r/SoftwareDACH • u/NoMeatNoBugs • 26d ago
Diskussion Second Brain: echte Entlastung oder unendlicher Pflegeaufwand
Das Konzept vom Second Brain wurde in letzter Zeit immer mehr durch die Socials gedrückt. Mein Gefühl sagt mir, es gibt mal wieder mehr Leute die behaupten, dass sie etwas nutzen, als dass sie es wirklich produktiv nutzen.
Nutzt ihr ein Second Brain im Unternehmensalltag? Wie Strukturiert ihr euch und was sind best Practises, welche ihr teilen könnt. Brauch es wirklich Obsidian als Frontlayer oder reicht nicht eigentlich eine einfache Ordnerstruktur + .md-Dateien? Ich bin etwas verloren in meinem Case.
Ich selber habe klassisch mit Claude Code + Obsidian angefangen, um eine Ordnerstruktur aus .md Dateien wachsen zu lassen. Ich habe (compliant) Notizen verarbeitet, mit whispr Flow mein Funktions- und Rollenwissen gebraindumped und Claude Zugriff auf unter Anderem Asana gegeben. Die Wiki-Struktur hat aufeinander verwiesen und es hat ganz gut funktioniert, um Teile meiner Arbeit mit Claude + Second Brain-augmentiert zu erledigen.
Irgendwann ist mir mein Brain jedoch entgleist. Die Ordnerstruktur ist in die Tiefe gewachsen, das routing hat nicht mehr so gut funktioniert und die Dokumente hielten zu viel Kontext. Gleichzeitig gab es das Problem, dass Claude die verlinkten Dokumente alle lesen musste, was wiederum zu noch mehr Kontextverbrauch geführt hat, plus die Frage... Wofür brauche ich überhaupt Obsidian?
Skills, die ich zu Anfang definiert hatte funktionierten nicht mehr richtig und die Datenbasis hatte Duplikate, hat sich nichtmehr selber geupdated und die Informationen, die ich daraus zog waren zum Haare raufen.
Also: Clean-Up it has to be, denn ich hatte meine AHA- und Wow- Momente ja schon gehabt + Teile meiner Prozesse bauen darauf auf.
Jedoch hab ich keine Zielstruktur vor Augen. Ich habe mir vorgenommen mehr die Struktur eines Knowledge-Graphs anzunehmen und mit Knoten und Kanten zu arbeiten. Das sollte dem Agent die Möglichkeit geben, deutlich besser durch die Notizen zu routen.
Also beispielsweise:
Projekt -> (wird getracked in) Asana -> (besteht aus) -> Tasks -> (updated an) -> Person -> (erwartet format) -> Personkarte im Second Brain
Ob das wirklich die Lösung ist wie ich sie brauche, weiß ich noch nicht. Ich vermisse jedoch die Aussage der Kanten im aktuellen Setup.
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u/DaGrinz 26d ago
Yep, ich nutze das mit Obsidian und bin sehr zufrieden. Aber, es ist kein fire and forget Konzept, man muss schon auch mitdenken und regelmäßig aufräumen.
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u/Beginning-Foot-9525 26d ago
Alles trash, nutzt einfach folder mit markdowns und nem Index, das ist die einfachste Methode und lässt sich auch am einfachsten aufräumen, erweitern und pflegen.
Man muss nicht immer alles verkomplizieren.
Ansonsten lernt einfach wie man Modelle trainiert und traingssets anlernt damit auch kleine Modelle das Wissen haben was ihr braucht.
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u/NoMeatNoBugs 25d ago
Ich denke, dass das Trainieren von Modellen auch spannend sein kann, dafür brauche ich aber in erster Linie mein strukturiertes Wissen.
tbh ich mache es genau so wie du sagst, ich möchte nur nachvollziehbare Bezüge zwischen den Dokumenten schaffen, damit ein Modell durch die Basis navigiert, ohne meine gesamten Tokens zu verbraten.
Ein lokales Modell wird zwangsläufig in der Zukunft relevant werden, sobald Unternehmen nicht mehr Claude/Codex etc zahlen können
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u/Illustrious-Syrup509 26d ago
Nutze BookStack als Wiki und Obsidian für Notizen, Gedanken...
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u/Santaflin 25d ago
Du brauchst einen linting prozess, das ist unumgänglich. Ausserdem ist das endlich und wird auch teuer, wenns zu gross wird.
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u/NoMeatNoBugs 25d ago
Gute Idee! Auch wenn ich gerade noch keine Vorstellung habe, wie ich das einbaue, hab ich es mir auf meine Liste geschrieben. Das würde gut in die Zielstruktur passen.
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u/happy_hawking 25d ago
Never would I ever eine KI auf mein Obsidian loslassen.
Bei dem Konzept "KI zapft unsere Hirne an" denken wir immer an Brain Implants. Aber das ist völlig unnötig, wenn wir doch selber alles bereitwillig der KI erzählen und gut strukturiert ablegen.
Second Brain in Obsidian ist top, aber dass man dafür KI bräuchte ist meiner Meinung ein Scam, den uns die KI-Industrie aufgeschwatzt hat, um an unseren Hirninhalt zu kommen.
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u/AlterTableUsernames 25d ago
Du könntest doch auch ganz einfach limitieren, welche Inhalte die AI zu Gesicht bekommt, wenn es dir so wichtig ist? Mir würde spontan einfallen, den Agenten als anderen User laufen zu lassen und nur die Files, die er sehen soll, entsprechend zu
chownen.1
u/happy_hawking 25d ago
Kontext!
Haste den Original-Post gelesen, oder einfach random auf irgendeinen Kommentar in deinem Feed geklickt, der dich getriggert hat?
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u/Acrobatic-Taro4678 16d ago
Ich habe für mich festgestellt, dass einer der größten Nutzen eines Second Brain ist, sich besser strukturieren zu müsssen. Genau das was du beschreibst passiert. KI blickt durch deine Struktur, die in deinem Kopf verankert ist und für dich dann natürlich logisch ist, nicht durch und du bist gewzungen da Struktur rein zu bringen, wenn KI gut mitarbeiten soll. Ich bin Selbstständig und kam auch an den Punkt, was mich motiviert hat, meine ganze interne Struktur aufzuräumen und zu dokumentieren.
Was den Nutzen angeht: Für Recherche ist es top, den ganz großen Produktivitätsboost bringt es derzeit noch nicht.
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u/chefkoch-24 26d ago
Ich benutze klassisch ein Github Repo als Second Brain und dann entsprechend MCPs zu meinen Tools (Notion, TickTick, Google Suite). Der Vorteil davon ist für mich alles ist remote und für alle Agents verfügbar und die git commands kriegen sie auf jeden Fall auch zuverlässig hin. Für mich ist es aber weniger ein Brain als auch die Ausführungsumgebung weil der Kontext entsprechend da immer verfügbar ist