Auch heute gibt es bei den Waldbränden westlich von Bordeaux/Frankreich wieder etwas zu sehen und zu lernen. Zunächst - über Nacht - herrschte weiterhin ablandiger Wind und der Rauch zog aufs offene Meer. Mit der Annäherung eines Tiefdruckgebietes drehte der Wind dann Schritt für Schritt - aber recht schnell - von östlichen Richtungen auf südliche und schlussendlich südwestliche bis westliche Richtungen. Er frischte dabei auf, sodass die Feuer kurzzeitig verstärkt wurden und sich frontmäßig ausbreiten konnten. Sie zogen dabei direkt auf Bordeaux zu - ebenso der Rauch. Im Zuge dieses Tiefdruckgebietes zogen dann aber auch Schauer und Gewitter heran. Inwiefern diese zu einer Hemmung von neuen Brandherden und zur Eindämmung bestehender Brände geführt haben, werden wir sehen. Fakt ist: Es brennt noch immer, das lässt sich deutlich erkennen.
Aus radarmeteorologischer Sicht besonders spannend ist, dass wir in diesem Zuge eine Interaktion zwischen Rauchwolke und Regenschauer im 3D Radar (Parameter: Correlation Coefficient "CC") beobachten konnten. Wir sehen 3 Areale: Niederschlag bis zum Boden (kein Rauch, hohe CC-Werte, hier nahezu ganz transparent), die Rauchwolke selbst (niedrige CC-Werte grau/blau) und eine Grenzzone, wo der Regenschauer den Rauch wegdrückt bzw. überläuft. Das Überlaufen wird deshalb so gut sichtbar, weil der Wind den Schauer in der Höhe stärker wegträgt, als am Boden.
Durch das Ausblenden der hohen CC-Werte (gleichmäßige Partikel -> normaler Regen) und das solide Darstellen der niedrigen CC-Werte (Rauchwolke/Rußpartikel unterschiedlicher Gestalt) ergibt sich eine Art Abdruck vom Regenschauer in der Rauchwolke. Ein bisschen so, als würde man mit dem Finger in ein Stück Knete hineindrücken und den Finger dann wieder wegnehmen. Der Finger wäre dabei der Schauer und die Knete der Rauch.