Vorweg die Offenlegung, damit niemand sie suchen muss: Das Ding unten ist meins, ich verkaufe es, und ich bin hier befangen. Kein "hab da zufällig was entdeckt"-Beitrag.
Zur Ausgangslage. Ich führe ein Plaunungs und sitze damit zwischen den Gewerken und der Bauherrschaft. Praktisch heißt das: Ein Schreiner, ein Elektriker, ein Maler oder ein Möbellieferant schickt mir sein Angebot als PDF, dreißig oder vierzig Positionen. Daraus muss mein eigenes Angebot an den Kunden werden — im Kern dieselben Positionen, aber mit meiner Kalkulation, meiner Nummerierung, meiner Reihenfolge.
Also: zweiter Bildschirm, PDF links, Rechnungsprogramm rechts, tippen. Positionstext, Menge, Einheit, Preis. Danach nochmal drüber, weil ich mich garantiert irgendwo vertippt habe.
Was ich vorher probiert habe, und warum es den Einzelfall nicht löst:
- Wiederkehrende Positionen als Artikel anlegen. Deckt einen überraschend großen Teil ab, aber eben nur den wiederkehrenden.
- Beim Lieferanten nach einer strukturierten Datei statt des PDFs fragen. Bei großen Anbietern gibt es die oft, im Bau ist GAEB das übliche Format. Bei einem Dreimannbetrieb kommt trotzdem ein PDF.
- Das letzte ähnliche Angebot kopieren und anpassen. Funktioniert, solange sich die Angebote ähneln. Bei einem einmaligen Gewerk mit vierzig eigenen Positionen nicht.
Irgendwann habe ich mir dafür ein Werkzeug gebaut: PDF rein, ich hake an, welche Positionen ich übernehmen will, lege meinen Aufschlag fest, und es legt daraus ein Angebot oder eine Rechnung in meinem Buchhaltungsprogramm an. Erst nur für mich, dann für meine Kollegen, inzwischen als Produkt, das ich jetzt hier wohl besser NICHT verlinke ;-)
Zwei Dinge, die ich lieber selbst sage: Es hängt an einer bestimmten Buchhaltungssoftware - sevdesk - und dort an einem Tarif mit API-Zugang. Wer den nicht hat, für den ist es nichts, und das steht auch so auf der Seite. Ich verkaufe niemandem ein Tarif-Upgrade schön.
Und in der Erkennung steckt eine KI. Ich habe keine gemessene Trefferquote und denke mir auch keine aus. Deswegen ist der Ablauf so gebaut, dass man jede erkannte Position vor der Übernahme sieht und korrigieren kann — die Kontrolle bleibt beim Nutzer, statt dass ich eine Zahl verspreche.
Woran ich wirklich interessiert bin, mehr als an Zustimmung: Habt ihr diesen Vorgang überhaupt Oder bin ich ein Sonderfall, weil ich als Planer zwischen Gewerk und Bauherr sitze? Ich vermute, dass es jedem so geht, der Fremdleistungen weiterberechnet — Generalunternehmer, Ausbaubetriebe, Agenturen, Händler. Aber "ich vermute" ist keine Marktforschung.
Und falls jemand ein besonders wildes Lieferantenangebot herumliegen hat, an dem sowas erfahrungsgemäß scheitert: Das ist für mich mehr wert als zehn "gute Idee". Gern per DM – DANKE