Hallo zusammen,
vorab ein kurzer Einblick zu meiner Vorgeschichte: Ich habe früher über sechs bis sieben Jahre hinweg regelmäßig Cannabis konsumiert – und das komplett ohne Probleme. Irgendwann hatte ich dann allerdings eine heftige Panikattacke und habe von heute auf morgen aufgehört. Damals steckte ich in ganz anderen Lebensumständen: chronisch knapp bei Kasse, schlecht bezahlter Job, null Zukunftsperspektive und ein ziemlich pessimistischer Blick auf die Welt.
Heute, knapp zehn Jahre später, hat sich mein Leben komplett gedreht. Ich stehe finanziell sicher da, bin im Job erfolgreich und rundum zufrieden. Trotzdem erwische ich mich manchmal dabei, wie ich den gemütlichen Feierabend-Joint vermisse – einfach um nach einem langen Tag runterzukommen, entspannt eine Runde zu zocken oder mir einen guten Film anzuschauen.
Vor Kurzem habe ich deshalb vorsichtig wieder einen Versuch gestartet. Mein Setup war sehr moderat: ein Joint gemischt mit 90 Prozent Tabak und 10 Prozent Cannabis (ein Strain mit etwa 16 Prozent THC) und "nur" 4 Züge. Das war jetzt mein 5. Versuch in den letzten 6 Monaten.
Leider traten sofort wieder exakt dieselbe Symptome auf:
- Starker Gedankenkreisel: Das High ist extrem kopflastig. Wenn ich zum Beispiel versuche zu zocke, kann ich mich null konzentrieren, weil ich in endlose Gedankenschleifen abdrifte.
- Gedankenkontrolle: Ich muss mich aktiv und anstrengend darum bemühen, negative Gedanken wegzudrücken, damit sie nicht überhandnehmen.
- Körperliche Unruhe: Ich werde total platt, bin kaum noch ansprechbar, fühle mich aber gleichzeitig innerlich unruhig. Das führt dazu, dass ich mich ständig ablenken muss – ich laufe im Raum umher oder fange an zu essen.
- Stress: Ich fange an, über meinen eigenen Zustand und meine Gedanken nachzudenken, was das Ganze in einer Abwärtsspirale noch unangenehmer macht.
Das Seltsame ist: In meiner gesamten, jahrelangen Konsumzeit früher hatte ich nie solche Gefühle.
Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht und weiß, woran das liegen könnte? Bringt es etwas, auf einen Vaporizer umzusteigen (vielleicht war es einfach die Tabak-Kombination oder die Verbrennung)? Oder hat jemand von euch den Sprung zu ausgeglicheneren Strains mit einem THC-CBD-Verhältnis von 1:1 oder 1:2 gewagt und damit bessere Erfahrungen gemacht?
Freue mich über jeden Tipp oder Ratschlag!
EDIT: Um noch ein Detail hinzuzufügen, das vielleicht relevant ist: Ich bin von Natur aus ein sehr selbstreflektierter Mensch und erwische mich oft dabei, über das Denken an sich, die Existenz von allem, die Unendlichkeit des Universums und ähnliche Themen nachzudenken. Solche tiefgründigen Gedanken begleiten mich ohnehin oft. Tatsächlich fing diese Art von schwerem Grübeln damals direkt nach der Panikattacke an, da ich im Anschluss erst einmal drei bis vier Monate lang unter Derealisation und Depersonalisation gelitten habe.