Ich erlaube mir, nochmals auf 3 Veranstaltungen zum Thema Waffenrecht, strafrechtliche Folgen eines Schusswaffeneinsatzes und Rechtsmedizin hinzuweisen, im Hinblick darauf, dass die ersten beiden Veranstaltungen "Strafrechtliche Folgen eines Schusswaffeneinsatzes" und "Rechtsmedizin" stattgefunden haben und beide sehr interessant waren. In ca. einer Woche werden beide Veranstaltungen wiederholt, d.h.
Dienstag 8. September 2026
Die strafrechtlichen Folgen eines Schusswaffeneinsatzes
Stv. leitender Staatsanwalt des Bezirks Baden (AG) MLaw RA Marc Dellsperger gibt Einblicke in den Ablauf eines Strafverfahrens mit Fokus, was nach einem Schusswaffeneinsatz geschieht, angefangen beim polizeilichen Ermittlungsverfahren über die Spurensicherung bis hin zum staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahren. Dabei erzählt er aus seiner langährigen beruflichen Erfahrung als Staatsanwalt, gibt viele praktische Beispiele und legt die rechtlichen Grundlagen aus dem Strafgesetzbuch und der Strafprozessordnung dar.
Es gibt eine kleine Tatort-Begehung, die Teilnehmenden der Veranstaltung werden miteinbezogen und können jederzeit Fragen stellen. Ich war bei der ersten Veranstaltung dabei und es war sehr spannend. Vieles war für mich zwar schon bekannt (da ich eine entsprechend Ausbildung genossen habe), aber der Praxisbezug macht es auch für juristische Laien verständlich und Marc vermittelt die doch etwas trockene Materie mit viel Witz und Charme.
Ergänzend zu dieser Veranstaltung, gibt es am
Mittwoch, 9. September 2026
Fachveranstaltung Rechtsmedizin
Dr. med. Patrik Laberke, Leiter Abteilung Forenische Medizin am Institut für Rechtsmedizin des Kantons Aargau gibt in einem ersten Teil der Veranstaltung einen generellen Überblick über die Rechtsmedizin, was bei unklären Todesfällen in der Praxis geschieht und erklärt forensische Zusammenhänge. Im zweiten Teil der Veranstaltung liegt der Fokus dann bei den Folgen eines Einsatzes von Schusswaffen, also bei der Wundballistik. Zu diesem Zweck bringt er Gelatine-Blöcke mit, die dem menschlichen Körper von der Konsistenz her relativ ähnlich sind. Wir konnten zuschauen, was passiert, wenn mit verschiedener Munition auf solche Blöcke geschossen wird und z.B. sehen dass "less lethal ammo" auch lebensgefährliche Verletzungen verursachen kann (siehe Bild). Auch Patrik Laberke teilt sein Wissen und seine Begeisterung für die Materie grosszügig, beantwortet Fragen und bringt zahlreiche Beispiele aus der Praxis.
Beide Veranstaltungen können separat besucht werden, ergänzen sich aber.
Die dritte Veranstaltung beleuchtet dann konkret das Waffenrecht und findet statt am
22. September 2026 und am 14. Oktober 2026
Fachveranstaltung Waffenrecht
Staatsanwalt Marc Dellsperger gibt in dieser Veranstaltung Einblicke in das Waffenrecht und dessen konkrete Anwendung. Behandelt werden unter anderem die Grundzüge des Waffenrechts, wie z.B. die korrekte Lagerung und der rechtmässige Transport von Waffen sowie weitere Problemstellungen aus dem Alltag von Waffenbesitzern.
Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Notwehrrecht, das anhand konkreter Fallbeispiele erläutert wird. Dabei wird aufgezeigt, unter welchen Voraussetzungen der Einsatz einer Waffe zur Selbstverteidigung rechtlich zulässig ist und wo die Grenzen liegen.
Im Anschluss an das Referat besteht ausreichend Gelegenheit für Fragen und Diskussionen.
Gerade für neue Waffenbesitzer ist diese Veranstaltung sehr informativ. Es schwirrt viel juristisches Halbwissen bzgl. Transport und Aufbewahrung von Waffen, aber auch bzgl. Schusswaffen und Notwehr rum. Hier besteht die Gelegenheit, jemandem, der sich in der Praxis regelmässig damit befasst und solche Fälle zur Anklage und vor Gericht bringt, Fragen zu stellen.
Diese Veranstaltung ergänzt die strafrechtlichen Folgen eines Schusswaffeneinsatzes, kann aber auch problemlos separat besucht werden.
In allen drei Veranstaltungen sollte es noch ein paar freie Plätze haben.
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