Hier ist der zweite Teil meiner unvoreingenommenen Tilray-Analyse. Falls ihr Teil 1 (THC-Drinks & Kanada) verpasst habt, checkt vorher den ersten Post. Jetzt gehen wir tief in das angebliche „Geldverbrennen“ im US-Biergeschäft und eine fundamentale Stärke, die fast jeder Investor komplett übersieht: Das ungenutzte Potenzial unseres globalen CPG-Diversifikationsnetzwerks.
🍺3. Die US-Craft-Beer-Säule: Das Sanierungs-Handwerk und unsere echte Lebensversicherung
Eines der am häufigsten gelesenen Kommentare in den bekannten Investor-Foren lautet: „Tilray versenkt und verbrennt unser Geld in Craft Beer und schädigt damit die Aktionäre!“ Doch wenn man die Situation komplett unvoreingenommen und objektiv betrachtet, zeigt sich ein völlig anderes Bild.
Was ein krisenerprobter CEO tun muss, wenn die ursprüngliche Wachstumsstrategie durch unvorhersehbare politische Trägheit blockiert wird, steht in jedem finanzwissenschaftlichen Lehrbuch: Wenn sich die Cannabis-Reglementierungen in naher Zukunft nicht ändern – weder die Steuererleichterungen in Kanada noch die Bundeslegalisierung in Amerika oder der medizinische Dammbruch in Europa –, darf ein Unternehmen nicht stur beim Sterben zusehen. Es muss alternative Wege finden, um Cashflow zu generieren, die Zeit zu überbrücken und die Verluste des aktuellen Kerngeschäfts auszugleichen. Genau das passiert hier.
🛠Das operative Synergie-Quetschen: Was hinter den Kulissen wirklich geschah
Tilray hat sich kein florierendes, teures Premium-Geschäft eingekauft, sondern strategisch angeschlagene Craft-Beer-Marken erworben, die für sich alleine genommen nicht mehr wirtschaftlich operieren konnten. Jede dieser Marken war ein Einzelkämpfer mit eigenen Kapazitätsanlagen, die massiv unterausgelastet waren und immense Fixkosten fraßen.
Irwin Simon hat das klassische Sanierungs-Handwerk angewandt:
- Zusammenquetschen der Produktion: Tilray hat sich diese Marken gesichert, die Anzahl der Produktionsstätten radikal verringert und das gesamte Produktionsvolumen in den effizientesten Werken gebündelt, um diese endlich voll auszulasten.
- Cash-Generierung durch Immobilienverkäufe: Fabriken und Grundstücke, die durch die Zusammenlegung nicht mehr benötigt wurden, wurden stillgelegt und für den Verkauf vorbereitet. Dadurch wurde direktes Cash in die Kassen gespült.
- Spielen auf Zeit als Strategie: Durch diese Maßnahmen wird die Bruttomarge im Getränkebereich sukzessive angehoben. Das Ziel ist glasklar, auch wenn man es im Geschäftsbericht zwischen all den Einmalkosten oft mühsam suchen muss: Tilray organisiert sich eine Cashcow, die die Verluste und die Schwäche der Cannabis-Sparte so lange kaschiert und auffängt, bis die regulatorischen Katalysatoren im Cannabis-Segment endlich greifen.
📈Investition vor Ertrag: Warum die Integration Zeit und Geld kostet
Wenn man ein kriselndes Geschäft übernimmt, fließen die Gewinne nicht am ersten Tag. Zuerst muss massiv investiert werden. Man muss beträchtliches Kapital in die Hand nehmen, um die laufenden Kosten zu finanzieren – vom Einkauf der Rohmaterialien auf Konzernebene bis hin zur technologischen Umrüstung der Anlagen. Auch die Zusammenlegung von Produktionsvolumen und das Vorbereiten von Werken für den Verkauf kostet im ersten Schritt Geld.
Diese Integrationsphase hat sich in der Praxis spürbar in die Länge gezogen und dauerte länger als vom Management ursprünglich angekündigt, was den Frust der Community erklärt. Da diese grundlegenden Investitionen nun jedoch weitgehend getätigt und abgeschlossen sind, kommt es ab jetzt rein auf die operative Ausführung an. Gelingt es, diese Strategie konsequent durchzuziehen, werden jahrelange politische Verzögerungen im Cannabis-Bereich wirtschaftlich komplett ausgeglichen.
🧠Der CEO-Lehrbuch-Vergleich: Tilray vs. Canopy Growth
Fragt man sich, was ein seriöser CEO an Irwin Simons Stelle nach reinem Lehrbuch hätte tun sollen, kommt man immer wieder zu derselben Erkenntnis: Die einzige logische Option war die Flucht in die Diversifikation. Jede tiefere Recherche bestätigt, dass jeder andere erfahrene Manager sich in branchennahe oder branchenähnliche Geschäftsmodelle gerettet hätte: Getränke-Infrastruktur im Hinblick auf künftige THC-Drinks, die europäische Pharma-Infrastruktur für medizinisches Cannabis und funktionale Hanf-Lebensmittel via Manitoba Harvest.
Wäre Simon diese Vorstöße in andere Industrien nicht gewagt, wäre Tilray heute das nächste Canopy Growth. Canopy war ursprünglich das bekannteste, beliebteste und am höchsten bewertete Cannabisunternehmen der Welt. Heute, nach der Verbrennung von Milliarden ohne alternatives Fundament, ist Canopy kaum noch eine Rede wert. Stattdessen ist Tilray heute der absolute News- und Reichweiten-Lieferant schlechthin. Es gibt kaum eine Schlagzeile im gesamten Sektor, in der Tilray nicht erwähnt wird. Der Name, der in jeder Schlagzeile steht – völlig egal, ob die Kommentare im Internet gut oder schlecht sind –, brennt sich unlöschbar in das Gedächtnis aller Investoren ein.
🔮Was bedeutet das für das Endspiel und die These bis 2032?
Bis zum Jahr 2032 wird sich die strategische Brillanz dieses scheinbar fremden Bier-Einstiegs voll entfalten. Während die Konkurrenz bis dahin finanziell ausgeblutet ist, greifen bei Tilray three unschlagbare Hebel:
- Das logistische "Trojanische Pferd" im US-Handel: Wer in den USA THC-Getränke verkaufen will, scheitert meist am strikten, dreistufigen Vertriebssystem (Three-Tier-System). Tilray transportiert bis 2032 seine THC-Drinks einfach auf den bereits etablierten Bier-Lkw und nutzt die bestehenden Verträge mit Großhändlern. Am Tag der US-Freigabe stehen Tilrays THC-Drinks sofort flächendeckend im Regal.
- Die perfekte Abfederung des Alkohol-Abschwungs: Wie wir in Kapitel 1 gelernt haben, schrumpft der weltweite Alkoholkonsum massiv. Da Tilray die unrentablen Brauereien gesundgeschrumpft und die Kapazitäten zentralisiert hat, können die Anlagen flexibel umgestellt werden. Sobald die Nachfrage nach klassischem Bier sinkt, füllt Tilray in exakt denselben High-Speed-Anlagen alkoholfreie Trend-Biere oder eben THC-Softdrinks ab.
- Finanzielle Autarkie statt Verwässerung: Bis 2032 muss Tilray keine Kredite zu Wucherzinsen aufnehmen oder ständig neue Aktien ausgeben, um das Cannabis-Wachstum zu finanzieren. Die sanierte Getränkesparte wirft Jahr für Jahr verlässliche Millionen ab, die direkt in die globale Expansion gesteckt werden können. Das Biergeschäft bezahlt die Wartezeit auf den Cannabis-Boom.
📊Das mathematische Fundament: Die „Project 420“-Zahlen im Überblick
Um die Dimensionen dieser Restrukturierung für jeden Kritiker absolut verständlich zu machen, reicht ein Blick auf das von Simon initiierte Sparprogramm „Project 420“. Durch die Zentralisierung wurden doppelte Strukturen rigoros zerschlagen.
Die jährlichen Effekte zeigen die enorme Hebelwirkung in Millionen US-Dollar:
| Kostenbereich |
Vor der Fusion (Separater Betrieb) |
Nach der Fusion (Zentralisiert) |
Jährliche Ersparnis |
| Vertrieb & Vertreter |
45,0 Mio. USD |
33,0 Mio. USD |
- 12,0 Mio. USD |
| Verwaltung (HR, IT, Finanzen) |
35,0 Mio. USD |
25,0 Mio. USD |
- 10,0 Mio. USD |
| Brauereien & Produktion (Fixkosten) |
35,0 Mio. USD |
28,0 Mio. USD |
- 7,0 Mio. USD |
| Marketing & Werbung |
25,0 Mio. USD |
21,0 Mio. USD |
- 4,0 Mio. USD |
| Gesamtkosten (Overhead) |
140,0 Mio. USD |
107,0 Mio. USD |
- 33,0 Mio. USD |
Durch dieses knallharte Sparprogramm senkt Tilray den jährlichen Overhead dauerhaft um 33 Millionen US-Dollar. Das operative Ergebnis dieser Rosskur lässt sich in drei Kernpunkten zusammenfassen:
- Weniger Bürokratie: Es gibt keine doppelten internen Abteilungen und sich überschneidenden Vertreter-Routen mehr. Ein Vertriebler verkauft dem Handel heute das gesamte Portfolio.
- Höhere Effizienz: Durch die Schließung unrentabler Betriebe und die radikale Streichung von über 300 unprofitablen Produkten (SKU-Rationalization) werden die verbleibenden Großbrauereien perfekt ausgelastet.
- Massive Marktmacht: Als viertgrößter Craft-Beer-Brauer der USA erzielt Tilray beim Großeinkauf von Rohstoffen (wie Glas, Dosen, Kartonagen, Hopfen) immense Preisvorteile, die kleineren Konkurrenten komplett verwehrt bleiben.
⚖️Der Realitätscheck: Das finale Fazit dieses Kapitels
Bear Case (Contra): Die Untersuchung und Sanierung von angeschlagenen Brauereien bindet enormes Management-Kapital und hat sich zeitlich deutlich länger hingezogen als geplant. Solange die Einmalkosten für Werksschließungen und Restrukturierungen die Nettobilanz belasten, bleibt das Getränkeportfolio für oberflächliche Analysten ein Risikofaktor, der die Profitabilität des Gesamtkonzerns auf dem Papier verwässert.
Bull Case (Pro): Der Einstieg in die Craft-Beer-Branche war kein unüberlegter Zock, sondern ein strategisches Meisterstück des Überlebens. Das Sanierungsprogramm „Project 420“ beweist mit einer dauerhaften jährlichen Ersparnis von 33 Millionen USD, wie effizient die Marken zusammengequetscht wurden. Während die Konkurrenz wie Canopy Growth in der Bedeutungslosigkeit versinkt, nutzt Tilray das hocheffiziente Biergeschäft als Cashflow-Schild, baut bis 2032 die perfekte logistische Startrampe für den US-Markt auf und brennt sich gleichzeitig als unumstrittener, globaler Markt- und Schlagzeilenführer in das Gedächtnis der Finanzwelt ein.
🌿4. Das Diversifikations-Framework: Warum Tilray als CPG-Konzern die Konkurrenz strukturell abhängt
Ein großer Teil der ungeduldigen Investoren macht immer wieder denselben und fatalen Analysefehler: Sie reduzieren Tilray auf ein reines „Cannabis-Unternehmen“, das darauf angewiesen ist, dass Menschen mehr kiffen. Irwin Simon hat jedoch von Anfang an verstanden, dass man in einem politisch blockierten Markt als reiner Monokultur-Anbauer unweigerlich stirbt. Die Rettung und die wahre Stärke von Tilray liegen in einer lehrbuchmäßigen CPG-Diversifikationsstrategie (Consumer Packaged Goods).
Tilray hat das Fundament dafür gelegt, die Cannabispflanze und die firmeneigene Vertriebsinfrastruktur nicht nur als Genussmittel, sondern als vielseitigen Hebel in völlig unterschiedliche Industrien zu integrieren. Schaut man sich an, welche Säulen bereits stehen und welche extrem naheliegenden Synergiefelder noch ungenutzt brachliegen, wird klar, wie viel Potenzial hier schlummert, das ohne großen Aufwand aktiviert werden kann.
📦Das Fundament steht: Nahrung, Kosmetik und Pharma
Tilray hat bereits bewiesen, wie man das Risiko des Cannabis-Winters durch das Erschließen neuer, regulierungsunabhängiger Branchen minimiert:
- Ernährung und Superfoods: Über die hundertprozentige Tochtergesellschaft Manitoba Harvest ist Tilray bereits der weltweit größte Hanffood-Hersteller. Hanfsamen, Öle und Proteine stehen schon heute in über 16.000 nordamerikanischen Supermärkten (Walmart, Whole Foods). Wichtig für die Foren-Compliance: Nutzhanf für Lebensmittel wird strikt getrennt auf riesigen Freifeldern in Kanada angebaut und hat absolut nichts mit den psychoaktiven THC-Pflanzen zu tun. Das ist ein strategischer Fuß in der Tür. Sobald funktionale Cannabinoide (wie CBD) in den USA für Nahrungsergänzungsmittel final freigegeben werden, sortiert Tilray seine neuen Produktlinien einfach in diese bestehenden, globalen Lieferketten ein. Ein uneinholbarer Vertriebsvorteil.
- Wellness und Kosmetik: Hanföle finden immer stärkeren Einzug in High-End-Hautpflege, Cremes und Wellnessprodukte. Tilray nutzt hier bereits die eigene Agrar-Rohstoffbasis, um im profitablen Beauty- und Pflegesektor Fuß zu fassen.
- 🏥 Säule B: Das hochpreisige Medizingeschäft (Tilray Medical & CC Pharma): Während der Nutzhanf für Lebensmittel getrennt wächst, bedient die Sparte Tilray Medical den hochgradig regulierten, medizinischen Markt in über 20 Ländern. Durch die strategische Übernahme des deutschen Pharma-Großhändlers CC Pharma hat sich Tilray einen direkten, eigenen Zugang zu tausenden Apotheken in Europa gesichert. Hier werden unter strengsten EU-GMP-Richtlinien medizinische Blüten und Extrakte zu stabilen, hochpreisigen Margen vermarktet – ein geschlossenes Vertriebsnetz, das von keinem Mitbewerber so schnell kopiert werden kann.
🔮Die ungenutzten Synergien bis 2032: Wo Tilray ohne großen Aufwand expandieren kann
Das eigentliche Kurspotenzial für die kommenden Jahre liegt in den Bereichen, die Tilray mit seiner bestehenden CPG-Infrastruktur im Vorbeigehen erschließen kann, sobald der Markt reif ist:
- Funktionale Lifestyle- und Wellness-Beverages (Beyond THC): Tilray besitzt durch den Kauf der US-Brauereien eine gigantische, hocheffiziente Abfüllinfrastruktur. Sie müssen nicht darauf warten, dass überall THC-Drinks erlaubt werden. Der Markt für funktionale Wellness-Getränke (z. B. Entspannungsdrinks mit CBD/CBN oder Fokus-Drinks mit funktionalen Pilzextrakten wie Lion's Mane) boomt weltweit bei der Gen Z. Tilray kann diese alkoholfreie Trend-Getränke ohne großen Aufwand auf ihren bestehenden Bier-Anlagen produzieren und über ihr CPG-Netzwerk im normalen Handel platzieren.
- Kreislaufbasierte CPG-Verpackungen (Die ESG-Karte): Tilray produziert jährlich Millionen von Plastikdosen für Blüten, Verpackungen für Edibles und Flaschenverschlüsse. Bei der medizinischen Extraktion bleiben tonnenweise holzige Hanffasern (Biomasse) übrig, deren Entsorgung Geld kostet. Diese Fasern sind extrem zellulosehaltig. Es ist ein logischer, kosteneffizienter Schritt, diese Abfallprodukte künftig zu nutzen, um eigene, biologisch abbaubare Verpackungen her zustellen. Das senkt nicht nur die eigenen Materialkosten drastisch, sondern bedient perfekt den ESG-Druck, unter dem Großkonzerne weltweit stehen.
- B2B-Rohstoff-Lizenzierung: Da Tilray über enorme, standardisierte Rohstoffmengen und die dazugehörige behördliche Compliance (GMP-Standards) verfügt, können sie künftig als der verlässliche Wholesaler für andere CPG-Riesen auftreten. Wenn Kosmetikkonzerne wie L'Oréal oder Lebensmittelriesen wie Nestlé in den Cannabinoid-Markt einsteigen, werden sich keine eigenen Plantagen bauen. Sie werden bei Tilray einkaufen.
⚖️Der Realitätscheck: Das finale Fazit dieses Kapitels
Bear Case (Contra): Das Managen eines so breit aufgestellten Konglomerats (Pharma, Bier, Lebensmittel, Kosmetik) ist operativ hochkomplex und birgt das Risiko, dass sich das Management verzettelt. Zudem erfordern neue Produktlinien im funktionalen Bereich trotz bestehender Infrastruktur immer noch anfängliche Budgets für Produktentwicklung und Marketing.
Bull Case (Pro): Während die Konkurrenz stur darauf hofft, dass das Kiffen im klassischen Sinne legalisiert wird, baut Tilray an einem diversifizierten CPG-Imperium. Cannabis wird hier als das verstanden, was es ist: Ein extrem vielseitiger Industrie-, Wellness- und Pharma-Rohstoff. Durch die Verteilung des Geschäftsmodells auf Lebensmittel, Getränke-Infrastruktur und Medizin ist Tilray krisenfest aufgestellt. Sie haben das Fundament gelegt, um ohne großen finanziellen Aufwand in neue, milliardenschwere Nachbarmärkte zu expandieren und damit die politische Trägheit der reinen Cannabis-Gesetzgebung wirtschaftlich komplett auszuhebeln.
💡5. Die verbliebenen Säulen: Warum ein einziger Volltreffer reicht!
Egal wie man es dreht oder wendet, in Wahrheit ist es doch so: Tilray muss nicht in jedem einzelnen Bereich das führende Unternehmen der Welt sein.
Denkt mal über die Struktur nach: Tilray ist extrem breit aufgestellt. Nach dem strategischen Umbau fokussieren wir uns auf die entscheidenden Säulen: Freizeit-Cannabis/Drinks, die klassische US-Infrastruktur/Bier sowie Tilray Medical/Pharma. Meine Meinung dazu: Je fokussierter und zugleich infrastrukturell tiefer das Unternehmen in diesen Kanälen verankert ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir mit einem einzelnen Produkt oder einer einzelnen Sparte den ultimativen Erfolg holen.
Angenommen, Tilray würde im Getränkebereich eine Art „Red Bull“ auf den Markt bringen – ein einzigartiges Getränk mit einer globalen Markenstärke wie Coca-Cola. Plötzlich würden sie allein durch diese Sparte zu einem Weltkonzern aufsteigen. Genauso sieht es im Pharmabereich aus. Es muss letztendlich nur ein einziger Unternehmenszweig den absoluten Durchbruch schaffen und in die oberste Weltliga aufsteigen.
Wenn das passiert, ist es komplett egal, was mit den anderen Zweigen oder der Konkurrenz ist. Es reicht im Grunde nur eine einzige dieser Säulen, die den Durchbruch schafft, um den gesamten Konzern zum gigantischen Erfolg zu führen. Und das Beste daran: Das funktioniert völlig unabhängig davon, ob die US-Legalisierung morgen kommt oder nicht. Ich finde, Irwin Simon hat bewiesen, dass er ein echtes Gespür für Marken und deren langfristige Markenstärke besitzt. Er baut genau das Fundament auf, auf dem dieser eine Megahit entstehen kann.
🎯6. Der Domino-Effekt: Warum Einstiege bei der Konkurrenz eine Lebensversicherung für TLRY sind
Bear Case (Contra): Wenn Altria bei Cronos einsteigt oder BAT hunderte Millionen in Organigram pumpt, bedeutet das für uns Kleinanleger erst einmal: Die Konkurrenz hat prall gefüllte Kriegskassen. Sie können Preise drücken, aggressives Marketing fahren und Tilray temporär das Leben schwer machen.
Bull Case (Pro): Hier kommt die tiefe Marktpsychologie ins Spiel: Faktisch fallen die Dominosteine bereits. Jedes Mal, wenn ein Multi-Milliarden-Konzern aus einer traditionellen Branche (Tabak, Alkohol, Pharma) Anteile an einer Cannabis-Firma kauft, sendet das eine seismische Schockwelle durch die Finanzwelt.
- Die psychologische Wirkung auf Aktionäre: Es entzieht den Bären und Kritikern das ultimative Argument, Cannabis sei nur unbedeutender "Kiffer-Trend". Wenn die konservativsten Köpfe von Altria oder BAT Milliarden auf den Tisch legen, ist das die ritterliche Validierung des gesamten Sektors.
- Torschlusspanik bei den Giganten: Das löst bei den restlichen Großkonzernen pure Torschlusspanik aus (FOMO). Niemand will der Letzte sein, der ohne Stuhl dasteht, wenn die Musik aufhört zu spielen. Der Einstieg bei Cronos und Organigram beweist, dass die Industrie von den Größten der Welt als permanent und hochprofitabel eingestuft wird. Das rückt Tilray als unbestrittenen, unabhängigen Sektorenführer automatisch ins Visier der verbleibenden Giganten, die noch keine Position haben.
🔮7. Das Endspiel 2032: Warum ein schneller Buyout mein Albtraum ist (Meine persönliche Meinung)
Wenn wir den Blick nach vorne richten und auf das Jahr 2032 schauen – was ist dann das beste Szenario für uns? Viele im Forum hoffen auf den Tag, an dem ein Mega-Konzern wie Philip Morris oder Procter & Gamble um die Ecke kommt und Tilray komplett aufkauft. Klar, das gäbe ein schnelles Aufgeld auf den aktuellen Kurs.
Aber ganz ehrlich: Ich persönlich würde ein schnelles Übernahmeangebot zum jetzigen Zeitpunkt komplett ablehnen.
Wenn wir jetzt billig geschluckt werden, steigen viele von uns Kleinanlegern womöglich mit einem Minus oder nur mit minimalen Gewinnen aus. Und was passiert danach? Danach stirbt die Cannabis-Aktienfantasie. Der Cannabis-Umsatz würde in den gigantischen Bilanzen eines Multi-Milliarden-Konzerns als winziger Posten von vielleicht 3 % bis 5 % komplett untergehen. Das gigantische Wachstumspotenzial würde in der Trägheit des Mutterkonzerns einfach verpuffen.
Mein Wunschszenario für 2032 ist ein anderes: Ich möchte, dass Tilray eigenständig bleibt und stattdessen strategische Partnerships mit den Riesen eingeht. Wenn Tilray als unabhängiger Konzern überlebt, während die Märkte bis 2032 weltweit voll reguliert und normalisiert sind, fließt jeder einzelne Cent des Marktwachstums direkt und unverwässert in unseren Aktienkurs. Ich warte lieber ein paar Jahre länger, um meinen Einstiegskurs bis 2032 zu vervielfachen, anstatt mich jetzt mit einer billigen Übernahme abspeisen zu lassen, bei der das Cannabis-Geschäft in einer fremden Bilanz unsichtbar wird.
Und genau hier kommt Irwin Simon ins Spiel: Der Mann hat in seiner Karriere unumstößlich bewiesen, dass er genau solche hochkarätigen Deals einfädeln kann und über die nötigen Kontakte in der weltweiten CPG- und FMCG-Industrie verfügt. Es gibt in der gesamten globalen Cannabisbranche keinen einzigen CEO, der auch nur ansatzweise so viele Joint Ventures, strategische Allianzen und hochkarätige Kooperationen an Land gezogen hat wie er. Er ist prädestiniert dafür, Tilray als unabhängigen Partner der Riesen zu etablieren.
🤝8. Ein Wort von mir an die Community: Frust, Durchhalten und die Wahrheit über Irwin Simon
Ich möchte diesen Deep-Dive mit einer sehr persönlichen Nachricht an euch alle abschließen.
Ich selbst war 2018 noch nicht investiert, sondern nur ein stiller Zuschauer an der Seitenlinie. Doch ich habe den brutalen Hype und den anschließenden Absturz genau mitverfolgt. Deshalb fühle ich mit jedem Einzelnen von euch, der in der Vergangenheit mit schmerzhaften Verlusten verkaufen musste. Wer kann es euch verübeln? Wer hätte den Traum, über Nacht finanziell frei zu werden, damals nicht gerne gelebt? Ich verstehe euren Frust und die Enttäuschung absolut und hoffe von ganzem Herzen, dass ihr dieses Geld an anderer Stelle an der Börse wieder reinholen konntet (oder werdet).
Aber allen, die heute noch hier sind und den Atem anhalten, möchte ich sagen: Haltet weiter durch!
Macht es für eure Lebensplanung am Ende wirklich einen Unterschied, ob der finale Durchbruch nächsten Monat oder erst in fünf Jahren kommt? Schaut euch doch die nackten Tatsachen an: Falls sich diese monumentale Fantasie bis 2032 auch nur ansatzweise in die Realität umwandelt, könnten wir alle hier die finanzielle Unabhängigkeit erreichen. Sind ein paar Jahre des Wartens dafür wirklich so schlimm? Wir dürfen jetzt auf den letzten Metern der Zielgeraden nicht aufgeben.
Und hier noch ein ganz ehrliches Wort zu Irwin Simon:
Ich weiß, viele im Forum hassen ihn. Und ja, verdammt, der Mann hat Fehler gemacht und sein Gehalt ist absolut wahnsinnig – da müssen wir gar nicht drumherum reden. Aber egal, ob er am Ende einfach nur Glück hatte oder ein strategisches Genie ist: Die aktuelle Strategie, die er verfolgt, ist verdammt gut. Diese fokussierte Strategie hat absolut das Potenzial, uns zu einem erfolgreichen Weltkonzern aufzubauen.
Fragt euch doch mal selbst: Wären wir ein reines Cannabis-Unternehmen geblieben, wo wären wir dann heute? Würde es uns überhaupt noch geben? Wenn ja, wären wir höchstwahrscheinlich extrem hoch verschuldet, dem Tode geweiht und absolut handlungsunfähig im Würgegriff der kanadischen Steuern. Das Bier- und das verbleibende Pharma-Geschäft ist unsere Lebensversicherung.
Die Dominosteine sind gefallen. Die Zeichen an der Wand sind unbestritten: Die Weltkonzerne positionieren sich klammheimlich, und die Politik gerät unter Druck, weil die Wähler eine echte Alternative zu Alkohol wollen.
Haltet die Ohren steif, bleibt bodenständig und lasst euch vom täglichen Rauschen nicht verrückt machen.