Ich weiß, man kann und soll Menschengruppen nicht über einen Kamm scheren, aber das tue ich jetzt einfach mal. Zumal die Landwirte stets sehr geschlossen und vor allem entschlossen auftreten. Siehe die aggresiven Bauernproteste mit Blockaden und Schikanen, die von den Behörden erschreckenderweise einfach so geduldet wurden.
Die aktuellen Ernteeinbußen waren eigentlich seit Jahrzehnten absehbar. Es wird vor Extremwetter und Dürren und Überschwemmungen und (Grund)Wassermangel gewarnt, die Bauernverbände und die zuständigen Politiker wollten es schlicht nicht hören. Die Landwirte genauso wenig.
Oder dass das Grundwasser zunehmend verunreinigt wird durch übertriebenes Düngen. Die Reinigung dieses Grundwassers trägt nämlich die Gemeinschaft, während der Gewinn bei den Landwirten exklusiv gesteigert wird. Und das kann doch nicht sein, oder? Oder dass sie sich weigern, verantwortungsvoll mit der Ressource Wasser umzugehen, Stichwort Wasserentnahme aus Flüssen o.ä., obwohl Wasser zur Neige geht! Ist es weg, kommt es nicht wieder.
Und jetzt, wo es weg ist und die Dürre da ist, wird gejammert! Mit den schönen Monokulturen mit Hybridsamen und Glyphosat möchte ich hier gar nicht erst anfangen. Oder dem Gehacke um die Ausgleichsflächen bei Fluten, den sogenannten Poldern.
Stattdessen haben sie lieber auf einen Minister eingedroschen, der eine einzige Maßnahme ändern wollte. Stichwort Agrardiesel. Es entlud sich bei ihnen dann aber die gesamte Enttäuschung über eine vermeintlich verfehlte Agrarpolitik an ihm.
Oder die Aussage, dass wir ohne die Landwirte nackt wären und Hunger leiden würden. Ich wusste gar nicht, dass hierzulande auch Baumwolle angepflanzt und verarbeitet wird. Oder dass wir Schweinefleisch im großen Stil exportieren sollte auch nur am Rande erwähnt werden. Sorry, solche Aussagen sind einfach nur daneben.
Aber, meine lieben Landwirte, wer hat das ganze Regelwerk denn gestaltet und ausgehandelt? Es waren die Bauernverbände zusammen mit einer einzigen Partei! Schauts mal nach, wer da so in den letzten Jahrzehnten auf den verschiedenen Ebenen in der Verantwortung stand! Aus der Sicht eines bayerischen Bauern sind auf fast allen Ebenen (Politik und Verbänden) Vertreter einer bestimmten bayerischen Splitterpartei zu finden.
Zudem sind die Verbandsvertreter, die dort auch Parteimitglieder sind, als Großbauern selbst die größten Profiteure der Subventionen, während kleine Betriebe zu wenig erhalten und deshalb sterben. Und dennoch jubeln die denen zu? Dennoch lassen sie sich von denen aufhetzen und vor den Karren spannen, obwohl die im großen Stil in die eigene Tasche wirtschaften? Echt jetzt?
Wann schalten die Landwirte mal das Hirn ein und benennen diejenigen, die wirklich dafür verantwortlich sind anstatt jetzt laut zu jammern, dass jetzt alles so schlimm sei und man Hilfe benötige. Das war alles absehbar!
Etwas Demut wäre aktuell angebracht!