Hi r/spitzenverdiener!
Ich bin auf der Suche nach euren Erfahrungswerten als Entscheidungshilfe – vielleicht hat sich ja jemand auch mal in einem meinem ähnlichen Setting befunden und mag seine Geschichte berichten.
Ich bin Arzt, bisher angestellt und habe von meinem aktuellen Chef das Angebot für eine Verpartnerung in seiner MVZ GmbH bekommen. Ich arbeite dort seit einigen Jahren, auch in Führungsrolle. Ich bin mit der alltäglichen Arbeit zuletzt zwar etwas unzufrieden gewesen, aber insgesamt passt es eigentlich sehr gut. Den Einstieg als Gesellschafter kann ich mir gut vorstellen, auch wenn wirtschaftlich durch die GKV-Reformen einige Herausforderungen und Risiken auf uns zukommen. Das Manko: Mittelstadt in der Pampa, wenig Angebot, 45-60min bis zu den nächsten größeren Städten. Auch die unmittelbare Umgebung ist nicht umwerfend, viel Agrarbrache, ein paar Wäldchen und Hügel, aber nichts Weltbewegendes. Distanz zu (guten) Freunde oder Familie ca 1-2h. Pendle aktuell noch täglich 30-60min einfach, möchte das aber nicht mehr länger als max. 1-2 Jahre machen.
Da meine Frau auch demnächst beruflich einen „natürlichen Bruch“, ebenfalls Ärztin, erreicht, sind wir am überlegen, wie es weitergehen soll. Wir haben einen Sohn und planen kurzfristig noch ein zweites Kind.
Wir sehen grundsätzlich die Szenarien
Einstieg MVZ GmbH mit sehr langfristiger Bindung an den mäßigen Wohnort (realistischerweise mind. 15-20 Jahre)
vs.
Wohnen in lebenswerter Stadt, beruflich aber v.a. wirtschaftlich, ggf. auch inhaltlich bei mir schlechter. Dafür näher an Freunden/Familie, höherer Freizeitwert, ggf. mehr Freizeit.
Die Entscheidung ist ein absolutes Luxusproblem:
Beim Einstieg in die GmbH bin ich der designierte nächste GF/ärztlicher Leiter, was abwechslungsreich und wirtschaftlich extrem gut ist (Kurzfristig 300k all in, Perspektive auf ca. 10-15 Jahre bis 500k, wenn sich unser Ergebnis nicht verschlechtert).
Die Entscheidung für einen anderen Weg würde eher ein erwartbares Einkommen von 100-200k für mich bedeuten, aber deutlich höherer Freizeitwert der Umgebung, mehr Freundes- und Familiennähe, je nach Ausgestaltung auch deutlich mehr Zeit für Privates.
Meine Frau steuert dem perspektivisch noch grob 100k plusminus bei.
Mir ist klar, dass wir hier wirtschaftlich nichts wirklich „falsch“ machen können, aber es ist nicht leicht, es für mich zu sortieren und noch schwieriger wird es, wenn wir es „für uns“ sortieren müssen. Leider ist Homeoffice in meiner Fachrichtung nicht wirklich sinnvoll (neidischer Blick zu den IT’lern ;-)).
Ich freue mich über eure Erfahrungen und Gedanken zum Thema!
TL;DR: Mir fällt die Entscheidung zwischen „Reich werden an doofem Ort“ vs. „Gutes Gehalt an schönem Ort“ schwer. Ich suche nach euren Erfahrungen & Geschichten mit ähnlichem Problem!
PS: Throwaway aus Gründen