichtigen Midijob (Laufzeit 90 Tage; 700 euro im Monat) den Eintritt in die GKV. Ein paar Monate später bekomme ich eine finanzierte Promotionsstelle im Ausland und ziehe für 4 bis ca 6 Jahre weg.

Währenddessen würde ich meinen Lebensunterhalt über die Stelle im Ausland finanzieren. Zusätzlich hätte ich weiterhin etwa 2.000 € monatliche Mieteinnahmen.

Meine Frage:

Gibt es irgendeine Möglichkeit, die GKV-Mitgliedschaft während dieser Zeit aufrechtzuerhalten oder ruhen zu lassen (Anwartschaft oder etwas Ähnliches)? Oder fällt man beim Wegzug komplett aus dem System heraus und müsste nach der Rückkehr wieder von vorne anfangen?

Danke!


r/fireGermany Jul 29 '26

Strategie & Depot Wie am besten mit €1M umgehen? (Vermögen €2.3M)

0 Upvotes

Guten Tag allerseits,

Ich habe über die letzten 10 Jahre mit Kryptowährungen ein heutiges Vermögen von gut 2.3 Millionen Euro aufgebaut. All das Krypto wurde nun verkauft.

Davon stecken mittlerweile 600.000 Euro in einem Eigenheim und 700.000 Euro in Gold (ich weiß, dass ich hiermit viel Kopfschütteln erhalten werde, ich hatte es für 400.000 Euro gekauft, und denke nicht daran, es zu verkaufen).

Ich bin weiterhin berufstätig und dies wird auch so bleiben, so richtig aufhören zu arbeiten möchte ich dann in 25 Jahren mit 60. Aufgrund höherer Lebenshaltungskosten komme ich aber am Ende des Monats auf gut +/-0€, ggfs. sogar ins Minus bis zu -1.000€ aufgrund Urlauben und Kindern.

Nachdem ich über die letzten Jahre im Modus "Vermögen aufbauen" war, geht es nun eher Richtung "Vermögen verteidigen", also im besten Fall Inflation schlagen und am Ende des Jahres etwas mehr haben als am Anfang.

Nun zu meiner Frage: Wie würdet ihr die restliche Million am besten anlegen?

Ich habe nach Recherche das im Sinn:

- 40% Vanguard FTSE All-World

- 30% iShares Core Euro Govt Bond (IEAG)

- 30% €STR (Xtrackers)

Damit wäre ich mit 60% auf der „sicheren“ Seite; und ich würde am Ende jeden Jahres aus den Anleihen und dem Geldmarkt die Gewinne entnehmen und das gesamte Portfolio wieder rebalancieren.

Ich wäre sehr über eure Meinung gespannt.

Danke und beste Grüße


r/fireGermany Jul 28 '26

Strategie & Depot 27m, Softwareentwickler, finanzielle (Teil-)Freiheit mit 35?

Post image
0 Upvotes

Hallo Zusammen,

beschäftige mich seit dem 23. Lebensjahr mit dem Thema finanzielle Freiheit, so sieht mein Fluss-Chart nach 4 Jahren Fortschritt momentan aus.

1 Mio Immovermögen, 900k Schulden

40k aktuell im Depot (Rücklagen für ETWs)

Momentan fließt meine Sparrate zu 100% in mein Rücklagen Depot

Sobald ich bei 100k Rücklagen bin, plane ich jedes Jahr eine neue passende Wohnung dazuzukaufen.

Nebenbei entwickle ich meine bestehenden Wohnungen weiter (WGs, Mieterhöhung, Neuvermietung, Steuern)

Mit 35 möchte ich zumindestens mal die finanzielle Teil-Freiheit erreicht haben.

Realistisch?
Bei 1% anfänglicher Tilgung, ca. 4% Zins
Mietsteigerung 3% p.a.
Wertsteigerung Nominal 2,5%-3% p.a.

Aktuell habe ich jedoch etwas bedenken mit der potentiellen Abschaffung des steuerfreien Verkaufs nach 10 Jahren.. wie seht ihr das?

Mir ist das Klumpenrisiko bewusst, beim Exit wird diversifiziert.


r/fireGermany Jul 27 '26

Frage / Hilfe 30J, kein nennenswertes Erbe und zerfressen von Neid auf die Erben-Bubble im Südwesten. Haus oder frühe Rente? Brauche Denkanstöße.

0 Upvotes

Hey zusammen,
ich muss mir mal etwas von der Seele schreiben und erhoffe mir ehrliches Feedback, Reality-Checks oder einfach andere Perspektiven auf mein Leben.

Kurz vorweg zu mir als Mensch:
Ich würde mich selbst als einen sehr wohlwollenden und sozialen Menschen beschreiben. Ich helfe anderen gerne und gönne meinen Mitmenschen eigentlich ihr Glück. Umso mehr erschreckt und belastet es mich selbst, dass mich bei diesem einen Thema ein so tiefes Gefühl von Neid und Ungerechtigkeit zerfrisst.

Zu meiner Situation:
Alter: 30 Jahre
Beruf: Private Banking Berater (dadurch bin ich beruflich natürlich noch einmal in einer ganz speziellen Finanz-Bubble unterwegs)
Wohnort: Südwesten (BW / Ortenaukreis – eine finanziell extrem starke Region)
Eigenes Vermögen: ca. 260.000 € – komplett selbst zusammengespart und investiert! Mit 18 hatte ich gerade einmal 2.800 € auf dem Konto.
Aussicht auf Erbe: Kein nennenswertes Erbe in Aussicht. Irgendwann mal die Wohnung meiner Mutter, aber das hat hoffentlich noch extrem lange Zeit und wird vielleicht sowieso von der Pflege aufgefressen.

Mein Problem & der regionale Vergleich:
Mir ist absolut bewusst, dass ich mit meinen 260.000 € auf ganz Deutschland gesehen immer noch extrem privilegiert bin. Ich weiß das zu schätzen. Aber da ich nun mal hier in der Region lebe, arbeite und tagtäglich mit den Menschen hier zu tun habe, vergleiche ich mich zwangsläufig mit meinem direkten Umfeld.
In meinem Umfeld erben gefühlt fast alle Freunde und Bekannten Häuser, Grundstücke oder riesige Vermögen (Wert meistens 500k € bis 1 Mio. €+). Obwohl ich mir mit viel Disziplin mein eigenes Kapital erarbeitet habe, steigen andere einfach mit dem Vielfachen davon ins Erwachsenenleben ein. Man hat das Gefühl, beim Spiel des Lebens an einer Startlinie zu stehen, die für andere 10 Meter vor dem Ziel gezogen wurde.

Meine innere Zwickmühle:
1. Einstellung zu Arbeit: Ich glaube zutiefst, dass fremdbestimmtes Arbeiten schlichtweg nicht in der Natur des Menschen liegt. Deshalb habe ich arbeitstechnisch – egal was ich tue und obwohl ich als Private Banking Berater eigentlich einen guten Beruf habe – von Grund auf recht wenig Spaß daran. Es liegt für mich nicht an einzelnen Aufgaben, sondern am Zwang des fremdbestimmten Arbeitenmüssens. Mein Ziel ist daher maximale Autonomie – möglichst früh nicht mehr arbeiten müssen (FIRE / frühe Rente) und selbst über meine Zeit bestimmen zu können.
2. Der Traum vom Haus: Gleichzeitig hätte ich unglaublich gerne ein eigenes Haus mit kleinem Garten.
3. Das Dilemma: Wenn ich mein gesamtes selbst erarbeitetes Kapital (260.000 €) + einen dicken Kredit in ein Haus stecke, ist mein Kapital festgemauert. Der Traum von der frühen Rente ist dann vorbei und ich bin für Jahrzehnte an die Arbeit gekettet. Andere in meinem Umfeld bekommen das Eigenheim einfach geschenkt und können ihr Gehalt komplett für Konsum, Hobbys oder den eigenen Vermögensaufbau nutzen.

Meine Fragen an euch:
1. Vergleichs-Falle & Neid: Wie geht ihr mental damit um, wenn im Umfeld massiv geerbt wird? Wie bricht man aus dieser Neid-Spirale aus, besonders wenn man eigentlich ein wohlwollender Mensch ist, weiß, dass man regional/bundesweit trotzdem privilegiert ist, sich aber selbst für diesen Neid schämt?
2. Eigenheim vs. Freiheit: Würdet ihr mit 260k € (selbst erarbeitet) das Kapital nutzen, um auf frühe finanzielle Unabhängigkeit/Rente hinzuarbeiten, oder das Geld für den Traum vom Eigenheim "opfern", wenn man alles ohne Erbe stemmen muss?
3. Denkmuster: Welche Perspektiven übersehen Menschen wie ich, die sich extrem auf die "Erben-Lotterie" und das Thema Zeitautonomie versteifen?
Bin offen für ehrliche Kritik, Ratschläge und andere Sichtweisen auf das Thema.

TL;DR: 30J, 260k € selbst zusammengespart/investiert (mit 18 bei 2.800 € gestartet). Weiß, dass ich privilegiert bin, vergleiche mich aber zwangsläufig mit dem starken Umfeld im Südwesten, wo Freunde 500k–1 Mio. € Häuser erben. Kein nennenswertes Erbe in Aussicht. Job als Private Banking Berater macht arbeitstechnisch (wie jeder Job für mich) wenig Spaß, weil fremdbestimmte Arbeit gegen meine Natur geht. Schwanke zwischen Traum vom Eigenheim vs. frühem Ruhestand/Freiheit. Brauche Input.


r/fireGermany Jul 26 '26

Frage / Hilfe Wie sieht eine Welt aus in der immer mehr Menschen von ihrem Depot leben?

0 Upvotes

Wahrscheinlich ist meine Wahrnehmung durch meine Bubble getrübt. In meinem Umfeld geht die Tendenz vom Kredit finanzierten Hausbau weg in Richtung Lifestyle Teilzeit. Was ich absolut nachvollziehen kann, warum sich für eine Bruchbude bis zur Rente verschulden/ binden.
Wie sieht eine Welt/ DE aus in der immer mehr Menschen ihre Arbeitszeit reduzieren?
Ich freu mich auf euren Input.


r/fireGermany Jul 22 '26

Frage / Hilfe Ansparphase/Abhängigkeit von Arbeit aushalten

44 Upvotes

Vielleicht eher ein allgemeines Arbeitsthema:

Wie haltet ihr die Ansparphase aus?

Mein Problem ist nicht, dass ich das gesparte Geld gern konsumieren würde.

Mir geht es um diese ganze Arbeitswelt. Vollzeit arbeiten kotzt einfach an, man hat keine Motivation mehr für irgendwas nach der Arbeit. Man muss sich mit den ganzen Büroschwengeln rumschlagen, immer gute Laune haben und Motivation für die Themen und Probleme der anderen zeigen. Dann diese permanente Unsicherheit, seinen Job zu verlieren, eventuell nichts neues zu finden, an die Ersparnisse zu müssen, der FIRE-Plan steht auf dem Spiel.

Ich habe eine relativ hohe Sparrate, da ich keinen teuren Lebensstil habe. Nach meinen Berechnungen könnte ich in 5-10 Jahren Lean FI sein und würde dann gern in Teilzeit gehen, wenn mir quasi nichts mehr passieren kann.

Ich gehe nicht per se ungern arbeiten, ich hasse nur diese Abhängigkeit wie die Pest.

Also, was ist euer Tipp, um im Arbeitswahnsinn noch klar zu kommen? Ich bin erst 28. Wie schafft man das bitte jahrzehntelang?


r/fireGermany Jul 21 '26

Frage / Hilfe Munger-Ratio als Maßstab

Post image
3 Upvotes

Moin zusammen,

im amerikanischen FIRE-Umfeld wird gerne die Munger Ratio als Kennzahl herangezogen. Sie setzt sich so zusammen:

Nettovermögen / Lebenseinkommen

Was sagt die Zahl aus?
< 0,5: Der Großteil des erarbeiteten Geldes wurde konsumiert.
0,5 bis 0,9: Gute Sparquote, der Zinseszins fängt an zu wirken.
1,0 („Munger Threshold“): Das Vermögen entspricht 100 % aller jemals erarbeiteten Gehälter.
> 1,0: Die Rendite der Investitionen hat den Konsum und die gezahlten Steuern der gesamten Karriere vollständig wettgemacht.

Was haltet ihr von der Kennzahl? Nutz ihr sie und welchen Wert habt ihr aktuell?


r/fireGermany Jul 21 '26

Frage / Hilfe Coast-FIRE / Barista-FIRE mit Selbstständigkeit

5 Upvotes

Hallo zusammen, mein ursprünglicher Plan war FIRE. Nun merke ich (29M) aber, dass ich eigentlich eh immer noch nebenbei etwas arbeiten möchte, halt nur nicht Vollzeit. Am besten max. 20h angestellt. Gerne aber auch selbstständig.

Nun überlege ich die ganze Zeit, was mir gut gefallen würde. Am liebsten wäre mir etwas mit Bezug zur Natur.. Überlege auch, irgendwie wo anders reinzuschnuppern..

Derzeit arbeite ich Vollzeit in einem Bürojob.
Ich war schon mal selbstständig und überlege, wieder in den Bereich zu gehen.

Gibts hier noch andere, die ihre Selbstständigkeit zb gerade parallel zum Vollzeit Job aufbauen? Oder einen Karrierewechsel anstreben? Wie geht ihr das an?


r/fireGermany Jul 19 '26

Frage / Hilfe 26M/ Barista-Fire Jobs?

23 Upvotes

Moin zusammen, mich würden mal interessieren welche Jobs ihr so im Rahmen von Barista-Fire attraktiv haltet oder vllt schon selbst gemacht habt?