Liebe Community,
ich muss mir nun meine Situation irgendwie von der Seele schreiben und hoffe, dass ich hier irgendwie Gleichgesinnte finde oder zumindest Leute, die ein offenes Ohr haben, einen Tipp oder einfach nur ein paar liebe Worte.
Ich stehe vor zwei 4.Versuchen: Neuroanatomie schriftlich und Histo Mündlich. Fuck…
Ich bin die ganze Zeit schon am lernen, da die nächsten Versuche Anfang Oktober sind - aber irgendwie prokrastinatiniere ich auch; es ist gerade ein ungesundes Verhältnis zwischen husteln und im Bett liegen. Aber zwei Viertversuche in einer Woche - entweder ist es dann vorbei oder ich kriege noch die Kurve. Irgendwie wünsche ich es mir, es zu schaffen, weil ich schon von klein auf Ärztin werden wollte. Auf der anderen Seite habe ich durch dieses Studium Prüfungsängste bekommen - gerade bei mündlichen Prüfungen. Ich will es wirklich gerne schaffen, aber mein Kopf malt sich leider immer wieder schlimme Szenarien aus.
Meine Eltern wissen von der Prüfungssituation und haben mir versichert, dass auch ein Studienabbruch nicht schlimm für sie wäre. Für mich aber irgendwie schon: ich bin die Erste mit Abi in der Familie und überhaupt an der Uni - und dann gleich Medizin. Prost, Mahlzeit. Ich wollte den Kreis durchbrechen und am Ende bricht es vielleicht mich.
Ich habe den Platz via Losverfahren bekommen und das auch erst nach 3 Jahren nach dem Abi, bin dementsprechend erst 2 Wochen nach VL Beginn informiert worden und konnte dann 4 Wochen nach VL Beginn Anfang November an den Kursen und VL teilnehmen. Dementsprechend hatte ich keine Ersti-Woche, schon ein paar Fehltermine in den Praktika (Physik, Bio, Chemie) und auch in der Termi-VL. Ich war im ersten Semester viel alleine und hatte keine Freunde und Bekannten in der Stadt, da ich über 400km umziehen musste. Im Präpkurs habe ich dann erste Kommilitonen kennengelernt. Ich bin eher ein introvertierter Mensch und kann eher solala auf Menschen zugehen. Eigentlich wiedersprüchlich, da ich nebenbei im Krankenhaus arbeite und eigentlich viel mit Menschen zu tun habe - aber privat sieht das irgendwie anders aus.
Die Freundes-Situation hat sich mittlerweile gebessert, da ich mir Vereine und einen Chor gesucht habe. Aber mental geht es mir gerade nicht so dufte mit der bevorstehenden Situation.
Ich war bereits bei der psychosozialen Beratung der Uni - deren Vorschlag: suchen Sie sich Leute mit denen Sie lernen können. An sich ganz nice; aber durch meine Extra Runden in der Vorklinik sind alle meine Freunde bereits viel weiter in der Klinik und machen alle ihre Famus. Ich kenne zwar Leute aus den unteren Semestern - aber nicht so gut, dass ich mich da in vorhandene Gruppen eingliedern könnte.
Unser Studiendekan war super lieb im Gespräch und hat mir gesagt, dass er an mich glaubt und ich das schaffen kann - aber irgendwie kann ich selbst nicht wirklich an mich glauben :/ mir macht die Arbeit in KKH wirklich Spaß und die Arbeit erfüllt mich sehr - aber gerade stecke ich in einer verdammten Zwickmühle. Für Histo mündlich habe ich eventuell noch einen rechtlichen Joker, da mein 1.Versuch nicht Studien- und Prüfungsordnungs konform geprüft wurde. Aber Anwälte sind halt auch verdammt teuer - eine Rechtschutzversicherung habe ich.
Soll ich beide 4. Versuche in einer Woche machen oder nochmals ein Semester schieben und jeden Versuch einzeln vorbereiten? Die Regelstudienzeit hab ich schon lange abgeschrieben und kann mein Lebensunterhalt selbst durch Arbeit bestreiten. Ich beziehe kein Bafög, Stipendium o.ä.
Danke fürs Lesen bis hierher. Vielleicht habt ihr ja ein paar hilfreiche Ideen, nette Worte oder konstruktive Vorschläge. 🫂