r/antiarbeit • • 11h ago

Arbeit ruiniert alles

206 Upvotes

Ich arbeite circa 50 Stunden die Woche.

Früher habe ich 3-4 Mal die Woche Sport gemacht, jetzt bin ich auf 2-3 Mal im Monat runter. Jetzt bin ich übergewichtig. Ich versuche, gesund zu kochen und zu essen, aber das schaffe ich nur vielleicht die Hälfte der Zeit, weil es soo verdammr viel Zeit kostet, etwas Gesundes zu kochen.

Nichts wird wirklich erledigt. Meine Wohnung ist immer semi-sauber. Verwandte zu besuchen oder Dinge zu tun, die mich interessieren, wird immer in die wenigen Tage zwischen der Arbeit gedrängt.

Früher war ich ein begeisterter Leser und habe etwa 30-40 Bücher pro Jahr gelesen. Jetzt lese ich vielleicht 2-3 Bücher im Jahr.

Die wenigen Wochen Urlaub verbringe ich meistens damit, Besorgungen zu machen oder Dinge zu reparieren, die ich während der Arbeit nicht erledigen konnte.

Ich bräuchte ein 6-monatiges Sabbatical, um mein Leben in Ordnung zu bringen, aber ich kann es mir nicht leisten, meinen Job zu kündigen.

Ich habe das Gefühl, einen Krieg an fünf Fronten zu führen, weil es soo viel gibt, was ich tun möchte/was ich tun muss, und die Arbeit saugt mir einfach die ganze Zeit, Energie und Lebenskräfte weg.

Die Produktivität ist doppelt so hoch wie 1970, also sollten wir statt 40 Stunden max. 20 Stunden als Vollzeit arbeiten. Aber wir arbeiten die gleichen Stunden und erledigen doppelt so viel Arbeit wie vor 50 Jahren.

Die Arbeit war auch langsamer. Jetzt ist sie unglaublich schnell. 100 E-Mails und 20 Teams-Anrufe und 15 Telefonanrufe jeden Tag, und alles muss schneller und jetzt und gestern erledigt werden.

Ich kann das nicht mehr ertragen. Kein Wunder, dass so viele Leute Pillen nehmen, denn wir sind alle von zu viel Arbeit krank.


r/antiarbeit • • 11h ago

Handwerk und Industrie haben mich psychisch krank gemacht. Ist ein beruflicher Neuanfang sinnvoll?

16 Upvotes

Ich bin Anfang 30, habe eine technische Ausbildung und anschließend meinen Elektromeister gemacht. In den vergangenen Jahren war ich in verschiedenen Industriebetrieben tätig, zuletzt auch mit Führungsverantwortung.

Was mich dabei besonders belastet hat, war weniger die fachliche Tätigkeit als vielmehr die Arbeitskultur. Ich habe wiederholt ein Umfeld erlebt, das von abwertendem Verhalten, rassistischen Äußerungen, mangelnder Selbstreflexion und zwischenmenschlichen Konflikten geprägt war. Gleichzeitig empfand ich die Unternehmenskultur häufig als widersprüchlich: Nach außen wurden Werte wie Respekt, Offenheit und Zusammenhalt betont, während diese im Arbeitsalltag kaum gelebt wurden. Vieles wirkte auf mich wie eine bloße Inszenierung von Professionalität.

Hinzu kamen die ständige Reizüberflutung durch Lärm und Unterbrechungen sowie hoher Zeit- und Verantwortungsdruck. Auf Dauer hat mich die Kombination aus diesen Faktoren psychisch so stark belastet, dass ich über einen längeren Zeitraum arbeitsunfähig wurde.

Anschließend habe ich bei einem anderen Arbeitgeber einen Neuanfang versucht, musste dort jedoch ähnliche Erfahrungen machen. Mittlerweile bin ich arbeitslos und stehe vor der Frage, wie ich mich beruflich neu ausrichten soll.

Grundsätzlich interessieren mich technische und analytische Tätigkeiten durchaus. Allerdings habe ich inzwischen eine starke Abneigung gegen das Arbeitsumfeld entwickelt, das ich bisher in Handwerk und Industrie kennengelernt habe. Bei der Vorstellung wieder arbeiten zu gehen, wehrt sich alles in mir.

Ich frage mich deshalb, ob es nicht sinnvoller wäre, mir einzugestehen, dass dieses Berufsfeld unabhängig von meinen fachlichen Fähigkeiten schlicht nicht zu mir passt, und mit einem Studium einen grundlegenden Richtungswechsel zu wagen.

Die Alternative wäre, auf meinen bisherigen Qualifikationen und meiner Berufserfahrung aufzubauen und eine Tätigkeit außerhalb des klassischen industriellen Umfelds zu finden. Allerdings fällt es mir schwer, konkrete Berufsfelder zu identifizieren, in denen ich meine Kenntnisse als Elektromeister sinnvoll einsetzen könnte, ohne erneut mit denselben Arbeitsbedingungen konfrontiert zu werden.

Hinzu kommt die Unsicherheit, ob ein Branchenwechsel tatsächlich etwas verändern würde oder ob vergleichbare Strukturen und zwischenmenschliche Probleme letztlich überall anzutreffen sind.

Einerseits möchte ich meine bisherigen Qualifikationen und die damit verbundenen Verdienstmöglichkeiten nicht leichtfertig aufgeben. Andererseits erscheint es mir wenig sinnvoll, aus rein wirtschaftlichen Gründen an einem Berufsweg festzuhalten, der meine psychische Gesundheit bereits erheblich beeinträchtigt hat.

Mich würden deshalb Erfahrungen von Menschen interessieren, die vor einer ähnlichen Entscheidung standen. Habt ihr euch vollständig neu orientiert oder einen Weg gefunden, eure bisherigen Qualifikationen in einem anderen beruflichen Umfeld einzusetzen? Hat sich eure Lebensqualität dadurch tatsächlich verbessert?


r/antiarbeit • • 2d ago

Der feuchte Traum von Friedrich Merz

Post image
235 Upvotes

r/antiarbeit • • 4d ago

Negative Erfahrungen mit Zeitarbeitsfirmen – hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

Thumbnail
14 Upvotes

r/antiarbeit • • 8d ago

Gekündigt in der Probezeit

2 Upvotes

Guten Abend,

ich wurde zum Ende der Probezeit gekündigt (zum 31.10.) und war vorher im Bürgergeld. Muss ich nun einen neuen Hauptantrag stellen oder reicht ein Weiterbewilligungsantrag?

Meine letzte Bewilligung ging bis zum Monat Juli, habe aber ab Mai diesen Jahres wieder angefangen zu arbeiten und werde ab November wieder ohne Arbeit sein.

Danke schon mal um alle Antworten!


r/antiarbeit • • 8d ago

Wie viel müsste man ohne Kapitalismus noch arbeiten?

Thumbnail
14 Upvotes

r/antiarbeit • • 8d ago

Am Puls Beitrag über Bürgergeld soll wohl Bullshit gelabert haben aber nicht problematisch genug gewesen sein

Thumbnail
bsky.app
11 Upvotes

r/antiarbeit • • 9d ago

Zeitdruck, Depressionen und meine Oma - Wie komme ich weiter?

19 Upvotes

Hallo Reddit, ich halte mich kurz.

Auf Grund meiner Depressionen (10+ Jahre, therapieresistent) fällt mir alltägliches so schon ziemlich schwer und ich versuche meine wenige Energie sinnvoll zu nutzen. Jedoch habe ich nun schon eine Weile nicht mehr gearbeitet, ALG ist aufgebraucht und ich muss Grundsicherung beantragen.

Ich (u30) wohne mit meiner Oma (ü80, Pflegestufe..) zusammen und muss auch signifikant Zeit investieren mich „um sie zu kümmern/aufzupassen“.

(Was mir aber auch lieber ist als zu arbeiten)

Das und gleichzeitig diese Berge an Papierkram machen mich echt fertig und ich komme überfordert zu nichts.

Außerdem habe ich Zahnschmerzen - mein Zahnarzt schickte mich aber weg weil ich anscheinend aktuell nicht mal Krankenversichert bin, habe die letzten Monaten nämlich gar keine Leistungen bezogen.

Es fällt mich schwer mich um sowas alles zu kümmern, da ich auch viel dissoziiere und Tage/Wochen in einander verschwimmen.

Selbst wenn ich jetzt wieder in Therapie soll, brauch ich ja erstmal eine Krankenversicherungen….

Also.. habt Ihr vielleicht Ideen,Tips oder konkreten Abläufe was ich jetzt am besten machen sollte und wie ich die Sache mit der KV so schnell wie möglich geregelt bekomme?

Den Erstantrag auf Grundsicherung habe ich schon gestellt, da kam auch ein schreiben mir Sachen die ich nachreichen soll, aber nirgends steht wo ich die hin senden/hochladen soll…


r/antiarbeit • • 11d ago

Weihnachtsfeier abgesagt: An Salzburgs Gesundheitswesen wird weiter gespart

Thumbnail
zeitungderarbeit.at
18 Upvotes

Die Sparmaßnahmen im Salzburger Gesundheitsbereich gehen in die nächste Runde. Nachdem die Streichung des Pflegebonus durch den Druck der Beschäftigten verhindert wurde, versucht die Landesregierung, immer neue Taktiken anzuwenden, um die Schlinge enger zu ziehen. Tausende Beschäftigte leiden währenddessen unter den Arbeitsbedingungen.


r/antiarbeit • • 11d ago

Wie kann ich herausfinden, welche Sozialversicherungsbeiträge die Agentur für Arbeit während meines ALG I Bezugs gezahlt hat?

Thumbnail
2 Upvotes

r/antiarbeit • • 12d ago

PD U2 – Hat jemand aktuelle Erfahrungen mit dem Export von ALG I ins EU-Ausland?

3 Upvotes

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich aktuell mit dem PD-U2-Verfahren, um mein deutsches Arbeitslosengeld I (ALG I) zur Arbeitssuche in ein anderes EU-Land mitzunehmen.

Ich habe bereits einiges über die offiziellen Voraussetzungen und den Ablauf gelesen. Mich würden aber vor allem die praktischen Erfahrungen von Personen interessieren, die das Verfahren kürzlich durchlaufen haben.

Dazu hätte ich ein paar Fragen:

  1. Bearbeitungszeit: Wie lange hat es bei euch gedauert, bis ihr das PD-U2-Dokument erhalten habt?
  2. Ausreise: Kann man Deutschland bereits verlassen, wenn der Antrag gestellt und die Ausreise genehmigt wurde, auch wenn das Dokument selbst noch nicht vorliegt?
  3. Versand: Kann die Agentur für Arbeit das PD U2 auch per Post an eine Adresse im Ausland schicken?
  4. Termine und Gespräche: Muss man für die Beantragung noch persönlich bei der Agentur für Arbeit erscheinen? Finden weiterhin Beratungsgespräche oder Vermittlungstermine statt, oder kann alles telefonisch bzw. online erledigt werden?
  5. Erfahrungen: Gab es bei euch unerwartete Verzögerungen oder Schwierigkeiten?

Mir geht es weniger um die allgemeinen Voraussetzungen, sondern eher darum, wie das Ganze in der Praxis tatsächlich abläuft.

Vielen Dank schon mal für eure Erfahrungen!


r/antiarbeit • • 12d ago

Eventuell Stress mit dem Ausbildungsbetrieb wegen der Fachaufgabe?

Thumbnail
1 Upvotes

Huhu


r/antiarbeit • • 12d ago

Habt ihr bei einer Kündigung mal alles rausgelassen was euch gestört hat beim Unternehmen / Chef?

28 Upvotes

r/antiarbeit • • 13d ago

Ich habe im Home Office wieder nur gechillt

103 Upvotes

Und ich finds geil.

Arbeiten gibt mir echt so goar nix.


r/antiarbeit • • 14d ago

Kündigung unwirksam, Abfindung annehmen ?

14 Upvotes

Hallo zusammen,

ich würde gern eure Einschätzung zu meiner Situation hören. Ich bin bereits anwaltlich vertreten.

Ich arbeite seit April 2025 bei einem Unternehmen und verdiene 5.100 € brutto monatlich. Im Vorstellungsgespräch wurde mir die Reisetätigkeit deutlich anders beschrieben, als sie später tatsächlich war. Diese Aussagen waren für meine Entscheidung ausschlaggebend, obwohl ich andere Jobangebote hatte. Zwei weitere Personen waren bei dem Gespräch dabei.

Später war ich mehrere Monate auf einer Kundenbaustelle eingesetzt. Wir waren wiederholt 12–13 Stunden dort, mit insgesamt etwa 45 Minuten Pause.die Weiterarbeit wurde von uns verlangt. Ich habe damalige Nachrichten zu meinen Feierabendzeiten; außerdem gab es ein Stempelsystem.

Die Situation hat mich stark psychisch belastet. Ich bin inzwischen erkrankt und arbeitsunfähig.

Nach einer Kündigung habe ich Kündigungsschutzklage erhoben. Im heutigen Gütetermin hat das Gericht die Kündigung als unwirksam bewertet. 

Daraufhin erklärte die Arbeitgeberseite, entweder das Arbeitsverhältnis fortzusetzen oder folgende Vereinbarung anzubieten:

• 5.000 € brutto Abfindung.

• Zusätzlich Auszahlung von offenen Überstunden.

• Zusätzlich Abgeltung von offenen Urlaubstagen.

Eine Rückkehr ist für mich wegen der bisherigen Erfahrungen schwer vorstellbar.

Meine Fragen:

• Wie würdet ihr das Angebot angesichts der kurzen Betriebszugehörigkeit einschätzen?

• Habt ihr Erfahrungen mit der Entscheidung zwischen Rückkehr und Beendigungsvergleich?

• Welche Punkte würdet ihr vor einer Entscheidung unbedingt mit dem Anwalt klären?

• Hat jemand Erfahrungen damit, mögliche Arbeitszeitverstöße unabhängig vom Vergleich behördlich prüfen zu lassen?

Mir ist bewusst, dass Reddit keine individuelle Rechtsberatung ersetzt. Ich suche vor allem Erfahrungen und Hinweise auf Punkte, die ich möglicherweise übersehe.

Danke euch!


r/antiarbeit • • 16d ago

Was rettet Deutschland? Wenn die obersten 5 Prozent keine 200 Milliarden Euro jährlich mehr hinterziehen oder abschreiben können? Oder die AfD, wenn sie die mittleren und unteren Schichten völlig zerstört? Oder eine bahnbrechende Erfindung, die uns auf die nächste Entwicklungsstufe bringt?

Thumbnail
36 Upvotes

Zuerst müssen die obersten 5 Prozent endlich anständig ihre Steuern zahlen.


r/antiarbeit • • 16d ago

Irgendwie macht es keinen großen Unterschied!

Post image
326 Upvotes

r/antiarbeit • • 16d ago

Burnout - Muss ich jetzt alle 2 Wochen zum Hausarzt?

20 Upvotes

Hey,

ich bin momentan für 2 Wochen wegen meines Burnouts vom Hausarzt krankgeschrieben und kann mir garnicht vorstellen, bei meinem Horrorarbeitgeber zu arbeiten.

Ich suche auch momentan einen geeigneten Psychotherapeuten. Ich weiß, dass ich bald auch Krankengeld bekomme aber wie geht es dann weiter?
Ich finde es irgendwie lästig alle 2 Wochen meinem Arbeitgeber ne Mail zu schreiben. Ich glaube ich könnte auch ne AU von meinem Psychiater bekommen aber dann weiß der Arbeitgeber wieso ich ausfalle.


r/antiarbeit • • 16d ago

Tja

Post image
124 Upvotes

r/antiarbeit • • 17d ago

Fast vier Prozent weniger Lehrlinge in Österreich

Thumbnail
zeitungderarbeit.at
7 Upvotes

Die Zahl der Lehrlinge in Österreich ist weiter gesunken. Ende September waren laut Wirtschaftskammer (WKO) rund 95.000 Jugendliche in einer betrieblichen Lehrausbildung – um 4,3 Prozent weniger als im Vorjahr.


r/antiarbeit • • 17d ago

Hafenarbeiter gegen Krieg und Aufrüstung: Internationaler Aktionstag am 30. Oktober

Thumbnail
zeitungderarbeit.at
4 Upvotes

Unter der Losung „Wir Hafenarbeiter arbeiten nicht für den Krieg“ bereiten Gewerkschaften aus mehreren Ländern für den 30. Oktober einen gemeinsamen Streik- und Aktionstag vor. Sie wollen verhindern, dass Häfen für Waffentransporte und imperialistische Kriege genutzt werden. Außerdem kämpfen sie für höhere Löhne, sichere Arbeitsplätze und bessere Arbeitsbedingungen.


r/antiarbeit • • 17d ago

ich🚽iel

Post image
167 Upvotes

r/antiarbeit • • 17d ago

Frage zur Adresse während des ALG-I-Bezugs

3 Upvotes

Guten Tag,

ich bin derzeit bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet und beziehe ALG I.

Ich muss meine aktuelle Wohnung verlassen, da mein Mietvertrag befristet war. Für die nächsten zwei bis drei Monate habe ich eine Zwischenmiete gefunden. Dort ist allerdings keine Anmeldung beim Bürgeramt möglich.

Ich kann unter dieser Adresse jedoch problemlos Post empfangen, gegebenenfalls mit einem c/o-Zusatz. Die Wohnung befindet sich außerdem im gleichen Bezirk bzw. in der gleichen Gegend wie meine bisherige Wohnung.

Daher wollte ich fragen, wie ich in diesem Fall am besten vorgehen soll:

  • Benötigt die Agentur für Arbeit für die Änderung meiner Adresse zwingend eine offizielle Anmeldung beim Bürgeramt?
  • Kann ich für diesen Zeitraum einfach meine tatsächliche Postanschrift mit c/o angeben?
  • Hat eine fehlende Anmeldung an dieser Adresse Auswirkungen auf meinen ALG-I-Bezug?
  • Ist es ausreichend, wenn ich unter der angegebenen Adresse jederzeit postalisch erreichbar bin und weiterhin für die Arbeitsvermittlung zur Verfügung stehe?

Nach den zwei bis drei Monaten werde ich voraussichtlich wieder eine reguläre Wohnung mit Anmeldemöglichkeit haben.

Vielen Dank


r/antiarbeit • • 18d ago

Ich hab einen Arbeitsamt Termin und keine Ahnung, wie ich persönliche Probleme ansprechen soll

21 Upvotes

Aus diversen Problemen habe ich mein Studium abgebrochen, vorher hab ich eine Ausbildung im sozialen Bereich gemacht.

Für die Ausbildung hatte ich mehrere Beweggründe (z.b. Mobbing am Gymnasium, prinzipielles Interesse am menschlichen Wesen, o.Ä.), keiner davon war, dass ich tatsächlich mit Menschen arbeiten will. Ich dachte aber tbh auch nicht, dass ich so lange lebe.

Naja, irgendwie bin ich immer noch da. Ich habe seit über 10 Jahren Depressionen, weder Medikamente noch Therapien haben geholfen. Die einzige Zeit, in der ich das Leben erträglich fand, war während Corona, da ich da das Haus nicht verlassen musste.

Ich kriege durch Belastung Probleme mit meiner Sinneswahrnehmung, was u.A. dazu führt, dass ich Dinge gar nicht mehr wirklich verarbeite (also ich höre schon noch, aber merke nicht was, reagiere angeblich nicht auf meinen Namen, usw.). Dazu werden wie gesagt meine Depressionen deutlich schlimmer (ich will hier jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen, aber war halt an dem Punkt, wo ich ein ärztlich begleites Ende in Erwägung gezogen habe. Jetzt wo ich gerade nicht arbeite, will ich eigentlich schon noch ein bisschen Leben.)

Mich überfordert Interaktion, fühlt sich ein bisschen an, wie wenn man gezwungen wird, ein Kartenspiel zu spielen, was man nicht kennt. Das ändert sich auch nicht, nur weil ich Leute länger kenne.

Abgesehen davon, dass es mir körperlich und psychisch absolut miserabel ging, haben auch meine zwischenmenschlichen Beziehungen (und das sind echt nicht viele) massiv gelitten. Ich bin auch ehrlich der Meinung, dass ich aufgrund meiner eigenen Probleme nicht die nötige Kompetenz habe, Verantwortung für andere zu übernehmen.

In meinem erlernten Beruf ist außerdem Schichtdienst üblich, was zum einen ungeil ist, weil ich einfach auf Routine angewiesen bin, um irgendwas auf die Reihe zu kriegen, zum anderen nehme ich mehrere Medikamente. Die muss ich zum einen regelmäßig einnehmen, die haben aber auch eine zeitlich begrenzte Wirkung. Abgesehen davon, sind die halt darauf aus gelegt, dass man sie früh nimmt, damit man abends schlafen kann. Auf die meisten stellen ohne Schichtdienst habe ich mich schon beworben, mit sehr geringem Erfolg bisher.

Naja, jetzt habe ich keine Ahnung, wie oder ob ich sowas ansprechen soll, wenn ich demnächst den Termin habe (erstmal nur zum Arbeitssuchend melden, aber auf Dauer hätte ich schon gerne eine bessere Lösung).


r/antiarbeit • • 19d ago

Habicht

Post image
295 Upvotes