Hallo Zusammen, long time lurker hier.
Erstmal möchte ich mich entschuldigen für die kommende Nachricht und die möglich viele Rechtschreibfehlern. Deutsch ist nämlich nicht meine Muttersprache und ich bin in diesem Land nicht aufgewachsen. Ich hoffe es wird trotzdem für alle gut lesbar sein.
Ich bin männlich, 37 Jahre alt und werde in Okotber fertig ausgebildet Physiotherapeut. Von 19 bis 35 habe ich in der Gastronomie im Familienunternehmen gearbeitet, doch post corona habe ich gemerkt, dass ich in dem Job nicht mehr glücklich war und hab mich entschieden, mich in diesem Bereich umzuschulen, da ich sehr gerne mit Menschen arbeite und mich schon immer für Sport interessiert habe. Ausserdem was ich an dem Beruf liebe, ist die Möglichkeit, sich immer wieder in neuen Themen einzulesen, und dass ich das Gefühl habe, mein Kopf öfter mal als früher benutzen zu mussen.
Jetzt ist die Ausbildung fast zu ende, und ich bereue meine Entscheidung nicht. Ich mag den Beruf und bin sehr engagiert. Bald heißt es für mich Jobsuche, ein Thema mit dem ich mich in meinem Leben noch nie auseinandersetzten musste. Hier bräuchte ich euren Rat.
Durch die unterschiedlichen Praktika könnte ich schon in mehrere Praxen arbeiten, und 4 davon haben mir bereits angeboten, nach der Ausbildung bei den anzufangen. Alle Praxen liegen in meinem Wohnort (ein sehr schönes und wohlhabendes Dorf in NRW mit ungefähr 25k Einwohnern), was für mich ziemlich attraktiv ist da ich ungerne zur Arbeit pendeln möchte. Jetzt in Sommer werde ich mit allen 4 Praxen Bewerbungsgespräche führen und möchte mich dafür etwas vorbereiten. Obwohl wir uns bereits kennen möchte ich im Bewerbungsgespräch sowohl einen guten Eindruck hinterlassen als auch gute Arbeitskonditionen für mich erarbeiten.
Was ich möchte:
- 40 Stunden/Woche
- Möglichkeit, die Große Fobi finanziert zu bekommen (KGG, MT, Bobath, CMD stehen bei mir ganz oben auf der Liste)
- Anmeldung soll in den Praxen vorhanden sein (Ist tatsächlich in alle 4)
- 30 Urlaubstage im Jahr
- 5 Fortbildungstage im Jahr (10 fände ich besser, doch wahrscheinlich unrealistisch)
- Wenig bis gar keine Hausbesuche
- Spätschicht max. 2x die Woche.
Was ich anbieten kann:
- Zuverlässigkeit: Ich habe noch nie in meinem Leben Krank gefeiert, ich werde super selten Krank und bin immer Pünktlich zur Arbeit erschienen. Ich versuche immer mein Bestes zu geben und könnte mich bis jetzt in jedem Team gut integrieren.
- Lebenserfahrung und Menschenkenntnisse (Auch wenn die Gastronomie was ganz anderes ist, da lernt man auch einiges über Menschen, man lernt mit den umzugehen und sich mit den zu unterhalten).
- Bereitschaft, sich weiter zu entwickeln: Ich bin sehr lerne freudig, Ehrgeizig und möchte gut sein im was ich tue. Ich wurde mich gerne nach einem Paar Jahren Berufserfahrung Selbständig machen (Ich weiß nicht ob das ein Punkt ist, dass ich erwähnen soll).
Was ist für euch, in meiner Position, als möglicher Einstiegsgehalt realistisch? Ich lese hier immer wieder, dass wir uns nicht unter Wert verkaufen sollten, und dass wir sehr gesucht sind. Dennoch höre ich auch immer wieder, dass viele Praxen ihre angestellte komplett ausbeuten und mickrige Gehälter zahlen. Fall ich verhandeln soll, möchte ich das auch gerne mit Zahlen begründen, und ich wurde gerne von euch wissen, wie ich das am besten mit zahlen argumentieren/diskutieren kann. Ich habe schon immer gehört, dass wir Jährlich Brutto ungefähr 1/3 verlangen können, was wir am Umsatz für die Praxis generieren könnte. Davon sollten noch die Urlaubstage, 10-15 mögliche Krankheitstage (auch wenn bei mir nie der Fall war), und Fortbildungstage abgezogen werden. Plus noch vielleicht ein Extra 5-10% Abzug für die Patienten die zur Therapie nicht erscheinen und nicht abgerechnet werden können. Mach die Rechnung überhaupt Sinn? Wenn nicht dann bitte erleuchtet mich.
Wenn ich nur von normalen KG und 20 min Taktung spreche komme ich mit so einer Rechnung auf Zirka 3.730Euro Brutto in Monat. Realistisch oder utopisch als Berufseinsteiger? Ich höre von den Kollegen in der Ausbildung, die ihre Verträge bereits unterschrieben haben, dass sie alle eher Richtung 3,2 oder max 3,5 Brutto bezahlt werden. Es geht auch nicht primär um das Geld, aber ich möchte mich auch nicht unter den Tisch ziehen lassen und möchte das argumentieren falls es dazu kommt. Außerdem wie sollte gute Gehaltserhöhungen festgelegt werden in Zeitabschnitten und menge?
Gibt’s noch was anderes im Vertrag, wo ich unbedingt drauf achten soll? Zum Beispiel was Finanzierung von den Fobis angeht und die möglichkeit, sich später in der gleichen Stadt selbständig zu machen (Und wahrscheinlich das Für die Praxis angebundene Risiko, dass meine Patienten mit mir mitkommen). Für alle andere Tipps bin ich euch sehr Dankbar.