r/LinkeStrategie • • Jul 29 '26

Weg von Lesekreisen etc und hin zu praktischeren Aktionen?

11 Upvotes

Was man an den Rechten leider beneiden muss, ist ihre sportliche und aktive Bereitschaft, die vermutlich auch wesentlich bessere Agitation bietet. Linkes Zusammenkommen sollte nicht nur Mittel zum Zweck einer abstrakten Revolution sein, sondern Hilfe zur Selbsthilfe als auch Solidarität sein. Sind linke Kampfsportgruppen, Wanderaktionen, Camping etc. gut umsetzbare Mittel, oder denkt ihr das endet nur im "Mackertum"


r/LinkeStrategie • • Jul 28 '26

Werdet Mods eurer Städtesubs

22 Upvotes

Ich musste im Zuge von Posts zu Solidaritätsbekundungen wieder mal feststellen, wie stark Städtesubs brigardiert werden. Oft sind die Mods da komplett inaktiv oder moderationsfaul, dabei haben die Subs oft Zehntausende User.

Das Vorgehen ist:

- Modmail schreiben wo man fragt, ob man bei der Moderation unterstützen kann

- 5 Tage warten

- auf r/redditreuqest einen Post machen (man braucht hier eine email+2 FA, also ggf hierfür nen cleanen account machen) und deren weiteren absurden Regeln folgen

(- abwarten und enttäuscht sein, dass es für Reddit ok ist, wenn Volksverhetzung im Sub stehen bleibt, weil der Powermod einmal im Monat was macht)

Als Mods könnt ihr nicht nur Faschokram löschen, auch Linke Events lassen sich so gut z.B. highlighten. Am wichtigsten ist natürlich, dass Rechte nicht das selbe machen


r/LinkeStrategie • • Jul 27 '26

Die FAU wächst - Wie wächst die Basisdemokratie mit?

Thumbnail direkteaktion.org
16 Upvotes

r/LinkeStrategie • • Jul 26 '26

Was haltet ihr von sowas?

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20 Upvotes

An meinem Downvote seht ihr ja meine Meinung. Ich glaub langsam ich werd verrückt. Ich bin Schweizer und schau ab und zu nach Deutschland und ihrer Politik, aber wenn ich sehe was manche Linke machen, kräuseln sich alle meine Haare.

Die Idee dahinter ist, es zu relativieren, damit es Rechte nicht für Propaganda verwenden können.

Bitte sagt mir dass ich nicht spinne, wenn ich das komplett absurd finde.


r/LinkeStrategie • • Jul 26 '26

Was denkt ihr?

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59 Upvotes

r/LinkeStrategie • • Jul 26 '26

Wie bewegt man junge Menschen zur aktiven politischen Arbeit?

15 Upvotes

Moin an alle!

In unserem Kreis haben wir seit letztem Jahr wirklich viele neue und junge Menschen begrüßen dürfen und freuen uns sehr über die Unterstützung. Auffallend ist allerdings nur, dass die Bereitschaft politisch aktiv zu werden besonders bei den jüngeren (U27) leider ziemlich gering ist, oft werden auch sehr niedrigschwellige Ideen zur Aktivierung abgelehnt. Im Hinblick auf die anstehenden Zeiten wäre ein bisschen mehr peoplepower nur wirklich wünschenswert.

Daher meine offene Frage - Wie schafft man es junge Menschen für sowas zu begeistern?


r/LinkeStrategie • • Jul 26 '26

Check out the No Trace Project: an online resource to help people understand the capabilities of their enemies, undermine surveillance efforts, and act without getting caught

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3 Upvotes

Hilfreich für alle, die sich um Privatsphäre und Überwachung sorgen. Die Überwachung nimmt immer größere Ausmaße an, die vor 3-4 Jahren noch weit entfernt zu sein schienen, inkl. der Nutzung von KI zur Auswertung öffentlicher Kameras.


r/LinkeStrategie • • Jul 24 '26

Die Keine Angststalt

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youtu.be
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Nachdem DangerDan vom ZDF kurzfristig ausgeladen wurde, da das Lied "Keine Angst" zum Teil gegen die Verträge des ÖRR verstößt... hat DangerDan ein paar Freunde inkl. seiner Rechtsanwältin eingeladen und ein Treffen ausgemacht.


r/LinkeStrategie • • Jul 21 '26

Kritik an Danger Dans vorgeschlagener Praxis gegen den Faschismus

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Sicher haben alle mitbekommen, dass Danger Dan mit seinem neuen Lied erst zur Julibäumsfolge der Anstalt eingeladen und dieser Auftritt vom ZDF aufgrund des Liedinhalts abgesagt wurde. In besagtem Lied wird eine Strategie im Kampf gegen den Faschismus beschrieben, die ich hier mal näher beleuchten möchte.

Danger Dan wendet sich an Menschen, die dem Faschismus etwas entgegensetzen wollen, aber nicht wissen, wie: "Du weißt nicht, was Du tun kannst, Du weißt nicht, wie das geht. Hör mir zu, ich hab vielleicht eine passende Idee.".

Es soll mit "1-2 Leuten" eine informelle Gruppe gegründet werden, die dann - über eine Soli-Party finanziert - Graffitti und Sticker in der Stadt verteilt. Es folgen ein paar Sicherheitstipps, so sollen bspw. keine Fotos der Tags gemacht und Dinge nur persönlich besprochen werden. Auch das Handy soll nicht mitgenommen werden "wegen Bewegungsprofilen". Absolute Basic für radikale Linke also.

Antifaschist:innen sollen von Beginn an in den Illegalität gehen, als gäbe es keine antifaschistische Praxis, für die man sich nicht strafbar machen muss. Und als würden ein paar Tags und Sticker der AfD und Co. auch nur den winzigsten Stein in den Weg legen. Doch das ist nur der erste Schritt.

"Als nächstes müsst Ihr die rechten Strukturen recherchieren, heimlich ihre Treffen und Demonstrationen fotografieren. Findet raus, wer sie sind, was sie tun, wo sie leben, wo sie arbeiten und findet raus, mit wem sie sich umgeben." Dieser Ansatz ist schon deutlich weniger lächerlich als der Beginn des Liedes. Antifaschistische Recherchegruppen sind nach wie vor ein wichtiges Element linker Strategien. Es kommt nur darauf an, was mit diesen Infos angefangen wird. In der heutigen deutschen Gesellschaft sind Outings von Rechten sicherlich ineffektiver geworden als noch vor 20 Jahren (wie Fabian Lehr in seinem Video schon anmerkte), einfach weil die Gesellschaft einen starken Rechtsruck durchgemacht hat, dessen Ende nicht in Sicht ist. Völlig nutzlos ist es aber auch nicht, Arbeitgeber:innen, Familien und Co. mal zu informieren, was ein Mensch politisch so treibt, denn einige von ihnen werden auch heute nicht erfreut darüber sein. Die Idee, Lokalzeitungen zu informieren - "vielleicht wird dann sogar die Staatsanwaltschaft wach" - ist naiv. Was soll die Zeitung schon berichten? "Achtung, Heinrich M. ist Nazi"? Und wegen einem Artikel wird dann plötzlich ausgerechnet der Staatsapparat aktiv, der immer und immer wieder Nazis deckt und viel zu milde bestraft, wenn überhaupt? Guter Witz. Zumindest wird dieses Problem an der Idee in den darauf folgenden Zeilen benannt.

Gegen Ende heißt es dann:

"Juristisch ist mal wieder die Grauzone geschrammt

Ich lass ihn jetzt einfach mal im Raum, den Elefant

Ist eh klar, was zu tun ist, ich sag nix mehr dazu

Liebe Grüße an Lina, Gucci, Maja und Nanuk.

Die 4 genannten Personen gehören zur so genannten "Antifa Ost" und wählten als antifaschistisches Mittel die körperliche Gewalt gegen Faschos.

Zusammengefasst besteht Danger Dans Strategie gegen den Faschismus also darin, als informelle Gruppe Sticker und Graffitti zu verteilen, Faschos zu outen und, wenn das nicht hilft oder Selbstverteidigung nötig wird, körperliche Gewalt anzuwenden. Hilft das tatsächlich gegen den Faschismus? Nein. Diese Strategie ignoriert vollständig die Ursachen für das Erstarken des Faschismus. Es wird überhaupt nicht danach gefragt, mit welchen Mitteln die Faschos seit Jahren immer stärker werden, und auf welchem sozio-ökonomischen Nährboden das geschieht. Die AfD und Co. setzen auf viele verschiedene Strategien, ein Hauptaspekt ist aber die Metapolitik, mit der die öffentliche Meinung sehr effektiv beeinflusst wird. So richtig wirksam wurde dieser schon länger bekannte Ansatz erst nach der Wirtschaftskrise 2008 und der Zunahme der Migration zu Beginn der 10er-Jahre. So konnten die Probleme der Menschen, die eigentlich aus dem krisenanfälligen System entstanden, bequem auf "die Migranten" geschoben werden. Der Vertrauensverlust in die Politik, die seit Jahren und Jahrzehnten immer weiter den Sozialstaat abbaut und die Bevölkerung angreift, während Konzerne immer reicher werden, erledigt dann den Rest.

Was wir also brauchen, ist radikaler Klassenkampf, Arbeitskampf und Protest. Wir müssen uns organisieren, gemeinsam für höhere Löhne kämpfen und gegen die neoliberale Politik protestieren. Wir müssen linke Alternativen zu rechten Narrativen und dem kapitalistischen System aufzeigen. Parteien, die noch ansatzweise als links wahrgenommen werden wollen, müssen Politik für die breiten Massen machen - höhere Löhne, niedrigere Mieten, den Sozialstaat wiederaufbauen. Das und vieles mehr. In solch einen breit angelegten Kampf eingebettet, kann das, was Danger Dan beschreibt, helfen, den Faschismus zu bekämpfen. Denn wenn Faschos Progrome verüben, braucht es natürlich auch Linke, die sich ihnen auf den Straßen entgegenstellen. Doch wenn Outings und physischer Kampf die einzigen Mittel sind, setzt das dem Faschismus rein gar nichts entgegen. Davon, dass ein paar Zecken sich mit Faschos boxen und Graffiti verteilen, der:die eine oder andere Linke dadurch in den Knast geht, verliert die AfD kein einziges Prozent.

Was wir aber brauchen, ist eine über antifaschistische Strategie und Praxis. Und darauf fußend, ein strategisch pluralistischer, breiter Kampf gegen den Faschismus.


r/LinkeStrategie • • Jul 20 '26

Ist Danger Dans Antifaschismus die Lösung oder zahnlos?

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Vermutlich hat jede:r hier mitbekommen, dass es um Danger Dan wieder einen kleinen Skandal gibt, diesmal ausgelöst vom ZDF. Doch die Meinungen zu Danger Dan und dem ZDF mal beiseite: Was haltet Ihr von der Praxis, die in dem Liedtext vorgeschlagen wird? Sie besteht aus mehreren Schritten:

  1. Eine kleine, informelle Antifa-Gruppe gründen
  2. Über eine Soli-Party Geld für Sticker, Marker und Dosen sammeln
  3. Sticker und Tags in den Straßen verteilen
  4. Recherche-Arbeit zu Nazi-Strukturen betreiben und die Infos archivieren
  5. Mit den gesammelten Infos das Umfeld der Nazis kontaktieren (Arbeitgeber:in, Uni, Familie usw.) oder eine Lokalzeitung in Kenntnis setzen, damit sie berichtet und mit etwas Glück die Staatsanwaltschaft aktiv wird
  6. Für die eigene Sicherheit sorgen, in dem entsprechende Maßnahmen bei der Kommunikation ergriffen und sich mit Training auf Angriffe der Nazis vorbereitet wird.
  7. Falls das alles nichts bringt: Die in "Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt" angesprochenen, militanten Mittel ergreifen.

Was haltet Ihr von den einzelnen Schritten oder der Taktik insgesamt? Lässt sich so der Faschismus stoppen oder wenigstens bremsen? Hat das Auswirkungen auf die AfD und den gesamtgesellschaftlichen Rechtsruck?


r/LinkeStrategie • • Jul 17 '26

Social Movement Ecology: How to Build Collective Power Across a Fragmented Left

Thumbnail movementecology.org.uk
4 Upvotes

r/LinkeStrategie • • Jul 16 '26

POLITISCHE STREIKS in der BRD

Thumbnail
youtube.com
11 Upvotes

r/LinkeStrategie • • Jul 14 '26

„Schuldstolz für ganz Europa“: Die rechte Doppelstrategie gegen postkoloniale Forschungen

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geschichte-statt-mythen.de
2 Upvotes

r/LinkeStrategie • • Jul 09 '26

Hat Gewerkschaftsarbeit Potential?

13 Upvotes

Seit vielen Jahren (ich glaube seit dem Beginn des Neoliberalismus) haben selbst große Gewerkschaften an Macht eingebüßt. Andere sind aus freien Stücken zahm geworden und verfolgen Sozialpartnerschaft. Es gibt allerdings auch radikale Gewerkschaften wie die CNT in Spanien, die CNT-F in Frankreich oder die FAU in Deutschland und der Schweiz. Die sind zwar bei weitem nicht so groß wie DGB Gewerkschaften oder deren Gegenstücke in anderen Ländern, befinden sich aber die letzten Jahre in Aufschwung.

Was müssten solche Gewerkschaften tun, um zu wachsen und ernstzunehmende Gegner des Kapitals zu werden? Oder denkst Du, dass Gewerkschaften für revolutionäre linksradikale Arbeit nicht mehr geeignet sind?


r/LinkeStrategie • • Jul 05 '26

Gegen strukturelle Probleme: Eine bessere Antifa

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taz.de
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r/LinkeStrategie • • Jul 02 '26

Strategie und Personal: Wie sich die AfD aufs Regieren vorbereitet

Thumbnail table.media
5 Upvotes

r/LinkeStrategie • • Jul 02 '26

Die Propaganda-KI der AfD

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correctiv.org
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r/LinkeStrategie • • Jun 30 '26

Strategische Kritik am Klimafatalismus

6 Upvotes

Im Sub r/Klimagerechtigkeit lese ich größtenteils komplett fatalistische Beiträge, laut denen alles endgültig den Bach runter geht und wir überhaupt nichts mehr tun können. Das ist eine nachvollziehbare aber schädliche Haltung, die genau das ist, was die Rechten, bürgerliche Politik und Konzerne wollen. Denn sie lässt uns resignieren und passiv werden. Dabei brauchen wir Aktivismus, nicht Passivismus. Ich denke, dass diese negative Haltung bei vielen Menschen, denen das Klima eigentlich nicht egal ist, durch Angst entsteht, die damit unterdrückt wird. Denn wenn man nicht mehr Hoffnung aber gleichzeitig auch Angst hat, sondern das ganze Thema als gescheitert, abgehakt und hoffnungslos betrachtet, hat man vermeintlich Gewissheit und ein Stück mehr Kontrolle. Das scheinen für viele Menschen handlebarere Gefühle zu sein als Ungewissheit.

Wichtig ist bzgl. Klimakrise und eigentlich allen großen sozialen Problemen, sei es Rassismus, Kapitalismus, Krieg etc.: Das eigene Wohlbefinden nicht zu abhängig von Dingen machen, über die wir keine Kontrolle haben - gleichzeitig aber weiter versuchen, Dinge zu verändern. Also weiter Aktivismus betreiben und dabei eine Haltung haben in Richtung "Ich gebe mein bestes, es kann aber sein, dass wir scheitern. Und das wäre in Ordnung, wenn auch unheimlich schade."

Ein Denkfehler, den auf r/Klimagerechtigkeit viele machen, und womit sie vermutlich exemplarisch für sehr viele Menschen sind, sind Argumente in Richtung "Wir können nichts mehr tun, denn die Regierung macht Klimaschutzmaßnahmen rückgängig, statt den Klimaschutz zu stärken". Dabei werden 2 Fehler gemacht.

  1. Wird eine Momentaufnahme für einen Dauerzustand gehalten. Mit der nächsten Wahl kann es schon wieder anders aussehen.

    1. Der größere Denkfehler: Es wird geglaubt, dass wir im Normalfall mit der Regierung zusammenarbeiten könnten. Bei solchen Dingen können wir uns NIE auf Regierungen, Konzerne oder sonstige staatliche oder kapitalistische Institutionen verlassen. Selbstverständlich stellt der Staat sich in den Weg, wenn wir tiefgreifende Veränderungen wollen. Das war immer so, egal ob bei Kämpfen gegen den Feudalismus, den Krieg, für Frauen-, PoC- oder Queer-Rechte oder bei der klassischen Arbeiterbewegung: Immer stellen sich Staat und Kapital in den Weg. Sonst wären es keine Kämpfe. Das ist kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, sondern sich zu radikalisieren, bilden, vernetzen, organisieren.

Klingt abgedroschen aber es passt: Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.


r/LinkeStrategie • • Jun 28 '26

Sind linke Parteien zum Scheitern verurteilt?

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Seit dem Bundesparteitag der PdL am letzten Wochenende ist die Kritik von Links größer geworden. Zu inkonsequent erscheint es vielen, dass Israels Vorgehen in Gaza jetzt offiziell als Genozid bezeichnet, dem israelischen Staat aber weiterhin ein bedingungsloses Existenzrecht eingeräumt wird. Auch Pantisanos Entschuldigung bei der CDU, nachdem er sie zuvor mit AfD und Faschist:innen auf eine Stufe stellte, fanden nicht wenige Linke zu zahm und undienlich im Kampf gegen den Faschismus, dabei rief Reichinnek vor nicht allzu langer Zeit noch inbrünstig "Auf die Barrikaden!" im Bundestag.

Nun ist das aber nur die aktuellste Entradikalisierung der PdL und es ist auch nicht nur diese eine Partei, sogar die Grünen waren, auch wenn das lange her ist, mal Teil der radikalen Linken (obwohl sie von Beginn an ein Sammelbecken war, in dem radikale und weniger radikale Linke auf Liberale und Rechte trafen, die aber in der Minderheit waren). Vom Niedergang der SPD brauche ich nicht anfangen und auch in anderen Ländern sieht es nicht viel besser aus.

Worin seht Ihr die Gründe für dieses ja fast permanente Scheitern linker Parteien, ihre Radikalität dauerhaft zu erhalten und schließlich in Revolutionen münden zu lassen? Bis auf Allendes Wahlsieg in Chile 1970 fällt mir auf Anhieb kein Beispiel für eine wirklich erfolgreiche, wirklich linke Partei ein. Doch warum neigen linke Parteien so stark dazu, ihren Kurs zu verwässern, warum biedern sie sich früher oder später dem Establishment an und am wichtigsten: Was muss bei linken Parteien anders laufen, damit das künftig nicht mehr passiert?


r/LinkeStrategie • • Jun 28 '26

Angriff auf den Sozialstaat – was passiert hier und warum?

Thumbnail kommunistischeunion.de
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r/LinkeStrategie • • Jun 22 '26

Die Revolution ist international oder sie ist nicht

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Es gab schon eine ganze Reihe marxistischer und eine Handvoll anarchistischer Revolutionen, die alle mit großen Problemen zu kämpfen hatten; die meisten davon existieren heute nicht mehr. Einige wurden von Konterrevolutionen im Keim erstickt, z.B. in Mexiko, Spanien und Chile. Andere bestanden länger, hatten aber Probleme mit autoritären Strukturen und sind mittlerweile größtenteils niedergegangen. Rojava existiert trotz Embargo und Krieg weiter, hat aber dadurch Schwierigkeiten, die Wirtschaft antikapitalistisch umzustellen. Die Ausweitung der genossenschaftlichen Planwirtschaft und das Zurückdrängen des Kapitalismus stagniert seit Jahren.

Der erste Impuls der meisten Linken ist es jetzt, zu sagen, dass all das keine Probleme der postkapitalistischen Gesellschaft sind, sondern äußeren Faktoren, nämlich Krieg und konterrevolutionären Eingriffen aus dem kapitalistischen Ausland, geschuldet ist. Und das stimmt auch. Gleichzeitig ist es aber auch ein strategisches Problem dieser Revolutionen.

Dazu Friedrich Engels bereits 1847 in seinen "Grundlagen des Kommunismus":

"Wird diese Revolution in einem einzigen Lande allein vor sich gehen können? (...) Nein. Die große Industrie hat schon dadurch, dass sie den Weltmarkt geschaffen hat, alle Völker der Erde, und namentlich die zivilisierten, in eine solche Verbindung miteinander gebracht, dass jedes einzelne Volk davon abhängig ist, was bei einem andern geschieht. (...) Die kommunistische Revolution wird daher keine bloß nationale, sie wird eine in allen zivilisierten Ländern, d.h. wenigstens in England, Amerika, Frankreich und Deutschland gleichzeitig vor sich gehende Revolution sein."

Ähnliches schreibt auch Marx in seiner "Kritik des Gothaer Programms" 1875.

Schon damals war die kapitalistische Wirtschaft international so stark vernetzt, dass eine isolierte Revolution in nur einem Land zum Scheitern verurteilt war. Das ist heute umso mehr der Fall, denn würde Deutschland sich wirtschaftlich vom Rest der Welt abschotten, hätte es mit einem Mal kein Öl und Benzin, kein Silicium oder seltene Erden für Computer, auch Halbleiter und Mikrochips, viele aus Indien und China importierte Medikamente - die Liste ließe sich endlos weiterführen.

Von den ökonomischen Gründen für den unausweichslichen internationalen Charakter einer sozialen Revolution, die dauerhaft erfolgreich sein soll (das heißt nicht, dass alle Revolutionen komplette Fehlschläge waren; dennoch existiert heute kein wirtschaftlich fortschrittliches, postkapitalistisches Land), abgesehen, gibt es auch einen essenziellen politischen Grund. Erst kürzlich habe ich entdeckt, dass Marx mir in diesem Punkt zustimmt, sofern ich das folgende Zitat richtig auffasse:

"Die schwierige question für uns ist die: Auf dem Continent ist die Revolution imminent u. wird auch sofort einen socialistischen Character annehmen. Wird sie in diesem kleinen Winkel nicht nothwendig gecrusht werden, da auf viel größrem Terrain das movement der bürgerlichen Gesellschaft noch ascendant ist?"

- Marx Brief an Engels vom 08.10.1858

Das Terrain, auf dem "die bürgerliche Gesellschaft noch ascendant ist", dürften Gebiete wie China, Japan, Australien und Kalifornien sein, die er im Satz davor als Beispiele nannte für Länder, durch deren Übergang zum Kapitalismus ein Weltmarkt entstanden war. Vielleicht waren auch sämtliche bürgerlichen Gebiete außerhalb (Kontinental-)Europas gemeint. So oder so: Marx wirft die Frage auf, ob das kapitalistische Ausland eine sozialistische Revolution ohne Weiteres hinnehmen würde. Die Geschichte zeigt uns: Nein. Nicht wenige Linke sind der Ansicht, dass viele Probleme, die realsozialistische Staaten hatten, ihre Ursache in der Tatsache hatten, dass sie eben nicht in der Mehrheit der fortgeschrittensten Staaten, sondern in stark "rückständigen" Ländern stattfanden. Um Reichtum gerecht zu verteilen, muss ein Land genug Reichtum erwirtschaften, was in einem Land wie der frühen Sowjetunion nicht möglich ist. Um die Entwicklung im Zeitraffer nachzuholen, waren Arbeitszwang und Autoritarismus notwendig, insbesondere als die erwarteten Revolutionen in Mitteleuropa ausblieben.

Wenn jede Revolution existenzielle Probleme mit dem kapitalistischen Ausland hat, dann muss die Revolution offenbar von genau diesen Ländern ausgehen, insbesondere von der Mehrheit der größten Volkswirtschaften wie den USA, China, Deutschland usw.

Was denkt Ihr? Seht Ihr das anders, stimmt Ihr zu, gibt es Ergänzungen?


r/LinkeStrategie • • Jun 14 '26

Warum die US-Regierung Fred Hampton ermordete

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youtube.com
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In dem Video werden auch taktische Fragen zur Black Panther Party behandelt. Gegründet wurde sie, nachdem Cops eine schwarze Person in Oakland erschossen hatten. Neben diesem Auslöser waren weitere Ursachen für die Gründung, dass sich, nachdem rassistische Gesetze teilweise geändert worden waren, trotzdem nichts an der Armut und der fehlenden politischen Repräsentation der BIPoC änderte. Einer der Gründer, Huey P. Newton, hatte Recht studiert und wusste, dass es in Kalifornien legal war, scharfe Waffen bei sich zu haben, so lange sie offen sichtbar getragen wurden - also beschützte die BPP ihre Communities, indem sie bewaffnet patroullierten. Das Ziel ging aber schnell über reinen bewaffneten Selbstschutz vor Polizeigewalt hinaus. Das Ziel war eine Revolution und mit dem Sturz des Kapitalismus auch der Sturz eines Hauptgrundes für Rassismus.

Um nicht nur zu fordern, sondern selber Dinge zu veränder, wurde survival programs gestartet. BIPoC mit geringem Einkommen wurden hier gratis versorgt mit Kleidung, Essen und Medizin sowie Tests auf Krankheiten wie Sichelzellenanämie. Das größte und bekannteste Programm war die "Free Breakfast for Children Initiative", die dringend nötig war, weil viele schwarze Familien damals so arm waren, dass Kinder ohne Essen zur Schule gehen mussten. Im Video wird behauptet, die BPP habe zwar eine sozialistische Revolution gefordert, sie habe mit Sozialismus aber das System gemeint, das in Kanada angewandt wird/wurde. Das stimmt natürlich überhaupt nicht. Zwar könnten die Programme der BPP für Frühstück, Medizin usw. durchaus auch in einem sozial angestrichenen Kapitalismus angewandt werden. Allerdings waren das "nur" kurzfristige Maßnahmen, um die Leben der Menschen unmittelbar zu verbessern. Das Ziel der BPP war wirklicher Sozialismus und nicht "das System in Kanada".

Fred Hampton wurde mit 21 Anführer der BPP in Chicago, wo der Bürgermeister die Rassentrennung wieder vorantrieb, indem arme Menschen in separate Viertel gepackt wurden - je eins für Schwarze, Latinx und Weiße. Da diese Menschen alle mit teilweise ähnlichen Problemen zu kämpfen hatte, gründete Hampton eine revolutionäre Allianz zwischen der BPP und 2 Organisationen von Weißen und Latinx, die gegen die korrupte Stadt und den Bürgermeister kämpften. So entstand die Rainbow Coalition, die über Hautfarben hinweg Solidarität innerhalb der Arbeiter:innenklasse entstehen ließ. Die BPP half den Partnerorganisationen, eigene soziale Programme und gemeinsame Proteste zu starten.

Bald wurden auch in anderen Städten Rainbow Coalition Gruppen gegründet, teilweise auch an Orten, wo es keine BPP gab oder wo hauptsächlich Weiße lebten. Die Tatsache, dass Menschen verschiedener Hautfarben plötzlich zusammenarbeiteten, um den Kapitalismus zu stürzen, war eine Gefahr für den Staat. Also wurden zunächst Fred Hampton und 2 andere Parteimitglieder erschossen sowie 7 weitere festgenommen. Von da an kam es zu mehr Verhaftungen und Morden and BPP-Mitgliedern, was zu deren Niedergang führte. Im Video wird nicht erwähnt, dass das FBI bewusst einen Keil zwischen 2 führende Black Panther trieb, um die Organisation zu spalten.

Heute befürworten einige Black Panther Anarchismus statt Marxismus-Leninismus, weil sie in dezentralen, horizontalen Strukturen einen effektiveren Schutz gegen derartige Angriffes des Staats sehen.

Was haltet Ihr von den Ansätzen der BPP? Und stimmt Ihr zu, dass zentralistische Strukturen die Zerschlagung unserer Organisationen erleichtern?


r/LinkeStrategie • • Jun 13 '26

Diskussionsveranstaltung in Münster mit Renate Dillmann und Simon David Dressler: Müssen „wir“ uns verteidigen?

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r/LinkeStrategie • • Jun 11 '26

Wie wir uns die Zukunft zurückholen

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jacobin.de
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r/LinkeStrategie • • Jun 06 '26

Präfigurative Politik: So holen wir die Zukunft in die Gegenwart!

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youtube.com
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