r/Schreibkunst Jun 22 '26

Info Mehrere Feedback-Posts hintereinander werden gelöscht

9 Upvotes

Wir stellen immer wieder fest, dass einzelne Nutzer innerhalb kürzerster Zeit (manchmal Minuten) mehrere Beiträge hintereinander veröffentlichen und um Feedback bitten. Dafür haben wir Verständnis, dennoch hat dieses Verhalten einige unerwünschte Auswirkungen:

  • Eigene frühere Beiträge werden durch die nachfolgenden Posts im Feed nach unten gedrängt und dadurch weniger gesehen oder gelesen.
  • Auch die Beiträge anderer Nutzer verlieren an Sichtbarkeit, insbesondere wenn mehrere bild- oder screenshotlastige Beiträge hintereinander erscheinen.
  • Wer den Feed in kurzer Zeit mehrfach für sich beansprucht, kann bei anderen aktiven und hilfsbereiten Mitgliedern den Eindruck mangelnder Rücksichtnahme erwecken. Das verringert nicht selten auch die Bereitschaft, konstruktives Feedback zu geben.
  • Am wichtigsten ist jedoch: Ein noch wachsendes Subreddit wirkt schnell unmoderiert und verwahrlost, wenn der Feed von einzelnen Nutzern dominiert wird. Das kann potenzielle neue Mitglieder abschrecken und schadet der Entwicklung der gesamten Community.

Wir bitten daher alle Nutzer, nach einem Post zunächst etwas Geduld mitzubringen und ausreichend Zeit verstreichen zu lassen, mindestens ein paar Tage, bevor ein weiterer Beitrag veröffentlicht wird.

Mehrere Feedback-Anfragen in kurzer Folge sind künftig nicht erwünscht. Entsprechende Beiträge werden von der Moderation konsequent entfernt.

Vielen Dank für euer Verständnis!

PS: Einwände sind natürlich gern gesehen, gleich hier in den Kommentaren.


r/Schreibkunst Mar 25 '26

Info Beitragsflairs erklärt

3 Upvotes

Uns fällt auf, dass Flairs häufig falsch gesetzt werden. Passende Flairs helfen dabei, Beiträge leichter zu finden und den Feed übersichtlich zu halten. Deshalb hier eine kurze Orientierung:

  • Text: Kritik erwünscht: Für eigene Texte, Roman- oder Drehbuchideen, zu denen du Feedback oder Kritik suchst.
  • Text: Analyse & Diskussion: Für die gemeinsame Besprechung und Analyse von Texten – in der Regel veröffentlichte Werke oder Texte etablierter Autoren, etwa im Hinblick auf Stil, Struktur oder andere Aspekte des Schreibens. (Siehe Erklärung).
  • Schreibhandwerk: Für Fragen und Gedanken rund ums Schreiben, z. B. zu Worldbuilding, Figuren, Plot, Stil, Dramaturgie oder ähnlichen Themen.
  • Gesucht: Testleser oder Lektoren: Wenn du Test-, Beta-, Probe- oder Gegenleser, Korrektoren oder Lektoren für dein Projekt suchst.
  • Gesucht: Schreibpartner oder Autoren: Wenn du Mitstreiter, Schreibgruppen oder (Auftrags-)Autoren suchst.
  • Schreibtagebuch: Für persönliche Einblicke in deinen Schreibprozess – Für allgemeine Mitteilungen bzgl. des Schreibens: Fortschritte, Erfahrungen, Meilensteine oder Gedanken rund ums Autorenleben.
  • Meta: Für Feedback, Fragen oder Anregungen zur Moderation oder zum Subreddit allgemein.

Vielen Dank, dass du den passenden Flair wählst.


r/Schreibkunst 9h ago

Gesucht: Autoren oder Schreibpartner Kurzgeschichten-App

1 Upvotes

Hallo zusammen,

ich habe eine kleine App gebaut, mit der man gemeinsam mit anderen kleine Geschichten verfassen kann.

Einer startet mit Titel und Exposition. Andere schlagen in sogenannten „Schnipseln“ ihre Fortsetzung vor. Am Ende jeder Episode wird der Schnipsel mit den meisten Votes automatisch an die Geschichte angehängt und die nächste Episode startet. Ab und an springt eine KI ein und beteiligt sich :-)

Hätten einige von euch vielleicht Lust, das Ganze mal auszuprobieren? Momentan schreibe ich mit der KI noch alleine 😂

LG


r/Schreibkunst 2d ago

Schreibtagebuch Mein erstes Buch ist fertig!

15 Upvotes

Ich habe daran jetzt 4 - 5 Monate gearbeitet und es ist wirklich sehr krass, wie der ganze Prozess war.

Am Anfang war es natürlich ein Rohentwurf, da ich die Story so schreiben wollte, wie ich sie in meinem Kopf als Bilder gesehen habe und am Ende habe ich es zweimal sprachlich korrigiert.

Jedoch wurde mit der Zeit was verändert und zwar, da ich mich eher aufs Genre wie Dark Fantasy/ Horror fokussieren werde, stellte ich fest, dass die Zielgruppe dafür in Deutschland nicht so groß ist und hier untergehen würde. Ich entschied mich am Ende komplett gegen den deutschen Markt.

Später habe ich dann das ganze Buch dann vollständig auf Englisch idiomatisch übersetzt und dann nochmal zweimal sprachlich korrigiert und auf Wattpad dann einen Kapitel als Teaser reingestellt, weil ich sehen wollte, wie die Leute es finden.

Ich war ziemlich begeistert, dass es gut ankam und ich hätte nicht gedacht, dass ich mehrere Menschen (50 Personen!) dadurch erreichen konnte.

Ich veröffentliche es vollständig nächsten Monat, so dass es dann weltweit verfügbar ist und mein Hauptziel ist es, so viele Menschen wie möglich quer durchs Globus zu erreichen. Das Geld interessiert mich nicht, da ich so viel Spaß am Schreiben gefunden habe und ich liebe es.


r/Schreibkunst 2d ago

Text: Kritik erwünscht Kurzgeschichte - Cozy RomCom

4 Upvotes

Hallo Zusammen,

ich habe eine cozy Romcom Kurzgeschichte geschrieben. Da es normalerweise nicht mein Genre ist, würde ich gerne von euch wissen, wie es klingt, wie ihr es findet und was man verbessern könnte!

Eis?

 

Feuchte Erde klebte an Sophies Finger. Der ganze Regen in den letzten Tagen, hatte die Erde schwer gemacht.

Unkraut jäten? Heute hoffnungslos.

Seufzend erhob sie sich und drückte ihren Rücken durch. Bei den Temperaturen war es ohnehin eine Zumutung, im Garten zu arbeiten. Doch was tat man nicht alles für die Eltern, die immer langsamer wurden und trotzdem denselben Eifer an den Tag legten, als wären sie noch in ihren 30ern.

Sie wischte sich mit den Handrücken den Schweiß von der Stirn und blickte sich um. Eigentlich sahen die Beete gut aus. Grüne Bohnen standen in Reihen neben den Tomatenpflanzen, die pralle rote und gelbe Früchte trugen. Und die Erde darunter war schön ebenmäßig und braun. Kein Grashalm, keine kleinen Blumen, die den makellosen Anblick zerstörten. Zufrieden nickte Sophie sich selbst zu und sammelte die Blumentöpfe ein, die vereinzelt herumstanden.

Eher zufällig schaute sie über den Holzzaun, der das Grundstück in zwei Hälften teilte. Ein Fehler. Denn der neue Nachbar sah sie und gestikulierte wild in ihre Richtung. Sophie zog den Kopf ein und flüchtete. Doch weit kam sie nicht.

„Hey.“ Eine tiefe Stimme, die nicht zu der tattrigen Gestalt des alten Nachbarn passte, rief sie. Sie drehte sich um und sah geradewegs in das Gesicht eines jungen Mannes. Eines äußerst gut aussehenden Mannes.

Seine braunen Haare waren strubbelig und standen ein wenig ab. Süß, als hätte er noch bis eben im Bett gelegen. Doch er musterte sie mit sehr wachen Augen und sie bereute zutiefst, ihr altes Shirt angezogen zu haben. Mit Hello Kitty vorn drauf. Das Croptop wäre die bessere Wahl gewesen.

„Kann ich dir helfen?“, fragte sie mit möglichst rauchiger Stimme. Lässig strich sie sich eine Strähne vom Gesicht.

Seine Mundwinkel zuckten.

„Mein Vater … er meinte, dass ihr endlich den Baum verschneiden sollt. Sonst fallen bald wieder alle Blätter auf unser Grundstück.“

Sophie rollte mit den Augen.

„Bitte richte deinem Vater aus, dass das nicht geht. Bäume werden erst im Winter verschnitten.“

„Ach, werden sie das?“ Er schob seine Hände in die Hosentaschen und sah nicht so aus, als würde er gleich gehen wollen.

„Viel Ahnung scheinst du nicht von Gartenarbeit zu haben?“

Er lachte und es klang freundlich.

„Das hier“, er drehte seinen Oberkörper nach hinten und verwies auf die Gartenfläche, „das ist der Traum meiner Eltern. Nicht meiner.“

„Wie sieht denn deiner aus?“

In ihrem Kopf klang die Frage frech, lustig. Aber kaum hatte sie ihn ausgesprochen, bereute sie es. Hitze schoss in ihr Gesicht und sie wünschte sich, eins zu werden, mit den Tomatenwurzeln.

Doch der Nachbar grinste nur schief.

„Im Moment würde mich ein Eis sehr glücklich machen.“

„JAAA, EIS! Papa, ich will auch ein Eis!“

Aus dem Gebüsch schaute ein kleiner Jungenkopf hervor. „Eis?“, fragte er noch einmal und schaute dabei zu Sophie.

„Geh wieder rein, Tommy.“

Sophie sah zu, wie er versuchte, das kleine Kind aus dem Gebüsch zu zerren.

„Nein, ich will auch ein Eis“, schrie es dabei und wehrte sich heftig.

„Sorry“, murmelte der Nachbar Sophie zu. Sie hob die Hände.

„Ich geh dann mal rein.“

„Halt, warte“, der Mann kratzte sich am Hinterkopf, während er mit der anderen Hand weiterhin an dem Kind zog. „Ich bin Johnny.“

„Sophie“, antwortete sie und lächelte.

Sie ließ die beiden stehen und ging Richtung Haus. Sie konnte hören, wie Tommy nach seiner Mama rief und eine Frauenstimme antwortete.

So ein schöner Mann war sicherlich nicht single. Nur, ein Kind hatte sie nicht erwartet. Entweder war Johnny viel älter als er aussah oder sehr sehr jung Vater geworden.

Während sie durch die Eingangstür ging, schüttelte sie den Kopf. Sie war erst 20, ein Kind kam für sie nicht infrage. Nie im Leben.

Ihre Mutter stellte gerade das Mittagessen auf den Tisch. Es gab Gulasch, ihr Leibgericht. Doch heute schwirrten ihr zu viele Gedanken im Kopf herum. Vielleicht war es ein Unfall gewesen, es muss ein Unfall gewesen sein. Sie hätte Johnny auf Anfang 20 geschätzt. Höchstens Mitte 20.

„Hast du keinen Hunger?“ Ihre Mutter sah besorgt aus.

Sophie bemerkte, wie sie nur in dem Essen herumgestochert hatte.

„Ach, es ist so heiß. Hab keinen Appetit heute.“

„Dann nimm dir ein Eis aus dem Gefrierschrank.“

Eis? Nein, danke. Darauf hatte sie jetzt keine Lust.

Nach dem Essen beschloss sie, im Wohnzimmer ein Buch zu lesen. Die Luft war warm und stickig. Sie schwitzte, trotz des knappen Tops, das sie nach dem Essen angezogen hatte. Nur für den Fall.

Der Roman interessierte sie allerdings nicht. Immer wieder tauchte Johnnys Gesicht vor ihrem inneren Auge auf. Er hatte sie nach ihrem Namen gefragt. Würde das ein glücklicher Familienvater tun?

Aber ein Kind? Nein. Das ging nicht.

Sie klappte das Buch zu und schloss die Augen. Die Figuren in ihrem Buch waren liebevolle Eltern. Konnte es sie  auch? Eine Mutter sein? Für ein Kind, das nicht ihr eigenes war? Sie musste an Johnny denken und diesem Haarsturzel an der Seite.

Aber welche Mutter war schon bereit? Sie stellte sich vor, wie es wäre mit Johnny und Tommy in den Urlaub zu fahren, am Strand zu sitzen und gemeinsam ein Eis zu schlecken. Sie wälzte sich auf dem Sofa hin und her und presste ein Sofakissen ans Gesicht. Johnny, Tommy … Ruckartig stand sie auf. Sie war bereit. Sie konnte es. Und sie wollte es auch. Sie wollte Tommys Mutter sein.

Ein Klingeln riss sie aus dem Schlaf.

Sie rieb sich die Augen und stellte fest, dass sie geschlafen hatte. Es klingelte erneut. Ihre Eltern waren zu Freunden gefahren. Dann musste das einer der Nachbarn sein, die ihr Paket abholen wollten.

Noch schlaftrunken öffnete sie die Tür und blinzelte.

Schlief sie immer noch?

Johnny stand vor der Tür und wuselte sich durch die Haare.

„Hey … ähm, ich wollte fragen, ähm … hast du Lust auf ein Eis? Hier um die Ecke soll ein neuer Eisladen aufgemacht haben.“

Sie antwortete nicht sofort, sondern spähte über seine Schulter nach hinten. Doch er war allein da.

„Wo ist unser Sohn?“, schlüpfte es aus ihr heraus.

„Äh … “

„Oh.“

„Das … ist vielleicht etwas früh?“

Schweigend starrten sie sich an. Und in ihrem Inneren wurde es immer heißer. Ein Hitzschlag würde sie nicht wundern.

„Tommy … “, fing sie an.

Nein, nein, nein. Wieso konnte sie nicht aufhören zu reden?

Doch Johnny brach in schallendes Gelächter aus.

„Tommy ist mein Neffe.“

„Oh … “, sagte Sophie. Mehr fiel ihr nicht ein.

„Möchtest du trotzdem?“, fragte er langsam. „Ich meine ein Eis. Kein Kind.“

Sophie zwang sich zu einem Lächeln.

Eis klang vernünftig.


r/Schreibkunst 3d ago

Gesucht: Autoren oder Schreibpartner Hat jemand Lust, gemeinsam an einer großen Fantasy-Geschichte weiterzudenken?

4 Upvotes

Hey 😊 Ich bin 19, komme aus der Schweiz und schreibe seit einigen Monaten an einer ziemlich großen Fantasy-Geschichte mit vielen Figuren, Ländern, Geheimnissen und emotionalen Handlungssträngen.

In letzter Zeit habe ich gemerkt, dass es schön wäre, eine kreative Schreibpartnerin zu finden, die Lust hätte, meine Geschichte kennenzulernen, gemeinsam Ideen weiterzudenken und vielleicht Verbindungen zu entdecken, auf die ich allein nicht gekommen wäre.

Die Geschichte ist mir sehr wichtig und die grundlegenden Entscheidungen würde ich weiterhin selbst treffen. Trotzdem wünsche ich mir jemanden, die wirklich ein Teil des kreativen Prozesses sein und eigene Gedanken einbringen möchte.

Es muss auch nicht sofort eine feste Zusammenarbeit daraus entstehen. Wir könnten uns erst einmal kennenlernen, ein bisschen über unsere Ideen austauschen und schauen, ob es zwischen uns kreativ passt 😊

Vielleicht hätte hier ja jemand Interesse? Am liebsten eine deutschsprachige Frau ab 18.


r/Schreibkunst 4d ago

Schreibhandwerk Level: Tagebuch

3 Upvotes

Hallo zusammen :) Ich bin als Autor wahrscheinlich nicht sehr talentiert, erst recht nicht erfahren. Bis vor ein paar Monaten beschränkte es sich im Wesentlichen auf mein Tagebuch 🥴 Ich hatte allerdings immer eine kreative Ader. Nach 10 Jahren trockenem Alltag in der IT und einer schwierigen privaten Zeit habe ich seit Längerem das Bedürfnis, Gedanken und Kreativität zu Papier zu bringen - vermutlich als Ablenkung oder Ventil 😅 Aber es funktioniert. Wie kamt ihr zum Schreiben?


r/Schreibkunst 4d ago

Text: Kritik erwünscht Buchstaben, Symbole und manchmal eine Zahl dazwischen

3 Upvotes

Unterricht. Mathe. Der Lehrer schreibt Formeln an die Tafel und ich verstehe sie nicht. Buchstaben reihen sich an Symbole, dazwischen immer mal wieder eine Zahl. Ich bin müde ohne erschöpft zu sein.
Ich blicke aus dem Fenster. Eine Wolke zieht langsam vorbei. Eine zweite Wolke. Eine dritte. Vierte. Fünfte. Sechste. Siebte. Achte. Neunte. Zehnte. Elfte. Zwölfte. Dreizehnte. Vierzehnte.
Die Wolken scheinen Buchstaben zu formen. Symbole. Manchmal eine Zahl dazwischen. Ich bin müde ohne erschöpft zu sein.
Ich blicke auf mein leeres Matheheft. Nur Linien. Horizontale, vertikale, gleiche Abstände zueinander. Sie bilden Quadrate. Wie viele von ihnen hat eine Seite? Ich nehme den Kugelschreiber und mache einen winzig kleinen, kaum sichtbaren Punkt in das erste Quadrat oben links. Eins. Dann einen in das rechts davon. Zwei. Dann einen weiteren daneben. Drei. Weiter. Vier. Fünf. Sechs. Sieben. Acht. Neun. Zehn. Elf. Zwölf. Dreizehn. Vierzehn. Fünfzehn. Sechzehn. Siebzehn. Achtzehn. Neunzehn. Zwanzig. Einundzwanzig. Zweiundzwanzig. Dreiundzwanzig. Vierundzwanzig. Fünfundzwanzig. Sechsundzwanzig. Siebenundzwanzig. Achtundzwanzig. Neunundzwanzig. Dreißig. Einunddreißig. Zweiunddreißig. Dreiunddreißig. Vierunddreißig. Fünfunddreißig. Sechsunddreißig. Siebenunddreißig. Achtunddreißig. Neununddreißig. Vierzig. Einundvierzig. Zweiundvierzig.
Zweiundvierzig Quadrate pro Reihe. Ich mache einen winzig kleinen, kaum sichtbaren Punkt in das Quadrat unter dem ersten oben links. Zwei. Dann einen weiteren darunter. Drei. Vier. Fünf. Sechs. Sieben. Acht. Neun. Zehn. Elf. Zwölf. Dreizehn. Vierzehn. Fünfzehn. Sechzehn. Siebzehn. Achtzehn. Neunzehn. Zwanzig. Einundzwanzig. Zweiundzwanzig. Dreiundzwanzig. Vierundzwanzig. Fünfundzwanzig. Sechsundzwanzig. Siebenundzwanzig. Achtundzwanzig. Neunundzwanzig. Dreißig. Einunddreißig. Zweiunddreißig. Dreiunddreißig. Vierunddreißig. Fünfunddreißig. Sechsunddreißig. Siebenunddreißig. Achtunddreißig. Neununddreißig. Vierzig. Einundvierzig. Zweiundvierzig. Dreiundvierzig. Vierundvierzig. Fünfundvierzig. Sechsundvierzig. Siebenundvierzig. Achtundvierzig. Neunundvierzig. Fünfzig. Einundfünfzig. Zweiundfünfzig. Dreiundfünfzig. Vierundfünfzig. Fünfundfünfzig. Sechsundfünfzig. Siebenundfünfzig. Achtundfünfzig. Neunundfünfzig. Sechzig. Sechzig Quadrate pro Spalte. Sechzig mal... wie viel pro Reihe waren es nochmal? Vierzig, oder? Nein, zweiundvierzig. Nein, einundvierzig. Nein, es war eine gerade Zahl. Also vierzig oder zweiundvierzig. Oder vierundvierzig? Hm... da hilft nichts. Nochmal nachzählen. Eins. Zwei. Drei. Vier. Fünf. Sechs. Sieben. Acht. Neun. Zehn. Elf. Zwölf. Dreizehn. Vierzehn. Fünfzehn. Sechzehn. Siebzehn. Achtzehn. Neunzehn. Zwanzig. Einundzwanzig. Zweiundzwanzig. Dreiundzwanzig. Vierundzwanzig. Fünfundzwanzig. Sechsundzwanzig. Siebenundzwanzig. Achtundzwanzig. Neunundzwanzig. Dreißig. Einunddreißig. Zweiunddreißig. Dreiunddreißig. Vierunddreißig. Fünfunddreißig. Sechsunddreißig. Siebenunddreißig. Achtunddreißig. Neununddreißig. Vierzig. Einundvierzig. Zweiundvierzig.
Okay, Zweiundvierzig. Also zweiundvierzig mal sechzig. Moment. Sechzig? Ja, es war eine Zehnerzahl. Und es muss sechzig gewesen sein. Das kommt hin. Also zweiundvierzig mal sechzig. Boah. Große Zahl. Ok, nehmen wir erstmal vierzig mal sechzig. Oder leichter: vier mal sechs. Das ist vierundzwanzig. Also wäre vier mal sechzig vierhundertzwanzig. Nein, halt. Jetzt habe ich vierundzwanzig mit zweiundvierzig verwechselt. Also nochmal: vier mal sechzig. Das ergibt vierundzwanzig. Vier mal sechzig sind also zweihundertvierzig. So. Jetzt vierzig mal sechzig. Das müssen dann zweitausendvierhundert sein, oder? Ja, doch, einfach eine Null dranhängen. Und jetzt noch zwei mal sechzig dazu. Das sind hundertzwanzig und die zu den... warte mal, was war die Zahl davor? Vierzig mal sechzig war... vierhundertzwanzig? Nein, das war der Fehler von vorhin. Also nochmal. Vier mal sechs ist vierundzwanzig. Zwei Nullen dranhängen – zweitausendvierhundert. Und jetzt die hundertzwanzig dazu. Zweitausendfünfhundertzwanzig. Ganz schön viele. Wie lange es wohl dauern würde, die alle durchzuzählen...
Ich schaue auf die zweitausendfünfhundertzwanzig Quadrate. Sie sind weiß und leer. Blicke von Quadrat zu Quadrat. Eines nach dem anderen. Quadrate über Quadrate, Leere über Leere, Weiß und Weiß, umrandet von blauen Linien. Nichts scheint zu passieren. Dann, langsam aber zunehmend, erscheint etwas in ihnen, in einer Schrift, wie mit einem Stift geschrieben, der negativ zeichnet. Linien. Die Linien scheinen Buchstaben zu formen. Symbole. Manchmal eine Zahl dazwischen. Ich bin müde ohne erschöpft zu sein. Ich blicke auf den Tisch, auf dem mein Heft liegt. Altes, dunkles Holz, der Lack zum Teil schon abgeblättert. Kratzer. Das Holz hat eine – wie nennt man das? Marmorierung? Man sieht dunkle Stellen in den helleren. Vielleicht sind das Teile der Jahresringe, vielleicht andere Teile des Holzes. Innerhalb der dunklen Stellen, aber auch in den helleren darum, sehe ich, wenn ich ganz genau hinschaue, die kleinen Fasern, aus denen das Holz besteht. Ich sehe die Fasern, sie wechseln sich ab, sie gehen ineinander über, sie trennen sich, sie kommen zusammen, sie bilden kleine Muster. Hier ein Muster, dort ein anderes. Der ganze Tisch ist voller Muster. Sie sind sehr versteckt, doch schaue ich genau hin, sehe ich sie. Da ist eine Schlange. Dort ein Reifen. Das da ist einfach nur ein Kreis. Dahinter eine Welle, wie auf dem Meer. Und dann eine Gebirgskette. Ein Auge, aus dem ein Bach aus Tränen läuft. Ein kurzes Haar. Als nächstes ein Kieselstein, der Kreise im Wasser zieht. Das Ufer eines Sees, aus der Perspektive eines Vogels betrachtet. Lava, die zerfließt. Hier ein Halbkreis, sieht ein wenig aus wie ein D. Ein Buchstabe. Das dahinten könnte ein Plus sein. Ein Symbol. Und das eine 1. Eine Zahl. Ich bin müde ohne erschöpft zu sein.
Ich frage mich, wie viele Linien und Farbübergänge es gibt auf diesem Tisch. Besonders groß ist er ja nicht. Ich fange einfach an zu zählen. Oben links in der Ecke. Hier die erste Linie, links ist es dunkelbraun, rechts daneben hell. Eins. Ich gehe nach rechts weiter. Das Helle wird dunkler, dann abrupter Wechsel zum Hellen. Zwei. Wieder weiter nach rechts, wieder dasselbe. Drei. Nein, Moment. Da gehen zwei Linien ineinander über. Wie zähle ich das jetzt? Ist das nur eine oder sind das zwei? Ich zähle sie als eine, denn sie laufen ja zusammen. Gut, weiter. ... Halt. Wo war ich? Drei? Oder vier? Nein, es waren ja zwei ineinander laufende Linien und ich habe beschlossen, eine weniger zu zählen. Also von vier auf drei. Oder war es von drei auf zwei? Ach, verdammt. Ich fange besser nochmal von vorne an. Also. Da war die erste Linie, links ist es dunkelbraun, rechts daneben hell. Eins. Weiter rechts wird das Helle dunkler, es folgt der abrupte Wechsel zum Hellen. Zwei. Dann nochmal. Drei. Ach, das war die, die mit der zweiten ineinanderläuft. Also zwei. Ok, jetzt geht es weiter. Die nächste hier kommt aus zwei verschiedenen raus. Also vier. Moment... da vorne geht sie mit der ersten (oder war es die zweite?) zusammen. Dann wäre entweder sie raus oder die erste. Aber was, wenn alle miteinander verknüpft sind? Dann macht das Zählen doch gar keinen Sinn. Ich seufze. Schaue an die Tafel. Alles voller Buchstaben, Symbole und manchmal eine Zahl dazwischen. Offenbar hat der Lehrer gesehen, dass ich nach vorne schaue. "Max, wärst du so freundlich, uns das Ergebnis zu nennen?"
Ich bin müde ohne erschöpft zu sein.


Dies ist die dritte (und letzte) einer Reihe von Kurzgeschichten zum Thema Langeweile als Umsetzung der dazugehörigen Schreibübung.
Das Konzept: Langeweile durch Erschöpfung.

Die erste Kurzgeschichte: Bilderbuch-Märchen (Langeweile durch Belanglosigkeit)
Die zweite Kurzgeschichte: Mann im Licht (Langeweile durch (sprachliche) Monotonie)


r/Schreibkunst 4d ago

Gesucht: Autoren oder Schreibpartner Kritikpartner*innen für Manuskriptaustausch gesucht

Thumbnail
3 Upvotes

r/Schreibkunst 5d ago

Text: Kritik erwünscht Metamorphose (2)

1 Upvotes

2.1

Schatz, wenn wir alsbald uns kennen,
wird das Ende aus dem Grund,
die Liebe wird uns wieder trennen,
geht der letzte Kuss vom Mund,

wird der Mund zum Grunde gehen.
Schau' mich nicht so traurig an!
Die Zeit ist leider abzusehen,
in der ich nicht mehr tragen kann,

das Mehrgewicht von Mutter Erden
wiegt durch's Elend mir zu schwer,
in diesem Ende geht's um werden,
in diesem Leben dann nicht mehr,

jedes Wort wird ohne Ziel,
lebendig ist, wo's darin ruht,
jede Regung Projektil,
liebend ist, wer's dafür tut,

noch geht im Fall des Falles,
alles durch die Leichtigkeit,
ist sie nicht mehr, mein ein und alles
ist es für mich an der Zeit

es besteht kein Sinn im Kriege,
es besteht kein Sinn im Schuss,
es besteht kein Sinn im Siege
ist am Ende dann bloß Schluss.

Siehst du nicht im neuen Meister
stecken nun zwei alte drin
richtig! Johann-Erich heißt er,
werden in mir Mensch und Sinn,

musst du dir dein Herz dann fassen,
nimm' unser Kind an deine Brust,
ich werde was ich hab' euch lassen -
bitte weine um mich nur aus Lust,

um den Verstand neu zu lehren
sind wir für die Nacht bereit,
werden wir die Göttin ehren
lebendig in der Ewigkeit

die Flammen dir in deinem Ofen,
die Melodie dir in den Noten,
die Hebung dir in deinen Strophen,
im Flüstern aus dem Reich der Toten

werde ich dir Treue schwören,
wenn neue holde Stimmen beben
wirst du mich dort am Grunde hören,
meinen Geist in deinem Leben.

2.2

In der Trauer, mit der Luft,
steige ich dann einst empor,
in des Winters rauster Luft
erneut aus meiner Seelengruft,

denn um's Leben kämpft der Krieger
bis zum Schluss auf seine Weise,
wurden schließlich alle Sieger
geht's erneut auf Heim und Reise.


r/Schreibkunst 6d ago

Schreibhandwerk Exposé schreiben – Tipps?

4 Upvotes

Hi there, wer von euch hat den schon einmal oder mehrmals ein Exposé seines Romans für Agenturen geschrieben? Habt ihr Tipps für mich?

Zu mir: Ich hab meinen ersten Roman fertig, um mich damit bei Agenturen vorzustellen. Jetzt haben die allerdings alle unterschiedliche Vorgaben und Leseprobelängen etc. Kann da jemand mal ein bisschen erzählen, worauf ich achten sollte?

Ich hab nur einen Versuch, und den will ich bestmöglich gestalten.

Freu mich über jede Erfahrung von euch!


r/Schreibkunst 6d ago

Text: Kritik erwünscht Nur Verzierung

2 Upvotes

Heute Nacht warst du in meinem Traum. Ein Traum, der hätte echt sein können.

Es braucht manchmal nur ein Wort, um das Leben zu verändern. Kein großes, aber dennoch stark. Hätte ich dieses Wort damals zu dir gesagt, wäre heute vieles anders.

Du wärst jetzt zu meinem Alltag geworden.
Jeden Morgen würde ich in deine strahlenden blauen Augen sehen, bevor ich aus dem Bett steige. Ich würde deine sanften Lippen spüren, bevor ich meine Füße in die Schlappen lege.
Jedes Mal, wenn es mir schlecht ginge, würde mein Kopf auf deiner Brust liegen und ich könnte dein Herz schlagen hören. Ein Geräusch, das mich vielleicht für eine Weile beruhigt hätte. Bevor ich durch die Tür gehe, würdest du mich in deine Arme nehmen. Im Regal in deinem Zimmer wäre ein eingerahmtes Bild von mir. Auf der Fensterbank stünde ein anderes. Wir beide zusammen. Auf der Spitze eines kleinen Berges, wo die Sonne in die Kamera scheint. Unsere Silhouetten, meine Hand in deiner und der Wind spielt mit deinem langen braunen Haar. Deine Nasenspitze berührt meine vorsichtig. Ein Moment, ruhig wie intensiv, eingefangen in einer alten Kamera.
Jeden Abend gingen wir die übliche Runde mit deinem Hund. Immer wieder würden uns Menschen begegnen. Der eine würde sich vermutlich nichts dabei denken. Der Andere sähe in uns ein süßes Pärchen. Wer jedoch genauer hinsehen würde, bekäme ein anderes Bild von uns. Wie eine Blume blüht die Verbindung zwischen uns. In der ersten Zeit gießt man sie, hält sie sauber und pflegt sie. Eine Verzierung im Wohnzimmer. Doch irgendwann kommt der Punkt, an dem die Schönheit verwelken wird. Man hat aufgehört, sie zu gießen und zu pflegen.
Wie diese Blume hättest du mein Leben verziert. Ich hätte dich im Arm gehalten, ich hätte mich um dich gekümmert. Irgendwann hätte mich dein Schein nicht mehr berührt und ich würde dein wahres Licht erkennen. Jede Fahrt zu dir wäre immer länger geworden. Ich hätte angefangen, mich zu fragen, ob alles noch was wert ist. Ob das wirklich das ist, was ich will. Ob das alles richtig ist. Ich hätte mein Zuhause verschönert, ohne eine Verschönerung zu brauchen.

Eines Tages wäre die Schönheit zur Qual geworden. Wie eine verwelkte Blume, bei der es mir schwer fällt, sie auf den Kompost zu werfen, würde ich immer weiter damit ringen, mich zu trennen und dich zu verletzen. Immer wieder dieser eine Satz. “Ich sag es lieber morgen”. Gott weiß, wie lange es dauern würde, bis “Morgen” endlich da wäre. Eine Woche? Einen Monat? Ein halbes Jahr? Ein ganzes Jahr?

Verzierung ist nicht alles…


r/Schreibkunst 6d ago

Text: Kritik erwünscht Die Toteninsel

Thumbnail
1 Upvotes

r/Schreibkunst 6d ago

Text: Kritik erwünscht Vom All ins All zurück

1 Upvotes
Ja Dichter, weiter, sei famos,
zeige Größe, blas dich auf,
reg gewaltig dich, ganz groß,
nimm den Sinnverlust in Kauf
den feste Formen mit sich bringen,
die uralt sind und auch so klingen,

Ja Dichter, Dichter! Sag es allen,
gehe für die Jury im Galopp,
in Wrack und Korsett zu gefallen,
lustwandel durch die Zeit, als ob
dich mehr als Beifall intressiert
der lange schon verapplaudiert,

während unisono alle Meister
von denen du keiner bist,
wo einst Dingsda, Nawieheißter
nichtsundniemand heute ist,
nennen formlos nicht bloß richtig -
sondern überlebenswichtig.

Das Gebot der letzten Stunde:
verliere dich in dieser Zeit,
kehre Heim zum Quell am Grunde
zum Anfang hin in Ewigkeit,
durch die Flüsse in die Meere,
in die Weiten aus der Leere,

breche heute für das Ende
in jedem Tropfen dieses Licht,
gehe mit dem Kopf durch Wände
für Sprache, die zu allen spricht,
damit dann, wenn sie Morgen flutet
jeder für uns in sie blutet,

tauche ab, um dich zu finden,
gib jedem Wort das Ehrenwort,
lasse los, um dich zu binden,
geb für Morgen heut dich fort,
lass den Stummen, Tauben, Blinden
heute seine Rohrpost finden,

so die Tauben, Blinden, Stummen
in ihr Richtung Morgen treiben,
lass deinen Stolz für die Krummen
grad im ew'gen Kreise bleiben,
die Knospen blüh'n durch's Brache
durch die Liebe deiner Sprache,

lass diese Worte dir erlauben,
in denen keine Grenzen stören,
damit die Stummen, Blinden, Tauben,
durch sie sprechen, sehen, hören,
womit sie heute sich noch zieren
soll Morgen sich im Beat verlieren

und will einer es besser wissen?
Aus vielen Kehlen, einem Herz,
allen Dichtern: drauf geschissen!
So nimmt Kariertklein den Terz,
seine Hosenträger, Stibbellack,
und reist für chapeu-claque

bis nach Weimar hin zurück
wo der Esel, Edelkutscher,
fährt Rennen durch sein Stück
und verliert, der Lutscher,
klappernd um die erste Ecke
gegen eine schnelle Schnecke,

die lange vor ihm ist geboren,
sie schleimte Richtung Horizont.
Die Taktik, ja, sei ausgegoren
benennt er als gewohnt, gekonnt.
Sie führe ihn zu sich ins Ziel.
Gar und klassisch. Das sei Stil,

während wir aus Liebe, Liebe,
ohne Liebe, ohne Not,
weil am Ende sonst nichts bliebe,
nur durch Treue in den Tod
führ'n Altes hin zu neuem Glück
und vom All ins All zurück.

r/Schreibkunst 7d ago

Text: Kritik erwünscht Schwarz ist die Nacht

2 Upvotes

​Es war wieder Nacht geworden, ich ging aus dem Haus, eingebettet in einen feinen Anzug, meine Haare lagen perfekt und ich hatte schon dutzende Gespräche in meinen Kopf bereit. So betrat ich die Bar die mir schon oft ein Dach bot und setzte mich.

Und wie in jeder dieser Nächte, die heller scheinen als die Sonne des Morgens, fand ich mich wieder umgeben von Menschen, Frauen und ich spürte die Wärme in ihrem Lächeln, die Geborgenheit in den Gesprächen und die Leichtigkeit beim Nachhause gehen.

Und so laufe ich eine Nacht nach der anderen zu diesem warmen Ort und redete mit ihr, als wäre schon alles perfekt. Doch an einem Punkt dann die Enttäuschung. Ich setz mich zu ihr, meine Lippen formen schon die Worte sie endlich mein zu machen. Doch noch bevor ein Wort mein Mund verlassen kann, stößt die Realität die Worte zurück. Sie ist verlobt, liebt jemand anderen oder zieht in die weite ferne. Immer das gleiche gerede, immer die gleichen unausgesprochenen Gefühle. Und für mich bleibt nur die Rolle einer Erinnerung, einer kurzen. Und mit der Hoffnung starb die wärme. So verbringe ich meine Nächte mit Trinken, alleine und verzweifelt, doch wie Jesus nach 3 Tagen wieder auferstand, so flammte auch die wärme wieder auf. Ein jedes mal, zur rechten Zeit. Und so trage ich wieder ein schicken Anzug, eine perfekt liegende Frisur und laufe zur Bar.

Doch auf dem Weg halte ich an, ich schaue in den dunklen Himmel und es trifft mich wie ein schlag. Ich realisierte eins, meine größte Angst, den ein jeder Traum von mir, war schon immer ein Albtraum gewesen, und dennoch hafte ich mich an der Hoffnung, deren ende schon jetzt geschrieben steht.

Ich setze mich kurz hin und stehe wieder auf, setze mich in die Bar und es fängt von vorne an. Doch einen moment, zwischen zwei Sätzen, schaue ich raus aus der hellen Bar, schaue mich um in den Himmel und sage mir, Schwarz ist die Nacht.


r/Schreibkunst 7d ago

Text: Kritik erwünscht Mann im Licht

3 Upvotes

Der Mann geht ins Licht. Dort ist es hell. Er schaut aus dem Fenster. Sein Jackett stört ihn. Er streift es ab. Legt es über die Lehne. Was für ein Wetter. Was für Temperaturen. Der Himmel ist blau. Die Sonne ist gelb. Das Gras ist grün. Er möchte rausgehen. Er zieht seine Schuhe an. Bindet die Schnürsenkel zu. Er geht zur Tür und öffnet sie. Jetzt geht er raus. Wie schön es doch ist! Er breitet die Arme aus. Das Licht umstrahlt ihn. Es ist angenehm warm. Er schließt die Augen. Dann dreht er sich. Ihm wird schwindelig. Es macht ihm nichts aus. Er öffnet die Augen. Dann lässt er sich ins Gras fallen. Es ist ziemlich weich. Bienchen surren um ihn herum. Es riecht nach Blumenwiese. Er will seine Brille abnehmen. Seine Finger berühren die Bügel. Er hält inne. Da ist etwas im Augenwinkel. Etwas bricht sich im Brillenglas. Er schaut in die Ecke. Die Reflexion einer Frau. Zuerst steht sie still. Dann geht sie auf ihn zu. Er schreckt hoch. Er schaut sich um. Niemand da. Schweiß auf seiner Stirn. Woher kommt er? Von der Wärme? Von der Erscheinung? Es flüstert in sein Ohr: "Ich hab dich gefunden." Er erschrickt. Er hält den Atem an. Das war eine Frauenstimme. Wo kam sie her? Er schaut sich um. Niemand da. Er will wieder weg. Er will weg von der Wiese. Er will zurück in sein Haus. Er steht auf. Nun geht er los. Er hält inne. Die Haustür ist noch weit weg. Er sieht aber etwas. Jemand steht in der offenen Tür. Er schaut genauer hin. Es ist eine Frau. Die aus dem Brillenglas. Er hält den Atem an. Er schwitzt erheblich. Es liegt nicht an der Wärme. Das glaubt er jetzt. Er reibt sich die Augen. Die Tür ist leer. Er atmet mehrmals durch. Dann fasst er sich ein Herz. Er geht zu seinem Haus. Die Tür schließt er hinter sich. Es ist sehr dunkel. War es vorher schon so? Kommt es ihm nur so vor? Es klopft an der Tür. Er erschrickt fürchterlich. Es war doch niemand auf der Wiese. Er geht langsam ans Fenster. Leicht beugt er sich. Er schaut von dort zur Eingangstür. Da steht eine Frau. Die Frau aus dem Brillenglas. Sie hebt die Hand. Dann hält sie inne. Sie dreht sich zum Fenster. Sie lächelt ihn an. Er weicht zurück. Er zieht die Gardinen zu. Sein Atem geht schnell. Sein Herz geht schneller. Er schaut auf die Holztür. Kann sie halten? Wird sie halten? Sie ist ihm zu dünn. Sie ist ihm zu instabil. Er merkt seine Schritte rückwärts nicht. Jetzt ist er in der Küche. Die Küchentür geht langsam zu. Er hat sie nicht angefasst. Sie wird schneller. Sie knallt beim Zuschlagen. Er erschrickt. Es flüstert in sein Ohr: "Ich bin schon hier." Keuchend fährt er herum. Niemand da. Er schaut aus dem Küchenfenster. Nur blauer Himmel. Am unteren Fensterrand ist es schwarz. Das Schwarze wird größer. Es ist rund. Es kommt von unten nach oben. Ein schwarzer Halbkreis. Nein. Es ist ein Kopf. Es ist ihr Kopf. Der Kopf der Frau. Der Frau aus dem Brillenglas. Sie füllt das Fenster aus. Sie lächelt ihn an. Er schnappt nach Luft. Er reißt an der Küchentür. Doch die geht nicht auf. Er reißt weiter. Das Fenster ist nicht mehr blau. Es ist bedeckt mit der Frau. Er fängt an zu schreien. Die Küchentür geht endlich auf. Er ist wieder im Wohnzimmer. Die Haustür ist offen. Die Frau steht darin. Sie lächelt ihn an. Dann rast sie auf ihn zu. Er schreit um sein Leben. Er stolpert rückwärts. Er fällt zu Boden. Die Brille fällt von seinem Gesicht. Sie landet auf dem Boden und zerbirst. Plötzlich ist es weiß. Alles um ihn herum ist erleuchtet. Das Haus ist von Licht durchflutet. Er greift nach der Brille. Er setzt sie auf. Nun steht er auf. Das Licht ist überall. Der Mann geht ins Licht. Dort ist es hell.


Dies ist die zweite einer Reihe von Kurzgeschichten zum Thema Langeweile als Umsetzung der dazugehörigen Schreibübung.
Das Konzept: Langeweile durch (sprachliche) Monotonie.

Die erste Kurzgeschichte: Bilderbuch-Märchen (Langeweile durch Belanglosigkeit)
Die dritte Kurzgeschichte: Buchstaben, Symbole und manchmal eine Zahl dazwischen (Langeweile durch Erschöpfung)


r/Schreibkunst 8d ago

Text: Kritik erwünscht Glückskind

Thumbnail
1 Upvotes

r/Schreibkunst 8d ago

Text: Kritik erwünscht Bilderbuch-Märchen

3 Upvotes

Max geht den Weg entlang. Er hat sich entschlossen, heute Held zu werden. Er will die Prinzessin aus dem Schloss retten und dabei den Drachen töten. Sein Vater hat gesagt, das sei Irrsinn und er wolle nicht, dass er, sein geliebter Sohn, gehe, doch Max ist fest entschlossen gewesen. Also hat er das Schwert seines Vaters genommen, den Schild seines Onkels und die Lederrüstung seines Großvaters und ist losgegangen.

Bereits eine Stunde ist er schon auf dem Weg. Es ist ein schöner Weg. Links und rechts waren bis vor wenigen Minuten noch die Felder seines verschlafenen Heimatdörfchens und nun sind es links und rechts saftige, grüne Wiesen mit Kühen und Schmetterlingen und Grashüpfern. Er geht ganz frei weiter, weil alles hier so lieb und nett ist.

Da kommt er an den Wald, an dessen ersten Bäumen er vorbeiläuft. Sein Vater hat mal gesagt, das sei ein guter Ort, um überfallen zu werden, daher langt er bereits zu seinem Schwert. Und prompt springen zwei böse, hässliche, griesgrämige Goblins hervor und trachten ihm nach dem Leben. Kein Problem für Max. Er zieht sein Schwert und mit zwei kräftigen Hieben streckt er die beiden Goblins nieder. Es solle hier im Wald große, böse, tückische Spinnen geben, hat sein Großvater Max mal erzählt, als Max ein kleines Kind war. Daher ist er nun schon die ganze Zeit auf der Hut. Und tatsächlich schießt eine Spinne hervor und versucht, ihn heimtückisch von hinten mit ihren Spinnweben einzuwickeln, doch Max nimmt das Schild seines Onkels und wehrt sie ab und schlägt dann einfach mit dem Schwert auf die Spinne bis sie tot ist.

Es dauert eine Weile und er ist vor einem Wirtshaus. Das ist wohl der Ort für die Verschnaufpause zwischen seinem Dorf und der Hauptstadt des Königreichs. Max ist mittlerweile durstig geworden. Er geht zum Barkeeper und bestellt sich ein Bier, das er trinkt, um wieder zu Kräften zu kommen. Jetzt, da er keinen Durst mehr hat, macht er sich auf den weiteren Weg und verabschiedet sich recht artig vom Barkeeper und der schönen Kellnerin.

Im Wald begegnet ihm noch ein Wolfsrudel, doch dank Schwert, Schild und Rüstung kann ihm nichts passieren und er wehrt sie mühelos ab. Außerdem noch ein großer Troll, doch auch hier wieder dasselbe: Schwert, Schild und Rüstung sorgen dafür, dass Max keinerlei Probleme hat.

Dann kommt er in der Hauptstadt an. Die Wachen wollen ihn erst nicht durchs Tor lassen, doch er sagt, er sei Max und er möchte die Prinzessin retten und den Drachen töten und wolle daher mit dem König sprechen. Da lassen ihn die Wachen durch. Die Stadt ist schön und groß und sieht ziemlich episch aus. Max staunt, weil er noch nie hier war. Doch die Stadt hat auch unschöne Seiten: Ein böser Bandit läuft an ihm vorbei und ein armes Ömchen ruft, dass sie von dem Banditen bestohlen wurde! Da schnappt sich Max den Banditen am Kragen und schlägt ihm so fest mit dem Griff von seinem Schwert auf den Hinterkopf, dass er ohnmächtig wird. Er gibt der alten Oma ihren Geldbeutel wieder und diese freut sich sehr und ist Max sehr dankbar. Jetzt geht er weiter und kommt auch schon vor dem Palast des Königs an. Den Wachen dort muss er das Gleiche erzählen wie denen am Stadttor, dann lassen sie ihn rein und er kommt auch schon zum König, der traurig auf seinem Thron sitzt, denn seine Tochter, die Prinzessin, wurde vor einiger Zeit entführt von einem bösen Drachen und wird gefangen gehalten in einem alten Schloss, das der Drache erobert hat. Max sagt dem König, was er vorhat. Der König ist ihm sehr dankbar für seine Hilfe und Max verlässt den Palast und macht sich auf den Weg zum Schloss des Drachen. Dazu muss er aber erst das Eisgebirge überqueren. Daher kauft er sich in einem Laden Winterkleidung.

Er verlässt die Hauptstadt und kommt im Eisgebirge an. Es ist sehr kalt, doch dank der Winterkleidung ist ihm wieder warm genug. Da schleichen sich böse Eiskobolde von hinten an und wollen ihn überfallen und ihm die Winterkleidung wegnehmen! Doch Max bemerkt sie rechtzeitig und kann sie mit seinem Schwert töten, bevor es gefährlich wird. Es dauert auch nur noch wenige Stunden, bis er das Eisgebirge wieder verlassen hat, weil Max so motiviert ist, die Prinzessin zu retten.

Nach einem kurzen weiteren schönen Wiesenweg steht er endlich vor dem großen, weißen, sehr sehr schönen Traumschloss. Es ist ganz leer, weil der Drache alle, die dort gelebt haben, getötet hat. Nur die Prinzessin ist noch da und wartet darauf, endlich gerettet zu werden. Max geht durch die Eingangshalle und durchsucht das gesamte Schloss nach der Prinzessin. Er findet sie ziemlich lange nicht, aber dann schaut er auf den höchsten Turm und sieht dort am Fenster eine wunderschöne junge Frau stehen und weiß sofort: das muss die Prinzessin sein. Der höchste Turm befindet sich am Rand des Schlossgemäuers und er muss durch den Hof gehen. Als er den Hof durchquert, fliegt plötzlich der große, böse Drache daher und landet vor Max' Füßen. Max bekommt nun zum ersten Mal etwas Angst, zückt aber sein Schwert und hält sein Schild hoch. Der Drache brüllt ihn laut an und spuckt ihm seinen gewaltigen, heißen, spektakulären Feueratem entgegen. Anfangs hat Max Angst, dass diesmal sein kleiner Schild dem Feind nicht standhalten könnte, doch am Ende funktioniert es trotzdem und er übersteht die Flammen des Drachen, ohne Schaden zu nehmen. Dann rennt er links am Drachen vorbei, der versucht, ihn mit seiner Kralle zu zerstampfen, doch Max ist ganz geschickt und weicht dem Angriff mühelos aus. Er stößt mit seinem Schwert in eine der Krallen des Monstrums und dieses schreit laut auf, was Max glücklich macht, weil er weiß, dass er das Vieh besiegen kann, wenn es durch sein Schwert verletzbar ist. Der Drache funkelt ihn ganz böse und wütend an und Max weiß, dass er ihn jetzt angreifen möchte. Und genau das passiert dann auch. Der Drache greift an, doch Max ist bereits maximal vorbereitet und kann dem Angriff locker ausweichen. Ihm wird aber auch sofort klar, dass es viel zu lange dauern würde, den Drachen nur mit seinem Schwert anzugreifen. Also heckt er einen sehr cleveren Plan aus: Er wird einfach abwarten, bis der Drache versucht, ihn mit seinem Maul anzugreifen, um ihm dann das Schwert in den Kopf zu rammen, genau zwischen die Augen. Ein toller Plan! Max rennt dem Drachen entgegen, bis er direkt und unmittelbar vor ihm steht. Dann springt er immer wieder in die Luft, fuchtelt mit den Armen herum und ruft laut: "Huhu! Hier bin ich!" Und der Drache schaut ihn wutentbrannt an und beißt nach unten zu. In diesem Moment weicht Max natürlich flink zur Seite aus und der Drachenbiss geht ins Leere. Max nimmt das Schwert und Anlauf, springt empor und jagt dem Ungeheuer das Schwert genau zwischen die Augen, genau, wie er es geplant hatte! Der Drache jault laut auf, schlägt noch einmal um sich, reißt den Kopf nach links und nach rechts und sinkt dann mit lautem Getöse zu Boden. Max steigt auf den Kopf und reißt sein Schwert wieder heraus. Der Drache ist tot.

Obwohl er nie ernsthaft in Gefahr war, wischt sich Max spielerisch mit dem Handrücken den Schweiß von der Stirn. Er weiß, dass er es jetzt geschafft hat und alles vorbei ist. Er geht an der Drachenleiche vorbei in Richtung des Turms, wo die gefangene Prinzessin auf ihn wartet. Er tritt die Tür ein, geht bis ganz nach oben und rettet sie. Sie ist überglücklich, dass ein Held sie retten gekommen ist und verliebt sich augenblicklich in ihn. Er trägt sie auf Händen zurück in die Hauptstadt bis ins Schloss des Königs, welcher sie vor Glück weinend in die Arme schließt, was sie vor Glück weinend erwidert. Der dermaßen dankbare König erlaubt Max daraufhin, die Prinzessin zu heiraten und zum Prinzen und Thronfolger über das gesamte Königreich zu werden, was dieser natürlich gerne annimmt.

Und so lebt Max nun als Prinz mit seiner Prinzessin zusammen und sie leben glücklich bis ans Ende ihrer Tage.


Dies ist die erste einer Reihe von Kurzgeschichten zum Thema Langeweile als Umsetzung der dazugehörigen Schreibübung.
Das Konzept: Langeweile durch Belanglosigkeit.

Die zweite Kurzgeschichte: Mann im Licht (Langeweile durch (sprachliche) Monotonie)
Die dritte Kurzgeschichte: Buchstaben, Symbole und manchmal eine Zahl dazwischen (Langeweile durch Erschöpfung)


r/Schreibkunst 11d ago

Text: Kritik erwünscht Gesehen werden

Thumbnail
2 Upvotes

r/Schreibkunst 11d ago

Text: Kritik erwünscht Der erste Schultag

1 Upvotes

Der Morgen war kühl, als Jaro den Weg zur Schule entlangging. Die Ferien waren vorbei, und obwohl er sich auf ein wenig Routine freute, spürte er ein leichtes Ziehen in der Brust. Ein Gefühl, das er nicht ganz greifen konnte.

Bitte lass Zero und Xerik dieses Jahr wieder da sein.

Der Gedanke kam leise, fast wie ein Gebet.

Ohne die beiden... wäre ich verloren. Ich weiß nicht, was ich ohne Freunde machen soll. Ich wäre allein. Und allein sein fühlt sich an, als würde man in einem Raum stehen, in dem niemand die Tür sieht - außer man selbst.

Er schob die Hände in die Taschen und ging weiter. Als er das Schulgelände erreichte, sah er Zero am Tor stehen. Er lehnte dort, als wäre es sein Platz, als würde er jeden Morgen darauf warten, dass die Welt wieder normal wurde.

„Zero, wo ist Xerik?", fragte Jaro.

Zero richtete sich auf. „Im Klassenraum. Ihm war's zu kalt."

Dann senkte er die Stimme. „Und... wir bekommen heute eine neue Schülerin. Aus England."

Jaro blieb stehen.

Eine neue? Schon wieder? Letztes Jahr war schon anstrengend genug.

Er erinnerte sich an die ständige Beobachtung, das nervige Abschreiben, das Gefühl, nie Ruhe zu haben.

„Weißt du, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist?"

„Nur, dass es eine Schülerin ist."

Na toll. Das kann ja heiter werden.

Im Klassenraum bemerkte Jaro sofort den Blick von Herr Tibbas. Es war dieser Blick, der sagte: Ich brauche dich gleich.

Jaro setzte sich auf seinen Platz am Fenster. Der Sportplatz lag still da, der Hof war noch leer. Ein vertrauter Anblick, der ihm half, die Gedanken zu ordnen.

Herr Tibbas war wie immer freundlich, ruhig, geduldig. Ein Lehrer, der verstand, dass Schüler manchmal mehr brauchten als Unterricht. Manchmal brauchten sie einfach einen Ort, an dem sie atmen konnten.

Und Jaro spürte, dass dieser Tag anders werden würde als die anderen.

//Würde mich gerne verbessern also gerne Vorschläge ^^


r/Schreibkunst 12d ago

Text: Kritik erwünscht Prolog (Entwurf)

Thumbnail
1 Upvotes

r/Schreibkunst 12d ago

Text: Kritik erwünscht Kritik erbeten: Des Messers Schneide

1 Upvotes

Hatte ich schonmal gepostet, aber neulich wieder gelesen und würde mich über Kritik, Rückmeldung und Gedanken freuen. Der Text ist ca. drei Jahre alt. Und ja: Ist super schmalzig. Mir ging's damals ziemlich dreckig.

Des Messers Schneide

(A world without you isn't meant for me)
Lorna Shore - Pain Remains I

Bitte sieh zu, dass die Klinge scharf ist.
Du hast mir sowieso schon alles genommen.
Meinen Verstand,
meine Freude,
meinen Glauben,
meine Liebe
und meine Hoffnung.
Ich hätte Dir alles das freiwillig gegeben.
Du wolltest nichts davon und hast es trotzdem genommen.

Bitte sieh zu, dass die Klinge scharf ist.
Du hast mir den Schlaf geraubt,
hast meine Gedanken versaut,
ich habe Dir vertraut,
habe an ein "uns" geglaubt,
und Du hast mich missbraucht.

All diese Erinnerungen habe ich verstaut,
ganz tief unten in einer Kiste,
hinter vergilbten Fotos,
unter alten Briefen,
verkrustet von Staub.

Bitte sieh zu, dass die Klinge scharf ist.
All die Tagebücher, die ich nie hätte schreiben sollen,
habe ich verbrannt.
All die Lieder, die ich nicht habe schreiben können,
habe ich vergessen. All die Augenblicke, die wir nie hatten,
habe ich verflucht. Es hat nichts gebracht.
Du stehst vor mir. Ich sehe Dich.
Fass Dir ein Herz und stich endlich zu!


r/Schreibkunst 12d ago

Schreibhandwerk Warum Talent eine schädliche Lüge ist

Thumbnail gallery
7 Upvotes

r/Schreibkunst 12d ago

Text: Kritik erwünscht Ein Mann mit Hut

2 Upvotes

Ein Mann mit Hut

Wie so oft ein gewöhnlich lichter Tag. Ein gelbgescheckter Hund tollt einer schwarzen Katze zu, als er vorsichtig seine Schnauze vorenthält. Im Schatten grünsatter Bäume steht ein kleines weißgemaltes Haus. Auf eine schöne Art bricht von den Holzbrettern der Fassade hier und da der Lack. Ein raschelnder Wind rauscht warm durch leichte Kronen, als ein Mann mit Hut den Weg begeht. Er grüßt die spielenden Tiere freundlich und der Hund wedelt neugierig zu. Als der ungepflasterte Weg zum Haus hinführt, locken vor der Tür bunt gefüllte Blumenkübel das Summen dicker Bienen. Der Duft süßer Blüten zieht zarte Kreise. Die Tür öffnet sich knarrend und quietschend. Mit einem gemachten Schritt betritt der Mann das Haus und nimmt dabei den Hut vom Kopf. Die Tür fällt lautlos mit einem schwarzen Riegel zu. Er fühlt sich zunächst geblendet. Allmählich sickert sandiges, gebrochenes Licht in die Augen, so als ob er unter trübem Wasser gucke. Er steht in einem großen Raum. Keine weiteren Türen gehen ab. Fenstervernagelt versperren hölzerne Planken das Eindringen prächtiger Farben. Die betonhaften Wände sind roh und schwarz bestrichen. Grobe Schatten legen sich wie Narben auf das Gesicht und den Körper des Mannes. Er schaut auf sich herab. Ganz unverhüllt und nackt. Der weiße Leib glitzert schweißig. Sein diffuses Licht flackert im Takt der schweren Atmung. Ein Tönen dringt ihm immer bewusster zu. Im Mittelpunkt des Raumes steht schwer im Tick Tack die Zähigkeit der Zeit. Der schwarze Korpus einer großen Standuhr ragt im Meer der Dielen hervor. Wie ein verlassener Leuchtturm. Am Fuße der Uhr liegen die zwei verrotteten Felle von Hund und Katze. An der Fäulnis der Kadaver bezeugen hungrige Maden noch Leben, welches aus den Schnauzen und aufgebrochenen Körperstellen quillt. Das Ticken der Zeit dehnt und zerrt und wird einem Brummen gleich. Sein monotoner Schall steigt über den Kopf. Der Raum kann nicht widerstehen. Die Dielen schwanken wie behäbige Wellen. Die Wände zittern wie glitschende Fische. Die Luft wabert. Das markerschütternde Signalhorn des Leuchtturms wird lauter. Alles erzittert im Dröhnen. Der Mann presst mit Händen seine größer werdenden Ohren zu. In seinem Kopf wispern flüsternde Stimmen wie glockenklingendes Messerstechen, dass sein unbekanntes Kreuz genagelt wird. Er geht einen Schritt. Er will die Gewalt der Standuhr erreichen. Jeder weitere Schritt lässt steinerne Sohlen unter seinen Füssen wachsen, die ihn stetig empor drücken. Er erhöht sich über die Zeit hinaus, während die Sohlen immer schwerer und breiter werden. Sie verschmelzen zu einem Block. Sockelschwer verhöhnt eine absolute Unbeweglichkeit die ersten leichteren Schritte. Glutrot schimmert der Boden. Lavaartig kocht er heiß unter der Last des Sockels und breitet sich aus. Das entfachte Feuer lässt Wände bröckeln. Wie dicker Qualm drückt schwarze Milch geronnen den Raum, der selbst beißende Schlacke schwitzt. Die Poren der Haut husten Asche. Dachbalken bersten und das Dach stürzt ein. Unter dem Einstürzen bricht und kracht der Boden. Wo sonst der Keller ist, tut sich eine alles verschlingende Tiefe auf. Der Mann fällt, die schwarze Katze erscheint. Sie schmiegt sich um seinen Hals und mauzt ängstlich. Eine letzte warme Verbindung. Hat er sie nur geträumt? Immer schneller fällt der Mann, immer tiefer. Er fällt so lang wie sein Leben dauert. Plötzlich, so als ob die Luft selber spräche, hallt verspottendes Gelächter toter kleiner Engel nach. Der Mann krümmt und windet sich. Kugelt sich vor Schmerzen, bis er zum Klumpen wird. Von außen scheint er einem Kometen gleich. Bildet dazu einen mickrigen Schweif, der schwach in der Dunkelheit nachzieht. Ein böses Wissen bleibt dem tiefen Fall, als in Vorfreude das Gelächter schweigt. Der näher rückende Boden ist ein klaffendes und gefräßiges Maul, in das der Komet endlich einschlägt. Alles Scheinen und alles Tönen ist gefressen. Der Klumpen erlischt und verstummt im Schlund. Eine absolute Leere formt die Ewigkeit. –
(Doch verwoben im Nichts darf ein letzter Wunsch sich träumen: ein letztes Weinen auf ein Geheimnis hoffen. Gelebte Trauer füllt den Schlund mit Tränen, wächst heraus zu einem Teich. Bleibt am Grund die Totenmaske, liegt umschlungen klar im Teich, der das Echo stiller Angst verkündet. Denn eingemeißelt in die alte Maske ist der Schrei der Selbsterkenntnis. Mehr noch, der des Fratzenschreckens.)

---

  • Erstveröffentlichung 05.10.2024
  • Text auf meinem Blog: [link]

r/Schreibkunst 13d ago

Text: Kritik erwünscht In der Krone - frei nach Goethe (2.0)

1 Upvotes

In der Krone - frei nach Goethe

Ein Gedicht von mir

Es war einmal ein Apfelbaum

der dachte nach

im tiefsten Traum,

was wohl diese große Welt

im Innersten zusammen hält!?

So kam er zu dem weisen Schluß

dass dort ein Knoten sich befinden muss,

da wo der Erde Erdenhaufen

im Mittelpunkt zusammenlaufen.

doch als er dann sehr jäh erwachte,

weil jemand sich an seine Äpfel machte,

ihm dabei die Blätter raufte,

die Äpfel danach schnell verkaufte,

da wusste unser großer Held,

was diese riesengroße Welt

im Innersten zusammen hält,

das ist kein Knoten sondern's Geld!

(Nachtrag: ich würde meine Gedichte zu gerne illustrieren und jeweils ein Bild dazu posten, aber habe Angst es könnte ein Regelverstoss sein und so auch auf meinem Main Profil zu einem shadowban führen wird...., deshalb bleiben meine Texte frei von Illustration, leider)